habichtfreak schrieb:
Ich gebs auf. Ihr habt euch von Firmen/Medien so oft das falsche sagen lassen, dass ihr mittlerweile verteidigt, was schon immer falsch war.
Es geht nicht darum, irgendwas zu verteidigen, sondern sich einfach nicht mit theoritschen Wortklaubereien aufzuhalten, die zwar relevant sind, wenn wie in Deinem Video, eine Werkstatt eine Batteriediagnose macht, aber nicht im umgangssprachlichen Alltag.
Ich weiß selbstverändlich um die Unterschiede zwischen den Begriffen, und natürlich ist phyisikalisch auch ein Begriff wie "Energieverbrauch" falsch, weil Energie immer nur umgewandelt wird. Noch falscher ist "Stromverbrauch" und "Stromzähler" und "Strompreis" , aber im Alltag weiß jeder, was mit gemeint ist. In der Rechnung steht hinter trotzdem korrekt "Arbeitspreis".
Auch der umgangssprachliche Begriff "Batterie" für Primärzellen ist eigentlich falsch, denn eine "Batterie" ist ursprünglich ein Verbund von mehreren Zellen, und kommt eigentlich aus dem Militär von Geschützbatterie.
Insofern sollte man streng genommen eine einzele AA Zelle nicht als Batterie bezeichnen.
Trotzdem weise ich meine Frau nicht zurecht, wenn sie sagt "Die Batterie von meiner Fernbedienung ist leer".
Grundsätzlich ist es ein guter Trend, dass man bei Akkus von Autos, Laptops, Solarspeichern, usw. heute den Energieinhalt in kWh angibt, weil die Kapazität in Ah ohne Kenntnis der Spannung nichts aussagt.
Ausserdem passt es gut zur "Verbrauchsangabe" in kWh / 100km.
Falls man die Kapazität eine mehrzelligen Batterie angibt, gibt man üblicherweise die Kapazität der einzelnen Zellen an, und addiert nicht die Kapazitäten. D.h. eine 12V 80Ah Autobatterie besteht intern aus 6 2V/80Ah Einzelzellen. Eine Unsitte ist leider die Angabe der Kapazität von Powerbanks in mAh ohne die Spannung anzugeben. Das sagt nichts aus, und ich habe den Verdacht dass hier die Hersteller die Kapazität fälschlicheweise addieren. Also eine Powerbank die 4 in Reihe geschaltet 5000mAh Zellen hat, wird dann mit 20000mAh angegeben.
Bei dem von Dir verlinkten Video geht es im Kern natürlich um ein viel tieferes Problem, dass bei Akkuzellen grundsätzlich schwierig ist: Wieviel Kapazität (oder Energieinhalt) ist denn überhaupt nutzbar?
Bei VW ist laut Beschreibung die "Kapazitätsangabe" technisch der "Nettoenergieinhalt" der ermittelt wird, indem ein Fahrzeug unter kontrollierten Bedingungen (also Prüfstand) von 100% SoC bis zu dem Punkt, wo das BMS das Fahrzeug abschaltet, leergefahren wird.
Klar ist natürlich, dass im realen Betrieb dieser Energieinhalt nicht entnomen werden kann (schon weil man nicht einfach mitten auf der Straße stehenbleiben will).
Wenn man im Realbetrieb ein Fahrzeug zwischen 20 und 80% SoC bewegt, wird man also ca. 60% des Nettoenergieinhaltes nutzen.