Starke Datenrateneinbrüche SSD

Schwartacus

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Hallo liebes Forum,

ich ärgere mich nun seit rund einem Monat mit einem für mich unklärlichen Problem herum. Es geht um meine nun drei Monate alte SSD, die Crucial BX500.
Oftmals, aber nicht immer, wenn ich beispielsweise ein Spiel öffne oder mich in einem Ladebildschirm befinde braucht mein System sehr lange, um besagte Tätigkeiten auszuführen. Wenn es mit normalem Tempo geht, sind es bei Code Vein zum Beispiel rund 8 Sekunden von Map A zu Map B, dauert es länger sind es 30+. Und wie ich gesehen habe liegt dies daran, dass die SSD zu diesem Zeitpunkt zu 100% ausgelastet ist, mit 4 MB/s read und <1 MB/s write. Auch bei dem chkdsk-Befehl in der Eingabeaufforderung habe ich das bemerkt. Manchmal geht der Test innerhalb von 10 Sekunden durch, manchmal erst in 2 Minuten. Selbiges passiert interessanterweise auch beim Booten, besonders beim Kaltstart. Oftmals braucht der PC eine Minute, um den "Asrock"-Bildschirm zu überwinden, manchmal nur 10 Sekunden.
Übliche Read-Datenraten bei schnellen Ladezeiten sind um die 200 MB/s und die SSD ist zwischen 40 und 70% ausgelastet.

Was ich schon versucht habe:
-3 verschiedene SATA-Kabel verwendet.
-alle 4 SATA-Steckplätze ausprobiert.
-SSD "direkter" in die Lüfterkühlung positionieren
-Auto-Start-Programme weitestgehend minimieren
-RAM-Auslastung variieren
-Temperaturprobleme überwacht und ausgeschlossen (erreicht beim Laden kaum die 45°C)

Die SSD funktioniert über AHCI, Windows 10 wurde frisch installiert, Updates werden regelmäßig aufgespielt.

Hat jemand einen Vorschlag, was ich noch ausprobieren könnte? Ich bin für jeden Vorschlag dankbar.

Mein System:
Asrock H110m dvs R3.0
2x4 GB RAM 2133 MHz
I5 7500
GTX 1060 6 GB
Crucial BX500 1 TB
beQuiet! 400W Netzteil

Anbei Beispiele der Datanrateneinbrüche, hier bei chkdsk.
 

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Kurzform: Am falschen Ende gespart.

Lange Version:
Die BX500 hat keinen DRAM zum cachen integriert, sondern eine bestimmte Menge SLC-Flash. (Etwa 32GB)
Wenn der voll ist, geht es direkt auf TLC und damit auf ein deutlich niedrigeres Leistungsniveau. (Unter 100MB/s)

Deshalb baut man sich als System-SSD eigentlich eine 250GB MP510, Samsung 960/970 oder MX500 ein, und als Datenfestplatte eine BX500.
 
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Schwartacus schrieb:
Windows 10 wurde frisch installiert
Also war es vor der Neuinstallation auch schon?

Vielleicht mal mit CrystalDiskInfo schauen, ob Fehler aufgezeichnet wurden. Vollständigen Screenshot aller Wette bitte.
 
TRIM-Befehl von Hand ausführen, obwohl die Probleme sich eher nach einem defekten SATA-Kabel oder SSD anhören.
Eine neue Firmware gibt es nicht für die BX:
https://www.crucial.de/deu/de/support-ssd-bx500

Sollte die BX in Ordnung sein, wie schon geschrieben wurde eine 250GB SSD mit Cache fürs Betriebssystem kaufen:
Samsung 860Evo, Crucial MX500, Corsair MP510, Samsung 960, wobei die SSDs mit PCIe-Anbindung nur bei Videobearbeitung Sinn machen.
Ich hatte von einer Samsung 830 128GB auf eine Samsung 960 aufgerüstet und im Alltag merkt man keinen Unterschied.
 
Sephe schrieb:
Die BX500 hat keinen DRAM zum cachen integriert, sondern eine bestimmte Menge SLC-Flash.
Du weisst schon, wie eine SSD funktioniert? Das DRAM ist nur als Cache für die Speichertabelle der Flashchips genutzt, weniger für Daten. Einen SLC-Cache nutzen alle SSDs, ob mit RAM oder ohne. Klar macht fehlender RAM die SSD langsamer, aber so extrem langsam dürfte es nicht werden.

Ich hatte an meinem Rechner hatte ich ein ähnliches Problem, aber nach Stunden der Analyse habe ich dann den DP-HDMI-Adapter als Schuldigen gefunden (Kontaktprobleme). Nur kann ich es mir bis heute nicht erklären...
 
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@Sephe der TE hat ein Leseproblem, der Cache bezieht sich imho nur auf Schreibvorgänge. Trotzdem als systemplatte falsch gewählt (außer für nen Officerechner).
 
Wenn der PC eine Minute benötigt, um den Startbildschirm zu überwinden, kann das auch an etwas anderem liegen. Ist vielleicht die Hardware-Konfiguration im BIOS nicht optimal und instabil, oder könnte der PC versuchen von einem anderen Datenträger (USB-Stick, SD-Karte, CD) zu booten?
Je nach dem wie viele Anwendungen man sonst noch offen hat, (Browser mit vielen Tabs), und dann nebenher ein Spiel startet, wenn man nur 8GB RAM hat, kann es schon zu knapp werden, dann swappt Windows virtuellen Speicher auf die SSD, und das bremst natürlich auch gewaltig.
 
Sephe schrieb:
Kurzform: Am falschen Ende gespart.

Lange Version:
Die BX500 hat keinen DRAM zum cachen integriert, sondern eine bestimmte Menge SLC-Flash. (Etwa 32GB)
Wenn der voll ist, geht es direkt auf TLC und damit auf ein deutlich niedrigeres Leistungsniveau. (Unter 100MB/s)

Deshalb baut man sich als System-SSD eigentlich eine 250GB MP510, Samsung 960/970 oder MX500 ein, und als Datenfestplatte eine BX500.


und wer speichert mehr als 32 GB am ständig am Stück? 1-3x im Monat wenn man ein Spiel installiert?
1. hat er ein leseproblem und kein schreibproblem.
2. Scandisk zum testen der geschwindigkeit einer SSD ist nicht das Optimale. Da es keine konstante Leserate von Daten hat. Es nutzt nur einen CPU-Kern. Viele kleine Blöcke (Fileliste, Schicherheitseinstellung, Metadaten,...) . Erst mit /r wird die komplette SSD eingelesen.
Versuche es mit AS SSD Benchmark

Wenn dein Boot-Logo so lange brauch. Dann schalte es mal im BIOS ab dann siehst Du wo es hängt.
Hatte mal bei jemand der hatte eine nicht mehr ganz frische CD im Laufwerk und beim starten hing dann immer die Brenner Erkennung.
Überprüfe auch mal im BIOS ob SMART aktiviert ist. Gibt immer wieder Mainboards wo die Hersteller "vergessen" das an zu stellen.
Kann auch sein das die BIOS-Batterie kurz vor dem Ende ist.
Teste mal wie lange der Post-Boot ohne deine SSD dauert. Ob der dann immer gleich schnell ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schwartacus schrieb:
die Crucial BX500.
Die ist DRAM less, hat also keinen DRAM Cache. Tomshardware hat mal mehrere solcher DRAM less SSDs getestet und schreibt im Fazit:
Das liegt daran das die Controller die Mappingtabelle also den Flash Translation Layer (FTL) und eben nicht Userdaten im DRAM Cache ablegen, also die Information wo die Daten im NAND stehen und wo NAND frei ist um dort schreiben zu können. Die ohne DRAM Cache halten dann immer einen kleinen Teil der Mappingtabelle im interen SRAM des Controller, genug um gut in den Benchmarks abzuschneiden die ja nur über ein oder weniger GB Adressraum benchen und daher tolle Werte ins Datenblatt schreiben zu können. Aber im Alltag muss der Controller dann ständig erstmal wieder den passenden Teil aus dem NAND nachladen, was eben viel länger als ein DRAM Zugriff dauert.
 
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Sephe schrieb:
Deshalb baut man sich als System-SSD eigentlich eine 250GB MP510, Samsung 960/970 oder MX500 ein, und als Datenfestplatte eine BX500.
Das ist doch erst recht am falschen Ende gespart. Lieber eine 500GB SSD mit DRAM-Cache als Systemplatte, wie so eine Zweiteilung.
 
Sephe schrieb:
Die BX500 hat keinen DRAM zum cachen integriert, sondern eine bestimmte Menge SLC-Flash.
So einen SLC Cache, der eigentlich ein Pseudo-SLC Cache ist, haben andere SSDs auch, der hat aber mit dem DRAM Cache nichts zu tun und ersetzt ihn auch nicht, sondern sorgt nur dazu das einige GB schnell geschrieben werden können, weil dabei nur ein Bit des TLC NANDs beschrieben wird. Der DRAM Cache ist aber eben nicht dafür da dort User Daten zu schreiben, sondern für die Verwaltungsdaten des Controllers!
 
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Im normalen täglichen Arbeiten merkt man nicht unbedingt, ob eine SSD Cache hat ode nicht.. Windows hochfahren (bzw. aufwecken, richtigiges Hochfahren ist das ja nicht mehr) und Arbeiten mit Office, internet, kleinere Dateien (< 2GB) laden - subjektiv keine Unterschiede (ich habe hier den brutalen Vergleich: Privatlaptop mit Billig-Drevo-SSD ohne Cache, Dienstlaptop mit PCIe-SSD von Samsung). Ich habe auch mit der Billig-SSD Tests gemacht, wenn der RAM-Cache des Betriebssystems erschöpft ist, fällt die Datenrate deutlich ab, aber auf vielleicht 20-30 MB /sec, aber nie auf 4 oder 1MB. Und beim lesen schon mal gar nicht. Da muss wirklich eine Fehlkonfiguration oder ein Defekt vorliegen..
 
puri schrieb:
Im normalen täglichen Arbeiten merkt man nicht unbedingt, ob eine SSD Cache hat ode nicht..
aber nur, wenn man keine Ansprüche an die Performance stellt und nur sehr leichte Workloads hat.
 
Hallo an alle,
Vielen Dank schonmal für das Interesse und die bisherigen Tipps.
Die Smart-Werte sehen soweit in Ordnung aus, ich stelle sie hier in den Thread sobald ich wieder am Rechner sitze.

Ja, der Rechner war vorher schon langsam, was an der alten HDD lag. Daher kam die Intention mir eine SSD zuzulegen. Windows habe ich erst einmal auf ihr installiert, also nicht nochmal reinstalliert, seit mir das Problem auffiel. Das wollte ich ersteinmal vermeiden, bis so gut wie keine Option mehr bleibt, obwohl ich auch nicht glaube, dass es am Betriebssystem liegt.

Was ich heute morgen vergessen habe zu erwähnen:
Ich habe natürlich auch im BIOS rumgeschaut, und dort aus Forenbeiträgen alles mögliche ausprobiert, wie zum Beispiel sicherzustellen, dass Smart auch aktiv ist. Dabei ist mir UEFI zweimal komplett hängen geblieben sowie einige rund zehnsekündige Lags, die mir unangenehm auffielen.

Wie gesagt, SATA Kabel und Anschlüsse habe ich durchgecheckt, gebootet wird vom Windows Boot Manager auf der SSD.

Mir macht es auch nichts aus, ob die SSD weniger Leistung bietet als üblich, besser zur vorherigen HDD ist sie allemal. Solche Leistungseinbrüche finde ich allerdings ziemlich bedenklich wobei ich das Gefühl nicht loswerden, dass das Mainboard einen Knacks haben könnte. Ist aber auch nur die Vermutung eines Laien.

Viele Grüße
 
HITCHER_I schrieb:
wenn man nur 8GB RAM hat, kann es schon zu knapp werden, dann swappt Windows virtuellen Speicher auf die SSD, und das bremst natürlich auch gewaltig.
Bei 2GB, eventuell auch bei 4 GB RAM, okay, wenn aber Windows bei 8GB RAM anfängt intensiv zu swappen dann hat man völlig andere Probleme.
 
Holt schrieb:
aber nur, wenn man keine Ansprüche an die Performance stellt
Aber würde das mal 8 Sekunden für den Mapwechsel und mal 30+ Sekunden ausmachen? Das kommt mir etwas extrem vor. Und auch ein chkdsk, mal ein paar Sekunden, mal 2 Minuten.
Ist nicht die beste SSD, aber so extrem?!
 
Was weiß ich, so eine Gelumpe kaufe ich mir sicher nicht. Hast Du mal die S.M.A.R.T. Werte überprüft und ob es nicht z.B. ein Problem mit dem Datenkabel gibt?
 
Wenn der SLC Cache voll ist, fällt die Datenrate auf ca 85 MB/s.
Da dein PC aber auch im Uefi hängen geblieben ist (vollkommen unabhängig von SSD), würde ich mal einen CMOS Reset machen, und mal ein Augenmerk auf die Temperaturen legen.

Was für ein Bequiet ist es genau?
 
Kann ich gerade nicht genau sagen. Liefert auf jeden Fall 400 W mit Silber-Siegel. Ist bei dem System etwas knapp bemessen, das weiß ich. Das NT ist 2,5 Jahre alt.
Hatte allerdings noch nie Probleme, dass die gelieferte Leistung nicht gereicht hätte.
Aber den Batteriewechsel beim MB kann ich mal probieren. Obwohl ich bspw. Auch noch keine falschen Uhrzeiten hatte, was ja auch für eine schwache Batterie spricht.

Ich habe auch noch ein älteres System bei mir rumstehen. Hätte jetzt die Idee gehabt, evtl die SSD dort zu testen bzw in meinem derzeitigen System nur meine alte HDD einzubauen, da ist auch noch ein Betriebssystem drauf und da mal auf die Ergebnisse zu achten. Vllt können wir so das ein oder andere ausschließen. Was meint ihr?
Edit: Sorry für Doppelpost.
 
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