Stromsparmechanismen bei SSD noch Sinnvoll/ratsam?

G

Ghosthunt

Gast
Nabend.

Mal 3 kleine Fragen an die SSD-Experten hier.

Man kann in den Windows Energiesparplänen ja die HDD/SSD nach xx Minuten Inaktivität ausschalten lassen.

Frage:vMacht das bei SSD noch Sinn, da diese ja schon weniger Strom benötigen als eine HDD?
Oder ist das evtl. sogar schädlich durch das häufige an-/abschalten und geht auf die Haltbarkeit vom SSD-Controler?

Und ist das nicht sogar kontraproduktiv bei einer SSD wenn das System immer erst auf die SSD warten muß bis diese wieder angeschaltet wurde?

Danke für das Lesen und eventuelle Antworten.
 
Bei der HDD ist der Spinup und Spindown durch die Energiesparmechanismen eher problematisch.
Bei der SSD gibt es ja keine beweglichen Teile, also ist das eher zu vernachlässigen.
 
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Aber bei den SMART-Werten gibt es doch den Punkt: Geräte-Einschaltvorgänge

Bei meiner Samsung 850 Evo 500 GB ist dieser Wert jetzt bei 95 und bei meiner neu verbauten MX500 2TB ist der Wert bei 100.

Das bedeutet doch im Umkehrschluß das ständiges An-/Ausschalten die Lebensdauer einer SSD offenbar zusätzlich verkürzt bzw. schadet, ansonsten würde man ja diesen Wert nicht in den SMART-Werten speichern.
Oder bin ich hier völlig auf dem "Holzweg"?

Jedenfalls sind die Werte: Betriebstunden, Geräte-Einschaltvorgänge und Verschleißregulierung bei allen 3 die schlechtesten Werte in SMART mit jeweils 95 von ehemals 100.
 
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@Ghosthunt Alles was man mithilfe von Elektrizität Ein-/Ausschalten kann jederzeit kaputt gehen, egal ob da irgendwelche Stromsparmechanismen benutzt oder nicht benutzt werden.

Wie lange verwendest Du die 850 EVO denn schon? Je nach alter ist 95 jetzt nicht wirklich schlecht. Aber wie zuvor geschrieben, kann grundsätzlich alles (jederzeit) kaputt gehen. Im Falle von Datenträgern wurde deshalb das Backup "erfunden".
 
Ghosthunt schrieb:
Aber bei den SMART-Werten gibt es doch den Punkt: Geräte-Einschaltvorgänge

Bei meiner Samsung 850 Evo 500 GB ist dieser Wert jetzt bei 95 und bei meiner neu verbauten MX500 2TB ist der Wert bei 100.
95 bei der 850Evo? Ernsthaft? Schaust Du vielleicht in die falsche Spalte? Poste doch einfach mal die zwei Screenshots von Crystaldisk Info, dann ist das ganz schnell aufgeklärt!
 
Zer0DEV schrieb:
@Ghosthunt Alles was man mithilfe von Elektrizität Ein-/Ausschalten kann jederzeit kaputt gehen, egal ob da irgendwelche Stromsparmechanismen benutzt oder nicht benutzt werden.

Im Falle von Datenträgern wurde deshalb das Backup "erfunden".

Das jedes Elektronische Gerät jederzeit kaputt gehen kann ist mir schon klar, aber darum geht es hier/mir nicht.

Es geht mir darum ob es nicht eher schädlich ist wenn man ein Elektronisches Gerät wie eine SSD absichtlich 10-xxx mal pro Tag in den Standby schickt und wieder anschaltet.
Ich bin mir sicher das jedes Elektonische Gerät welches man mehrmals pro Tag an und wieder abschaltet, eher defekt (Spannungsspitzen) geht als wenn man es nur 1 mal pro Tag macht.

Auch mache ich Backup alle 14 Tage, seit 8 Jahren.
massaker schrieb:
95 bei der 850Evo? Ernsthaft? Schaust Du vielleicht in die falsche Spalte? Poste doch einfach mal die zwei Screenshots von Crystaldisk Info, dann ist das ganz schnell aufgeklärt!

Nein ich lese nicht in der Falschen Spalte, bin ja nicht dumm und kann lesen. ;)

CrystalDiskInfo_20211107082729.png


CRC- Fehler ist vor ca. 2 Jahren aufgetaucht und hat ich seitdem nicht mehr verändert, war wohl ein einmaliges Problem.
POR-Wiederherstellungszähler war mein verschulden, da im laufendem Betrieb ausversehen beim basteln das Sata-Kabel rausgezogen wurde und der PC ausging.

Beide Fehler waren bisher nur einmalig und sollten daher kein Defekt sein/ankündigen und können ignoriert weden!

CrystalDiskInfo_20211107082739.png
 
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Ghosthunt schrieb:
Ich bin mir sicher das jedes Elektonische Gerät welches man mehrmals pro Tag an und wieder abschaltet, eher defekt (Spannungsspitzen) geht als wenn man es nur 1 mal pro Tag macht.

Das trifft nur auf primärseitig ein-/ausgeschaltete Geräte zu.
Denn es ist das (Schalt)Netzteil, welches beim primärseitigen Einschalten den höchsten Stress erfährt (je nach Einschaltmoment im Spannungsverlauf der zugeführten Wechselspannung).

Nach der sekundärseitigen Regelung/Stabilisierung ergeben sich bei einem funktionierenden (Schalt)Netzteil keine Spannungsspitzen. Bei primärseitig ein/ausgeschalteten Schaltnetzteilen ist es meist das Schaltnetzteil selbst, welches durch häufiges „hartes“ primärseitiges Schalten per mechanischem Schalter oder Netzstecker stecken vorzeitig Schaden nimmt.
Sollte das (Schalt)Netzteil dann irgendwann elektronisch geschädigt sein, werden durch den Defekt hervorgerufene kurzzeitig zu hohe Sekundärspannungen per ultraschneller Suppressordioden „weggebügelt“ bzw. bei anhaltend zu hoher Sekundärspannung dauerhaft kurzgeschlossen (in Folge fliegt dann kurze Zeit später das vorgelagerte Sicherungselement (z.B. Schmelzsicherung)).

Beim Standby bzw. Stromspartechniken einer SSD werden nur Teile der Elektronik spannungsreduziert betrieben oder partiell per Halbleiterstrecke von der jeweiligen Sekundärversorgung getrennt (es gibt nicht nur eine Versorgungsspannung für die Elektronik. Man hat durch entsprechend steuerbare Stepdown-Spannungsregler Corespannungen von 0,8 bis 1,2V für z.B. FPGAs oder CPLDs, 2,5 und 3,3V für den I/O-Ring von FPGAs und Gatterlogik - alles zusätzlich zu den zugeführten 5V).

Ruhezustände sind für die hochintegrierten Halbleiter immer schonender als ein Dauerbetrieb mit maximaler Versorgungsspannung (sekundärseitig).
 
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Bezüglich an/ausschalten von SATA Geräten: Es gibt bei normalen PCs keine Modi wo ein SATA Gerät wirklich ausgeschaltet wird. Bei HDDs gibts es zwar das mechanische Stoppen und wieder Andrehen der Platten, aber der Controller hat die ganze Zeit Power und der SATA Link besteht die ganze Zeit. Bei SSDs gibts nichts dergleichen, daher haben diese Einstellungen bei Windows auch keine unmittelbaren Auswirkungen. Dennoch haben die Geräte intern und auch über das SATA Protokoll gesteuert verschiedene Möglichkeiten für Stromsparmodi aber davon bekommt man im normalen Betrieb kaum was mit.

Der SMART Wert bezüglich Einschaltvorgänge entspricht bei SATA Devices den Powercycles des Gerätes und daher bei normalen PCs ohne Fehlfunktion mehr oder weniger einfach wie oft dieser an/ausgeschalten wurde.
Die 850 Evo ist ja ne SATA SSDs, daher trifft oben genanntes zu. Warum Samsung den Value nicht auf 100 belässt verstehe ich aber auch nicht.

Noch kurz zu PCIe da der Titel allgemein von SSDs spricht. Da gibts primär zwei Möglichkeiten: ASPM und APST. ASPM ist Teil von PCIe und verringert z.B. den Linkspeed. Die Option sieht man auch in den Energieoptionen von Windows unter PCI Express -> Verbindungszustand-Energieverwaltung -> .... und auch in den UEFI Optionen.
APST dagegen ist Bestandteil vom NVMe Protokoll und erlaubt es dem Hostsystem den NVMe Controller zu bitten in andere Stromsparmodi zu gehen. Beides zusammen kann einen riesen Unterschied machen - teilweise fast Faktor 100. Wobei das natürlich alles jeweils im Idle ist. Aber die SSDs wechseln teilweise im Millisekunden Takt zwischen den Powermodi, daher sollte man das Ernergiesparpotential nicht unterschätzen auch wenn man denkt die eigene SSD ist ja nicht oft im idle. Leider macht das Feature oft genug auch Probleme wie z.B. bei der Kingston A2000 mit SM2263 Controller wo dann meist APST einfach deaktiviert wird zur Umgehung.
 
Ghosthunt schrieb:
CRC- Fehler ist vor ca. 2 Jahren aufgetaucht und hat ich seitdem nicht mehr verändert, war wohl ein einmaliges Problem
Einmalig? Dafür, dass da 244 CRC (F4) und 191 POR (B5) stehen - ganz schön heftig dann.
Ghosthunt schrieb:
Nein ich lese nicht in der Falschen Spalte, bin ja nicht dumm und kann lesen. ;)
OK, ich verstehe jetzt was Du meinst. Da steht ja auch "Eingeschaltet: 3959 Mal" und diese "95" soll nur drauf hindeuten, dass lediglich ~95% der möglichen Einschaltvorgänge übrig sind. Das ist halt ganz bescheuert bei Samsung. Ganz allgemein: "Aktueller Wert" ist eine Interpretation des Controllers aus dem Rohwert und ggf. weiteren Parametern und beginnt bei einem Ausgangswert von meistens 100, selten 200 (z.B. C3 = ECC bei Samsung beginnt bei 200) und zählt halt von da runter. Aus irgendeinem Grund hat Samsung die SATA-SSDs mit 100.000 Einschaltvorgängen spezifiziert. Somit zählt es dementsprechend runter und zwar - ein Prozent wird am Anfang sofort abgezogen. Sprich: nach weiteren 42 Einschaltvorgängen wirst Du bald 4001 erreichen und der 0C-Wert geht bei Dir von 96 auf 95 runter.
Aber sieh das mal so: Verschleißregulierung und Betriebsstunden gehen bei Dir mit den Einschaltvorgängen praktisch Hand in Hand! Und wenn Du in 3 Jahren nun 36TBW verbraucht hast und die "Restlebenanzeige" jetzt auf 95% steht, dann wird Dir diese SSD bei gleich bleibendem Nutzungsmuster ca. 60 Jahre dienen.
Also solltest Du schauen, dass Du spätestens in 55 Jahren langsam anfängst Dir Gedanken über neue SSD zu machen :p ;)
P.S.: habe jetzt bei mir geguckt - alle Samsung-SSDs schauen so ähnlich aus wie Deine! Andere, die ich habe, also Crucials und SanDisk - da bleiben die Werte für Betriebsstunden/Einschaltvorgänge stets bei 100!
 
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