computerbase107 schrieb:
Deren garantierten Schreibvolumina in Verbindung mit der jeweiligen Garantiezeit erreichen die Werte der Transcend 370S nicht bzw. bei weitem nicht. Bleibt unter dem Strich für mich ein Pluspunkt für die Transcend.
Den Pluspunkt sehe ich einfach nicht. Es ist doch so als wenn Du ein Auto kaufen willst, Du fährst im Jahr 10.000km und der eine bietet 3 Jahre Garantie bis 60.000km, der andere 3 Jahre bis 100.000km. Wo da der Vorteil für Dich, wenn Du in den 3 Jahren nur 30.000km gefahren haben wirst und danach die Garantie sowieso abgelaufen ist? Eben, es gibt keinen.
Ob 72TBW, 80TBW, 150TBW oder 500TBW das Limit für die Garantie sind, ist für Heimanwender egal, so viel schreibt in den 3 Jahren keiner und danach ist die Garantie um, auch die Garantie auf die 500TBW von Transcend. Wenn die NANDs nach 5 Jahren und nur 50TBW dann kaputt sind, schaust Du da in die Röhre, denn auch wenn die 500TBW nicht erreicht hat, ist die Garantie einfach schon über das Zeitlimit abgelaufen. Daher sind solche hohen TBW Versprechen nichts als Werbung, weil sie praktisch überhaupt keine Bedeutung haben. Deswegen findet man die komischerweise auch immer bei SSDs die nur 3 Jahre Garantie haben und obendrein alle so einfach Controller die im Steady-State so eine miese Performance bringen, dass sie auch keine Enterprise User so einsetzen wird, dass er dieses Volumen in der Garantiezeit erreichen könnte.
Schau Dir dagegen an was die 850 Evo und vor allem die 850 Pro bei entsprechendem Overprovisioning für IOPS im Steady State schaffen, da schlägt eine 850 Pro 512GB mit 25% OP mit über 40.000 IOPS schreibend sogar Intels DC S3700! Solche Consumer SSDs werden durchaus von dem einen oder anderen Enterprisenutzer anstelle entsprechender Enterprise SSDs verbaut und können dann auch innerhalb der Garantiedauer (immerhin 10 Jahre bei der 850 Pro) totgeschrieben werden und bei entsprechend hoher WA dann gar nicht mal so viele TBW aufweisen, daher müssen Hersteller solcher SSDs schon geringere TBW als Limit für die Garantie ansetzen.
computerbase107 schrieb:
Die Zeit wird es zeigen, ob dies nur eine Marketing-Aussage ist oder es sich in der Praxis doch als Vorteil in der Haltbarkeit herausstellt.
Das würde vor allem ein Endurance Test zeigen, denn kaum ein Heimanwender schreibt mehr als 10TB im Jahr, da dauert es ewig bis man selbst NANDs minderwertiger Qualität die nur ein paar Hundert P/E Zyklen ertragen überhaupt kaputt geschrieben hat.
computerbase107 schrieb:
Auf der anderen Seite hat es sich in Dauerschreibtests gezeigt, das manche SSD´s deutlich länger halten als durch den jeweiligen Hersteller versprochen.
Und manche haben es auch nicht geschafft, komischerweise was das immer welche von Anbietern die selbst keine NANDs fertigen, wobei es nicht auf alle SSDs solche Anbieter zutrifft. Aber alle SSDs von Anbietern die selbst die NANDs fertigen haben die spezifizierten P/E Zyklen bei weitem überboten.
computerbase107 schrieb:
Sollte hier der Enterprise-Preis-Level geschützt werden, obwohl sich die Herstellung zwischen Consumer- und Enterprise-SSD´s doch nicht so großartig unterscheidet, wie es der Preisunterschied vermuten lässt ?
Das sich Consumer- und Enterprise-SSDs ist ein verbreiteter Irrtum, wobei es gerade bei den Enterprise-SSDs solche und solche gibt, aber wenn es um die Data Center SSDs geht, dann ist der Unterschied schon größer, auch was Feature wie Internal-Data-Patch-Protection und die Power-Loss-Protection angeht. Dann gibt es da welche für mehr leseintensive Anwendungen und solche für schreibintensive Anwendungen, also von 0.3DWPD bis 25DWPD und in Einzelfällen auch noch extremer.
computerbase107 schrieb:
Es bleibt am Ende ein Rest an Unsicherheit und erst mit den Jahren werden wir wirklich sehen können was sich in der Praxis bewährt hat.
So ist es!