Zuerst einmal solltest Du entscheiden, ob Du einen Kopfhörer oder ein Headset brauchst.
AKG K701 und Sennheiser HD650 sind Kopfhörer und haben kein Mikrofon.
Sennheiser PC350 und Beyerdynamics MMX300 sind Headsets und haben ein Mikrofon.
Ich habe sowohl das PC350 als auch das MMX300 und schildere einfach mal meine Eindrücke:
Sennheiser PC350
Klanglich ist das PC350 nach meinem Geschmack miserabel. Es hat keine gute Basswidergabe und sehr scharfe Höhen. Außerdem ist der Tragekomfort auf Dauer sehr unangenehm. Das liegt einerseits an dem sehr hohen Anpressdruck der Hörer an den Kopf und zum andern an den Polstern der Hörer. Die sind mit Kunststoff überzogen und schließen luftdicht ab. Man schwitzt sehr schnell darunter. Die Polster sind sehr groß. Sie liegen weit um das Ohr herum, können dadurch aber auch an empfindlichen Stellen drücken.
Ein weiterer Kritikpunkt ist das Kabel. Es produziert ein nerviges Nebengeräusch, wenn man den Kopf bewegt und das Kabel dabei über die Kleidung rutscht. Der Ton geht dabei direkt bis in die Hörer. Durch das geschlossene Design des Headsets wird der Effekt noch verstärkt.
Das Headset isoliert gut Geräusche von außen. Bei einem lauten Rechner ist das eine Wohltat. Allerdings fühlt man sich ein wenig abgeschottet, weil die natürlichen Umgebungsgeräusche fehlen. Empfindliche Naturen wie ich, bekommen davon schnell Kopfschmerzen.
Das Mikrofon des PC350 ist klasse, solange man es nur zur Sprachübertragung nutzt. Außerdem ist im Kabel eine Steuerung für Lautstärke und zum Abschalten des Mikros.
Die Verarbeitung ist generell gut. Nur die Aufhängung der Hörer selbst ist schwach. Die Gabel, die einen Hörer hält, tut dies nur mit zwei Plastikstiften, die sehr klein sind. Die Hörer sind beweglich an den Stiften aufgehängt, sodass es schnell passieren kann, dass so ein Stift abbricht. Mir ist das leider passiert. Da das Headset praktischerweise zusammenfaltbar ist und sich so besser verstauen lässt, ist das Risiko umso größer.
Beyerdynamic MMX300
Satter Sound! Klanglich das beste was es an Headsets gibt. Die Bässe sind wuchtig, die Höhe klar und die Mitten werden nicht durch zu viel Bassdruck oder klirrende Höhen erstickt. Das liegt daran, dass es eigentlich ein High-End-Kopfhörer mit einem zusätzlich angebrachten Mikrofon ist.
Und hier ist auch schon das größte Problem des MMX300. Nach knapp einem Monat, in dem ich das Headset nicht wirklich intensiv genutzt habe, ist der Mikrofonarm - bei einem einfachen Verstellen des Mikros von oben nach unten - abgebrochen. Auch wenn die Verarbeitungsqualität des MMX300 noch so gut ist, beim Mirko ist es der krasse Gegensatz. Auf dem linken Hörer ist eine Plastikscheibe angebracht, die gerastert ist, um das Mikro entsprechend in Position zu halten. Der Mirokfonarm hat ebenso eine Scheibe, die mit zwei winzigen Metallstiften an der anderen befestigt ist. Meiner Meinung nach ist das eine Sollbruchstelle. Wobei das bei mir nicht einmal gebrochen ist, sondern sich nur die Stifte aus den Plastikfassungen gelöst haben.
Ansonsten weiß das Gerät zu überzeugen. Der Tragekomfort ist fast perfekt, vorausgesetzt man nimmt die Plüschohrmuscheln. Damit schwitzt man kaum, sie liegen weich auf und die Dämmung der Außengeräusche ist immer noch gut. Dafür funktioniert die Größenverstellung durch Ausziehen der Hörergabeln nicht so gut, da die Arretierung nicht sehr fest ist und die Hörer sich schnell verstellen. Etwas unschön ist auch die Kabelführung zu den Hörern, die designbedingt außen verläuft. Man hat also immer zwei kleine schwarze Kabel offen am Headset, die sehr empfindlich sind.
Wenn man das MMX300 über die Manufaktur bestellt, kann man auch die USB-Soundkarte abwählen und spart noch 20 Euro. Leider ist am USB-Adapter auch die Lautstärkeregelung und die Mikrostummschaltung. Ohne USB-Sound lässt sich das nicht nutzen und mit muss man auf die Soundkarte verzichten. Und wer will das schon?
Ich benutze im Moment wieder mein altes Sennheiser PC161. Durch das offene System und den Stoffbezug kann man es stundenlang auf haben, ohne das es unbequem wird. Allerdings hat man auch keine Geräuschdämmung. Es ist stabil verarbeitet und der Sound ist natürlicher als beim PC350. Wenn ich das Mikro nicht benötige, nehme ich mein Ultrasone Proline 2500. Auch ein offenes Design mit Sound auf dem gleichen Niveau wie das MMX300, nur leider ohne Mikro. Gegen das MMX300 kommt es natürlich bei weitem nicht an. Sobald das aus der Reparatur ist, werde ich es aber wieder benutzen und hoffen, dass das Mikro hält.
Von den ganzen 5.1-Headsets halte ich nicht viel, da sie klanglich einfach nicht das halten, was sie versprechen. Zusätzlich muss man wesentlich mehr Aufwand beim Anschluss betreiben, was schnell ausarten kann, wenn man ein 5.1-Boxensystem und ein 5.1-Headset an einem Rechner betreiben möchte. Mit einer X-Fi kann man aber sehr gut den CMSS-3D-Modus einschalten, der einen virtuellen Surroundsound erzeugt, der gerade bei Spielen klasse rüberkommt. Nur bei Musik über Kopfhörer sollte man den deaktivieren.