Manche Idee will Früchte tragen und so freue ich mich, euch heute den ersten Entwurf der "Breitbandbibel" zeigen zu dürfen:
https://breitbandbibel.pages.dev
Zur Bedienung: Weit rausgezoomt ruckelt die Karte. Nach ein bis zwei Zoomstufen legt sich das. Je weiter man reinzoomt, desto besser werden die Ortsnamen noch sichtbar. Die erste Webmap ist heute erst entstanden, daher bin ich da noch in der Findungsphase, auch was Auflösung und dynamische Kartengröße anbelangt.
Grundsätzliche Dinge zum Verständnis dieser interaktiven Karte:
- Es werden Details aus der Serverantwort des Verfügbarkeitsergebnisses eines bestimmten Internetanbieters kartiert, von welchem man weiß/der Meinung ist, dass diese gleichzeitig die Verfügbarkeit des 1&1-Versatel-Internetdienstes am entsprechenden Telekom-BNG bedeuten. Heißt konkret: Ein positives Verfügbarkeitsergebnis zeigt auf der Karte, dass im Suchbereich ein Internetanschluss auf dem Telekom-Zugangsnetz (VDSL oder Glasfaser) verfügbar ist UND man von 1&1 echtes Versatel-Peering in diesem Bereich bekommen würde.
- Die Rasterzellen der einzelnen Suchgebiete haben eine gleichmäßige Größe von 2 mal 3 Tausendstel Dezimalgrad, so dass sich eine Zellgröße von ganz grob 200 mal 200 Metern ergibt. Naturgemäß variiert die Zellgröße damit je nach Ort leicht. Für die Programmierung war es aber einfacher.
- Pro Rasterzelle wurde mehr oder weniger zufällig bzw. vom Suchsystem der Overpass-API vorgegeben nur eine einzige Adresse ermittelt, welche auch nicht auf Plausibilität geprüft wurde. In den meisten Gebieten hat das gut geklappt, aber nicht nur deswegen sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Achtung: Die Beispieladressen liegen prinzipiell irgendwo innerhalb der Zelle und es wurde nicht versucht, die Adresse zu finden, welche genau in der Mitte der Zelle liegt! Die geprüfte Adresse kann also gut 150 Meter vom Karteneintrag entfernt liegen, der Karteneintrag markiert immer die Mitte des Suchgebietes.
- Wie schon in der "easybell carrier map" besteht das Problem, dass nicht alle Adressen in OSM enthalten sind. Es gibt also viele Dörfer und auch manche größere Gebiete, in denen keine Suche durchgeführt werden konnte. War jedoch eine Adresse vorhanden, wurde sie auch geprüft.
Im Westen und Südwesten wurde aufgrund der großen Anzahl eine kleinere Stichprobe genommen, so dass nicht jede mögliche Zelle ein Ergebnis enthält. In Gebieten, in welchen mit keinerlei positivem Ergebnis gerechnet werden konnte, wurden deutlich weniger Stichproben genommen.
Legende/Implikation der Karteneinträge:

"Normale" Telekom-Gebiete (DSL/FTTH) mit vermeintlicher Versatel-Verfügbarkeit. Bei DSL ist die Geschwindigkeitsstufe angegeben, um großflächig ein Fehlen von (Super)-Vectoring erkennen zu können. Zwischen VDSL 250 und VDSL 175 wird nicht unterschieden. FTTH bedeutet "homes connected" oder "homes ready". Kein "homes passed", keine Ausbauankündigungen.

Siehe oben, zusätzlich als Bonus die Verfügbarkeit eines Westconnect-Zugangsnetzes, auf dem der Anbieter auch sein Internetprodukt anbietet. Man kann in der Regel davon ausgehen, dass die jeweiligen Zugangsnetze exklusiv vorhanden sind (bei DSL schon wegen Vectoring), aber garantiert ist es nicht. Auf dem Westconnect-Zugangsnetz ist davon auszugehen, dass ein Zugriff auf den Versatel-Backbone als 1&1-Kunde immer möglich ist.
Weitere Einträge, die in der Legende erst eingeblendet werden müssen:

Bonus! Gebiete, in denen nur Westconnect verfügbar ist. Diese Ergebnisse erlauben freilich keine Aussage über die Versatel-Anbindung eines in der Nähe gelegenen Telekom-BNG.

Negatives Ergebnis. Mögliche Bedeutungen:
- Als einziger Punkt umgeben von positiven Ergebnissen ist der häufigste Grund wohl ein Adressfehler (falsch geschriebene Straße, der Anbieter erlaubt immer nur eine Schreibweise).
- In der Fläche eines Orts- oder Stadtteiles häufig Indiz dafür, dass kein Telekom-Zugangsnetz vorhanden ist.
- Großflächig bedeutet es meist, dass der Versatel-Backbone in der Region überhaupt nicht vorhanden ist. Die entsprechenden Vorwahlbereiche sind mehr oder weniger schon bekannt. Dementsprechend wurden dort weniger Adressen geprüft.
Zukunftsgedanken:
Ich möchte innerhalb der negativ getesteten Gebiete weitere Prüfungen durchführen, um dort das tatsächlich vorhandene Telekom-Zugangsnetz identifizieren zu können (wo der Versatel-Backbone in logischer Konsequenz dann nicht vorhanden ist). In den dann noch verbliebenen Gebieten ist eine Identifikation anderer Netzbetreiber denkbar, aber aufwendiger. Ob ich das schaffe, weiß ich noch nicht.
Enjoy.