T00L schrieb:
Das ist völlig an der Realität vorbeigedacht.
Was ist an der Realität vorbei gedacht, in dem Zitat sind zwei völlig getrennte Ausaagen von mir enthalten:
(1) Notgroschen: Dazu zählt für mich halt auch das Geld für ein neues Auto oder größere Reparaturen an der Wohnung. Das ist "etwas" mehr wie nur ein paar Netto-Monatsgehälter.
Da akzeptiere ich lieber jedes Jahr nur ein paar Prozent Kaufkraftverlust wie die gesamte Inflation als Kaufkraftverlust plus noch ein paar Prozent Kursverlust des ETFs zu dem Zeitpunkt, zu dem ich das Geld benötige. Das wären meine realen Werte zwischen Ende 2021 und 2023. Es lässt sich halt nicht planen, ob das Auto nur 13 oder 20 Jahre hält.
(2) 100k€ parken (oder große Teile davon): Du kannst ja gerne zu Rentenbeginn (oder im Vorruhestand) immer noch alles in Aktien investieren. Da ich mein Geld ab dem Zeitpunkt aufbrauche, werden die anfallenden Einmalzahlungen höchstens zum Teil in ETFs investiert. Die landen überwiegend auf dem Tages-/Festgeld bzw. in Anleihen/iBond mit fester Laufzeit von max. ein paar Jahren.
Ich werde weder in reine Dividenden-ETFs/Aktien umschichten noch zur Rente (oder zum Vorruhestand) monatlich ETF-Anteile verkaufen. Da wird, soweit ich das heutzutage abschätzen kann, eher mind. der für ein Jahr benötigte Betrag aufs Tagesgeld gelegt und dieses wieder aufgefüllt, wenn das Geld entweder fast aufgebraucht ist (mein Pech/Unfähigkeit) oder wenn die Börse zwischenzeitlich (aus meiner Sicht) passend steht.
ETF und 5 Jahre Anlagehorizont? Nein Danke, dafür gab es in der Vergangenheit genügend Phasen, in denen man damit Minus gemacht hätte. Für mich wird das erst ab ca. 10-15 Jahren interessant. Das gilt auch für Einmalzahlungen zu Rentenbeginn. Wenn ich nicht damit rechne, dass ich diese frühestens 10 Jahre nach Rentenbeginn wieder entnehmen will, dann müssten alle festverzinslichen Möglichkeiten zu dem Zeitpunkt schon extrem schlecht stehen oder wir sind gerade wieder in einem Crash bei dem ich drauf spekuliere, dass dieser in wenigen Jahren beendet sein könnte.
Sonst ist mit Sicherheit viel wichtiger wie mögliche Rendite an der Börse.
Und das "nie" ist historisch auch falsch. Ich lag schonmal mehrmals mit Festgeld über der Inflation. Z.B.
Anlage (Festgelst 1 Jahr): 09.11.2007, Zinssatz: 4,40 %
Inflation laut Statista in 2008: 2,6%
Eine ähnliche Rechnung könnte ich mit Festgeld für 1 Jahre Ende 2014 aufmachen: Zinsen 1,2%, Inflation (2015) 0,6%.
Da ist es mir auch egal, dass Aktien/ETFs in der gleichen Zeit mehr abgeworfen haben könnten. Das Geld ist fast vollständig ab 2016 in ein anderes Investment geflossen, das spätestens seit 2012 geplant war (bis auf den genauen Zeitpunkt).
Aber klar, jeder hat eine andere Realität. Ich hätte 2016 meine Wohnung lieber auf Kredit finanzieren und das Geld in ETFs investieren sollen (oder gar in Apple, Amazon und nVidida Aktien). Dann wäre mehr wie nur das Auto als Rendite bei heraus gekommen, und das in unter 5 Jahren. Hinterher ist man immer schlauer.