Teufelskreis Arzthelferin?

Madmax

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Es geht nicht um mich :D

Ne Freundin hat vor 2 Jahren Arzthelferin gelernt, obwohl ihre Eltern dagegen waren, inzwischen ist sie es auch, weil der Beruf einfach unterbezahlt, stressig und unmenschlich ist z.B. von 8:00 bis 20:00 nur rumrennen, die Überstunden werden nicht bezahlt, nur weibliche Arzthelferinnen überall, also Zickenkrieg, man kann bei netto 900-1000€ NICHTS sparen, KEIN URLAUB... etc. ...

Sie hatte eine Stelle nach der Lehre, in der Praxis (wie in vielen) war das Klima so schlimm, also ist sie gewechselt, dort hat sie es 1 Jahr ausgehalten.

Dazwischen Termine beim Arbeitsamt, aber da kann einem niemand weiterhelfen: für ne Umschulung brauchts ein Gutachten, damit die Kosten getragen werden.

Sie kann auch nicht mehr zu ihren Eltern, muss also ihre Miete von 450€ zahlen. HAt keinen Lebenspartner, der ihr hilft.

Sie hat jetzt ein Fernstudium zur Office-Managerin angefangen, 100€ im Monat. 2 Jahre...

Sie ist jetzt 2 Wochen bei ihrer 3.Stelle seit der Ausbildung und will wieder wechseln...

Sie kann einfach keine Arztpraxis mehr sehen. Sie ist aufgrund ihrer Eltern und des Jobs psychisch etwas lädiert...


Was kann man tun?
ich sag oft, einen anderen Job suchen, in manche Büros kommt man auch so rein, aber es ist selten...

Die Beratung beim Arbeitsamt hilft auch nix, weil sie bei einer 2.Ausbildung nix zahlen und ne Umschulung zu bekommen is schwer ....
 
Klingt vielleicht hart wenn ich das so sage. Aber da muss sie sich wohl einfach durchbeißen bis ihr fernstudium fertig ist.. Allerdings sollte sie nun guten freundeskreis haben der ihr hilft auch mal abzuschalten..

Ne andere Lehre kann sie sich ned leisten und wie du so schön beschreibst ist das arbeitsamt stur.. Aber 2 jahre wird sie noch durchhalten denk ich
 
als azubi wird einem nix geschenkt. ich war war 3,5 jahre lang auf rohbauten sommer wie winter - und das deutschlandweit. mir ist das auch nichts geschenkt worden. aber da muss man durch. also augen zu und durch. denn nur immer die stelle wechseln wird das problem auch nicht lüsen. man kann vor seinen problemen nicht weglaufen.
 
Das Arzthelfer kein top bezahlter Job ist dürfte auch schon zu Ausbildungsbeginn bekannt gewesen sein.

Um von hohen Fixkosten runterzukommen kann sie sicher eine WG finden und so einen Teil der 450 Euro sparen.

Das Fernstudium muss sie dann einfach durchziehen und solange weiterarbeiten. Aller Anfang ist schwer. Mit vermutlich Mitte 20 muss sie einfach die Kraft haben, das durchzustehen.

Unabhängig davon gibts sicher aber auch Praxen, wo das Klima in Ordnung ist. Vermutlich hat sie bisher Pech gehabt, und nur Zickenpraxen erwischt.

Provokante Frage: Ist sie jemand, der selber den Zickenkrieg anzettelt und so das Klima vergiftet?
 
Wohnt sie in der Innenstadt oder wie kommen die 450€ Miete zusammen? Wir hatten vor 3 Jahren für die Ausbildung zu dritt eine Wohnung gemietet - sie musste also für jeden ein eigenes Zimmer bieten, sowie Bad und Küche natürlich. Warm-Preis der Wohnung lag bei rund 330 € im Monat.

Und Sicher ist das Leben mit 1000€ Netto auch nicht gerade luxuriös, aber das hängt von den anderen Umständen ab (etwa wie angesprochen einer ziemlich hohen Miete).
 
Arzthelferin ist von der Bezahlung her ungefähr so wie Frisöse.

Ich bewundere die Menschen die mit so wenig Geld auskommen.
 
ich arbeite zwar nicht als artzhelfer bin aber durch mein derzeitiges praktikum als fachinformatiker - systemintegration manchmal im außendienst mit anderen mitarbeitern. wir sind meistens zu zweit bei ärtzen und installieren, warten und beraten die ärzte und deren arzthelferinnen und sind auch meistens den ganzen tag dort (10:00-17:00)
war bisher schon bei etwa ein halbes dutzend ärzten und muss sagen dass es auch noch praxen gibt wo das klima sehr angenehm ist!!

vielleicht hilft deiner freundin einfach noch einen wechsel
 
Sie zettelt keinen Zickenkrieg an:)

Weiß nicht obs sie es noch lange durchhält, da auch familiäre und beziehungstechn. Probleme dazu kommen, ihre Eltern helfen ihr nicht; seit 3 Jahren Single.

Naja mit 17 glaubt man seinen Eltern oder anderen nicht, dass der Beruf kacke ist...

Leider sind 450€ für München normal, auch in der Vororten.


Als Patient ist das Klima in den Praxen meistens gut....
 
vielleicht macht sie das ja schon, aber sie soll sich mal in größeren krankenhäusern bewerben. am besten keine privatkliniken, sondern eher sowas wie uni klinik. momentan geht der trend immer mehr dazu weniger krankenschwestern/pfleger einzustellen, sondern den arbeitsauswand mit krankenpflegehelferinnen und arzthelferinnen zu bewältigen. wenn sie dann nicht gerade auf ne gynäkologie kommt, stehen die chancen auch nicht schlecht aus dem frauen-only feeling rauszukommen :)
ansonsten hilft vielleicht wirklich nur in den sauren apfel beissen: zweite ausbildung machen und mit möglichst geringen ansprüchen für die zeit leben. nur sollte die nächste ausbildung definitiv KEIN hilfsjob sein (also wenns geht keine 1-2jährige, sondern 3jährigen unverkürzbare ausbildung).
 
mein vorschlag/lösung:

1) job kündigen (sie will sich ja eh anderweitig orientieren und kann keine krankenhäuser mehr sehen)
2) kosten reduzieren, z.b. zu eltern ziehen (in altes kinderzimmer)
3) studium durchziehen und sehr gut abschließen
4) nebenher auf 400eur basis jobben (gibt unzählige studentenjobs) um die nächsten 2 jahre rumzubekommen

einzige vernünftige lösung. bei allem anderen macht sie sich nur selbst kaputt und kann sich nicht aufs studium konzentrieren
 
Als Physiotherapeut verdienste auch nicht mehr!
Ausbildung aus eigener Tasche = ca. 12000€
Im Beruf nur = 1100 Netto
Dann muss man Fortbildungen machen , was so ca. 1200€ pro Fortbildung Kostet + Urlaubstage.

Fazit alles unter Arzt ist im Gesundheitswessen für den Ars**!
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Naja, eigentlich hat der € alles versaut.
 
ds1 schrieb:
mein vorschlag/lösung:


2) kosten reduzieren, z.b. zu eltern ziehen (in altes kinderzimmer)


einzige vernünftige lösung. bei allem anderen macht sie sich nur selbst kaputt und kann sich nicht aufs studium konzentrieren
#

das geht ja leider nicht.

anderer Job ist schwer mit dieser AUsbildung.

Sie wird wohl Montag evtl. die Praxis wechseln.

danke auch bis jetzt

Krankenhaus hab ich ihr auch scho gesagt. Da muß man dann mit dem Schichtbetrieb klar kommen.
 
Das mit dem Schichtbetrieb ist nicht so schlimm-in allen Krankenhäusern in denen ich bis jetzt Praktikum gemacht hab werden ArzthelferInnen sowieso nur tagsüber eingesetzt. Allerdings ist das da auch ne Glückssache auf welche Station sie da kommt...
 
Tja, mich wundert nach wie vor das Arzthelferin so ein beliebter Beruf ist. Bei meinem Hausdoc müssen die Mittags ne dreistündige Pause einlegen, und dann geht das von 15 bis 18 Uhr weiter.

In den Pflegeberufen ist das Klima oft schlecht, ich kenne das weil, meine Frau ist Krankenschwester, nur bekommt die noch ein halbwegs anständiges Gehalt. 900 € für 40 Stunden ist schon wenig bis nichts. Zum sterben zuviel zum leben zuwenig.

Schade das die Eltern so stur sind. Begreif ich nicht, Fehler muss man selber machen. Das war schon immer so. Es hat noch nie was gebracht, wenn der andere den Zeigefinger hebt und es besser wusste. Nur wer Fehler macht kann aus diesen lernen.

Gruß *michi*
 
meine damalige freundin war etwas komisch drauf, in dem jahr als ich sie kennen lernte, wie ich mit ihr zusammen war... hatte sie ganze drei jobs

sie war erst am schwärmen (vor der anstellung) wie toll es dort bestimmt sei etc...

aber nach zwei wochen war sie nur am meckern....

irgendwann wurd mir das dann auch zu bunt, denn mit 26 jahren sollte man doch etwas mehr wollen als sich über all für ein paar wochen "durchzujobben".

Ich will deiner bekanntin nix unterstellen, doch manchmal redet man sich das doch ein, wie schlimm es doch sei.

Eine andere freundin von mir....(ich habe mit ihr gemeinsam den realabschluss gemacht) hatt keinen Q-Vermerk bekommen, und ich bot ihr an, diesen zu machen , kleine nachprüfung in englisch oder physik. Aber sie lehnte ab, und meinte das sie das nicht bräuchte.
Nachdem sie nun als hotelfachfrau anfing - dann merkte das der job nix für sie sei.... arbeitet sie mittlerweile bei mcdonalds.
Scheiße gelaufen würd ich mal sagen. Aber der fehlende ergeiz, hat bei ihr bestimmt so einiges dazu beigetragen.

Aber so wie du es schreibst, wird deine bekannte genug ergeitz haben. Nur die darf ihn nicht verliehren! Und dabei unterstütze sie.
 
Hab jetzt nicht alles durchgelesen... aber wenn man wirklich was ändern will, muss man auch dafür was tun und in manchen Bereichen zurückschrauben.

Wohnung:
- in eine WG ziehen, dort kann man ohne Probleme für 150-200€ / Monat leben
Job + Studium:
-evtl. einen Halbtagsjob mit einer geringeren Bezahlung (selbst wenn nur 400-500€) suchen
- (dazu) einen Studentenkredit aufnehmen (da kann man pro Monat bis zu 800€ von der Bank erhalten und die Rückzahlung ist auch ganz human, sofern man nach dem Studium auch nen Job bekommt...)

Wenn die Eltern ihr Kind nach einer solchen Sache nicht wieder zurückziehen lassen, dann sind das meiner Meinung nach wirklich dumme Menschen... Eltern sollten immer für ihre Kinder in solchen oder ähnlichen SItuationen da sein, selbst wenn ihr Kind schon 10 Jahre berufstätig ist...
 
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Wenn ich mir den Kommentar erlauben darf: 900-1000 Euro pro Monat sind noch nicht die Hölle auf Erden. München ist nunmal teuer und in einer solchen Umgebung zu leben ist nicht weniger als ein Privileg. Das mal zu Thema "kein Urlaub". Seen, Biergärten, Alpen sind Dinge, von denen ich "ohne Urlaub" nur träumen kann.
Das ist nicht böse gemeint, aber manchmal hilft schon ein Wechsel der Blickrichtung. Wenn die Eltern keinen Rückhalt bieten (oder nach den vielen Wechseln dazu zu müde sind) muss man sie halt aus der Planung leider Gottes streichen, sich aber damit nicht weiter belasten.
Wenn der Job als solcher ein Problem ist, dann wird es schon schwieriger. Ich persönlich habe in meinem Nebenjob mit 90% Frauen zu tun und es geht auch irgendwie. Leicht ist es keineswegs immer.
Über das Klima in ihrem Umfeld darf ich mir aber kein Urteil erlauben.

Die 100 Euro die zusätzlich für die andere Ausbildung abgehen fallen leider schwer ins Gewicht.
Hat sie ein Auto oder anderen Luxus?
 
Madmax schrieb:
Sie kann einfach keine Arztpraxis mehr sehen. Sie ist aufgrund ihrer Eltern und des Jobs psychisch etwas lädiert ....

Wen dem so ist sollte es mit dem Gutachten vom Psychiater eigentlich kein Problem sein .
Aber sei dir dessen bewußt wen sie damit durchkommt wird sie in anderen Bereichen auch schneller das handtuch werfen .
Der Beruf an sich ist nicht so schlecht wie er gerade hier dargestellt wird im Gegenteil es gibt weit aus schlechtere ( nicht nur die Frisöse ) schlecht bezahlt wird er eigentlich auch nicht da geht es anderen wessentlich schlechter .Es gehört eben auch im Leben ein wenig Disziplin dazu und ob es Wohnraum für 450€ alleine sein muß find ich fraglich .

MFG
 
Welchen Schulabschluss hat sie überhaupt?

Über eines sollte man sich aber klar sein: Dass sich die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt aufgrund der Massenarbeitslosigkeit deutlich verschärft haben, schlägt natürlich auch auf die Arbeitsbedingungen und Bezahlung durch. Das gilt aber nicht nur für das Gesundheitswesen, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch alle Berufe von A bis Z.

Vielleicht ist gar nicht mal der Beruf das Problem, sondern ihr Gesundheitsszustand. Sie wäre damit kein Einzelfall. Die Krankheitslast, die von psychischen Problemen ausgeht, ist in den letzten Jahren stetig angestiegen. "Psychische und Verhaltensstörungen" gehören heute zu den häufigsten Diagnosen und Ursachen für Arbeitsunfähigkeit oder Frühberentung. Viele Menschen sind dem Stress und dem Konkurrenzdruck, den sie im Erwerbsleben aushalten müssen, nicht mehr gewachsen. Besonders davon betroffen sind Frauen, die ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung von depressiven Krankheitsbildern oder Angststörungen haben.

Die Idee, einen Psychiater aufzusuchen um die Probleme mit ihm zu besprechen, ist sicherlich nicht die verkehrteste.
 
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