Theoerie: Wie verhält es sich mit DualBand und zwei Antennen

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Ensign
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Guten Tag,

ich habe eine rein theoretische Frage, auf die ich keine so einfache Antwort gefunden habe.

Gemäß dem Fall:

Ich verbaue (in meinen Laptop/PC) einen Wifi-Adapter, der alle gängigen Standards (b/g/n/ac) beherrscht.

Er kann im 2,4 und 5 GHZ bereich funken. Der Adapter hat (formal) zwei Antennenanschlüsse.

Was passiert, wenn ich statt der zwei Antennenkabel nur eines anschließe?


Baut die Karte dann ein Netz entweder im 2,4 oder im 5 Ghz Bereich auf (wählt somit automatisch die beste Leistung),

oder befindet sich hinter dem Antennenplatz 1 immer nur 2,4 Ghz und hinter dem Antennenplatz 2 nur 5 Ghz? (Würde somit nur in einem Bereich funken)

Danke und Gruß
 
Die Antennenanzahl hat nichts damit zu tun, in welches Netz er sich einwählt. Sinnvollerweise sollte man bei einem Dual Band Router den beiden Netzen unterschiedliche SSIDs geben. Dann kann man selber entscheiden, mit welchen Netz sich welches Gerät verbindet.

Die Antennenanzahl gibt nur die maximale Syngeschwindigkeit vor. Bei einer Antenne und dann eben ein Stream ist das bei 2.4 Ghz 72 MBit und bei 5 Ghz 150 MBit.
 
Vielfach sind für Dual Band 2 Antennen nötig. Wenn Du den WLAN Adapter austauscht und der Lappi nur eine Antenne hat, wirst Du das austesten müssen. Es kann sein, das der Adapter einen Anschluss für 2,5GHZ ist und der andere für 5 GHZ. Dann wird es schwierig beides paralell zu nutzen.
Aber das ist bei Routern auch unterschiedlich. Einige haben eine Antenne für 5 GHZ und eine für 2,5GHZ. Man kann das austesten, indem man einen Kochtopf drüber stülpt. Über die externen Antennen, falls vorhanden.
 
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Das bedeutet:
Es kann sein, dass die Wifi-Karte nicht automatisch zwischen 2,4 und 5 Ghz hin und herschaltet?

2 Antennen sind nur da, um die Reichtweite und Leistung zu erhöhen?
 
Hin und her schaltet sie nur, wenn sie keinen Empfang mehr hat.

Die Reichweite wird bei einer WLAN Karte durch mehr Antennen eher nicht erhöht. Nur die maximale Verbindungsgeschwindigkeit. Und dabei musst Du beachte, die Verbindungsgeschwindigkeit ist wirklich das maximale theoretisch und dann auch nur Brutto. In Wirklichkeit kommt erheblich weniger an.
 
Die Empfehlung mit zwei SSIDs kann ich übrigens nicht bestätigen. Besser eine für beide Frequenzen. Die Geräte sind schlau genug immer das mit dem meisten Durchsatz und dem besserem Empfang zu nehmen. Das war zu Anfangszeiten von 5GHz ein Problem, inzwischen aber nicht mehr.
 
Seit ihr euch da wirklich sicher hab es auch wie Blubbs mit zwei SSID eingerichtet.
5 Ghz nur PC (download) 2,4 Ghz - Drucker, 4 Handys und Laptop und das soll nicht gut sein?? :o

Zusatz: ich hab ne 25 MB Leitung und das soll am PC auch sauber ankommen , was auch so ist.
 
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Bei mir ist bei 3 WLAN-Blasen (alle 2,4 und 5 GHz) alles unter der selben SSID erreichbar. Die Geräte wechseln automatisch zwischen den Netzen (sehe ich meiner Fritz.Box, wenn sie entweder über WLAN direkt oder über LAN von den anderen APs kommen) und je nach Empfang wechseln sie auch zwischen 2,4 und 5 GHz (leicht am Gerät selbst festzustellen). Und das ohne "spezielle" Konfiguration. Also ja, ich würde auch alles unter der selben SSID verfügbar machen. Alles andere wäre für mich unnötiger Mehraufwand.
 
Hejo schrieb:
Seit ihr euch da wirklich sicher hab es auch wie Blubbs mit zwei SSID eingerichtet.
5 Ghz nur PC (download) 2,4 Ghz - Drucker, 4 Handys und Laptop und das soll nicht gut sein?? :o

Bei stationären Geräten ist es eigentlich egal, bei mobilen Geräten allerdings nicht! Wenn du beide Netze auf dem Client einrichtest, wird er sich fast immer das 2,4Ghz schnappen, weil dort die Empfangsqualität besser ist. Wenn du nur 5Ghz einrichtest, kommst du schnell außerhalb der Reichweite von diesem Netz. Die wenigsten Clients sind so intelligent das 5Ghz Netz zu bevorzugen und WENN sie das können, reicht auch wieder nur eine SSID.

Mit Band Steering kannst du am AP bestimmen, dass alle Clients die 5Ghz unterstützen, sich auch nur mit diesem Netz verbinden können. Fällt die Empfangsqualität im 5Ghz Netz dann unter einen konfigurierbaren Wert, können diese auch eine Verbindung zum 2,4Ghz Netz aufbauen.

Band Steering ist aber leider kein Standard und wird selbst von APs die sowas können unterschiedlich gut unterstützt. Eigentlich IST es eine Aufgabe der Clients das optimale Netz zu wählen, das klappt aber schon bei Roaming in vielen Fällen nur schlecht.

Beim Band Steering verweigern die APs schlichtweg die Verbindung zum 2,4 Ghz Netz indem sie behaupten es wäre ausgelastet. Die meisten Clients versuchen dann sofort die Verbindung zum 5Ghz Netz und alles funktioniert wie es sollte. Das geschieht in Sekundenbruchteilen und ohne das eine Verbindung abbricht. Manche Clients jedoch versuchen jedoch erst spät die Verbindung wieder aufzubauen oder verbinden sich dann gar nicht mehr mit dem Netz.

Beim Zurückschalten wird dann der gleiche Vorgang wieder umgekehrt ausgelöst. Der Client wird zunächst aufgefordert sich neu mit dem Netz zu verbinden, dann wird eine Verbindung zum 5Ghz Netz verweigert usw.

Der Standard IEEE 802.11 enthält kaum Kriterien, nach denen ein WLAN-Client den AP für eine Verbindung auswählen sollte. Zwar gibt es allgemeine Richtlinien, wonach z. B. ein AP mit höherem RSSI-Wert (d. h. der empfangenen Signalstärke) zu bevorzugen ist. Doch in der Praxis beachten WLAN-Clients weder die oben angesprochenen Definitionen noch die allgemeinen Richtlinien konsequent. Wird eine SSID in sowohl 2,4 GHz als auch 5 GHz ausgestrahlt, besteht im Normalfall keine Möglichkeit auf die Entscheidung des Clients, welches Frequenzband er bevorzugt, Einfluss zu nehmen.

Die gezielte Zuweisung von WLAN-Clients, das sog. "Client Steering", basiert auf dem Prinzip, dass viele Clients die verfügbaren APs durch einen aktiven Scan-Vorgang ermitteln. Aktives Scannen bedeutet hier, dass ein Client Test-Anforderungspakete (Probe Requests) versendet, welche die Netzwerkkennung enthalten, zu der ein Client eine Verbindung aufbauen soll. APs mit der entsprechenden Kennung versenden daraufhin eine Test-Antwort und ermöglichen es dem Client auf diese Weise, eine Liste mit verfügbaren APs zu erstellen. Die Tatsache, dass die weitaus meisten WLAN-Clients sich nur mit solchen APs verbinden, von denen sie eine Test-Antwort (Probe Response) erhalten haben, kann zur Steuerung des Auswahlverhaltens (und somit zur gezielten Zuweisung) eingesetzt werden.

Für die gezielte Zuweisung gibt es mehrere, zum Teil sehr fortgeschrittene Kriterien. Eines dieser Kriterien betrifft die verwendeten Funkfrequenzbereiche, in denen Clients kommunizieren. So erwartet man von modernen Dual-Band-WLAN-Clients immer häufiger, dass diese den 5-GHz-Frequenzbereich gegenüber dem inzwischen überfüllten 2,4-GHz-Bereich bevorzugen. Weist man einem WLAN-Client ganz gezielt ein bestimmtes Frequenzband bzw. einen bestimmten Frequenzbereich zu, spricht man von Band Steering.

Die Liste mit den ermittelten (bzw. "gesehenen") Clients enthält alle Clients, von denen der AP ein Test-Anforderungspaket empfangen hat. Zusammen mit der Funkfrequenz, auf der der WLAN-Client die Test-Anforderung gesendet hat, bildet diese Liste eine der Entscheidungsgrundlagen für den AP, die betreffende Anforderung zu beantworten oder nicht.

Weitere Kriterien für eine solche Entscheidungsfindung hängen mit den gemeldeten Kennungen der Clients und der Konfiguration der Geräte zusammen: So kann es z. B. vorkommen, dass auf dem bevorzugten Frequenzband weniger SSIDs gemeldet werden als auf dem weniger bevorzugten. Ebenso kann eine zu geringe Sendestärke beim Melden der SSIDs dazu führen, dass der Client auf dem bevorzugten Frequenzband keine Test-Antwort erhält. Für den letzteren Fall sollte man sicherstellen, dass der AP Test-Antworten auf dem weniger bevorzugten Frequenzband nicht durch den Steuerungsmechanismus unterdrückt. Die dafür verantwortliche, minimale Signalstärke können Sie über die folgenden Wege einstellen:
https://www.lancom-systems.de/docs/LCOS/referenzhandbuch/topics/wlan_band_steering.html

LANCOM Techpaper Band Steering
 
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Aus diesem Grund habe ich ja dem wichtigsten Client (PC) eine eigene SSID mit eigenem Schlüssel ganz alleine im 5GHz Netz zugewiesen.
Und alle anderen unwichtigen Clients wie Laptop, Handys, Drucker vor allem Besucher Handys gammeln weiter im 2,4 Ghz Netz rum was eh die Wohnung und Balkonien am besten abdeckt. Diese Clients kennen das 5GHz auch nicht.
 
Kann man so machen, ist aber mit einem halbwegs intelligenten AP eben nicht mehr notwendig.
 
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