Moin Dan,
das was du gerade erlebst, habe ich bis vor 2,5 Jahren, genauso miterlebt und bei mir war es halt die Arbeit. Allerdings waren bei mir die Symptome schon fortgeschrittener. Ich war zunächast auch immer müde und lustlos, habe aber meinen Job ansich mit viel Leidenschaft
gelebt. Gelebt habe ich ihn, weil ich mein Hobby zum Beruf (Softwareentwickler & Berater) gemacht habe. Mich haben halt nur die Firma ansich, nicht die Aufgaben genervt. Ich habe teilweise über Monate hinweg 80 Stunden/Woche gearbeitet und sogut wie nie Urlaub genommen. Aus der Müdigkeit und Lustlosigkeit entstanden nach einiger Zeit, ohne signifikante Änderung, massive Ausfallerscheinungen. Ich bin beispielsweise mal während ich mich unterhalten habe einfach so eingeschlafen. Ich habe Dinge vergessen, die mir 60 Minuten vorher mitgeteilt wurden. Ich hab mich wegen Kleinigkeiten tierisch aufgeregt, wo überhaupt keine Notwendigkeit bestand sich aufregen zu müssen. Meine Ärzte (ich war bei mehreren) haben mir aufgrund der Symptome eindringlich nahegelegt meine Arbeitsbedinungen zu ändern oder mir einen neuen Job zu suchen, da ich mich haarscharf vor einem Burn befunden habe.
Ich will dir jetzt keine Angst machen, denn deine Symptome könnten auch von anderen Dingen kommen und müssen nicht unbedingt der Hinweis auf einen bevorstehenden Burnout sein. Was ich damit sagen will ist ... geh zu einem Arzt, lass dich richtig untersuchen/beraten und dann zu einem Spezialisten überweisen, sofern das nötig ist. Ärzte sind dafür da solche Probleme zu lösen. Wäre ich früher zu einem Arzt gegangen hätte ich mir viele Probleme erspart.
Ich habe mein Problem so gelöst:
- Zuerst versucht meine Arbeitsbedinungen zu ändern. Hat nicht funktioniert, daher habe ich meinen Job gekündigt.
- Ich habe mir Hobbies zugelegt, die nichts mit dem Computer zu tun haben, wo ich auch mal abschalten kann und meine Gedanken frei mache. Beispielsweise male ich mit Pinsel & Farben auf Leinwände (bye bye Photoshop

).
- Ich habe Beruf/Privates klar getrennt. Nach 8 Stunden arbeit war schluß. Das habe ich auch erstmal fast ein Jahr straight durchgezogen.
Ich habe jetzt seit 1,5 Jahren einen neuen Job. Alle Symptome sind wie weggeblasen und ich bin durchweg glücklich. Wenn ich heute so zurückblicke, dann frage ich mich manchmal selbst wie ich mir diesen ganzen Scheiß 5 Jahre lang antun konnte. Manchmal kann schon der Wechsel des Jobs (wenn er denn für das Problem verantwortlich ist) Wunder bewirken.
Die Idee einen Psychotherapeuten oder gar einen Psychologen zu konsultieren halte ich auch für sinnvoll. Mein Zahnarzt ist zusätzlich noch Psychotherapeut und seine Frau Psychologin. Ich habe mich mit denen mal darüber unterhalten und die haben mir auch gesagt, dass ich eigentlich damals schon so einen Fachmann hätte aufsuchen sollen. Aber bei mir hat es eben auch nur durch den Wechsel Jobs Besserung gebracht.
PS: Auch wenn hier einige Tipps sicherlich lieb gemeint sind, so finde ich es recht bedenklich, dass hier vermehrt Diagnosen gestellt werden. Schlimmer finde ich jedoch, dass hier auch gleich zu Vitaminpreperaten gegriffen wird. Wir sind alle keine Ärzte und selbst wenn wir es wären reicht ein Forum sicherlich nicht aus um den Zustand eines Menschen zu beurteilen.
Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Erfolg und gute Besserung
