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NewsTSMC-Quartal: Neue Chipfertigung wird zur Gelddruckmaschine
TSMCs neue Quartalszahlen sind einmal mehr bombastisch. Sie zeigen einen riesigen Zugewinn dank neuester Fertigungen, in denen die neuen N2-Prozesse acht Prozent des sehr hohen Gesamtumsatzes mit Wafern ausmachen. N3-Lösungen kommen sogar auf 33 Prozent Anteil, während das Unternehmen fast 4,5 Millionen Wafer lieferte.
Das sich N6/N5/N4 schon im Abstieg befindet überrascht, schließlich ist das deutlich günstiger als N3/N2.
Aber der Massenabsatz, gerade beim PC, wird ja durch hohe RAM und SSD Preise gehemmt, günstigere Prozesse mangels Stückzahl überproportional geringer gefragt.
Läuft bei TSMC, bei den übervollen Auftragsbüchern ja auch kein Wunder. Ist allerdings immer noch vergleichsweise bescheiden, wenn man sich mal die wahnwitzigen Gewinnspannen der Speicherhersteller ansieht.
Da wird mit Sicherheit mit ordentlich Neid und Gier hinübergeschaut und so wird es wohl auch nicht allzu lange auf sich warten lassen, bis TSMC mal wieder die nächste Preissteigerungs-Runde einläutet. Man wird ja auch ein ordentliches Stück vom RAMageddon-Kuchen abhaben wollen, denn ohne die ganzen CPUs, GPUs, APUs und den SoCs aus den TSMC-Fabs kann man mit dem teuren Speicher ja schließlich auch nichts anfangen.
Mich wundert diese extrem große Zahl neuer Fabriken. TSMC stellt kein DRAM und kein NAND her. Und was es hauptsächlich braucht für Sprachmodelle ist RAM, sehr groß und sehr schnell. Damit will ich sagen die Anzahl der Compute-Chips ist stets kleiner als die der Storage-Chips. Und von Speicherherstellern hat man bislang nicht so einen großen Ausbau angekündigt. Oder doch? Ich meine es sind mehrere (Samsung, SK Hynix und Micron), dann fällt das vielleicht nicht so auf.
Nebenbei: Datenzentren sind in den USA so unbeliebt dass Leute lieber neben einem AKW leben würden. Was verständlich ist, denn das eine macht Strom und das andere verteuert ihn.
Und von Speicherherstellern hat man bislang nicht so einen großen Ausbau angekündigt. Oder doch? Ich meine es sind mehrere (Samsung, SK Hynix und Micron), dann fällt das vielleicht nicht so auf.
Doch, da gab es auch schon Ankündigungen. Aber die sind durch den "Schweinezyklus" auch ein bisschen gebranntmarkt und eher vorsichtig. TSMC hingegen hat praktisch ein Monopol auf diese kleinen Fertigungsprozesse, da Samsung zu schlecht ist und Intel sowohl zu schlecht als auch zu klein ist. Und niemand sonst versucht es überhaupt noch. Damit ist TSMCs Umsatz deutlich planbarer, wenn es Bedarf nach Compute gibt (und auch der steigt ja), dann gibt es auch die Nachfrage nach entsprechend vielen Chips.
50Mrd Umsatz (nicht Gewinn) sind eigentlich gar nicht sooo viel, wenn man bedenkt das TSMC ein absoluter Monopolist ist.
Ölkonzerne machen so 100Mrd Umsatz und von denen gibt es deutlich mehr als nur ein Unternehmen.
@awaiK Im Gegensatz zu Micron und Co erhöhen sie nicht die Preise einfach so.
Im Grunde könnte sie aber genau das machen und Leute würden weiter kaufen.
Und von Speicherherstellern hat man bislang nicht so einen großen Ausbau angekündigt. Oder doch? Ich meine es sind mehrere (Samsung, SK Hynix und Micron), dann fällt das vielleicht nicht so auf.
Die Ausrede lautet dass Speicher lange ein Verlustgeschäft war, jetzt langsam in ein normales Preissegment käme dass er für die Hersteller auch profitabel wäre. Ausbau würde die Preise drücken und wenn der peak vorbei ist, hat man wieder Überkapazitäten und ein erneutes Verlustgeschäft
Aber ich würde wahrscheinlich auch alles erzählen um so viel zu verdienen
Der Umsatz der Speicherhersteller ist explodiert, weil die Nachfrage nach DRAM un NAND das Angebot bei weitem übersteigt und somit die Preise explodiert sind.
TSMC fertigt die CPUs, TPUs, GPUs, DPUs, NICs, Switches ... mit der die Data Center Hardware funktioniert. Ohne diese Chips würde niemand DRAM oder NAND nachfragen.
Die wird nun Mal zur Zeit nachgefragt wie man am Umsatz von NVIDIA und Broadcom sehen kann.
pioneer3001 schrieb:
Und von Speicherherstellern hat man bislang nicht so einen großen Ausbau angekündigt. Oder doch?
Alle großen Speicherhersteller haben einen massiven Ausbau angekündigt. Die kleinen Speicherhersteller können dank der hohen Preise wieder massiv in F&E und Fertigung investieren. Neue Anbieter aus China betreten den Markt.
Es gibt duzende Artikel dazu auf CB.
Ergänzung ()
Nikwalter schrieb:
Die Ausrede lautet dass Speicher lange ein Verlustgeschäft war, jetzt langsam in ein normales Preissegment käme dass er für die Hersteller auch profitabel wäre.
Dass der Speicher 2023 ein massives Verlustgeschäft war ist eine Tatsache. Und damit war offensichtlich dass dieses Preisniveau nicht bestehen bleiben konnte. In solchen Phasen mussten früher Anbieter aufgeben, andere gingen Konkurs. So kam es dass es nur noch drei großen Anbieter von DRAM gab und ein paar kleine die sich in Nischen gerettet hatten.
Dass der Preis jetzt so langsam in ein normales Preissegment kommt, behauptet niemand. Das war ein Argument im Jahr 2024 als die Preise angezogen haben und die Speicherhersteller wieder aus der Verlustzone gekommen sind.
Jetzt ist allen ist bewusst, dass die Speicherpreise aktuell viel zu hoch sind. Auch den Speicherherstellern. Diese sehr hohen Speicherpreise stoßen Entwicklungen an die langfristig Samsung, SK Hynix und Micron nicht gefallen werden.
Der Punkt ist ganz einfach, wenn die Speicherhersteller in der aktuellen Situation die Speicher unter Markrtpreis an Distributoren und Großkunden abgeben würden, würden diese die Gewinne aus den hohen Speicherpreisen einstreichen und nicht die Speicherhersteller. Die Speicherhersteller nehmen aktuell Milliardenbeträge in die Hand um die Fertigung auszuweiten.
Und wie das ausgehen wird ist doch heute schon klar. Irgendwann ist das Angebot viel zu hoch und die Preise fallen in den Keller.
Ich finde es nicht gut Zitate aus dem Zusammenhang zu reißen
there is no ceiling for TSMC's profitability, but a dramatic increase will not happen overnight either. Our philosophy or our strategy always are working with our customer, and we want to make them be successful, and then we can gain our value.
Man muss auch verstehen mit wem C. C. Wei hier redet. Finanzanalysten. Die wollen hören dass TSMC die Waferpreise massiv erhöht und damit Margen und Gewinn ausweitet.
C. C. Wei hat wiederholt erklärt dass TSMC dies nicht tun wird. Denn TSMC kann nur dann erfolgreich sein kann, wenn die Kunden von TSMC erfolgreich sind.
Das eindeutig beste Zitat war diesmal gar von C. C. Wei:
We have no intention to leave any food on the table for others.
Wendell Huang: ... It's a bit too early to share the CapEx number beyond this year's. As we said in the prepared remarks, we have very strong conviction in the AI megatrend. Therefore, our CapEx from 2026 to 2028 is expected to be significantly higher than the past three years. This is a step up of our investment to support the customers' growth. We have no intention to leave any food on the table for others. The tool price inflation is real. The tool price, material, labor cost, et cetera. However, the majority of the CapEx is always related to the long-term demand. That will be the composition going forward.
TSMC hat in den ersten 3 Quartalen 40,64 Mrd USD für CapEx ausgegeben. Das sind die Ausgaben für Erhaltungs- und Erweiterungsinvestitionen. CapEx fließen nicht in die Gewinn und Verlustrechnung ein sondern in die Berechnung des Cashflows und in die Bilanz.
TSMC hat im 3 Quartal 140 000 Wafer mehr ausgeliefert als im 2. Quartal. Das sind ca 1 1/2 Fab mehr.
Der Umsatz ist um 6,5 Mrd USD angestiegen. Der Ausblick für Q4 bedeutet Anstieg um 6,8 Mrd, +/- 1 Mrd.
Mal als Vergleich: In Q2 2026 hat die Intel Foundry einen Umsatz von 5,8 Mrd USD ausgewiesen.
Ergänzung ()
Interessant waren auch die folgenden Aussagen:
C.C. Wei: … Das Grundprinzip von TSMC lautet, dass wir unseren Kunden nicht gestatten, Kapazitäten weiterzuvermieten oder zu versteigern. In bestimmten Fällen können Kunden jedoch im Rahmen einer Maskenlizenzvereinbarung zusammenarbeiten, doch dies ist nicht unsere übliche Vorgehensweise. Der Umfang ist sehr, sehr gering. …
So wie ich es verstehe war die Maskenlizenzvereinbarung eine Option für kleine Kunden die Masken gemeinsam zu nutzen. D. h. es werden Produkte von verschiedenen Kunden in einer Maske vereint. Somit steigt das Wafervolumen je Maske und mehrere Kunden können sich die Kosten für den Maskensatz teilen.
In der schier unendliche Geschichte um 0.55NA EUV
C.C. Wei: ... Wir prüfen neue Werkzeuge stets sorgfältig, und wenn wir sie in die Serienproduktion einführen wollen, muss es sich um die beste Technologie zu sehr angemessenen Kosten handeln – und vor allem muss sie einen hohen Reifegrad aufweisen.
Okay? Wir gehen davon aus, dass wir 2030 damit beginnen werden, es einzusetzen, da wir davon ausgehen, dass High-NA zu diesem Zeitpunkt ausgereift sein wird. Außerdem arbeiten wir sehr eng mit unserem Partner ASML zusammen, um bis 2031 eine 12-Zoll-Fotomaske zu etablieren.
Wir gehen davon aus, dass die Kosten für High-NA zu diesem Zeitpunkt angemessen sein werden und TSMC damit in die Massenproduktion einsteigen kann. Das ist ein sehr gutes Verfahren, das möchte ich betonen.Bei kleineren Geometrien bietet es definitiv einige Vorteile.
Ob das nun ein Nachteil für TSMC ist, weil wir diese Technologie später einsetzen als unsere Wettbewerber? Nein, denn wir sind zuversichtlich, dass wir nach wie vor das beste Unternehmen sind, um unseren Kunden die fortschrittlichste Technologie anzubieten.
Um TSMC richtig einschätzen zu können, muss man auch Geschichten wie diese von Andrew Feldman Cerebras anhören:
Im Silicon Valley ist oft von langfristigen Partnern die Rede. Es gibt kaum ein besseres Beispiel dafür als TSMC.
2017 flogen wir nach Taipeh, um TSMC zu bitten, auf uns zu setzen. Für ein Produkt, das es noch gar nicht gab. Cerebras bestand aus 30 Mitarbeitern. Noch kein Produkt. Noch keine Einnahmen.
Wir haben den weltweit führenden Hersteller gebeten, bei einem Projekt mitzuarbeiten, das es so noch nie gegeben hatte. Und zwar mit einem Unternehmen, das kleiner ist als das Catering-Team in ihrer Kantine.
Die Fabriken von TSMC sind die Pyramiden unserer Generation – jede kostet zwischen 40 und 50 Milliarden Dollar. Ihr gesamter Fertigungsprozess war auf die Herstellung von Chips in der Größe einer Briefmarke ausgelegt. Wir schlugen einen Chip vor, der 55-mal größer war als alles, was jemals hergestellt wurde.
Das wurde schon versucht. Und in der 70-jährigen Geschichte der Halbleiterindustrie ist es jedes Mal gescheitert.
TSMC hatte tausend Gründe, Nein zu sagen. Das Unternehmen war bereits ein Gigant. Der weltweit beste Hersteller einer völlig anderen Art von Chips. Warum also das Risiko eingehen?
Stattdessen haben sie dem Projekt in der Sitzung grünes Licht gegeben. Und seitdem sind sie ein hervorragender Partner.
Diese Entscheidung verdeutlicht, warum TSMC weiterhin erfolgreich ist: Offenheit für neue Ideen. Und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, unabhängig von der Größe des Unternehmens.
Läuft bei TSMC, bei den übervollen Auftragsbüchern ja auch kein Wunder. Ist allerdings immer noch vergleichsweise bescheiden, wenn man sich mal die wahnwitzigen Gewinnspannen der Speicherhersteller ansieht.
die Margen bei TSMC werden auch noch steigen, nur eben langsamer da sie eben noch exorbitant neu Bauen, Aus-&Aufrüsten, was alles abgeschrieben werden muss, dauert eben aber ein paar Jahre.
Was mich wundert das die Wafer Zahlen nicht wirklich steigen, gerade mal 10% mehr wie Q3/22 belichtet wurden, da gab es weder 3 noch 2nm ein paar Werke weniger und die NXE3400c waren deutlich langsamer wie alles was seit dem installiert wurde
TSMC fertigt noch sehr viele Wafer in Nodes älter als 7 nm. 2016 hatte TSMC schon eine Waferkapazität um 2,6 Millionen Wafer im Quartal ausliefern zu können. Keine Ahnung wie hoch die Auslastung war.
Die vielen Wafer die TSMC nach wie vor in diesen alten Nodes fertigt sorgen dafür dass TSMS 4, 476 Millionen Wafer im 3. Quartal ausgeliefert hat
Weil die Basis bei TSMC inzwischen so hoch ist ist eine Steigerung um 140.000 Wafer eben nur ein Zuwachs von 3,2 %. Das entspricht dem Ausstoß einer Fab mit 35.000 wpm. Der Zuwachs zu Q3 2025 um 391.000 Wafer sind dann eben nur 9,6 %, obwohl es beinahe dem Austoß von 3 Fabs mit je 35.000 wp entspricht.
Der Vergleich mit Q3 2022 (3,974 Millionen) zeigt nur einen Teil der Geschichte. Denn in Q3 2023 hat TSMC nur noch 2,902 Millionen Wafer gefertigt. Da hat der Leerstand bei 7 nm und 5 nm eine Rolle gespielt, aber auch Fertigung der Wafer in den alten Nodes ging zurück. 2020/2021 war nicht die modernen Prozesse der Engpass. Es waren die alten Prozesse.
Und? Es ist die Summe über alle Prozesse. Was erwartest Du zu erkennen, wenn eine Fab gerademal ca 3 % ausmacht? Auslastungen schwanken. Die Zahlen beziehen sich auf die ausgelieferten Wafer ...
Das Problem sind nicht die Zahlen, sondern Deine Erwartungen.
Das braucht halt alles seine Zeit. Von Planungstart bis zum Produktionsstart können schnell 4-5 Jahre vergehen.
Ausgebuchte Zuliferer wie ASML verschärfen die Situation nochmal.
pioneer3001 schrieb:
Was verständlich ist, denn das eine macht Strom und das andere verteuert ihn.
Dazu als spannenden Funfact:
Durch die ganzen Datencenter hat der Großhandelspreis selbst im ERCOT Netz (Texas) ist mit 0.15 USD pro KWh (August) mittlerweile über den 0.116 € pro KWh die Strom im selben Monat in der Deutsch/Luxemburgischen Gebotszone des ENTSO-E kostete. Wir sind an dem Punkt angekommen wo der AI Trend selbst das billigste Elektrizitätsversorgungssystem in den USA absurd teuer gemacht hat.
Das bescheidene Gehalt vom CEO von TSMC, C.C. Wei ist ein offenes Geheimnis. Dieses kann man dem Vergütungsbericht des Unternehmens entnehmen. Im 2025 waren es 57 Mio Euronen.
@Land_Kind Jap genau, egal was dieser Mann macht, sein Tag hat auch nur 24h und nein in dieser Zeit kann man wenn es gerecht zuginge keine 57 Mio Euro mit seinem eigenen Handeln verdienen.
Also nur durch sein Leistung, die Unterschrift irgendwo drunter bringt schonmal kein Geld. Erwirtschaften tun das andere.
Dies deshalb, weil der ganze Techsektor zurzeit Luft abläst. Da nützen auch super Zahlen aus der "Vergangenheit" nichts, da die Börse eben die Zukunft einpreist.
Das Luftablassen ist eine ganz normale und auch gesunde Entwicklung, nachdem der Sektor über eine sehr lange Zeitdauer nur die Richtung nach oben kannte.