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NewsÜberführt: Amazon kauft seltene Bücher für KI-Training und zerstört sie
Hahaha, du hast nach 50 Jahren die VG-Wort erfunden. Oh weia, Leute, ihr diskutiert über Dinge, von denen ihr Null Ahnung habt. Es gibt seit Ewigkeiten eine Urheberrechsabgabe. Jeder USB-Stick, jedes SSD, jede Kopie an der UB, alles fließt zur VG WOrt und von dort an die Urheber. Für ein paar wiss. Aufsätze, eine Monografie kriege ich einmalig ein paar tausend Euro ;-))
Sie kaufen einfach von JEDEM Buch auf dieser Welt genau 1 Exemplar. Problematisch wird es dann, wenn es von einem Buch nur noch 1 Exemplar gibt (z.B. 500 Jahre alte Luther-Bibel oder was auch immer) und diese dann für einen Millionenbetrag gekauft wird, nur um sie dann zu scannen und anschließend zu vernichten.
wenn es von einem Buch nur noch 1 Exemplar gibt (z.B. 500 Jahre alte Luther-Bibel oder was auch immer) und diese dann für einen Millionenbetrag gekauft wird, nur um sie dann zu scannen und anschließend zu vernichten.
@samuelclemens Der Witz ist doch gerade dass man das NICHT darf. Ich darf als Wissenschaftler zB in Deutschland Werke zwecks Datamining scannen, verwerten, damit LLMs trainieren, die in Korpora reinpacken, um damit zu arbeiten. Aber ich darf das Werk nicht vervielfältigen und anbieten. (Das ist selbst bei verwaisten Werken, wo die Urheber nicht auffindbar sind, nicht einfach.) Ausnahhme, das Werk wird gemeinfrei. Nach XX Jahren nach Tod des Urhebers. In den USA ist das ähnlich. Auch hier meine Bitte: informiert euch doch bevor ihr wild was in die Welt posaunt.
„Buhuhuuuu … die bösen Großkonzerne zerstören Bücher!“
Bis vor wenigen Jahren stand auf dem Wertstoffhof unserer Kleinstadt noch ein eigener Büchercontainer neben dem Altpapier. Inzwischen ist der kaum noch nötig – dafür braucht man gefühlt zwei Presscontainer für Amazon-Versandkartons.
Als ich zu Hause ausgezogen bin, habe ich selbst vier Umzugskartons voller Bücher entsorgt, weil sie schlicht niemand mehr haben wollte. Verschenken? Kein Interesse. Verkaufen? Lohnt den Aufwand nicht.
Und jetzt ist es plötzlich ein Skandal, wenn Amazon Bücher ganz normal kauft, sie zum Digitalisieren zerlegt und anschließend entsorgt. Zumal „seltene Bücher“ hier offenbar gerade nicht bedeutet, dass Amazon Gutenberg-Bibeln und unersetzliche Antiquitäten durch den Schredder jagt, sondern im Wesentlichen schwerer verfügbare Bücher mit ISBN.
Man kann über KI-Training, Urheberrecht und die Macht großer Konzerne ja durchaus diskutieren. Aber ausgerechnet die physische „Zerstörung“ legal gekaufter Bücher zum moralischen Aufreger zu machen, während jedes Jahr Berge vollkommen brauchbarer Bücher im Altpapier landen, ist schon ein ziemlich konstruiertes Skandälchen.
Nein tun sie eben nicht. Die kaufen rießige Mengen an beständen und schürfen dann nach "gold". Da geht keiner mit ner ISBN Liste raus und sucht in den Bergen an Büchern nach den gesuchten Exemplaren. Und diese bestände die aufgekauft werden haben meist tonnenweise reduntantes Material. Da wird nicht vorher gesiebt sondern hinterher einfach die 99% Redundanz unbearbeitet vernichtet nachdem die ganzen berge automatisiert gefiltert wurden.
Wenn es das letzte Buch ist, ist es entweder sehr teuer, sehr gut verwahrt oder einfach wertlos.
Weyoun schrieb:
wenn es von einem Buch nur noch 1 Exemplar gibt (z.B. 500 Jahre alte Luther-Bibel oder was auch immer) und diese dann für einen Millionenbetrag gekauft wird, nur um sie dann zu scannen und anschließend zu vernichten.
Nein, das passiert nachdem man die bestände aufgekauft hat. Nicht vorher.
Sonst würde sich das geschäft für die verkäufer gar nicht lohnen.
Das kann man später vielleicht mal für ganz seltene Exemplare machen und sowas wie Headhunter oder Schatzjäger anheuern.
Aber im allgemeinen schürft man heute nach gold indem man für ein paar Gramm im großen Stil ganze Landstriche in schlammwüsten mittels industrieller Maschinen verwandelt.
Wenn es a) die "letzte" verbliebene "Datei" ist, wäre es äquivalent zum b) letzten verfügbaren Buch. Was aber noch nichts über die Bedeutung des Verlusts für einzelne oder gar für "die Menschheit" aussagt. Ich halte aber a) für unwahrscheinlicher (irgend 'ne Kopie eines verlegten digitalen Buchs liegt irgendwo "immer" rum).
Ich glaube auch nicht, dass es sich bei den zerlegten Büchern um "Weltkulturerbe" handelt. Aber ich nehme auch an, dass bei dem von mir angenommen large scale Ansatz das ein oder andere Buch dabei sein könnte, welches man ohne physische Zerstörung hätte scannen sollen.
Wie schon geschrieben, fällt es mir meine Bewertung im Kontinuum schwer. Ich will weder (über) dramatisieren noch ins Lächerliche ziehen. Sind beides keine "Stilmittel" in einer Diskussion für mich.
tja die sache hier ist aber. Das hier dauerhaft geistiges Eigentum zum erstellen neuer Werke genutzt wird. Und aktuell findet hier eine adequate vergüttung der Urheber nicht statt
Interessant wäre auch der Gedanke das der kommende Mängel an neuer menschengemachter Literatur zu Trainingszwecken doch auch zu einer Aufwertung für Autoren kommen könnte indem man neben den üblichen Verwertungsketten auch von vorn herein ein Verkauf an KI Firmen rechtlich umsetzt mit direkter monetärer vergütung!
Neue Texte mit geringer KI Beteiligung könnten somit an Wert enorm gewinnen wenn erstmal die altvorräte aufgebraucht sind.
Interessant wäre auch der Gedanke das der kommende Mängel an neuer menschengemachter Literatur zu Trainingszwecken doch auch zu einer Aufwertung für Autoren kommen könnte indem man neben den üblichen Verwertungsketten auch von vorn herein ein Verkauf an KI Firmen rechtlich umsetzt mit direkter monetärer vergütung!
Ja, und das wird ja gerade vor Gericht, auch in den USA, heftig verhandelt. Kann also sein, dass es sehr sehr teuer wird für die KI-Firmen. Kann aber auch sein, dass es teils Fair Use etc. ist. Aber wie gesagt, das ist nicht neu. Die VG Wort versuchte schon vor Jahren die Interessen ihrer Mitglieder in Übersee durchzusetzen und auch die Vergütung für verwaiste Werke war Thema von jurist. Auseinandersetzungen. Das letzte Wort ist hier nicht gesprochen & vermutlich wird die eine oder andere KI-Firma sicherheitshalber Rückstellungen vornehmen ...
Nein, die berichte dazu sind eindeutig. Jede ISBN wird genau einmal bestellt. Es ist exakt so wie du es verneinst. Es wird ein Datum festgelegt, hier 1970, ab dem Zeitpunkt ISBN Listen abgearbeitet werden und von jedem Buch wird genau eins erworben.