News Überführt: Amazon kauft seltene Bücher für KI-Training und zerstört sie

Das folgerst du woraus? Du kennst die to.do-Liste und hast sie mit allen Weltbeständen abgeglichen? Oder nur random eine Behauptung rausgehauen?
 
samuelclemens schrieb:
@LikeHike Wäre es so wären die zum Verkauf stehenden Weltbestände innerhalb weniger Wochen abgearbeitet und das Thema längst gegessen.
Du unterschätzt die Menge sowie die Dauer der Verarbeitung.

Händler berichten genau das von mir beschriebene Verhalten. Spezifische ISBN's, genau ein Exemplar. Keine blinde Massenbestellungen.
 
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Ich verstehe die Aufregung nicht. Ein einzelnes Exemplar wird gekauft und „vernichtet“. Wo ist der Unterschied zu dem Fall, wenn jemand das gleiche Buch kauft und es nach dem Lesen in den Müll wirft?
Hier geht es ja offensichtlich nicht um bedeutende Zeitdokumente sondern um Massenware.
 
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LikeHike schrieb:
Händler berichten genau das von mir beschriebene Verhalten. Spezifische ISBN's, genau ein Exemplar. Keine blinde Massenbestellungen.
Alles andere wäre ja auch Ineffizient und völlig unnötig.

Die alternative wäre ja:
Sie kaufen einen Container voller Bücher und dann schauen sie, welche Bücher sie brauchen.
Warum sollten sie das tun, wenn der Buchhändler doch genau weiß, welche Bücher er hat?
warum sollten sie das tun, wenn sie eine ISIN Liste digital abarbeiten können?


Man kann über Urheberrechts fragen diskutieren, klar.
Aber sich über eine Bücherverbrennung aufzuregen ist lächerlich.
 
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Bei aller Skepsis gegenüber den KI-Oligarchen sehe ich das Thema nur bedingt problematisch -
  • dass Bücher für einen effizienteren Scan-Vorgang zerstört werden, ist durchaus nicht unüblich
  • die Inhalte werden gescanned und dadurch eher für die Nachwelt erhalten und (potentiell) breit verfügbar, als wenn sie in irgendeinem Lager verrotten
  • im Normalfall handelt es sich nicht um Einzelstücke
Insofern kann man sich seine Empörung vielleicht für gravierendere Themen aufsparen.
 
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aid0nex schrieb:
Nach deutschem Recht ist diese Wissensvernichtung btw illegal, das erklärt die Tagesschau in ihrem Artikel auch - aber nach amerikanischem/kanadischen halt nicht.

https://www.tagesschau.de/kultur/ki-firmen-antiquarische-buecher-100.html
Bitte keine Unwahrheiten verbreiten!

Das vernichten von Eigentum ist grundsätzlich bis auf ganz wenige Ausnahmen wie Unikate legal nach deutschen Recht. Zudem das auch rein logisch völliger Nonsens wäre, wenn das verboten wäre. Da kauft eine Firma für Mitarbeiter Sachlektüre und darf diese nicht vernichten wenn sie nicht mehr gebraucht wird oder überholt sein soll? Ist natürlich Quatsch.

Zudem die Tagesschau das auch so überhaupt nicht schreibt. Dort steht dass das Scannen nicht legal sei, wobei das offenbar auch Grauzone ist. Mit Vernichtung von Wissen hat das aber überhaupt nix zu tun. Hierzulande greift da das Urheberrecht. Auch wird da in keinster Weise Wissen zerstört wenn das physikalische Medium teilweise kaputt gemacht wird. Die Seiten bleiben ja intakt für das Scannen. Und nach dem Scannen ist das Wissen digital verfügbar und damit auf einem anderen Medium. Das ist übern Teich offenbar legal, hierzulande im Firmenkontext hingegen schwierig. Privat sieht das aber auch wieder anders aus. Recht auf Privatkopie wäre hier das Stichwort. Bei einem gekauften Buch wird auch kein Kopierschutz sowas verhindern - anders als bspw. bei dem selben Buchinhalt in Form von einem eBook mit DRM.
 
Blutschlumpf schrieb:
Was mach ihr denn mit alten Büchern?
Ihr habt 100 Bücher, davon sagt der Momox-Scanner 40 sind nichts mehr wert oder kennt die nicht.
Ich wette > 95% derjenigen, die hier einen auf Moralapostel machen würden die dann auch im Müll entsorgen.
Ich hab auch schon Dutzende Bücher entsorgt, vielleicht war da auch was super seltenes bei, so what?
Und was ist mit den zahlreichen "Bücher-Schränken" in den Nachbarschaften? Wir füllen den gerne auf, Nachbarn oder Besucher entnehmen dann Bücher und füllen dann wieder neue auf, die mich dann auf einmal wieder interessieren. Somit gibt es durchaus einen Bücherkreislauf ohne Müllentsorgung. Nur wenige Bücher bleiben länger als 6 Monate völlig unangetastet.
Ergänzung ()

Deckimbal schrieb:
Gott sei Dank ist den meisten Medien und Leuten gar nicht klar, dass Bibliotheken (vor allem Uni-Bibs) aus Platzmangel regelmäßig ganze Berge von Büchern – besonders Duppletten – einfach ins Altpapier hauen.
Was es da wohl für einen Aufschrei gäbe, wenn das jeder wüsste ;)
Bevor sie das tun, geben sie die Bücher kostenlos an interessierte Bibliothekskunden. Zumindest habe ich das so in Chemnitz sowohl bei der Uni-Bibo als auch der Stadtbibliothek schon mehrfach so erlebt.
 
Die Bücherschränke die ich kenne, dienen eher der Entsorgung alter Schinken. Aber schön, das es bei euch funktioniert.
 
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cubisticanus schrieb:
Die VG Wort versuchte schon vor Jahren die Interessen ihrer Mitglieder in Übersee durchzusetzen
ich sag mal so, der Kontext ist hier aber auch ein ganz anderer. Hier geht es um industriel in masse produzierter Kreativität.

Wir können und sollten alle hoffen das dass krachend scheitert oder so teuer wird, das niemand sowas einführen kann.

Ich wäre sogar für festgelegte Preise für ki generierte Produkte, sprich das ein von ki generiertes digitales werk nur maximal ein zehntel des üblichen preises kosten darf oder sogar noch weniger. Da solche Werke ja nachweislich mühelos in der Erstellung sind und somit auch keine hohe kosten gerechtfertigt sind. Zzgl. kommt der nachweisliche massen urheberrechtsverstoß der bei der generierung der meisten Werke geschiet hinzu.
 
areiland schrieb:
Es geht bei diesen Scans sehr wahrscheinlich vor allem darum, Stile, Sprachnutzung, unterschiedliche Begriffe für die gleiche Sache und solche Dinge zu trainieren. Also z.B. damit Du der KI einen beliebigen Text übergeben und sie beauftragen kannst, ihn im Stil eines Johannes Mario Simmel der frühen neunzehnsiebziger neu zu formulieren.
Ich sehe schon KI-generierte "verlorene Werke" großer Lyriker aus dem Nichts auftauchen. ;)
 
Und was alte Bücher angeht, solange die nicht versifft und schimmlig sind sondern in relativ gutem Zustand gibts da schon Verwendung für.

Die Volksbank hier vor Ort hat im Foyer nen kleinen Büchertauschbereich aufgebaut. Das ist einfach ein Klapptisch auf dem Bücher liegen und wo sich jeder kostenlos Bücher mitnehmen und dazulegen kann. Viele Leute lesen Bücher ja nur einmal, die legen den alten Krimi dann auf den Tauschstapel und nehmen sich ein neues Buch was sie noch nicht kennen. Und wer kein Geld hat darf auch gerne sich nur Bücher nehmen und muss keins als Ersatz hinlegen. Es funktioniert wunderbar, keiner nutzt das aus und krallt sich alle Bücher. Sowas sollte man in allen Banken / öffentlichen Orten einführen.
 
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Rockstar85 schrieb:
Das ist Moderne Bücherverbrennung und ein Skandal.
Jain. Bücherverbrennung ist ja vor allem ein politisches Statement.

Das hier ist einfach "nur" Raubtier Kapitalismus in Reinform und Business as usual....
 
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Weyoun schrieb:
Bevor sie das tun, geben sie die Bücher kostenlos an interessierte Bibliothekskunden. Zumindest habe ich das so in Chemnitz sowohl bei der Uni-Bibo als auch der Stadtbibliothek schon mehrfach so erlebt.

Natürlich versuchen wir, die Bücher zunächst loszuwerden, indem wir Flohmärkte oder ähnliches veranstalten.

Aber einen großen Teil werden wir nicht los und der wandert dann ins Altpapier. Weil das bei der Bevölkerung aber Unbehagen auslöst – „Was? Bibliotheken bewahren nicht alle Bücher, sondern vernichten sie?” – machen wir das möglichst „unsichtbar”.
 
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cubisticanus schrieb:
Was ist wahrscheinlicher, dass es in 100 Jahren Google gibt [...] oder dass es die DNB oder das Bundesarchiv gibt? Die Antwort ist sehr klar: Die DNB und das Bundesarchiv.
Ich hoffe, dein Optimismus ist berechtigt. Ich bin mir da keineswegs sicher, will aber auch nicht den Untergangspropheten geben.
 
HubertusW schrieb:
Das must du mal vormachen, ein Buch mit Einzelblatt Scan in weniger als 30 Minuten einzulesen.
Warum ich, wenn es andere schon vor über 10 Jahren vorgemacht haben?

Ergänzung ()

Kommando schrieb:
Wenn die KI die Bücher kennt, kann das Wissen von jedem genutzt werden.

Wenn das Buch irgendwo steht wo es niemand liest, findet es auch keiner. 😊

Man könnte genauso schreiben: „Seltene Bücher werden gescannt um das Wissen für jeden verfügbar zu machen“
Naiv.
Es gibt keinerlei Kontrolle darüber, dass am Ende auch nur Wortfetzen überleben, geschweige denn der Inhalt wieder abgerufen werden kann.
KIs sind keine Datenbanken.

fdsonne schrieb:
Und nach dem Scannen ist das Wissen digital verfügbar und damit auf einem anderen Medium.
Dafür hast du sicher eine Quelle?
 
Zuletzt bearbeitet:
Gier frisst Hirn.
Das Naturgesetz Nr1 und der Grund warum die Menschheit früher oder später untergeht und das ist gut so.
 
Flyerdommo schrieb:
Das stimmt so nicht. Nahezu alle Dissertationen etwa werden in Kleinstauflagen hergestellt und haben trotzdem seit Jahrzehnten schon eine ISBN.
Muss man sich jetzt Gedanken machen, dass einem seine Doktorarbeit von vor 20 Jahren geklaut wird?
Bei Diplom- / Masterarbeiten ist es (noch) nicht ganz so schlimm, weil deren Printauflagen in der Unibibliothek keine ISBN enthalten.
 
fdsonne schrieb:
Zudem die Tagesschau das auch so überhaupt nicht schreibt. Dort steht dass das Scannen nicht legal sei, wobei das offenbar auch Grauzone ist
Die Tagesschau zitiert da den Lobbyisten des Börsenvereins, entweder falsch oder der verbreitet groben Unfug, denn auch nach deutschem Recht ist das Scannen von Büchern und zB Nutzen für KI-Training erlaubt: Einerseits gibt es https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__60c.html und https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__60d.html -- Wissenschaftsschranke --, ich darf also einen Teil scannen und sogar vervielfältigen und datamining machen, andererseits gilt auch https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__44b.html

to be fair, der Börsenverein sieht das restriktiver: https://www.boersenverein.de/beratung-service/recht/kuenstliche-intelligenz/
 
LikeHike schrieb:
Händler berichten genau das von mir beschriebene Verhalten. Spezifische ISBN's, genau ein Exemplar. Keine blinde Massenbestellungen.

Den Bot/Agenten der genau das systematisch macht setze ich bei mir zu Hause in einen halben Tag auf, danach läuft der einfach und kauft noch fehlende Bücher, sobald diese online im Gebrauchtmarkt angeboten werden. Für ein Unternehmen wie Amazon ist das eine Fingerübung.
 
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Weyoun schrieb:
Dumm nur, wenn sie von einigen Büchern jeweils das letzte existierende Buch ordern
Weyoun schrieb:
Problematisch wird es dann, wenn es von einem Buch nur noch 1 Exemplar gibt (z.B. 500 Jahre alte Luther-Bibel oder was auch immer) und diese dann für einen Millionenbetrag gekauft wird, nur um sie dann zu scannen und anschließend zu vernichten.
Ja genau, die werden eine 500 Jahre alte Luther-Bibel (warum nicht gleich die Gutenberg-Bibel?) kaufen, zerschneiden und dann zerstören. Ich zitiere dazu mal einen bekannten Philosophen aus dem Forum hier... 😉
Weyoun schrieb:
Wenn da nur das Wort "Wenn" am Anfang nicht wäre...
Steht übrigens auch im Artikel:
Mit seltenen Büchern sind augenscheinlich keine Antiquitäten gemeint.
...
Sehr alte und besonders seltene Werke ohne ISBN fallen demnach nicht darunter.

KitKat::new() schrieb:
Warum ich, wenn es andere schon vor über 10 Jahren vorgemacht haben?
Und das geht mit allen Arten von Büchern? Hardcover, usw.

Dann scheint das andere Verfahren aber billiger zu sein oder doch schneller zu gehen, sonst würde man das nicht machen, oder? Vernichtet werden müssen die Bücher ja sowieso, also ist es egal wenn sie dazu zerlegt werden.
 
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