News Überführt: Amazon kauft seltene Bücher für KI-Training und zerstört sie

samuelclemens schrieb:
Wie lange wird es noch dauern bis für KI Training keine größeren neuen Informationsdepots mehr gibt die man plündern kann?

Wann können Menschen nichts mehr dazu lernen? Richtig, nie. Daher wird das noch eine sehr sehr lange Zeit auch für KI der Fall sein.

KI wird sich in den nächsten Jahren auch so ändern, dass es im Prinzip immer gezieltere Modelle geben wird. Denke "Genre-KI" statt gesamter "Industrie-KI".
 
Flyerdommo schrieb:
Das stimmt so nicht. Nahezu alle Dissertationen etwa werden in Kleinstauflagen hergestellt und haben trotzdem seit Jahrzehnten schon eine ISBN.
Und du meinst nun sind alle Dissertation von der Vernichtung bedroht? Ganz schlechtes Beispiel. Willst du da nochmal nachbessern?
Ergänzung ()

ComputerJunge schrieb:
Mein Wunsch an Amazon allerdings ist: Versucht bitte die gescannten Bücher, die (schon lange) nicht mehr produziert/verlegt werden, in "irgendeine" (oder viele) Archivlösung einzubringen. Was mich nicht interessiert, interessiert sicherlich andere Menschen. Geld habt ihr dafür.
Wenn dich und viele andere diese alten Schinken so sehr interessieren - wieso hocken die Antiquariate dann auf Bergen von Büchern für 1€? Wo waren die ganzen Kaufinteressenten als ich Opas Wohnung aufgelöst habe? Nicht mal zum kg Preis oder geschenkt wollte man die tollen Bücher. Seltene! Dr. Oetker Kochbuch von 1970 - mit Notizen!
 
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Ernsthaft!? Nach USA Urheberrecht ist es rechtlich OK ein gedchùtztes Werk zu kopieren wenn ich hinterher das Original zerstöre!?😳
OK, wenn man rein analog denkt macht das, wenn auch absurd, noch irgendwo Sinn da es ja um "Vervielfältigung" geht. Aber im Zusammenhang mit digitaler Kopie...🤔... Da mùsste man ja jede digitale Kopie sich selbst zerstören sobald sie kopiert wird....nein macht kein Sinn...
Außer... Bei LLModellen existiert ja im Prinzip das vollständige Werk als solches innerhalb des Modells nicht mehr als vollständiger Datensatz.🤔
 
Es geht um seltene Bücher. Da nach dem Scannen das Buch nicht mehr komplett vorliegt, sondern als Trainingsdatum, ist es verloren, bzw. kann leicht verloren gehen. Auch wenn das Problem beim Urheberrecht der USA liegt, keiner zwingt Amazon seltene Bücher zu kaufen, scannen und zu vernichten. Sie machen das um pseudomäßig ein USP zu generieren. Und das wird hier vehement verteidigt? Lemminge.
 
Micha- schrieb:
Und du meinst nun sind alle Dissertation von der Vernichtung bedroht?
Habe ich gar nicht behauptet. Es ging nur um die Behauptung, Bücher mit ISBN seien prinzipiell Massenware, was nun einmal nicht stimmt.
 
Micha- schrieb:
Und du meinst nun sind alle Dissertation von der Vernichtung bedroht? Ganz schlechtes Beispiel. Willst du da nochmal nachbessern?
Müssen es alle sein, damit es ein Problem ist?
 
"Selten" ist halt denkbar schwammig und nichtssagend. Als Beispiel, ich bin Autor eines wiss. Fachbuchs, die Auflage war wohl knapp 120 Exemplare. Also verglichen mit dem, was Rowling so schreibt, extrem selten, aber selbst im Vergleich zu einem ordinären Krimi mit einer Auflage von 10k. Dennoch ist der Band in jeder rel. wiss. Bibliothek, wird zitiert usf. Ist also mithin überhaupt nicht "selten" aus dieser Perspektive. Okay, in 50 Jahren interessiert es keinen mehr. Aber auch dann wird er in der DNB und ein paar Staatsbibliotheken im Magazin sein bzw. vielleicht noch zusätzlich online auf der Institutsseite, in einem Fachrepo.

Und ja, nach x Jahre kommt der Verlag und fragt: Wollt ihr eure Bücher haben, wir konnten nicht alle verkaufen. Entweder stimmst du zu, je nach Vertrag kostet das dann was, oder der Verlag "makuliert". Sprich, er vernichtet die Restauflage und führt die dem Recycling zu.
 
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Muntermacher schrieb:
Müssen es alle sein, damit es ein Problem ist?
Was genau IST denn das Problem? Das Problem ist in meinen Augen, das hier beleglos ein Framing als "selten" stattfindet. Und selbst wenn ein Buch selten ist - vielleicht ja zu recht. Vielleicht ist selten = seltsam? 150 Exemplare im Eigenverlag, wie hier jemand anführte. Aber es ist doch nicht die Rede von der Gutenberg-Bibel.
Mal selber nachdenken und hinterfragen.
 
Muntermacher schrieb:
Müssen es alle sein, damit es ein Problem ist?
Es ist kein Problem. Wenn ich all diese Werke kaufen würde und sie in meinen Keller verschimmeln lasse stehen sie dir nicht mehr zur Verfügung. Die Werke sind ja zum Verkauf bestimmt. Es sind nicht die letzten Exemplare von irgendwas, die es danach nie wieder gibt, denn so etwas steht in Archiven und ist nicht bei Amazon zum Verkauf gelistet.

Wo ist jetzt aber der Unterschied zu Amazon kauft sich die Bücher und versenkt sie oder ayngush kauft sich die Bücher und versenkt sie? (Außer bei der buying power, da ist mir Amazon ein ganz klein wenig überlegen)
 
Da werden die Bücher wenigstens noch genutzt und müssen nicht von der Stadt aus Bücherzellen entsorgt werden
 
Rockstar85 schrieb:
Das ist Moderne Bücherverbrennung und ein Skandal.
In der Tat: Angenommen, die kaufen weltweit das letzte existierende Exemplar auf, dann haben sie die alleinige Kontrolle über den Inhalt. Ich kann nur hoffen, dass Universitäten und Antiquariate ihrerseits digitale Kopien vorher angefertigt haben.
 
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@Micha- Also wenn du mich mit den 150 Exemplaren meinst, nein, das ist/war kein Eigenverlag, das ist die gängige Aufl. in Wissenschaftsverlagen ;-)

Und kleine Anmerkung an @ayngush , Bücher stehen in der Regel nicht in Archiven, sondern in Bibliotheken. Da gibt es in Deutschland einerseits die DNB, die den ges. Auftrag hat, alles veröffentlichte Schriftgut zu sammeln (eigentlich sogar Webseiten, Digitalisate usf., da hakt es mitunter). Und oftmals Landes- oder Staatsbibl., die Schriftgut aus dem Bundesland oder zu speziellen Themen sammeln. Das ist alles gesetzlich geregelt. Dass Amazon ein Buch erwischt, dass es nirgendwo mehr gibt, ist extrem unwahrscheinlich. Auch als Selbstverleger musst du eigentlich ein Pflichtexemplar an die DNB und je nachdem die Landesbibliothek abführen. Das ist ebenfalls gesetzlich geregelt.

@Weyoun Ziemlich unwahrscheinlich, was du da fabulierst. Wir reden nicht über den zweiten Teil der Poetik des Aristoteles, der als allerletztes Exemplar in einem namenlosen ital. Kloster am Appenin verbrennt. Und dass du annimmst, Antiquariate (oder, lol, Universitäten an sich) machten Digitalisate bevor sie Werke verkaufen, zeigt, dass du gar keine Ahnung vom Thema hast ;-) Selbst große Bibliotheken digitalisieren in der Regel nur aus Bestandsschutzgründen, also wirkliches Rara-Material, oder zu Forschungszwecken. Alles andere ist schlicht viel zu teuer und aufwändig (weil man die Bücher eben in der Regel nicht kaputt machen darf dabei, daher Umblättern mit Druckluft, spezielle Scanner usf.). Daher haben sie sich damals auch (leider) Google Books teils mit Knebelverträgen in den Rachen geworfen.
 
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cubisticanus schrieb:
Bücher stehen in der Regel nicht in Archiven
Nur verbreitete Bücher. Geschichtlich relevante Werke stehen in Staatsarchiven oder in Archiven von (meist staatlichen oder wenigstens an Hochschulen angeschlossenen) Bibliotheken. Eine Gutenberg-Bibel zum Beispiel steht in Bibliotheken aber dort eben im Archiv. Die kannst du dir maximal als digitale Version ausleihen und nur mal das Original in Augenschein nehmen, wenn du wissenschaftlich daran arbeitest und dir die Arbeit daran genehmigt wird.
 
cubisticanus schrieb:
Okay, in 50 Jahren interessiert es keinen mehr. Aber auch dann wird er in der DNB und ein paar Staatsbibliotheken im Magazin sein bzw. vielleicht noch zusätzlich online auf der Institutsseite, in einem Fachrepo.
Du beschreibst das aktuelle Procedere sicherlich akkurat. Allerdings überschätzst du möglicherweise die Lebensdauer staatlicher Institutionen wie der DNB oder der Staatsbibliotheken. Der Text deines Fachbuches dürfte aber mit Sicherheit dann noch im digitalen Archiv irgendeines großen Konzerns zu finden sein, möglicherweise ohne jede Zugriffsmöglichkeit für Dritte.
 
M@tze schrieb:
Ja, ist sicher nicht gerade die beste Art und Weise, aber um das mal etwas zu relativieren - das ist dann von jedem Buchtitel genau 1 Buch, oder? Die werden sicher nicht 1000 mal den selben Titel digitalisieren... :D
Dumm nur, wenn sie von einigen Büchern jeweils das letzte existierende Buch ordern (das Geld dafür hat Amazon ja leider).
M@tze schrieb:
Wenn das nicht gerade das letzte Exemplar der Erstausgabe von irgendwas ist, sehe ich darin jetzt nicht so sehr das Problem und wurde ja auch in einem anderen Artikel hier angesprochen:
Wenn da nur das Wort "Wenn" am Anfang nicht wäre...
 
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tiga05 schrieb:
Also ich verstehe jetzt die Aufregung nicht. Was sollen die denn damit machen?
Für nen 5er wieder auf Ebay reinstellen? Das ist doch den Aufwand nicht wert. Vor allem nicht bei den Budgets, die die für den ganzen KI-Kram haben.

Natürlich ist das absurd. Aber das ist doch die kleinste Absurdität von allen Absurditäten in diesem ganzen KI-Hype.
Ich bin dafür, das die jedem Ersteller eines jeden Buchen das Geld zahlen müssen, welche diese mit dem Buch potentiell verdient hätten, damit Amazon die Trainingsdaten nutzen darf.
 
Sehe nicht das Problem: es kauft ja niemand sonst die Bücher. Sich bei dieser News darüber aufzuregen, dass Amazon die nicht-verkaufbaren Bücher aufkauft und damit legale Dinge tut (ja, auch Bücher zu vernichten ist legal), ist scheinheilig.
 
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@Flyerdommo Was ist wahrscheinlicher, dass es in 100 Jahren Google gibt und dort das Problem der Langzeitarchivierung gelöst wurde, ökonomische Interessen keine Rolle mehr spielen (wie oft hat zB Google Services gekillt, Daten gelöscht, was ist mit Google Books passiert) oder dass es die DNB oder das Bundesarchiv gibt? Die Antwort ist sehr klar: Die DNB und das Bundesarchiv. Und wirklich wichtiges (!) nationales Kulturgut landet eh als Mikrofilm im Barbara-Stollen im Schwarzwald. Niemand, der Kulturgut sichert und bei Verstand ist, verlässt sich auf Digitalisate.
 
Ein Problem wird es erst wenn die goldschürfer metalität zu Tage tritt und man immer weiter bestände aufkauft auf der Suche nach fehlenden ISBN Nummern. Für eine Handvoll fundstücke gehen dann Tonnen drauf usw. Der Rest landet auf der müllkippe oder wird hoffentlich noch dem Recycling zugeführt.
Das Hauptproblem ist doch das die konkurrierenden Unternehmen bereits gescannte Bücher die sie sicherlich als digitalem Backup noch aufbewahren nicht anderen zur verfügung stellen um ihrerseits ihre KI damit zu trainieren. So kann es dann kommen das ein Unternehmen eine Million bücher vernichtet auf der Suche nach 100 fehlenden ISBN obwohl diese 3 andere Unternehmen bereits gescannt haben.
Und wir nehmen mal einfachheitshalber die hunderte kleinere KI Unternehmen mal aussen vor.
Ich finde man sollte die Unternehmen wenigstens zur Bereitstellung der Scans zwingen sofern ein berechtigtes gesuch vorliegt. Vielleicht auch im Tausch gegen andere Fundstücke.🤔
Wenigstens...wenn man schon die Urheber ausbeutet.
 
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