News Überführt: Amazon kauft seltene Bücher für KI-Training und zerstört sie

Kommando schrieb:
Kenne ja inzwischen deine Art zu diskutieren.
Einbildung ist auch ne Bildung -> warte noch eine Aufklärung bzgl. der Keule
 
Schmarall schrieb:
Nun, davor muss erst einmal gefragt werden, ob das Buch bzw. der Inhalt selten ist. Das ist hier ja der Fall.
Mit "selten" ist hier lediglich angedeutet worden, dass diese Werke nur sehr selten nachgefragt oder verkauft werden. Da gehts offenbar um recht unbedeutende Werke, die auf dem Literaturmarkt wohl nie eine Rolle gespielt haben und nicht um bedeutende Werke der Literaturgeschichte, die man flächendeckend aufkauft, um jedem jemals gedruckten Exemplar habhaft werden zu können.

Es geht dabei auch nicht um das geballte Wissen der Menschheit, auf das man es abgesehen hat, sondern um die Trivialliteratur des gedruckten Massenmarktes. Vermutlich wird die KI damit auch auf Sprachstile, Sprachverwendung und vermutlich sogar auf die Veränderungen dieser Elemente über Jahrzehnte hinweg trainiert, um ihre Ausgaben an die natürliche Sprache anpassen zu können. Ganz sicher wird das ganze sogar auch in jedem anderen Land der Erde erfolgen, wo man mit Sicherheit ebenfalls die Antiquariate abgrast und von jedem erreichbaren Buch ein einzelnes Exemplar aufkauft und sich zuschicken lässt - das ist einfacher, preisgünstiger und weit effektiver, als tausende von Leuten auf Flohmärkten in der ganzen Welt ausschwärmen zu lassen, um diese Bücher dort zu kaufen.

Ich verstehe nicht, dass man daraus einen Skandal konstruieren und sogar die Schwurbeltheorie der kulturellen Aneigung und der geplanten Wissenszerstörung verbreiten muss.
 
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@Gr.mm
Das gibt ihnen nicht das Recht, das geistige Eigentum (=Inhalt) zu verwerten, schon gar nicht kommerziell.
 
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cruse schrieb:
Das passiert aber höchstens, wenn es von den Buch nicht schon digitale Versionen gibt.
Du gehst davon aus, dass das verwendete Buch einzigartig ist. Wir wissen aber nur, dass die Bücher "selten" sind.
Ihr lasst euch alle stark davon polarisieren, ohne überhaupt details zu kennen.
An welcher Stelle verweise ich auf Einzigartigkeit? Die KI soll/muss offenbar lernen und es werden dafür Bücher gekauft und danach verbrannt. Es geht um das Verbrennen seltener Bücher. Was soll das? Was steht dahinter? Wenn die Recherche Profis das nicht auflösen können, wollen oder dürfen, was sollte ich da machen? Ich finde es merkwürdig und da es hier auf cb Thema ist habe ich meine Vermutung dazu geäussert.

Ins blaue geraten: Egal was diese Firmen tun, es geht am Ende IMMER um Gewinnmaximierung und halt die Anwender dieser Technik zu Geldzahlungen zu bewegen. Die verbrannten Bücher wurden dem Rest der entzogen.
 
Wieso verbrannt? Da wird Klopapier raus gemacht.
 
Yosup schrieb:
Die wirklichen Schätzchen haben Eigentümer oder Mitarbeiter vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens schon verschwinden lassen, und genau dieses eine Prozent des Bestands wird überleben.
Nicht jeder, der in die Insolvenz rutscht, ist auch kriminell. Und nicht immer ist ausschließlich ein Prozent des Bestandes wertvoll. In einem Bentley-Autohaus ist auch nicht nur ein Prozent der Ware wertvoll.
Yosup schrieb:
Sorry, Du hast da ja eine hübsch romantisierte Vorstellungen vom Ablauf einer Insolvenz...
Ich habe eine Vorstellung einer legalen Insolvenz...
An kriminellen Machenschaften beteilige ich mich nicht.
Yosup schrieb:
Bei der Insolvenz eines Antiquariats fährt der Insolvenzverwalter mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mal raus vor Ort. Vor allem wird er kein Lagerhaus mieten, dort geeignete Regale und Tische zur Sichtung aufstellen lassen, und dann da - ja, wen eigentlich? - irgendwelche "wirklichen Schätzchen" identifizieren lassen - von angeheuerten Literaturstudenten drittes Semester, gefunden per Aushang am Schwarzen Brett beim ASTA?
Es gibt durchaus Antiquare, die nahezu ausschließlich wertvolle Ware feilbieten. Und auch die können in der heutigen Zeit in die Insolvenz schlittern. Und der Richter wird bei der Bestellung des Insolvenzverwalters schon darauf achten, dass er nicht zu fachfremd ist.
Yosup schrieb:
Ich wünsche Dir wirklich, dass Du nie die absolute Härte, Brutalität, Herz- und Interesselosigkeit eines Insolvenzverfahrens erleben musst - und das meine ich ohne Zynismus. Danach siehst Du Kafka mit neuen Augen.
Warum muss ich Kafka lesen, um eine Insolvenz zu verstehen?
Ergänzung ()

Carrera124 schrieb:
Es gibt auch wertvolle Bücher, die noch keine 30 Jahre alt sind ;-)
Dem habe ich auch nicht widersprochen. Wenn ein "Popstar" der Literaturszene eine persönliche Widmung samt Signatur in das Buch schreibt, kann man schon mal bis zu drei Nullen an den Preis dranhängen.
Ergänzung ()

MaverickM schrieb:
Aber die Aussage ist schon ein wenig gewagt... Du tust ja so, als hätte man eine Wahl, ob man AWS "nutzt" oder nicht...
In der Tat. Vor allem dann, wenn man Drittanbieter nutzt, die ihrerseits AWS nutzen. Da hat man als Kunde wenig echte Auswahl.
Ergänzung ()

Boimler schrieb:
Mich beunruhigt an dieser Nummer eher, dass da auch viel "seltene", weil unsinnige, Literatur eingescannt wird. Beispielsweise was da nach dem Krieg alles so an Erlebnisberichten und "So war es wirklich" Geschichten gedruckt wurde, kann man heute oft einfach in die Tonne werfen. Wenn ich mir überlege, was die KI da alles an Halbwissen entnimmt... Bei der heutigen Sensationsgeilheit ist das quasi ein Generator für Geschichtsklitterung.
Ich glaube, es geht hier nicht um den "Wahrheitsgehalt" (der ist bei Berichten genauso zweifelhaft wie bei Romanen oder Science Fiction), sondern eher darum, wie die deutsche Sprache verwendet wird. Das Einscannen sehr alter "Berichte" ist aus einem weiterem Grund kontraproduktiv: Heute spricht niemand mehr so wie in den 40-er bis 50-er Jahren. Also sollte auch die KI nicht in diesem "Stil" die Antworten geben, wenn es nicht peinlich wirken soll.
Ergänzung ()

SVΞN schrieb:
Man hat immer eine Wahl. Und selbst wenn nicht, kann man nicht behaupten, Amazon zu boykottieren, wenn man deren Services nutzt.
Wie soll das gehen, wenn z.B. die Sparkasse oder die Deutsche Bank AWS nutzt? Wo kann ich dann noch ein Konto führen? So wirklich die Wahl hat man bei Drittanbietern nicht, die zumal nicht immer offenlegen, welche Webservices sie denn nutzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bin ich hier wirklich der Einzige, der das gut findet? Ist halt der Lauf der Zeit und da es sich ja ausdrücklich nicht um seltene "Unikate" handelt, die es nur in Druckversion gibt, ist doch nichts verloren. Wenn sie dabei "vernichtet" werden, heißt das grob übersetzt, dass sie recycelt werden und so dem Kreislauf zugeführt werden. Für die 2-3%, die heute noch immer nur analog mit Schinken in der Hand lesen will und sich vehement gegen eBooks wehrt, tut es mir leid. Aber das ist nunmal der Lauf der Zeit...oder beschwert ihr euch auch, dass ihr heute euren Zahnarzttermin nicht per Fax ausmachen könnt?
 
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TGoP schrieb:
KI sollte gänzlich verboten werden, zumindest bis diese global reguliert wird um u. a. Wahnsinn wie diesen zu stoppen, Haftungsfragen im Vorfeld zu klären, aber z. B. auch den Energiehunger einzudämmen. Wie kann man selbst ohne Aluhut nicht sehen das wir in seiner jetzigen Form auf einen Abgrund zurasen?

Und nein, mich interessieren die wenigen Vorteile, die jetzt bestimmt wieder zu desse Verteidigung genannt werden, überhaupt nicht. Und ja, mir ist absolut klar das es so etwas wie eine globale Einigung, angesichts der Tatsache das sich die Staatengemeinschaft nicht einmal auf die Farbe von Sch**sse einigen kann, nie geben wird.
Wenn man nicht weiß wo KI alles drin steckt und nach einem Verbot ruft. Die „böse“ KI steckt schon längst im Bankwesen, Logistik, Navigation, Kommutation, Medizin und Infrastruktur. Guten Morgen.
 
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SVΞN schrieb:
Man hat immer eine Wahl. Und selbst wenn nicht, kann man nicht behaupten, Amazon zu boykottieren, wenn man deren Services nutzt.
Da hat jemand wohl das Wort Boykott nicht verstanden. Natürlich ist es ein Boykott, wenn ich bei einem Megakonzern Teilbereiche absichtlich nicht nutze, und damit kollektiv mit anderen handle. Das ist nämlich die Wortherkunft des Begriffs: Kollektiv gegen etwas oder jemanden handeln. Wie umfangreich das sein muss, beeinflusst evtl die Wirksamkeit, macht es aber nicht weniger zu einem Boykott. Im Übrigen: Wenn man Amazon etwas kennt, weiß man, dass AWS noch mal anders funktioniert als andere Sparten.
 
Niemand wird Amazon boykottieren weil sie gebrauchte Bücher, für die es keine Interessenten mehr gibt, notleidenden Antiquaren abkauft und das Werk in eine KI überträgt, um dieses für die Menschheit nutzbar zu machen. Zusätzlich wird durch den anschließenden Recycling Prozeß CO2 sparend neues Papier produziert.

DAS ist die Story @MichaG
 
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MaverickM schrieb:
@Gr.mm
Das gibt ihnen nicht das Recht, das geistige Eigentum (=Inhalt) zu verwerten, schon gar nicht kommerziell.
Ja? Nach welchem Rechtssystem? Amish?
Ergänzung ()

Micha- schrieb:
Hast du auch nur ansatzweise das Gefühl, dass ihn das interessiert? Die Jungs sind mittlerweile auf clickbait und ragebait getrimmt. Schau dir doch den Artikel zum Pixel 11 an. In dem Artikel selber wird beispielsweise mit keinem Wort erklärt, WARUM der Prozessor "skurril" ist.
 
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Nur aus Feedback lernt man
 
Ich hab das in einer Reportage schon so gesehen das man es im Speziellen auf seltene Werke abgesehen hat für das Training um eben auch frühreren Sprachgebrauch mit zu trainieren.
Auch alte Karten und Logbücher und Wetterberichte werden weggekauft um damit zu trainieren.
Und das speziell Antiquare fast im wahrsten Sinne leergekauft werden.
Das üble sind halt die Hochleistungsscanner welche die physische Vernichtung, durch Entfernung des Buchrückens, zwangsläufig machen.
Und damit sind dann halt diese Inhalte zumindest physisch weg und sie bleiben weg.
Und das wird zu Recht kritisiert.
Betrifft aber ja nicht nur Amazon, da sind sämtliche KI-Firmen gleichermaßen beteiligt.
Klar kann man das so sehen das man mit gekauften Material machen kann was man will aber ob das richtig so ist darüber kann man streiten.
Insbesondere dann wenn es um Einzelstücke geht.
Die kaufen ja nichts was mal eben neu aufgelegt werden kann, sowas war als erstes dran. Um diese Bücher geht's schon lange nicht mehr.
 
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Beim Ware zerstören hat Amazon ja Erfahrung. Dass sowas Seitens der Regierung(en) immer noch geduldet wird...
 
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Baxxter schrieb:
Beim Ware zerstören hat Amazon ja Erfahrung. Dass sowas Seitens der Regierung(en) immer noch geduldet wird...
Stimmt. Zurückschicken sollte verboten werden. Ach, das willst du auch nicht?
MariaDocks schrieb:
Insbesondere dann wenn es um Einzelstücke geht.
Das liest du daraus (vermutlich vom Autor auch so gewollt). Aber gibt es dafür Belege?
 
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Weyoun schrieb:
Nicht jeder, der in die Insolvenz rutscht, ist auch kriminell.
Wo behaupte ich das? Lern Aussagenlogik!

Weyoun schrieb:
Und nicht immer ist ausschließlich ein Prozent des Bestandes wertvoll.
Ja, möglicherweise ist das so. Mit der Existenz seltener Ausnahmen widerlegst Du allerdings nicht meine Beschreibung des typischen Ablaufs.

Weyoun schrieb:
In einem Bentley-Autohaus ist auch nicht nur ein Prozent der Ware wertvoll.
Ganz genau. Vielen Dank für das prima Beispiel!

Beim insolventen Bentley-Autohaus sieht der Insolvenzverwalter auf einen Blick, dass der zu erwartende Erlös aus dem Verkauf eines jeden Fahrzeugs seinen Stundensatz (und sonstige Veräußerungskosten) derart massiv übersteigt, dass sich der Aufwand lohnt.
Bei Büchern ist das nicht der Fall. Die Vorstellung ist so lachhaft, dass sich da ein Rechtsanwalt mit dreistelligem Stundensatz hinsetzt und für einzelne Bücher recherchiert, welchen Erlös die wohl auf Kleinanzeigen erzielen könnten, das grenzt schon an Comedy.

Weyoun schrieb:
Ich habe eine Vorstellung einer legalen Insolvenz...
Ja, aber offensichtlich nicht vom Ablauf einer realen Insolvenz.

Weyoun schrieb:
An kriminellen Machenschaften beteilige ich mich nicht.
Soweit ich weiss stand Deine Gesetzestreue hier überhaupt nicht zur Debatte?

Weyoun schrieb:
Es gibt durchaus Antiquare, die nahezu ausschließlich wertvolle Ware feilbieten.
Ja, vermutlich gibt es die. Mit der Existenz seltener Ausnahmen widerlegst Du nicht meine Beschreibung des typischen Ablaufs. 2.0

Weyoun schrieb:
Und der Richter wird bei der Bestellung des Insolvenzverwalters schon darauf achten, dass er nicht zu fachfremd ist.
Wirklich, das ist sowas von weltfremd. Ich stelle mir das gerade vor, wie der Richter in den gelben Seiten blättert und eine Wirtschaftskanzlei für Insolvenzrecht mit Expertise für literarische Werke sucht. Unfassbar!

Weyoun schrieb:
Warum muss ich Kafka lesen, um eine Insolvenz zu verstehen?
Wenn Dir Literatur auch nur annähernd so wichtig wäre, wie Du hier tust, hättest Du nicht gefragt, warum Du es lesen sollst, sondern höchstens inwiefern diese Erfahrung Dein Verständnis dieser Literatur verändern hätte sollen.
 
Micha- schrieb:
Stimmt. Zurückschicken sollte verboten werden. Ach, das willst du auch nicht?

Das liest du daraus (vermutlich vom Autor auch so gewollt). Aber gibt es dafür Belege?

Du wirst es nicht glauben, aber ich habe bei Amazon bisher nur 1x was zurückgeschickt ;)
 
Dann aber auch nicht viel bestellt oder? ^^
 
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