News Update zu Project Silica: Microsofts Cloud-Speicher der Zukunft setzt auf Glas

Tenferenzu schrieb:
sind nicht alle Gläser extrem zähe Flüssigkeiten die sich im Laufe der Zeit noch verändern können?
Ich wage zu behaupten, dass diese Frage ohne Angabe einer Referenztemperatur nicht beantwortet werden kann. Oberhalb des Schmelzpunkts ist da sicherlich was dran 😀
 
Tenferenzu schrieb:
Mir ist schon klar, dass das kein Fensterglas ist aber sind nicht alle Gläser extrem zähe Flüssigkeiten die sich im Laufe der Zeit noch verändern können?
Guter Einwand.

Amorphes Glas, wie das angesprochene Fensterglas, kriecht bzw. relaxiert.
Kristallines Glas (Stichwort Quarzglas) tut das m.W. nicht.
 
Tulol schrieb:
wer wird in 3500-4000Jahren im stande sein die Daten da auszulesen?

Wenn alles gut geht, Geschichtswissenschaftler, die sich darüber amüsieren, was wir für belanglose Probleme in unserer Zeit hatten.

Tulol schrieb:
Wer bitte wird in 10000 Jahren noch wissen wie man diese scheibchen da ausliest

Wenn es nicht so gut lief, werden es die dann lebenden Menschen, wieder wissen. Die Technologie ist auch kein Hexenwerk. Es beruht auf Mathematik und Optik. Die Fertigung ist Stand der Entwicklung im Jahr 2023.

Auf jeden Fall, sind solch extrem lange Zeiträume eher für Geschichtsgelehrte.

Aber wenn das Medium es hergibt, warum künstlich verschlechtern?

mfg
 
Also ich kenne 5-D Speicher, aber der wurde schon 2013 entwickelt. Das was Microsoft macht,
hat halt etwas wenig Speicher. Wäre nur interessant wenn es auch für normale Menschen verfügbar ist.

Da die Daten nicht nur über die Position im dreidimensionalen Raum, sondern auch durch die Größe und Ausrichtung der einzelnen Speichereinheiten kodiert werden, sprechen die Wissenschaftler von einem "5-D-Speicher". So lassen sich die Daten extrem dicht packen: Das Team um Peter Kazansky erreichte ein Datenvolumen von 350 Terabyte (oder 350 000 Gigabyte) pro Scheibe. Ausgelesen werden die Daten mit Hilfe eines weiteren Lasers, dessen Licht sich abhängig vom Inhalt einer Speichereinheit in seiner Polarisation verändert. Über Lese- und Schreibgeschwindigkeit machen sie in ihrer Mitteilung noch keine Angaben. Laut den Angaben der Forscher sollen die Informationen auch eine Erhitzung auf 1000 Grad Celsius überstehen und während einer Lagerung bei 190 Grad Celsius über 13,8 Milliarden Jahre unverändert erhalten bleiben. Diese Zeitspanne entspricht ungefähr dem heutigen Alter des Universums.
Quelle: https://www.spektrum.de/news/ein-kristalliner-datenspeicher-fuer-die-ewigkeit/1399862

Ich selber nutze für die wichtigsten Sachen (Dokumente etc.) M-Disc.
Da wurde ich bisher nicht enttäuscht 🧐 Aber das kann man so oder so erst nach einiger Zeit sagen.
Wenn die in 20 Jahren noch lesbar sind bin ich schon zufrieden 😁

Tulol schrieb:
Ich frage mich dabei immer, wer wird in 3500-4000Jahren im stande sein die Daten da auszulesen?

Wird ähnlich zum 5-D Speicher sein:

Sofern man nicht vergisst, wie man den Speicherkristall ausliest und die digitalen Daten interpretiert – ein noch ungelöstes Problem all dieser Ansätze. Die Forscher haben zu Demonstrationszwecken bereits die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Isaak Newtons Werk "Opticks", die Magna Carta und die King-James-Bibel in ihr Speichermedium geschrieben. Welches Dokumentenformat (PDF, doc, txt …) sie verwendeten, ist nicht überliefert. Das Verfahren wollen die Wissenschaftler auf einem Treffen der International Society for Optical Engineering Conference in San Francisco vorstellen.
 
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kleinstblauwal schrieb:
Ich Stelle mir in 1000 Jahren einen Archäologen vor, der so eine Bibliothek mit solchen Glasblöcken findet.
"Cool, eine Sammlung gläserner Briefbeschwerer."
Dann war das ein eher schlechter Archäologe. Denn immerhin haben Archäologen auch rausgefunden, dass ein Seil mit Knoten drauf eine Rechenhilfe und keine Kletterhilfe oder ähnliches war. Ja, ist nicht ansatzweise gleich komplex. Aber Archäologen sind auch nicht gerade unkreativ wenn es um sowas geht. Obendrein sollte sowas ja auch nicht ewig weit weg von Hardware sein die diese nutzt (ähnlich der Tapelibrary)

Bin aber eher gespannt ob sowas so lange bestand haben wird oder ob wir in der Zeit nicht auf was neues kommen
 
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Lora schrieb:
Also ich kenne 5-D Speicher, aber der wurde schon 2013 entwickelt. Das was Microsoft macht,
hat halt etwas wenig Speicher. Wäre nur interessant wenn es auch für normale Menschen verfügbar ist.


Quelle: https://www.spektrum.de/news/ein-kristalliner-datenspeicher-fuer-die-ewigkeit/1399862

Ah, das kam mir jetzt dann doch bekannt vor: https://www.computerbase.de/2016-02...-scheiben-fuer-ewigen-datenerhalt-und-360-tb/

Hatte ich sogar selbst drüber geschrieben, aber war mir entfallen nach 7 Jahren. Das Prinzip ist ja praktisch das gleiche, nur dass sie von 5D statt 3D sprechen und daher noch viel mehr Daten unterbringen wollen. Müsste mal schauen wie da der Entwicklungsstand ist.

Edit: Neues gabs da wohl nicht, aber zumindest gibt es eine Website: https://www.5dmemorycrystal.com/
 
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Artikel-Update: Einen gläsernen Datenspeicher mit viel mehr Speicherkapazität und bedeutend längerem Datenerhalt hatten Forscher der University Southampton vor gut 7 Jahren mit ihrem 5D Optical Storage beschrieben. Seitdem gab es aber keine neuen Berichte zu diesem Projekt.
 
Shoran schrieb:
Dann war das ein eher schlechter Archäologe. Denn immerhin haben Archäologen auch rausgefunden, dass ein Seil mit Knoten drauf eine Rechenhilfe und keine Kletterhilfe oder ähnliches war. Ja, ist nicht ansatzweise gleich komplex. Aber Archäologen sind auch nicht gerade unkreativ wenn es um sowas geht. Obendrein sollte sowas ja auch nicht ewig weit weg von Hardware sein die diese nutzt (ähnlich der Tapelibrary)

Bin aber eher gespannt ob sowas so lange bestand haben wird oder ob wir in der Zeit nicht auf was neues kommen
Kann schon sein, dass eine technologisch fortgeschrittene Zivilisation mit Interesse an der Vergangenheit dann einen Super Scanner hat, der oh e spezifisch dafür entwickelt zu sein, die Material Veränderung, welche die Information speichert feststellen kann, oder Lese und Schreib Geräte rekonstruieren kann.
Aber es ist heute ja teilweise schon eine Herausforderung Jahrzehnte alte Datenformate zu lesen, wenn man die ähnlich alte Software, die diese lesen kann, nicht gleich mit archiviert hat.
 
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@kleinstblauwal ich verstehe schon was du sagst und ja, ist auch nicht die unwahrscheinlichste Sache. Vielleicht ist in Sachen KI dann auch einfach so viel passiert dass wir das einfach nur scannen und die KI dann machen lassen. Bissel SciFi ist ja in 1000 Jahren auch schön (so ganz mag ich uns nicht aufgeben)
 
MichaG schrieb:
Edit: Neues gabs da wohl nicht, aber zumindest gibt es eine Website: https://www.5dmemorycrystal.com/
Interessant, auf der Seite die du gepostet hast steht ein ganzer Blogeintrag zu dem Superman Film, wie du es im Artikel schon schön beschrieben hast. Also arbeiten sie mit Microsoft zusammen.

https://www.5dmemorycrystal.com/events/

Danke für die Verlinkung, also ist das Thema ja gar nicht mehr so neu. Ich beobachte schon etwas länger was sich da noch so tut. Ich suche nach Zukunftsfähigen Backup Lösungen für Zuhause. Mag keine Cloud oder alles ewig auf Festplatten sichern und alle 10 Jahre neu sichern. M-Disc ist zwar gut. Aber zu klein, für wichtige Dokumente und Scans dafür aber sehr gut. Bandlaufwerke sind teuer und halten ja auch nicht endlos. Kristallspeicher für Zuhause, bezahlbar und am besten irgendwie "wieder-beschreibbar".

Aber da träume ich etwas zu weit, außer es kommt noch die Technologische Wende 😁 😅
 
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wer in diesem Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen😁
 
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Um wirklich wertvolles Wissen zu archivieren ist die Sache mit dem Glas schon sehr gut. Nur der Prozess zum Auslesen wird wohl so zu komplex sein, wenn man in 10000 Jahren eine Scheibe auslesen möchte und vielleicht nicht das Handbuch zur Verfügung hat.
 
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Tenferenzu schrieb:
Mir ist schon klar, dass das kein Fensterglas ist aber sind nicht alle Gläser extrem zähe Flüssigkeiten die sich im Laufe der Zeit noch verändern können?
nein, das ist ein alter Irrglaube. Selbst in vielen Ingenieur/Physiker-Kreisen wurde jahrelang behauptet die "unterkühlte Schmelze" die Glas letztlich darstellt würde "langsam weiter fließen". Beispiele seien alte Fensterscheiben aus dem Mittelalter, die unten dicker seien.

Da fließt gar nichts in Zeitskalen die für uns relevant sind, gibt mehrere Untersuchungen dazu, hier die ersten google Treffer:
Grüße, mad scientist ;-)
 
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Nun aktuell wird Wissen und Geschichte auf Mikrofilm in Fässern in alten Salzstollen gelagert um es zu Archivieren. Da geht es gar nicht darum schnell wieder an die Daten zu kommen. Soweit mir bekannt ist Mikrofilm aktuell die einzige zuverlässige Möglichkeit Information über Jahrzehnte (und darüber hinaus) zu speichern. Selbst klassische Sicherungsbänder haben diese Zuverlässigkeit nicht. Man muss hier eine Speichermöglichkeit schaffen die zu 100% auch in 10, 20, 50 Jahren ausgelesen werden kann. Da dürfen von 100 Millionen Medien eben nicht mal 10000 defekt sein. Daher ist die Entwicklung des Glasspeichers schon interessant. Wir werden das sicher nie im private, selbst geschäftlichen Gebrauch sehen.
 
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Microsoft hat die Blu-ray in '23 neu erfunden, jetzt sogar mit blauer AI und noch fragiler. Phänomenal! 👏

Ob die grüne KI in Zehntausend Jahren das noch entziffern kann?
 
free-sky schrieb:
Microsoft hat die Blu-ray in '23 neu erfunden, jetzt sogar mit blauer AI und noch fragiler. Phänomenal! 👏
Was hat das mit BD`s zu tun? Die sind ja nicht für Langzeitarchivierung gedacht :freak:
 
FR3DI schrieb:
Kurz und knapp; eine Totgeburt!
Sehe ich komplett anders! Die Scheiben eignen sich herrvorragend für staatliche Langzeitarchive. Die erste Tomnaufnahme, die erste Bildaufnahme, digitialisierte jahrhundertealte wertvolle Schriften, die kann man auf die Scheibe packen und muss die Originale dann nie wieder aus dem klimatisierten Keller holen. Für Museen, Restauratoren und Langzeitarchivare dürfte das ein Segen sein. Was man natürlich ebenfalls benötigt: Eine einfache Anleitung zur Entschlüsselung der Daten, die man auch in hunderten Jahren noch entziffern kann.
 
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