VDS und 1und1

Cord

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Hiho,

laut http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Provider speichert 1und1 bislang keine Verbindungsdaten.

Nun ist es aber so: 1und1 leitet seine Kunden zu einem grossen Teil (im Gegensatz zu z.b. Freenet) über Telekom-Backbones. Telekom betreibt ja bekanntlichermaßen VDS. Ist der Datenschutz bei 1und1 dadurch durch die Hintertür ausgehebelt, oder speichert der Backbone nicht genug Informationen, um das Surferverhalten des Kunden nachvollziehbar zu machen ?

mfg
 
Ich würde erstmal abwarten, bis das Bundesverfassungsgericht eine endgültige Entscheidung gefällt hat.
Ich gehe auf alle Fälle davon aus, dass alle Provider momentan damit beschäftigt sind, wie die VDS umgesetzt werden soll. Man kann ja nicht von heute auf morgen (d.h. vom 31.12.2008 auf den 01.01.2009) eine Hebel umlegen und schon werden die Daten für ein halbes Jahr gespeichert. Nebenbei müssen diese Daten noch gesondert gespeichert werden, da diese Daten nur zu Auskunftszwecken an Strafverfolgungsbehörden genutzt werden.

P.S.: Die Telekom speichert für 7 Tage ;)
 
Cappu schrieb:
Nebenbei müssen diese Daten noch gesondert gespeichert werden, da diese Daten nur zu Auskunftszwecken an Strafverfolgungsbehörden genutzt werden.

P.S.: Die Telekom speichert für 7 Tage ;)


In wiefern "gesondert" ?

Die Telekom speichert 80 Tage und nicht 7 ! Die 7 war nur ein Kompromiss nach dem Urteil vom Bfg damals.
clickme
 
Die Daten der VDS, also §113a TKG, dürfen nur an Strafverfolgungsbehörden beauskunftet werden, also muss hier eine erhebliche Straftat + Richterbeschluss vorliegen. Nur für diesen Zweck dürfen die Daten vorgehalten werden.
Wenn aber ein Rechtsanwalt Auskunft erlangen möcht und stützt dies z.B. auf § 13 UKlaG, dann darf auf die Vorratsdaten nicht zugegriffen werden. Also müssen zwei Datentöpfe her.

Und die Telekom speichert sehr wohl nur sieben Tage. Sonst würde der Konzern gegen das Urteil des LG Darmstadt (Voss) und auch gegen das Urteil des BGH verstossen.
 
Die DTAG speichert die Rechnungsdaten wunschgemäss für max. 80 Tage aktuell. Für die anderen Zusammenhänge greifen die 7 Tage.
 
D.h. welche IP zu welchem Zeitpunkt an wen vergeben wurde, wird definitiv nur 80 Tage gespeichert ?
Demnach würde es so aussehen, dass man als 1und1 Kunde (Rechnungsdaten spielen ja hier schonmal keine Rolle) schlechtestenfalls 7 Tage im T-Com Backbone seine Spuren hinterlassen würde ?

Haben Telekom-Mitarbeiter eigentlich die Möglichkeit "illegal" rumzuschnüffeln wer wo rumsurft ?
Es ist ja beispielsweise so, dass ein Finanzbeamter die Möglichkeit hat, auch wenn es verboten ist, mal eben nachzuschauen, was sein Nachbar z.b. für ein Gehalt hat :p

Mit dem §13 Rechtsanwaltszeug meinst du, dass die Musikindustrie die VDS nicht nutzen kann, um nochmehr Abmahnklagen rauszuhauen ?
 
Zuletzt bearbeitet:
Nein, die IP-Adressen werden bis zu 7 Tage gespeichert. Da liegt auf der verlinkten Website ein falsches Statement vor.

Die Möglichkeit wird er wahrscheinlich nicht haben, da ja nicht protokolliert wird, auf welchen Seiten Du Dich aufhältst. Das können dann lediglich die Website-Betreiber ermitteln, die wiederum nur die IP-Adresse bekommen.

Ja, Schäuble wollte den § 113a TKG nicht für die Musikindustrie, sondern für seine Terrorabwehr. Wie gesagt, Klarheit wird eh erst die endgültige Entscheidung des BVerfG bringen. Es sieht ja so aus, als würde man für derart Beauskunftungen sogar einen Richterbeschluss benötigen. Also wird dort die Hürde, Daten zu erhalten, sehr hoch gesetzt.
 
Cappu schrieb:
Die Möglichkeit wird er wahrscheinlich nicht haben, da ja nicht protokolliert wird, auf welchen Seiten Du Dich aufhältst. Das können dann lediglich die Website-Betreiber ermitteln, die wiederum nur die IP-Adresse bekommen.

Naja ganz so ist es ja nicht ... man muss nur die IP-Adressehaben dann kann man ja bei dem entsprechenden DNS-Server des Betreibers eine Rückwärtssuche starten, um nachzuschauen welche Websites alles aufgelöst wurden.

Zum Herrn Schäuble: Beim grossen Lauschangriff (1998) hiess es auch der sei nur für die Schwerstkriminalität zu benutzen ... wenig später wurden damit auch kleine Steuersünder bekämpft .. auf das was der Staat sagt, verlasse ich mich schon lange nicht mehr (und ich bin noch nicht besonders alt). Ohne das BVG als Kontrollinstanz für den endlos gierigen Staat wäre dieses Land binnen weniger Jahre für halbwegs Datenschutzbewusste Bürger nichtmehr bewohnbar. Das traurige ist, dass meine Altersgenossen dafür überhauptnicht sensibilisiert sind, man kommt sich ziemlich einsam vor auf weiter Flur. Manche wussten nichtmal, dass das bisher nicht gespeichert wurde.. wieder andere kommen mit dem dummen "ich hab nichts zu verbergen"-Spruch. Eine Bekannte ist kürzlich nach Übersee geflogen und als ich sie fragte, ob es sie nicht störe, dass sie alle 10 Fingerabdrücke abgeben muss meinte sie nur, sie hätte sich darüber noch garkeine Gedanken gemacht . . .
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja kann ich nachvollziehen... Leider ist die junge Generation (zu der ich mich übrigens auch noch zähle) nicht sehr sensibel mit Daten. Sieht man ja auch an diversen Gewinnspielen, Communities, etc.
 
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