w0mbat schrieb:
Adblocker sind in den YT Nutzungsbedingungen verboten. Denen stimmst du zu, wenn du YT nutzt. Du verstößt also vorsätzlich gegen die Nutzungsbedingungen.
OK, in dem Punkt hast du Recht. Die ToS entsprechen nach aktuell geltender Rechtssprechung wohl tatsächlich einem rechtlich bindenden Nutzungsvertrag (dem ich als Besucher der Plattform aber so wie er ist zustimmen muss - um den Inhalt Seite überhaupt aufzurufen - wobei sich den Quatsch natürlich kein normaler Mensch wirklich inhaltlich durchliest oder aufgrund der rechtssicheren Formulierungen gar versteht, genau wie irgendwelche EULA's bei Software). ABER
1) Hat das immer noch nichts direkt mit dir als Content-Creator/Urheber zu tun. Das betrifft nur mich und YT.
-> Bedeutet also nach wie vor, ich nehme DIR dadurch nichts weg. Ich beanspruche allerhöchstens Bandbreite und Serverkapazität von YT, ohne die erzwungene Gegenleistung (Werbung zulassen) zu erbringen.
-> Du profitierst also trotzdem, so oder so, "durch mich" - nur eben etwas weniger als wenn ich Werbung zulassen würde, weil dir YT dann weniger auszahlt.
Ich mindere nicht aktiv dein Einkommen, ich entscheide mich nur aktiv dafür (oder nehme es billigend in Kauf) dein Einkommen auf eine spezifische Weise nicht zu mehren.
-> Gäbe es nur die Möglichkeit deinen Content mit Werbung zu sehen oder gar nicht, würde ich mich für gar nicht entscheiden und damit würdest du effektiv noch mehr "weniger haben" (views/Reputation/Reichweite)
2) Wie ich bereits schrieb, wenn ich gegen diesen Nutzungsvertrag verstoße, indem ich z.B. Werbung blocke, bedeutet das nur, das YT dadurch das Recht bekommt, z.B. technisch darauf zu reagieren wie Block oder Sperre oder einen evtl. vorhanden Account/Vertrag zu Kündigungen. (wie bereits gesagt, analog Hausrecht)
In Deutschland ist Ad‑Blocking aber generell nach aktueller Rechtssprechung grundsätzlich zulässig (also nicht rechtswidrig im Sinne eines Gesetzesverstoßes, sondern "nur“ ggf. vertragswidrig gegenüber der Plattform).
Der BGH hat bereits 2018 entschieden, dass Adblocking nicht gegen das Wettbewerbsrecht verstößt und dass Nutzer selbst entscheiden dürfen, ob sie Werbung anzeigen lassen oder nicht.
w0mbat schrieb:
Ist jetzt nicht so schwer zu verstehen, oder? Nur weil etwas geht oder es viele machen ist es nicht richtig.
Ob das jetzt "richtig" ist oder nicht ist mein Bier. Das kann nur jeder für sich entscheiden. Dir obliegt es nicht für andere zu bestimmen, was für sie richtig oder falsch ist. Aber du darfst selbstverständlich deine Meinung dazu haben.
Der Punkt ist, ich darf es (rechtlich) tun, aber ich muss auf Privatgrund natürlich mit evtl. Konsequenzen rechnen/leben.
kellyfornia schrieb:
YouTube ist kein kommunaler Grund und nicht wie die Stadt wo der Hut am Wegesrand aufgestellt wird.
Eher wie die Kneipe wo man sich als Künstler auf der Bühne zeigen kann und der Inhaber festlegt wer rein darf und ob der Eintritt unter bestimmten Bedingungen frei ist oder nicht.
Meinetwegen eben Hut in der Kneipe. Ich sprach ja bereits mehrfach vom Hausrecht YT's.
Aber was den Punkt Werbung angeht, ist das eh nur noch schwer direkt vergleichbar - weil es afaik (noch) kein entsprechendes Pendant für eine reale persönliche Werbeeinblendung oder reale Werbeblockung (hallo dystopisch Zukunft) gibt.
(klar, kann eine Kneipe Werbung zwischen Acts abspielen, die dann alle Besucher in dem Moment ertragen müssen - so eine Kneipe würde ich aber eben gar nicht erst betreten)