Virtualisierung

GHad

Lieutenant
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Apr. 2008
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Hi,

ich hoffe mal, mein Thema passt ins Forum, wusste nicht, wo ich das sonst posten soll.

Also, für meinen geplanten HomeServer möchte ich mich näher mit dem Thema Virtualisierung beschäftigen. Da ich Software-Entwickler (Java) bin, sollte der ein bisschen mehr können als nur ein FileServer fürs Backup zu sein, sprich:

Subversion/Trac, Projektmanagement, CMS/eCommerce, Webserver/Wiki/Blogs, Mailserver, Spielraum für Grids, Clouds und Clustering, Java-Laufzeitumgebung unter Linux/Solaris und und und...

Ich möchte außerdem die Aufgabenbereiche schön getrennt laufen lassen können und unter verschiedenen Betriebssystemen ausprobieren können, daher hab ich mir gedacht dass eine Virtualisierungstechnik mit einem Hypervisor als Grundlage ziemlich perfekt wäre zwecks Vielfalt, Wartung, Sicherung und Verwaltung. Für die meisten Aufgaben, die gerne in naher Zukunft austesten möchte gibt es ja auch schon fertige virtuelle Maschinen, die man sich z.B. von VMWare herunterladen kann.

Mein Problem ist allerdings die Grundlage. Momentan gibt (meines Wissens) drei freie Lösungen von VMWare, Microsoft und Citrix/Xen, um ein nacktes Grundsystem (bare) für virtuelle Maschinen zur Verfügung zu ermöglichen. Wichtig wäre mir vor allem, dass mein Server gut managebar ist, d.h. einfache Installation und Erweiterung um virtuelle Maschinen und eine gute Umgebung um Aufgaben wie Snapshots, Clones, Backups und Konfiguration schnell auszuführen, z.B. mit einem speziellen Programm zur Remote Wartung.

Meine Frage ist, könnt ihr ein System empfehlen und hat jemand von euch Erfahrungen mit einer solchen Virtualisierung? Tipps/Tricks, Tutorials, Meinungen, Links und Diskussionen sind strengstens erwünscht! Oder hat jemand Alternativen oder meint ihr eher "let it be"?

Danke und Greetz, GHad
 
Also ich habe mit Microsoft Virtual PC & mit VMWare gearbeitet und mein Fazit ist: Zum professionellen arbeiten ist VMWare besser (mehr Möglichkeiten / bessere Konfig). MVPC ist allerdings einfacher einzurichten, da das Netzwerkkarten "rumgehampel" von VMWare wegfällt (welches mich schon zur Verzweifelung gebracht hat :D )
 
Für normale virtuelle Maschinen arbeite ich auch mit VMWare und Sun VirtualBox, wobei ich ersteres bevorzuge, es geht aber hier um ein reines VM-Ausführungs-System anstatt einem Betriebssystem -> Hypervisor/Bare

Aber danke fürs Feedback
 
Ja sowas gibts.
Das wären MS Hyper-V Server (ich glaub so heißt das). Dieser setzt aber eine dedizierte Verwaltungsinstanz vorraus, welche vermutlich ein Windows Server 2008 sein muss. Und dazu ist der überhaupt frei verfügbar?
Dann gibt es von VMWare den ESX(i), wobei nur der "i" frei verfügbar ist aber wie auch beim Hyper-V ohne gescheite Verwaltung auskommen muss. Ausserdem soll der ESXi nur auf spezieller Hardware (meißt echte Server-HW) laufen, ohne basteln.
Die Citirx-Xen Lösung kenne ich nur namentlich.
Meines Wissens fehlt es allen Lösungen aber an einger guten (kostenlosen) Administrationsoberfläche.

Wenn das ganze etwas größer sein darf, von SUN gibt es sowas auf Basis von OpenSloaris+XEN gennant xVM. Zur Verwaltung gibt es eine WebGUI.
Alternativ kannst du auch ein schlankes Linux nehmen und einfach VM-Ware Server installieren.



Es wäre hilfreich deine Hardware zu kennen und wieviel Last du erwartest. Zum Spielen reicht ein Linux mit VMWare-Server eigentlich vollkommen aus.
 
Also, als Test/Reste Rechner hab ich hier nen AMD Athlon 64 x2 4800+ (2,5 GHz) mit 2 GiB Ram und nem 16 GB USB Stick, den ich als Festplatte verwenden will (ist ein schnellerer von A-Data). Da das erst mal zum testen ist, wie die VMs da so laufen, wie viele gleichzeitig usw. ist mir für den Anfang die Last egal. Für meinen echten FileServer plane ich für später mal einen Phenom/Deneb Rechner mit min. 4 Gib Ram und 4 * 1,5 TB RAID 5 (Möchte ja auch meine Daten sicher unterbringen können) + 1,5 TB Systemplatte. Aber auch da werden wohl höchsten 4-6 VMs gleichzeitig laufen, z.B. Subversion/Trac/Management, Wiki/Blog, Java Server/Database, Mail. Also die vier VMs hauptsächlich und dann kommts drauf an, was ich gerade austeste, z.B. CMS, Clouds, Clustering (mit 2-4 VMS), etc. Da nur ich auf den Server zugreife wird die Gesamtlast nicht so wahnsinnig hoch sein, denke ich.

Hab mir mal die Docs von Citrix/Xen und von VMWare ESXi durchgelesen. Ersteres konnte mich nicht so überzeugen wg. dem komplexen Template/Cloning rumgemache. Bei VMWare ESXi bin ich eigentlich recht begeistert, zumal auch ein Administration Client dabei ist (kostenlos) sowie der VMWare Converter (kostenlos). Es lassen sich sogar direkt mit dem Client Aplliences aus dem Internet installieren. Eigentlich recht traumhaft wenn da die Sache mit der speziellen Hardware nicht wäre. Soweit ich das allerdings gelesen habe, betrifft das mit der Hardware nur die Embeddable Variante und nicht die Installable. Ich denke ich probiers einfach mal aus nächste Woche wenn ich meinen Test Rechner zusammengeschraubt habe und gebe hier Laut.

Das mit schlankem Linux + XEN reizt mich schon irgendwie, allerdings ist die Thematik als Einstieg in die Linux-Welt wohl ein bisschen too much. Sun xVM hatte ich jetzt noch gar nix von gehört, klingt aber recht interessant, zumal ich auch schon VirtualBox ausprobiert habe und mir das eigentlich auch ganz gut gefallen hat. Werde mal die entsprechenden Docs durchlesen. Aber ich denke mal, dass man bei beiden Lösungen wieder Probleme hat mit den virtuellen Maschinen, da die Lösungen ja auch auf XEN basieren. Vielleicht täusche ich mich aber auch und SUN hat den Prozess mit der WebGui vereinfacht. Danke jedenfalls für den Tipp.

Übrigens, dass Microsofts Lösung keine Alternative ist, wird schon dadurch klar, dass man bis zu 10 GiB Speicher nur für den Unterbau aus WinServer 2008 und HyperV verbrät! Und wie du geschrieben hat, benötigt man natürlich auch eine Lizenz. Das ist nicht akzeptabel in meinen Augen für ein bissle rumspielen und testen, bzw. den Privatmann.

Vielen Dank erst mal für die Infos!

Greetz GHad
 
Ich würde an deiner Stelle folgendes machen:

Ubuntu Server oder Debian als Grundsystem (64 Bit).
Direkt da drauf dann den Fileserver aufsetzen (eine VMWare mit ein paar hunder GByte ist sehr undhandlich ;)). Also Samba/ NFS...
Da drauf dann den VMWare Server.

Ram: so viel wie nur geht :) Ich habe 8, weil ich auch viel mit Virtualisierung arbeite.
Linux ist so schlau, dass es den nicht verwendeten Ram dann als Dateicache verwendet - entlastet also deine Festplatte.
 
@davidbaumann

Klingt machbar. Allerdings, wie bereits geschrieben, hab ich leider nicht viel Ahnung von Linux und so, aber es gibt ja hier im Forum viele Infos. Hast du mir vielleicht ein paar gute Tutorials für die Samba/NFS Geschichte? Und wie funktioniert das dann mit dem Management? Kann ich mich per RDP aufs Ubuntu verbinden, um den FileServer und den VMWare Server zu verwalten? Oder wie funktioniert das dann?

Danke und Greetz, GHad
 
Wenn du samba tutorials brachst gibt's unter FAQ in diesem Forum, jedoch ohne PDC. Sofern du PDC bzw PDC + LDAP für Usermanagement benutzen willst, gibt's dann auch viele gute Tutorials im Internet.
Für Anfänger kannst http://www.nomis52.net/?section=docs&page=samldap probieren, wenn du mit dem ganzen um einigermassen vertraut bist, kannst beliebig erweitern.

Ich setze bei mir daheim, damals als Testnetzwerk ein verschlüsseltes LDAP für die ganze Verwaltung von Samba, DHCP, DNS und diese läuft bis heute noch, das ganze abzulösen wär ja schade. Aktueller Test ist bei mir grad LDAP für die Authentifizierung von Radius.

Falls irgendwo hackt kannst ja immernoch hier schreiben, vielleicht weiß man ja die Lösung.
 
Also wenn alles richtig konfiguriert ist, verwaltest du den VMWare Server dann über deine Windows Kiste.
Hierfür gibt es einen Client, der ähnlich aussieht wie VMWare Workstation.
So führst du die Installation durch.
Um die dann später zu verwalten würde ich die Fernwartung vom jeweiligen Betriebssystem verwenden.
Unter Windows RDP, unter Linux dann ssh.
Es würde auch ein Remote-X-Server (habe da mal von http://sourceforge.net/projects/xming gehört) funktionieren, aber eigentlich macht man unter Linux alles über Konsole.

Habe jetzt für die Konsole folgendes Video gefunden, kannst aber selbst mal suchen: http://www.youtube.com/watch?v=Wo3IGniTaEA

Gruß David.
 
Also, wenn ich alles richtig verstanden hab, sollte das danach so aussehen:

Server:

Hardware: Möglichst schnell und viel Ram
Betriebssystem: Ubuntu 64 Bit
Linux-Software: Samba/PDC/NFS, DHCP-Server, LDAP, Mailserver
VM-Basis: VMWare Server für Linux
VMs: ... was auch immer

Management Client:

Hardware: egal
Betriebsystem: Windows
Windows-Software: VMWare Client (Wie heißt der/woher bekommen?), SSH zum Management des Servers (LDAP, DHCP, Mail, Samba&Co.) und von Linux VMs, RDP zum Connect auf die Virtuellen Machinen (geht das auch grafisch für Linux VMs)?

Stimmt das dann so? Für was ist das Samba/NFS/PDC? Sorry, aber in die Richtung bin ich echt noob.

Danke und Greetz, GHad

PS: Hab noch auf Sun nachgesehen wg. xVM. Mir scheint, der xVM Server ist noch gar nicht fertig/verfügbar und abgesehen davon habe nix zum Thema OpenSource/kostenlose Verfügbarkeit gelesen... Noch jemand Infos?
 
Samba + PDC ist einfach gesagt für Domäne Controller und Fileserver.
Samba dient die Verbindung zwischen Windowswelt und Linuxwelt mittels smb, das Filesystem das verwendet wird kann smbfs (deprecated) oder cifs.
NFS ist Network File System, Windows unterstützt dies meines Wissens nicht. Linux kann es aber ansprechen.

Bzgl. VMs empfehle ich, dass du eine auswählst und damit anfängst, wenn du nur die zig Möglichkeiten aussuchst, wird's nie zum Ende.
 
Hardware: Eigentlich sollte, solange da nicht mehr als 3 Nutzer dranhängen, ein kleiner Dualcore reichen.
Wenn nicht ein Quadcore. Die Taktfrequenz ist hier eher zweitrangig, da sich die Last recht gut verteilen wird. Eher langsamer Quad als schneller Dualcore.

Nur beim Ram würde ich nicht sparen. Ich habe 8 GByte, und gebe jeder VMWare 2 GByte (hab so bis zu 3 laufen).
Wobei mein Webserver (Debian, Apache + mySQL) in einer VMWare mit 256 MB flüssig läuft.
Je mehr aber so eine Kiste hat, desto weniger wird dein Laufwerk belastet!
Mein Vorschlag: Nimm ein Board, das 16 Gbyte unterstützt, und dann 2 4GB Riegel, dann hast du 8, kannst aber günstig auf 16! http://geizhals.at/deutschland/?cat=ramddr2;xf=253_8192~256_2x&sort=p

Betriebssystem: Ja, Ubuntu 64 ist hier ok.

Linux-Software:
- Samba (ohne PDC) reicht erstmal.
- NFS: mach mal nicht zu viel auf einmal :) Du kannst die VMWares auch erstmal per scp (ist bei ssh mit drin, brauchst nur noch einen Client: WinSCP) mit Daten versorgen.
- DHCP: wenn du einen Router hast, kannst du auch erstmal den im Router verwenden.

Client:
- Betriebsssystem: Windows, gängiges Linux
- Hardware: Wenn Windows läuft reicht es auch für die VMWare Server Console!
- VMWare Server Console, gibt es auf der gleichen Seite wie den VMWare Server.
- SSH: Putty
- WinScp: per SSH Dateien auf Linux Kisten kopieren, runterladen.
- Remote Desktop Client: Für Windows-VMWares
- ein X-Client: ist praktisch ein Remote Desktop Client für Linux-Server, meiner Meinung nach halt nicht so einfach. Nutze erstmal putty für die Linux-Administration!

Samba: Server, der auf Linux Windows Freigaben verfügbar macht
NFS: Netzwerkdateisystem, wie Windows Freigaben nur für Linux/ Unix usw
PDC: Primary Domain Controller, ist praktisch der Hauptrechner in einer Windows Domaine.


So lass dich erstmal von den neuen Infos erschlagen :)

Gruß
 
Wouha... Vielen Dank ihr beiden. Das sind wirklich viele Infos, die ich erst mal verarbeiten muss ;-) Vielen tausend Dank dafür und für eure Geduld. Ich werd dann nächste Woche mal anfangen und die ersten Erfolge/Misserfolge dann hier posten, so dass alle was davon haben (vor allem Lacher über noob-Fehler... grins)

Naja, und zum Thema aussuchen: Es reizt mich eben, mal einen bare-metal Virtualisierungsserver zu haben um die Grenzen und die möglichen Einsatzgebiete auszuloten. Für den realen Einsatz ist die Ubuntu Lösung sicherlich praktischer. Und begzl. VMs: Ich möchte einfach erst mal gerne irgendeine XP VM haben, auf der ein kleiner Apache oder so läuft, die dann auf dem Server läuft, der nix weiter macht. Samba und das ganze andere Zeug kommt danach. Schritt für Schritt eben.

Nochmals Danke für die Infos, Greetz, GHad
 
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