Wärmepumpe im Sommer? Eure Erfahrungen?

crogge

Lt. Commander Pro
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Bei der aktuellen Hitze versucht wohl jeder sein Bestes seinen Wohnort kühl zu halten. Welche Einstellungen nutzt Ihr für eure Wärmepumpe?

Ich habe bisher einfach die Zuluft nachts auf voller Stufe laufen, bei der Tecalor Eco 5.5 springt die Passivkühlung (Bypass) leider nicht an da es selbst nachts draußen einfach zu warm ist (2-3°C unter Raumtemp).

Aktuell teste ich die Sommerkassette, bin jedoch im Vergleich zur "Bypass" Option nicht wirklich beeindruckt bzw. habe eher schlechtere Ergebnisse 😂

Im Büro läuft die Split-Klima quasi den ganzen Tag, aber ich hatte nachts mit mehr Abkühlung durch die Zuluft der WP gerechnet.
 
Meine Eltern haben eine Fußbodenheizung, die im Sommer theoretisch auch kühlen kann.

In Praxis verweigert die das weil wenn man das mal braucht ist die Luftfeuchtigkeit so, dass sich sofort Kondenswasser auf dem Boden absetzen würde, was gefährlich rutschig wäre.
 
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@crogge Wärmepumpe != Lüftungsanlage. Das sind erst mal zwei verschiedene Sachen.

Was nicht bedeutet, dass eine Lüftungsanlage auch abseits des Wärmetauschers von Zu- und Abluft noch zusätzliche Heiz- oder Kühlregister enthalten kann, die den Wärmetransport über eine Wärmepumpe zur Verfügung stellen.

In meinem Altbau aus den 60ern wird's langsam auch unbequem. Im Erdgeschoss kann mans mit wenig Bekleidung noch aushalten, im OG will ich mich aber nicht mehr aufhalten. Aber gut, erst mal kommt in den nächsten Wochen die PV-Anlage aufs Dach, danach Dämmung von Innen rein. Das sollte schon mal enorm viel Wärme vom Dach fernhalten.
Die Gedanken an Split-Klimageräte sind allerdings auch da. Warm machen und damit Heizöl sparen können die ja auch. :)
 
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Produktinformationen "tecalor Lüftungskompaktgerät THZ 5.5 eco"
  • Kompakte Geräte mit den Funktionen: Lüften, Heizen und Warmwasserbereitung
joah, da steht halt nix von Kühlen, ergo das kann die halt nicht. Und die Sommerkassette ist soweit ich das sehe halt eine Wärmerückgewinnung ... Ergo sie gleicht Innentemperatur und Außentemperatur aneinander an. Wenn halt innen wie außen 30°C haben, dann bringt die halt auch nix mehr.
 
Rickmer schrieb:
Meine Eltern haben eine Fußbodenheizung, die im Sommer theoretisch auch kühlen kann.

In Praxis verweigert die das weil wenn man das mal braucht ist die Luftfeuchtigkeit so, dass sich sofort Kondenswasser auf dem Boden absetzen würde, was gefährlich rutschig wäre.
Ich habe eine Sole-WP mit der ich auch kühle. Das klappt hervorragend. Normalerweise sollte die WP eine dynamische Taupunktüberwachung haben, damit genau dieses Problem nicht auftritt. Man sollte auch schauen, dass man nicht unbedingt lüftet wenn draußen eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Ich habe keinerlei Probleme mit Feuchtigkeit. Meine Räume haben derzeit eine Temperatur von 24°, was ich als hervorragend und angenehm kühl bei diesem Wetter empfinde.
 
@Slapshot Ich persönlich finde 24°C einen Tacken zu warm. Aber wenn du die Temperatur übers Wochenende halten kannst, dann Gratulation.
 
In unserer Wohnanlage sind Wärmepumpen installiert. Ich wohne in der Nähe von Heidelberg. Momentan haben wir knapp 35 Grad, in meiner Wohnung sind es 23 Grad und das ist sehr angenehm!
 
@Haggis Meiner Meinung nach sind 24° schon die untere Grenze. Jedes Grad mehr Differenz zur Aussentemperatur bedeutet einen deutlich größeren Vorschlaghammer, wenn man vor die Tür geht. :D Wobei die Differenz von 24° zur Aussentemperatur schon enrom ist und der Vorschlaghammereffekt schon da ist. :D Das schöne ist, man hat eine deutlich angenehmeres Kilma mit einer WP im Gegensatz zu den "günstigen" Klimageräten.
Erfahrungsgemäß werde ich die Temperatur halten können. vielleicht gehts noch ein Grad hoch, aber mehr nicht. Ist halt ein recht neues Haus (2018), ein Flachdach mit Betondecken. Genauso wie das Haus im Winter die Wärme hält, bleibt im Sommer die Hitze schon recht gut draußen.
 
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Slapshot schrieb:
draußen eine hohe Luftfeuchtigkeit
Vor allem ist immer noch erstaunlich vielen Leuten nicht bewusst, dass das eine relative Luftfeuchtigkeit ist.
50% Luftfeuchtigkeit bei 30°C sind rund 15g Wasser pro m³. (Das Thema Luftdruck spielt auch eine Rolle aber das klammern wir hier jetzt mal aus)
Dieselbe Wassermenge bedeutet bei einer Lufttemperatur von ca. 17,5°C 100% Luftfeuchtigkeit, da Luft, je wärmer es wird, umso mehr Wasser speichern kann bzw. umgekehrt, immer weniger. Deshalb bildet sich Tauwasser an der kalten Bierflasche, sobald man sie aus dem Kühlschrank holt. Oder eben auf dem Fußboden, wenn dieser durch die Wärmepumpe zu stark abgekühlt werden würde.

So ergibt sich eben auch der Taupunkt. Lufttemperatur 20°C und Taupunkt bei 0°C bedeutet nichts anderes als rund 25% Luftfeuchtigkeit bei besagten 20°C. Wenn Taupunkt und tatsächliche Lufttemperatur (nahezu) identisch sind, heißt das nichts anderes als dass die Luft mit Wasser (nahezu) gesättigt ist. :D

Deswegen soll man, wie du korrekt erwähnst, auch möglichst nicht zu viel lüften, da die warme Luft von draußen wieder enorm viel Feuchtigkeit rein transportiert. Nebst dem, was man als Bewohner durch schwitzen, atmen und sonstige Dinge mit rein bringt.


Slapshot schrieb:
deutlich angenehmeres Kilma mit einer WP im Gegensatz zu den "günstigen" Klimageräten.
Ich nehme an, weil die Luftumwälzung mehr Unruhe mit sich führt als "nur" der kalte Fußboden?
 
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Das MatZe schrieb:
Ich nehme an, weil die Luftumwälzung mehr Unruhe mit sich führt als "nur" der kalte Fußboden?
Ich nehme an, es liegt eher daran, dass Klimageräte der Luft oft zuviel Wasser entziehen, was sich dann wie schlechte Luft "anfühlt", Atemwege reizt usw.. Nur die Luftumwälzung wird es nicht sein, bei mir findet auch eine stetige Luftumwälzung durch meine Luftungsanlage statt.
 
Klingt plausibel.
Klassische (Split-)Klimageräte schieben viel Luft durch einen kleinen Wärmetauscher, ergo muss die Leistung über Temperaturdifferenz kommen. Sprich die Luft muss deutlich unter die Raumzieltemperatur abgekühlt werden, was wiederum die Wasserkapazität limitiert. Und die Dinger haben zwangsläufigerweise n Kondensatablauf, den man bei ner Fußbodenheizung ja seltenst vorfindet - sprich das Wasser muss in der Luft verbleiben. :D

Und Lüftungsanlagen bewegen ja meist die Luft sehr viel langsamer bzw. in einem quasi nicht spürbaren Bereich. Wenn so ne normale Split-Klimaanlage gekühlte Luft aus dem Wärmetauscher pustet, ist das schon mehr Luftbewegung.
 
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Slapshot schrieb:
Ich nehme an, es liegt eher daran, dass Klimageräte der Luft oft zuviel Wasser entziehen, was sich dann wie schlechte Luft "anfühlt", Atemwege reizt usw.. Nur die Luftumwälzung wird es nicht sein, bei mir findet auch eine stetige Luftumwälzung durch meine Luftungsanlage statt.
Aktuell ist die schlechte Luft eher die feuchte Luft. 30 Grad und 70% Luftfeuchtigkeit ist eklig. Wenn ich die Klima laufen lasse und die Luftfeuchtigkeit auf 35% bei 25Grad fällt, fühlt sich das gut an. Natürlich darf die Luftfeuchtigkeit nicht zu gering sein, aber bei den aktuellen heißen Temperaturen ist eine geringere relative Luftfeuchtigkeit eine Wohltat.
 
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Das MatZe schrieb:
Deswegen soll man, wie du korrekt erwähnst, auch möglichst nicht zu viel lüften, da die warme Luft von draußen wieder enorm viel Feuchtigkeit rein transportiert. Nebst dem, was man als Bewohner durch schwitzen, atmen und sonstige Dinge mit rein bringt.
Das ist theoretisch korrekt. In der Praxis dürfte aber oft das das Gegenteil ist richtig sein.
Wenn man sich bei hohen Temperaturen lange in einem Raum aufhält erhöht man eben noch weiter die Luftfeuchtigkeit. Und das bringt dann noch mehr gefühlte Schwüle und dann noch mehr Schweiß und noch mehr Luftfeuchtigkeit.
In einem Einfamilienhaus wird das weniger zum tragen kommen. In einer kleinen Wohnung wird man jetzt aber wohl meistens an einem Punkt sein wo man permanent, am besten mit Ventilatoren durchlüften sollte. Bei weit über 30°C ist natürlich jeder Komfort dahin. Aber so kann man dann wenigstens durch Transpiration im Luftzug ... überleben.
 
@Haggis auch wahr, in kleinen Wohnung ist das "Luftmanagement" durchaus eine Herausforderung.
Als ich mit meiner Frau noch in einer recht kleinen 45m² Wohnung gewohnt habe, musste man schon darauf achten halbwegs Regelmäßig mal alle Luken auf zu reißen, nach dem Duschen brav die Tür zur Wohnung schließen und das Fenster offen lassen oder z.B. nicht auf die krude Idee zu kommen, Wäsche in der Wohnung trocknen zu wollen.
Kochen, wo es nur ohne Deckel ging (z.B. Bratkartoffeln) war auch immer spannend.
(Ansonsten koche ich alleine aus Effizienzgründen schon immer nur mit vollständig geschlossenem Topfdeckel. Man muss halt n bisschen acht geben nicht zu viel Energie rein zu schieben um ein Überkochen zu vermeiden)

//edit// wobei es in kleineren Wohnungen auch natürlich auf die Aufenthaltsdauer ankommt. Wenn man zu "normalen" Zeiten Berufstätig ist, kann man im Idealfall nachts im Sommer alle Löcher aufmachen und die Bude auskühlen lassen, morgens alles zu und Rollos runter, bevor man sich zur Arbeit begibt und muss dann "nur" noch die restlichen Stunden zwischen Feierabend und Sonnenuntergang aushalten. Das hat auch in der kleinen Wohnung funktioniert, ohne zwischendurch lüften zu müssen.
Wenn's kalt genug bleibt, schwitzt man ja auch weniger und transportiert "nur" durch Atmung und nicht zusätzlich über Transpiration Feuchtigkeit in die Raumluft.
 
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Mein Zweitwohnsitz ist 400 Jahre alt und hat 1m dicke Bruchsteinmauern. Innen auch viel Eiche, Steinböden und Böhmisches Gewölbe.
Raumtemperatur tendenziell zu kalt im Sommer, normal 19-21⁰C, heute sensationelle 22,4⁰C, mal schauen, ob am Wochenende erstmalig die 23⁰C Marke geknackt wird.
Wegen dieser tonnenschweren Bauweise entsteht an den kühlen Wänden in Verbindung mit heißer, feuchter Frischluft sogenannte Sommerkondensation, darum greift da bei Bedarf automatisch ein Luftentfeuchter ein (Leistungsklasse bis 80l/24h), der zukünftig den Überschuss-Strom der Anker Solix 4 Pro verwerten wird.
 
Mit Wärmepumpe (LWWP, Fußbodenheizung, ohne integrierte Lüftung) kann ich das Haus bei Hitze je nach Raum und Nutzung (Körperwärme, PC, ...) auf 23–25° halten. Am heißesten Tag musste die Kühlung leider erstmals komplett aus bleiben, weil die Luftfeuchtigkeit im Haus auch ohne Kühlung schon grenzwertig war. Es war zu schwül. In der Spitze hatte ich 26,5° im wärmsten Raum und hohe Luftfeuchtigkeit. Draußen waren es tagsüber bis zu 37°. Da kommt das System an seine Grenze; eine Klimaanlage ist dann deutlich angenehmer.

Bei normaler und trockener Hitze passt es aber. Das System ist sehr träge: Wenn es mehrere Tage heiß ist, kühle ich täglich ca. 6 Stunden, schon bevor es richtig heiß wird und auch noch 1–2 Tage danach.

Deine Ergebnisse mit der Sommerkassette überraschen mich jetzt nicht ;-)

Die Lüftungsanlage bringt fürs Kühlen praktisch nichts, abgesehen vom hohen Komfort. Unser Haus ist sehr massiv, und Luft kann so wenig Energie transportieren, dass es keinen spürbaren Unterschied macht. Kann man ausrechnen. Bypass sowie Kälte-/Wärmerückgewinnung macht meine Lüftungsanlage automatisch, es ist also immer im optimalen Bereich. Trotzdem bringt es nichts. Eher wird mein Schlafzimmer wärmer als nötig, weil dort am meisten Frischluft aus dem Ventil kommt (die ich tagsüber nicht brauche), und trotz Wärmetauscher ist die Luft natürlich immer etwas wärmer als innen. Nett ist nur: tagsüber bei 30°+ nicht per Fenster lüften zu müssen.
 
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