Wahl des Arbeitsplatzes: Was ist euch wichtig?

Selbstverwirklichung, Spaß an der Arbeit, starkes Team/gutes Arbeitsklima, kurze Anfahrtwege.
So sieht meine Prioritäten-Liste aus.

Unter Selbstverwirklichung verstehe ich: Ich möchte nach einem Projekt einfach sehen, dass ICH (zusammen mit einem eingespieltem Team) etwas gemacht habe. Ich möchte einfach meiner Arbeit einen persönlichen Touch geben.
 
Für mich sind die Prioritäten:
- Job muss abwechslungsreich und herausfordernd sein und Aufstiegschancen bieten. 3 Jahre immer den selben Job machen und keine Anzeichen von professioneller Weiterentwicklung wären die Hölle für mich.
- Ortswechsel für den Job würde ich generell nicht ausschließen, wenn der Mehrwert es gerechtfertigt.
- Arbeitsklima sollte selbstverständlich angenehm sein, da es sehr zum Arbeitsspass beiträgt
- Gehalt ist nicht alles, aber es muss hoch genug sein, um meinen nicht ganz billigen Lebensstil zu finanzieren und Vermögen zu bilden

Generell hat die höchste Priorität dass der Job mir die Möglichkeit gibt, mich persönlich und professionell weiterzuilden.
 
gaunt schrieb:
Ich zum Beispiel bin mittlerweile anfang 30, beziehungsmäßig gebunden und mag mein privates und berufliches Umfeld. Ein Job der ganz OK ist und angenehme Kollegen.
Spricht also alles dafür alles zu lassen wie es ist.

Aber: Wo anders kann man mehr verdienen und neues erleben. Weiterentwicklung beim aktuellen Brötchengeber ist nur mäßig möglich. Der alte Trott wird langweilig und man bekommt Hummeln im Allerwertesten. Es war ja alles OK. Aber was neues wäre OKer...

An sich die besten Voraussetzungen um etwas gegen die Hummeln zu tun.

Ein direkter Jobwechsel wäre mir an Deiner Stelle in der aktuellen Phase etwas zu risikoreich. Aber gegen eine Weiterentwicklung neben dem Job spricht ja nichts. Such' Dir eine Weiterbildungsmöglichkeit, die Dir neben dem Job möglich erscheint und genieße die private und berufliche Stabilität, die Dir so etwas möglich macht.

Und in ein, zwei Jahren kannst Du dann die Hummeln rauslassen und eines der verlockenden Angebote annehmen und Gas geben.

Größtes Problem bei einem Arbeitgeberwechsel in meinen Augen ist das "Klima-Roulette", denn die Kollegen und die Arbeitsatmosphäre kann man leider nur in den allerseltensten Fällen über einen ausreichend langen Zeitraum austesten.

Insofern: Genießen was man hat und gleichzeitig eine Grundlage für das Kommende schaffen ist in meinen Augen das A und O.
 
Was man auch bedenken muss ist man fängt dann wieder ganz von Vorne an als der Neue alleine das würde mich schon nerven, klar ist mehr Geld immer gut aber man soll ja nicht zu gierig werden.

Ich bin jetzt 13,5Jahre bei einer Firma und ich hoffe das ich da noch biss zur Rente da bin Kollegen sind super Arbeit macht auch Spaß das ist das wichtigste. Und wenn man schon länger in einer Firma ist hat man mehr "Freiheiten"

Allerdings wenn ich nochmal 19 währe würde ich einiges etwas anders machen.
 
Die meisten hier scheinen wirklich dem guten Arbeitsklima den Vorrang vor Geld zu geben. Aber ist es nicht so, das man mehr Zeit zu Hause mit Familie und mit Freizeit verbringt, als bei der Arbeit?! Wäre es dann nicht sinnvoller, mehr Geld zu verdienen, dafür eine schlechtere Arbeit hinzunehmen um seine Freizeit besser zu gestalten und seine Familie sorgenfreier durchzubringen? Nur mal so als Frage, nicht als Feststellung.

Ich sehe Geld und Arbeitsklima auf gleicher Stufe, müsste ich wählen, würde ich für mehr Geld auch Nachteile beim Arbeitsklima hinnehmen.
Die meisten Sorgen hat man doch nicht in der Firma, sondern privat, oder? Offene Rechnungen, Ratenkredite und hohe monatliche Kosten, das kann die Familie mehr zerütten als ein blöder Chef, über den man dann abends meckern kann. Ich höre so gut wie nie die Leute über schlechtes Arbeitsklima jammern, es geht doch immer um Geld und das es zu wenig ist. Daher wundert mich die Tendenz hier im Thread zum Arbeitslima hin. Keiner traut sich offen auszusprechen, das Geld wichtiger sein könnte, höchstens wird im Nachsatz gesagt "und das Geld sollte auch stimmen", so, als ob das automatisch der Fall wäre.
 
Also ich würde auch auf's Arbeitsklima achten, allerdings muss das Gesamtpaket stimmen. Was bringt mir ein gutes Klima, wenn ich nix verdiene?
Was den Ort angeht... ich bin momentan noch recht jung, daher spielt das keine wirkliche Rolle - ich bin weltweit verfügbar :p.

Ansonsten achte ich natürlich auf's Gehalt inkl. bezahlte Überstunden, Urlaubs- / Weihnachtsgeld, das Arbeitsklima und die gesamtwirtschaftliche Situation des Unternehmens.
Urlaub ist nicht wirklich ein Kriterium, ich bin auch mit weniger zufrieden, wenn ich dafür mehr Geld habe - mehr Arbeit bedeutet schließlich weniger Zeit zum Geld ausgeben :D.
Wir haben eh zuviel Urlaub, in den USA gibt's im Schnitt 12 Tage und da meckert auch keiner :-P
 
Kann man es sich heutzutage überhaupt noch leisten auf Kriterien wie Arbeitsklima Wert zu legen? Ich wäre schon mit einem unbefristeten Arbeitsverhältnis, von dem ich halbwegs leben kann, zufrieden.
 
Kann man schon. Kommt halt ein bisschen auf einen selber an.
Wenn man eine gute Ausbildung in einem Beruf hat, der gute Zukunft hat, gibt's doch viele Firmen, bei denen man Chancen hat. Also sucht man sich die Beste aus.

Anderes schaut's aus, wenn man ewig keinen Job findet, keine Ausbildung hat oder man z.B. an eine Region gebunden ist. Dann kann man natürlich nicht so wählerisch sein.
 
@Fu Manchu klar ist etwas mehr Geld für die Familie immer gut nur wenn ich schon nicht gerne in die Arbeit gehen möchte taugt das nichts da ist mir das Geld egal wenn die Arbeit mir nicht gefällt, klar gibt es immer mal arbeiten die einem nicht so gefallen aber wenn sonnst alles passt.

Bei mir ist es so wenn ich 3Wochen Zuhause bin dann freue ich mich wieder richtig auf meine Arbeit und vor allem auf die Kollegen, vor allem wenn man sich super versteht und sich viel zu erzählen hat und Spaß bei der Arbeit hat was mir ab und zu für einen Blödsinn unterm arbeiten machen das würde ich gegen nichts eintauschen wollen, und ich bin mit meiner Bezahlung sehr zufrieden.

Klar mehr kann es immer sein muss aber nicht, und einen Großteil des Tages ist man ja in der Arbeit vor allem wenn man Schicht hat muss das passen das Klima.
 
Fu Manchu schrieb:
Die meisten hier scheinen wirklich dem guten Arbeitsklima den Vorrang vor Geld zu geben. Aber ist es nicht so, das man mehr Zeit zu Hause mit Familie und mit Freizeit verbringt, als bei der Arbeit?! Wäre es dann nicht sinnvoller, mehr Geld zu verdienen, dafür eine schlechtere Arbeit hinzunehmen um seine Freizeit besser zu gestalten und seine Familie sorgenfreier durchzubringen? ...
Hier liegt einer der Knackpunkte der ganzen Betrachtungsweise. Denn es geht um nichts weniger als die Grundfrage "Arbeite ich um zu leben oder lebe ich um zu arbeiten?"! Je nachdem wie man diese Frage beantwortet, ergeben sich auch die Antworten für alle nachfolgenden Fragen.

Ich persönlich 'arbeite um zu leben' - bei mir liegt der Schwerpunkt auf dem Privatleben und meine Arbeit ist hauptsächlich Erwerbsarbeit. Das, womit ich mein Leben finanzieren kann. Entscheidend ist hauptsächlich, mit welchem Aufwand ich ordentliches Geld verdienen kann, ohne zugleich negative Auswirkungen aufs Privatleben zu haben. Sicherlich, ich arbeite recht gern in meiner Amtsstube, aber deutlich lieber bin ich in meiner Wohnstube! :) Erfüllung und Selbstverwirklichung suche ich vor allem nicht in der Arbeit, sondern in Hobbies und der Familie. Arbeit ist Notwendigkeit, kein Vergnügen. Schön, wenn die Arbeit einträglich ist und nebenbei noch riesig viel Spaß macht, aber für mich ist das kein Kriterium; sonst wäre ich heute ein (vermutlich beschäftigungsloser) Historiker. Stimmt der Ertrag, dann dulde ich auch so einige Unbillen des Arbeitslebens.

So muss jeder selbst festlegen, welchen Stellenwert die eigene (Erwerbs)Arbeit einnimmt.


- Harold
 
Ich bin sofort unmotiviert, wenn ich mit alter EDV arbeiten soll. Wäre für mich ein Grund, den Job nicht anzunehmen.
 
Ja stimmt, das wäre für mich auch ein no-go. Man muss sich heutzutage ja immer weiterentwickeln. Einem Unternehmen, das uralte Software benutzt, unterstelle ich per se, dass es eine schlechte Auftragslage hat. Die Kunden haben in der Regel topaktuelle Software, die u.U. Dateiformate unterstützt, die Uraltkrams nicht öffnen kann. (...)
 
Na ja, einerseits soll man schnell und gut arbeiten und auf der anderen Seite bekommt man dann einen 17" TFT, ne alte P4 gurke und windows2000 mit IE6. Da hole ich lieber meine Sachen von zu Hause als mich daran zu setzen.
 
Harold Valorum schrieb:
... Schön, wenn die Arbeit einträglich ist und nebenbei noch riesig viel Spaß macht, aber für mich ist das kein Kriterium; sonst wäre ich heute ein (vermutlich beschäftigungsloser) Historiker. Stimmt der Ertrag, dann dulde ich auch so einige Unbillen des Arbeitslebens....

Schön geschrieben, das ist auch eher die Sichtweise, die ich in der Mehrzahl erwartet hätte. Entweder schreiben hier die Leute, die überwiegend einen freudigen Job haben oder die sich die Jobs aussuchen können.
 
In meinen ersten Job (verbleib 7 Jahre) hatte ich zum Glück die möglichkeit sehr viele Stationen durchzulaufen um Schlussendlich in der Regionaldirektion zu landen. Ich bin ein Typ der sich andauernd was "neues" Antun muss. Seit 3 Jahren aber Mittlerweile habe ich einen Job gefunden der mir sehr gefällt, da man sich mmn ständig weiterbilden muss um Up to Date zu sein. Wichtig für mich ist auch der Umgang mit dem Kunden, also direkt Gespräche mit ihm Führen zu können. Ein gutes und angenehmes Umfeld sowie die annehmbare Bezahlung sind für mich da fast nur die Pausenfüller... wichtig ist, dass ich was zu tun habe, dass nicht Monoton wird... sollte dies aber Passieren würde ich wieder wechseln :)
 
Fu Manchu schrieb:
...Aber ist es nicht so, das man mehr Zeit zu Hause mit Familie und mit Freizeit verbringt, als bei der Arbeit?! Wäre es dann nicht sinnvoller, mehr Geld zu verdienen, dafür eine schlechtere Arbeit hinzunehmen um seine Freizeit besser zu gestalten und seine Familie sorgenfreier durchzubringen?

Beißt sich da nicht die Katze in den Schwanz?

Meiner Erfahrung nach verbinden sich "mehr Geld verdienen" und "weniger Zeit für Familie und Freizeitgestaltung" nämlich regelmäßig miteinander.

Ist nicht vielmehr Ausgewogenheit zwischen Zeitaufwand für Beruf und einem ausreichenden Einkommen das zu erreichende Ziel, um Familie und Freizeit noch sinnvoll in den Alltag einbauen zu können?
 
thomas.calloran schrieb:
Beißt sich da nicht die Katze in den Schwanz?

Meiner Erfahrung nach verbinden sich "mehr Geld verdienen" und "weniger Zeit für Familie und Freizeitgestaltung" nämlich regelmäßig miteinander....

Nur wenn man aufsteigt oder den Job wechselt. Aber nur die Firma wechseln bei gleichem Job heißt zumeist nicht mehr Zeitaufwand. Es geht ja nicht um Karriere machen, sondern um Wahl des Arbeitsplatzes. Beim Aufstieg oder anderen Job kann das sein.
 
so eine ähnliche problematik beschäftigt mich momentan auch, aber nicht auf den konkreten arbeitgeber/arbeitsplatz bezogen sondern eher bezüglich arbeitsfeld. hab ein magisterstudium gemacht und bin momentan in einem bereich tätig, mit dem ich mich zwar arrangieren kann, aber der eher einen randbereich meines studiums darstellt und mit dem ich mich nicht wirklich identifiziere. nun frage ich mich, ob ich erstmal dabei bleibe und sehe was kommt (der hunger kommt beim essen) oder ob ich mich engagierter darum bemühe in eine andere tätigkeitsrichtung zu kommen. ob man in nem neuen bereich die karriereleiter hochfällt ist nicht sicher, im momentanen bereich habe ich aber schon das gefühl, dass es nahezu ausgeschlossen ist einen deutlich höheren sozioökonomischen status zu erlangen. ich habe halt die befürchtung, dass die chancen für einen umstieg mit zunehmender dauer eher geringer werden. ist das halbwegs nachvollziehbar?

zum topic - und da beziehe ich mich mal auf viele gespräche die ich über arbeitszufriedenheit und wechselgedanken hatte:

haste keine arbeit, biste nach ner zeit nur froh irgendwas zu haben
haste n job der dich nicht fordert bist du unzufrieden, ebenso wenn du dich überfordert fühlst
haste n job, der dir keinen spaß macht, dann macht dich auch der lohnzettel nicht zufrieden
haste n job, der dir spaß machst, fragste dich ob du nicht was besser bezahltest bekommen könntest usw. (das hab ich momentan so ein bisschen, wenn ich so von der bezahlung höre, die leute bekommen die in den alten bundesländern arbeiten - das ist das 2-3fache von meinem brutto)
rein statistisch gesehen, sind wohl 80% aller leute mit ihrem job unzufrieden, die meisten von denen wechseln nicht, da sie denken woanders wäre es auch nicht besser (siehe meine vorhergehende aufzählung).
in der zeitschrift für psychologie (sept.2009) ist n artikel, der sagt: von denen, die an ihrem arbeitsplatz unzufrieden sind, verbessert sich die zufriedenheit bei denen, die in andere unternehmen/arbeitsfelder wechseln am meisten, bei denen die im unternehmen wechseln, verbessert sich kaum was und für die, die sich nur innerlich mit kündigung beschäftigen wirds meist immer schlimmer.
 
Das Grundproblem ist wohl menschlich, man will immer mehr. Die Frage stellt sich ob nach einigen Jahren wieder die selben Gedanken auftauchen oder nicht. Manchmal ist es hilfreich zurückzutreten und zu schauen, was habe ich hier? Eine gute Arbeitsplatzausstattung, gute kurze Anfahrswege und tolle Kollegen, alles Sachen die einige schnell als selbstverständlich ansehen.

Zur Not mal den Chef fragen, bezüglich Weiterbildung usw. wenns den die Firma hergibt.
 
denke auch die work-life-balance ist wichtig. man lebt ja schließlich nicht nur zum arbeiten. wenn dann noch arbeitsklima und geld stimmt. perfekt
 
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