Warum sind die Deutschen so stolz auf "Girocard"?

Jede Kartenzahlung kostet den deutschen Händler Minimum rd. 9 Cent variable Kosten, auch bei Kleinstbeträgen und das ist erst der Anfang der Preisspirale auf dem Weg zur bargeldlosen Gesellschaft. Ist das Monopol erst einmal geschaffen, wird bestimmt noch deutlich kräftiger abkassiert.

Ich hoffe, meine Einzelhändler bleiben genau so dem Bargeld treu wie ich.
Wer mit Karte bezahlen will, bitte schön.
Bargeld ist Freiheit!
 
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gymfan schrieb:
[...] meine tut es seit mind. 2007
Dahinter dürfte vermutlich gerade Maestro stecken. Der Dienst wird eingestellt. Girocard hingegen könnte innerhalb Deutschlands so durchaus noch lange weiterlaufen.
BlubbsDE schrieb:
Was für eine Begründung denn?
Die Begründung, die fehlt ist, warum die Händler nur zähneknirschend Bargeldzahlungen akzeptieren würden, wenn sie selbst der Meinung sind, Bargeldzahlungen wären günstiger.
Wenn der Bäcker selbst einfach bargeldliebender Deutscher ist, dann wird er vielleicht aus Prinzip diesen Zahlungsweg anbieten, ganz ohne Zähneknirschen.
Ich bin übrigens der Meinung, dass ein regulärer Laden in Deutschland durch Ausschießen von Brageldzahlungen einen großen Teil an Kundschaft verliert. Folglich muss man immer Bargeldzahlungen anbieten. Und ich würde unterstellen, dass die Kosten für Barzahlungen viel weniger mit der Anzahl an Transaktion skaliert als Kartenzahlungen. Wenn man also eh Bargeld anbieten muss, ist jede einzelne Zahlung zumindest günstiger als eine teure KK-Zahlung.

Ich wurde übrigens bei einem lokalen Buchhändler, nachdem ich die Kreditkarte gezückt hatte, auch schon gefragt, ob ich nicht auch EC oder bar hätte. Die Gebühren sind gerade für kleine Händler bei KK teilweise richtig hoch (wohl auch mal 3%), sodass die Girocard für den Händler weitaus billiger ist.
 
Wenn wir über die kleinen Händler reden, dort wird das Geld meist jeden Abend auf die Bank geschafft. Und gleichzeitig neues Wechselgeld mitgenommen für den nächsten Tag.

Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber hat sich daran nur geringfügig was geändert, als Einzahlungen nur noch über den GAA kostenlos waren. Selbst ein Rewe Markleiter kam 3 Mal die Woche und hat ca 7-10 kg Kleingeld geholt und Geld eingezahlt. Ebenso eine Tankstelleninhaber.
Die "kleinen" machen das bis heute so, eben nur noch über den Geldautomat.

Und viele Kunden die eine KK hatten, haben sie (wenn überhaupt) nur im Urlaub verwendet, wenn die EC-Karte zu wenig Limit hatte.
 
Die Hürde eine "echte" Kreditkarte zu bekommen sind davon ab auch deutlich höher als bei einer girocard.

Es sind einfach verschiedene Finanzprodukte.

Man bekommt einen Dauerkredit. Bei der girocard hat man Höchstens seinen Dispositionskredit + seine geduldete Kontoüberziehung. Bei Basiskonten noch nicht einmal das.

Hinter der echten Kreditkarte steht auch immer noch ein Girokonto, da man in der Regel seine Kreditkarte nicht im Guthaben führen kann. Den Meisten Deutschen reicht eben eine girocard. Eine Kreditkarte zeigt ihre Vorteile eher im Ausland und die Meisten bleiben eben nur hier. :D
 
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Skaiy schrieb:
Die Hürde eine "echte" Kreditkarte zu bekommen sind davon ab auch deutlich höher als bei einer girocard.
Es reicht ja zum bezahlen per KK auch deine Debit oder Charge KK aus. Für das Geschäft ist es kein Unterschied.
 
PCGamer007 schrieb:
Wenn wir über die kleinen Händler reden, dort wird das Geld meist jeden Abend auf die Bank geschafft. Und gleichzeitig neues Wechselgeld mitgenommen für den nächsten Tag.
Das glaube ich jetzt einfach mal nicht!
Rewe + Tankstelle sind übrigens keine kleinen Händler.
Wer wie Rewe einen Bargeldservice bis 200€ ab 10 Euro Einkaufswert anbietet, der braucht natürlich auch dafür Bargeld. Deine 2 Beispiele finde ich deswegen nicht zutreffend für einen kleinen Händler.
 
PCGamer007 schrieb:
Es reicht ja zum bezahlen per KK auch deine Debit oder Charge KK aus. Für das Geschäft ist es kein Unterschied.
Für die Meisten reicht dann auch eben eine girocard. Ohne jetzt Zahlen zu kennen: Wie viel Prozent machen Debit- und Charge-Kreditkarten von allen Kreditkarten in Deutschland aus?

Die Händler richten sich in der Regel nach dem Markt, wenn Kreditkartenzahlungen nicht (genug) nachgefragt werden, bieten sie es nicht an. Warum auch?

Zudem: Jeder, der eine Kreditkarte hat, hat auch eine girocard. Der Kreditkarteninhaber zückt dann eben seine girocard, wenn eine Kreditkartenzahlung nicht akzeptiert wird.

Wofür braucht man in Deutschland denn eine KK? Kartenzahlung bei Mietwagen, den Luxus an beliebigen Geldautomaten kostenlos Bargeld abzuheben, Punkte sammeln etc. Die Vorteile in Deutschland halten sich sehr stark in Grenzen.

In Deutschland ist die girocard derzeit nicht zu schlagen. War wohl einfach zuerst da. :)
 
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ThomasK_7 schrieb:
Rewe + Tankstelle sind übrigens keine kleinen Händler.
Kommt drauf an. Rewe macht teilweise Franchising. Aber grundsätzlich stimmt das. Vor unseren "rewes" stehen regelmäßig Geldtransporter. Da schleppt keiner selbst das Bargeld weg. 😂
 
BuzzAMK schrieb:
Dabei ist doch eine Girocard im Vergleich zu einer Mastercard oder Visa doch eigentlich Müll, oder nicht? Liegt es echt an diese 0.01% Gebühren wo diese kleinen Kaffläden sparen?
Das Problem ist, dass der Unterschied eben mehr als 0,01% sind. Auf die Schnelle habe ich folgende Werte bei gefunden (Quelle : Eines der ersten Google-Ergebnisse, sollte aber für Abschätzung reichen):
  • EC-Karte: 0,09€ pauschal + 0,25% vom Umsatz. Bei 50€ Einkaufswert wären es z.B. 0,22€ gesamt.
  • Kreditkarte: 1,2% des Umsatzes. Bei 50€ Einkaufswert also 0,60€

Da habe ich schon Verständnis für Händler, wenn die nicht einsehen, für eine ähnliche Leistung das dreifache zu zahlen. Solange also die Girokarte noch sehr weit verbreitet ist, ist das Anbieten der Kreditkartenzahlung für den Händler eine Abwägungsfrage: Wie viele Kunden verliere ich bei einer "keine Kreditkarten"-Richtlinie im Vergleich zu den zusätzlichen Kartengebühren bei Kreditkarte.

@ All: Die Fragestellung, ob Bargeld für den Händler teurer ist als Kartenzahlungen, hat mit der Ursprungsfrage wenig zu tun.
 
ThomasK_7 schrieb:
Das glaube ich jetzt einfach mal nicht!
Das waren auch nur 2 "extrem" Beispiele. Trotzdem machen das eben auch größere Bargeldkunden zumal der Rewe eben nur eine Filiale hatte und die Tanke auch nur eine einzelne Station war. Also wirklich groß waren die auch nicht. Seit kurzem hat Rewe aber allgemein selbst einen Transportservice, daher machen die das jetzt anders / selbst.

Die kleinen lokalen Geschäfte machen das eben sehr oft noch so und gehen täglich oder alle 2 Tage zur Hausbank und Zahlen ein / holen Wechselgeld.

Skaiy schrieb:
Wie viel Prozent machen Debit- und Charge-Kreditkarten von allen Kreditkarten in Deutschland aus?
Ziemlich gering sollte der sein. Ich meinte aber nur, dass die "Hürde" eben keine Hürde sein muss. Die Karten werden aber auch erst seit 2 oder 3 Jahren wirklich aktiv Angeboten.

Aber ja. In Deutschland macht eine KK wenig Sinn.
 
Da Direktbanken neuerdings dazu übergehen, für eine Girocard 0,99 EUR pro Monat zu berechnen, die Debit-VISA aber weiterhin kostenfrei bleibt, könnte ich mir vorstellen, dass sich die Liebe der Deutschen zur Girocard langfristig etwas abkühlt. Wenn ich mein Girokonto bei der DKB oder ING hätte, würde ich mir überlegen, ob Debit-KK und gebührenfreie Bargeldversorgung nicht ausreicht.
 
Skaiy schrieb:
Wofür braucht man in Deutschland denn eine KK? Kartenzahlung bei Mietwagen, den Luxus an beliebigen Geldautomaten kostenlos Bargeld abzuheben, Punkte sammeln etc. Die Vorteile in Deutschland halten sich sehr stark in Grenzen.
Ich müsste mal testen, ob man mittlerweile auf den diversen Portalen Hotels in Deutschland ohne echte KK buchen kann. Bis 03/2020 war das zuminest für Hotels, bei denen man nicht bis 18 Uhr am Anreisetag kostenfrei stornieren konnte, Pflicht.

Und wenn ich nicht gerade in einer Kleinstadt ohne nennenswerte Autovermieter leben würde, dann wäre auch die Automiete eine relevante Aktion für meine KK.
 
cartridge_case schrieb:
Meine Scheine nehmen sie immer dankend an.

Ich bin jetzt seit 2 Jahren komplett Bargeld los unterwegs (ok bis auf den Reserve 50er falls mal ein Terminal streikt).

Spart mir einfach sehr viel Lebenszeit welche ich anderweitig verwenden kann, alleine schon weil ich nicht mehr regelmäßig extra zur Bank hinfahren muss.
Ergänzung ()

ThomasK_7 schrieb:
Wer mit Karte bezahlen will, bitte schön.
Bargeld ist Freiheit!

Warum? Man bekommt das Gehalt idR über ein Konto und da ist es effizienter direkt mit dem Konto zu bezahlen als den Umweg über Bargeld zu geben.
 
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Für mich(!) ist die KK ein Segen. Ich zahle mittlerweile fast ausschließlich mit Apple Pay, also indirekt mit KK.
Wenn ich irgendwo mit Bargeld zahlen muß, muß ich 1. das Portemonnaie mitnehmen, 2. zur Bank fahren und Geld abheben und habe 3. anschließend oftmals das Portemonnaie voller unnützer Münzen.

Ich könnte mir vorstellen, daß in Deutschland die Girocard noch so hoch im Kurs steht, weil viele ihr Konto bei Volksbanken oder Sparkassen haben, bei denen die Girocard kostenlos ist, die KK aber Geld kosten.
 
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Ich habe gar kein Platz für Münzen. :D
 
Sowas habe ich eigentlich auch nicht mehr. Nur eine Magsafe-Hülle, in der ich Perso und Führerschein verstaue ;)
 
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Auch vier wieder die bargeld-terroristen. 😁 Bargeld ist keine Freiheit. Bargeld ist aufwendig, teurer, fehleranfällig und dreckig.

Kassensturz etc wurden ja schon genannt. Aber was irgendwie hier alle zu glauben scheinen ist, dass so ein Kassensystem billig bzw kostenlos sei. Die dinger sind schweineteuer. Während son kartenleser wenig kostet. Grade die für kk. Und von wegen bargeldlos zahlen sei teuer. Schon allein die kosten für das kassensystem und der aufwand für die buchhalterische prüfung/verwaltung der kasse sowie die fehlmengen sprengen locker die kosten für bargeldlose systeme, die zudem fix sind und somit leicht einzukalkulieren wenn man das denn überhaupt müsste. Denn „teuer“ sind diese systeme deshalb, weil grade die kleinen läden nie die kosten für bargeld kalkuliert und berücksichtigt haben….

Die sind nur horrenden, wenn man die kosten für den Arbeitsaufwand des Bargeldes nicht mit stundenlohn gegenkalkuliert… auch ich weiß das, weil ich genau das konkret ausgerechnet habe. Das problem: man kann in DE auf die kassen und das bargeld grade als kleiner laden nicht verzichten und muss beides führen. Und dann nerven die kosten für die kk natürlich. Weil ich die kosten des bargeldes ohnehin nicht einsparen kann. Wenn es aber eine entweder oder frage wäre, dann stehen die kk systeme nicht so schlecht da.
 
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Das ist schon klar, aber als kleiner Laden sollte man überlegen: Möchte ich Kunden haben, oder möchte ich pleite gehen?
Ich kauf aus diesem Grund schon kaum mehr bei kleinen Läden ein, wenn draussen vor der Tür nicht fett "VISA/MASTERCARD akzeptiert" steht. Geschweige denn Amex... Sorry aber da müssen die sich nicht wundern, wenn Leute lieber bei Grosskonzernen einkaufen, wo man ab dem ersten Cent mit Amex - mindestens aber Visa/Mc - bezahlen kann.
Ich habe da keine Lust, jedes mal wenn ich in die Eurozone fahre Geld (gebührenpflichtig) abzuheben und umzutauschen, um es am Ende wieder entweder in CHF zurückzutauschen oder mit unnötigem Kleingeld durch die Gegend zu gurken...
 
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Obwohl das 'Ausland' teilweise schon deutlich weiter ist. Letztes Jahr in Schweden hingen schon sehr oft Schilder vor den Geschäften "No cash accepted".
 
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