Warum sind die Deutschen so stolz auf "Girocard"?

Incanus schrieb:
Kannst ja eine Volksabstimmung beantragen, dass die Schweiz ihre Neutralität aufgibt und der EU und Ihrer Einheitswährung beitritt ;).
Aber wegen Deiner Bequemlichkeit sollen jetzt andere darauf verzichten Bargeld zu verwenden? Ich zahle ja auch vieles bargeldlos, seit der Corona Pandemie haben die Terminals auch sprunghaft zugenommen, aber Bargeld als Backup ist schon sehr sinnvoll. Es kommt immer mal wieder vor, dass es Ausfälle im System gibt, dann ist es blöd wenn der leckere Kaffee und das Brötchen vor einem liegen, man kann sie aber nicht bezahlen :).
Warum? Der Euro befindet sich seit Jahren im freien Fall ist und bald wieder 1:1. Ausserdem gilt der CHF als harte Währung. Mir geht es schon, wie @Frightener bereits erklärt hat, nicht darum, dass andere auf Bargeld verzichten müssen.
Ausserdem ja, Ausfälle kann es immer geben. Jedoch sind die mir in 15 Jahren (seit ich meine erste Karte bekommen habe) eine Handvoll mal passiert. - Jedenfalls seltener, als die Nichtakzeptanz in irgendwelchen Kaffläden.

Keine Frage: Es ist ja gut, wenn man auf ein inländisches System (wir haben ja auch Twint) setzt. Jedoch andere kategorisch auszuschliessen ist auch nicht wirklich kundenfreundlich und Sinn und Zweck an der Sache...Aber dann beschweren, wenn die Innenstadt pleite geht resp. von Grosskonzernen dominiert wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
azweik schrieb:
Die Kosten bleiben ja eh, auch wenn man zusätzlich noch andere Zahlungsarten anbietet. Ob der Bäcker um die Ecke jetzt 200/Tag euro mehr oder weinger zur Bank tragen muss dürfte keine Rolle spielen.
Aber wenn bei einem Kleinbetragladen wie einer Bäckerei eh immer nur 100-200€ in der Kasse sind muss man sie auch gar nicht erst zu Bank tragen, wenn der Großteil der Kunden mit Karte zahlen würde.
 
BuzzAMK schrieb:
Jedoch andere kategorisch auszuschliessen ist auch nicht wirklich kundenfreundlich und Sinn und Zweck an der Sache.
Wie in meinem ersten Post schon geschrieben: Das ist eine rein wirtschaftliche Entscheidung der Händler. Und bisher konnten sie damit leben, denn der Fall, dass jemand nur eine Kreditkarte hat, ist bisher selten. Wo es relevanter wird (z.B. in Touristen-Hotspots), passen sich die Händler an.

Zudem darfst du da nicht nur auf die Händler schimpfen, sondern da haben auch Mastercard und Visa ihren Anteil daran. Würden die dieselben Gebühren wie die Girokarte verlangen, dann wäre das Thema auch schnell erledigt.

Letztlich ist das der Teil, den ich bei Kreditkarten sogar kritisch sehe: Wenn die Girocard ausstirbt, dann ist der Zahlungsmarkt komplett in der Hand der beiden amerikanischen Duopolisten. An vielen anderen Stellen im Forum würden sich Nutzer über eine solche Situation beschweren bzw. ein unabhängiges System begrüßen. Bei den Banken gibt es genau das mit der Girocard. Und meinerseits unterstütze ich das, das ist mir die 12€ Kartengebühr der ING wert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Faluröd schrieb:
Letztlich ist das der Teil, den ich bei Kreditkarten sogar kritisch sehe: Wenn die Girocard ausstirbt, dann ist der Zahlungsmarkt komplett in der Hand der beiden amerikanischen Duopolisten.
Ich hoffe ja, dass die EU mit dem digitalen Euro was brauchbares zaubert.

So ein System, das in Richtung "GNU Taler" gehen würde, würde die Vorteile des Bargelds mit denen der Kartenzahlungen vereinen.

Leider kann ich überhaupt nicht einschätzen was da kommen soll - könnte was echt gutes sein, oder ein riesen Reinfall.
 
BuzzAMK schrieb:
Dabei ist doch eine Girocard im Vergleich zu einer Mastercard oder Visa doch eigentlich Müll, oder nicht?
Ich hab noch nie verstanden, wieso ich Schulden machen muss bei der Bank für meinen Einkauf im Edeka, obwohl ich doch genug Geld auf dem Konto habe. Bzw., wieso ich ein separates Konto für Kartenzahlungen pflegen sollte. Wird dann einmal im Monat ausgeglichen.. Abwicklung über externe Dienstleister die erstmal nichts mit der Bank zu tun haben... find ich ziemlich unnötig das ganze. Ich überweise auf das KK-Konto (ist ja zumindest heute quasi ein normales Konto) regelmäßig einen gewissen Betrag, damit ich nicht so stark ins Minus rutschen da.
Aus organisatorischen Gründen (kostenlose Bargeldabhebungen u.ä.) verwende ich im Alltag die KK statt der normalen Bankkarte.
 
Hab noch nicht erlebt, dass ich per Giro nicht zahlen kann. Hotels, oke könnte zum Problem werden, aber selbst Autovermieter akzeptieren die für die Kaution.

Daher sehe ich das ebenso. Warum Schulden machen, wenn man flüssig ist?
 
Warum setzt ihr die Zahlung per KK gleich mit Schulden machen? Wenn ich Guthaben auf dem KK-Konto habe, gehen die Einkäufe sofort davon ab. Wenn ich nicht im Plus bin, bekomme ich quasi einen kostenlosen Kredit bis zur nächsten Abrechnung. Der Unterschied zum Girokonto ist die Tatsache, daß der Kredit für die Kontoüberziehung nicht kostenlos ist.
 
Frightener schrieb:
Warum setzt ihr die Zahlung per KK gleich mit Schulden machen? Wenn ich Guthaben auf dem KK-Konto habe, gehen die Einkäufe sofort davon ab. Wenn ich nicht im Plus bin, bekomme ich quasi einen kostenlosen Kredit bis zur nächsten Abrechnung.
Es ist eine offene Verbindlichkeit gegenüber der Bank (oder gegenüber Visa??), aber klar, in der Praxis hat das eher wenig Auswirkung. Ich finde es nur unnötig kompliziert, einmal das zwischen mir und der Bank noch ein Dienstleister agiert und dann noch, dass da ein extra Konto existiert.
Mein Beitrag war eine Reaktion auf den TE der ja schrieb "Bankkarte ist voll blöd wieso benutzt das überhaupt jemand". Ich finde, die umgekehrte Frage stellt sich eher.
 
BeBur schrieb:
dass da ein extra Konto existiert.
Es gibt auch Kreditkarten, die wie eine EC-Karte funktionieren. Also ohne Schattenkonto und mit direkter Kontoabbuchung.
Vorteil an der KK ist, dass es immer eine Garantierte Zahlung ist. Bei der EC Karte ist es das nur bei Zahlung per PIN. Dann wird der Betrag auf dem Konto geblockt.
 
Das ist aber ein Vorteil für den Empfänger und daher in diesem Fall "egal".

Kautionszahlungen, als Beispiel, können auch per Giro geblockt werden. So geschieht das immer bei "meiner" Autovermietung. Ob das bankabhängig ist, kann ich aber nicht sagen.

Und was soll ich mit einer Kreditkarte mit Guthaben drauf? Das geht völlig am Sinn vorbei... 😂 "KREDIT" Karte. Eigentlich bescheinigen die Dinger nur, dass man kreditwürdig ist. Dafür wurden sie erfunden und man bekommt von seiner Bank einen gewissen Rahmen eingeräumt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Erkekjetter schrieb:
ach das ist die Schuld der KArten, dass du die Details deiner Karten nicht kennst? so schwer ists ja nicht...
Ich habe besserers zu tun wie mit zwanzig Limis für eine Karte zu merken. Wieviel Bargeld ich dabei habe weiss ich, genauso, wieviel Geld auf meinem Girokonto ist. Welches Limit bei einer Zahlung per Girocard zuschlägt, ahne ich aber nur grob, ich weiss vor dem Zahlen noch nicht einmal, ob ich das ohne PIN oder Unterschrift durchführen darf oder nicht, da das auch vom Händler und anderen Dingen abhängt.

BeBur schrieb:
Es ist eine offene Verbindlichkeit gegenüber der Bank (oder gegenüber Visa??)
Die gibt es genauso, wenn der Edeka meinen heutigen Einkauf mit der Girocard erst am Montag einreicht. Das kommt hier oft genug vor. Und wenn ein Händler meine Girocard nur mit Unterschrift annimmt (kommt bei Tankstellen öfters mal vor), gibt es auch eine offene Forderung der Tankstelle mir gegenüber, die sie erst Tage später einlösen.

BeBur schrieb:
dann noch, dass da ein extra Konto existiert.
So lange ich darauf nicht aktiv einzahle (was ich noch nie getan habe) habe ich mit dem Konto nichts zu tun. Die KK bucht am Monatsende von meinem Girokonto ab und das wars (bis auf die zusätzliche Kostenaufstellung, bei der ich sogar vor Abbuchung noch Protest einlegen kann).

000000000000000 schrieb:
Zinsen für wen? Und warum muss das sein?
Früher gab es sowas bei meiner KK mal. 0,5% Zinsen als man auf ein normales Tagesgeldkonto noch 1,5-2% Zinsen erhalten hat. Das war also auch damals schon nutzlos. Erst recht, da man das Geld dort nur per KK wieder "ausgeben" konnte.

000000000000000 schrieb:
Hab noch nicht erlebt, dass ich per Giro nicht zahlen kann.
Ging mir schon öfters so: Der Versuch vom Kauf meines ersten Navis vor Jahren scheiterte an der anscheinend viel zu geringen Freigrenze bei Kassenzahlung -> Navi blieb beim Händler und wurde dann halt im Internet bestellt.
Außerdem schon mehrmals beim Autohändler (Reparaturkosten), wo die Freigrenze nicht reichte. Zähneknischend hat der Händler dann die KK akzeptiert.

Aber u.U. darf man mittlerweile diese Freigrenzen endlich an den eigenen Kontostand anpassen.
 
cartridge_case schrieb:
Ist mir noch nie aufgefallen. Meine Scheine nehmen sie immer dankend an.

Ich Kanns gar nicht abwarten bis wir endlich mal im 21 Jahrhundert angekommen sind und Bargeld abgeschafft wird.

Schweden schafft 2023 das Bargeld ab.. Ein Traum. Der deutsche wird aber am Bargeld festhalten bis ins Grab.

Dann sollen sie mich wenigstens immer überall mit Karte zahlen lassen. Geht aber auch tlw nicht..
 
Dann schaue doch bitte auch einmal auf die Bankgebühren in Schweden für Kartenzahlungen!

Bei der bargeldlosen Bezahlung in Schweden fallen Gebühren für den Fremdeinsatz der Geldkarte an. Diese sogenannten Transaktionsgebühren werden für jede bargeldlose Zahlung von der zuständigen Hausbank erhoben und bewegen sich in der Regel zwischen 1,75 bis 4 % des Rechnungsbetrags.

Die Gebühren für das Bezahlen mit Karte wurden in Schweden übrigens erst nach Erhalt des Monopols drastisch erhöht, um das selbstgesteckte Bankenziel von 8% Rendite erreichen zu können, was übrigens auch geschafft wurde.
Die obigen Kosten sind übrigens nur die Kosten für den Endverbraucher, nicht für den Händler.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: azweik
Und?
Bevor ich erst zur Bank rennen darf um Bargeld mit mir rumzuschleppen ist es mir das wert.

Ich bin in Schweden auf einem Flohmarkt gewesen, selbst da ging Kartenzahlungen. Als ich wieder in Deutschland war erinnerte ich mich wieder wie sehr Mittelalter wir hier überhaupt haben. Immerhin handeln wir nicht mehr mit Ziegen und Schafen.
 
Hylou schrieb:
Und?
Bevor ich erst zur Bank rennen darf um Bargeld mit mir rumzuschleppen ist es mir das wert.
Aber vielen wird es das nicht wert sein, wäre auch für mich ein Grund miene Kreditkarte nicht mehr einzusetzen.
Auf einen gemeinsamen Nenner wird man nie kommen. Jeder hat seine unterschiedlichen Gründe und das zeigt ja auch die DIskussion hier oder auch viele Diskussionen in einem anderen Forum, welches sich explizit mit Zahlungskarten aller Art beschäftigt. Die einen bevorzugen Bargeld und/oder Debitkarte, weil sofort das Geld weg ist. Andere bevorzugen Kreditkarte (unter anderem ich), bei mir ist der Grund, dass ich nicht jede kleine Zahlung auf meinem Girokonto sehen möchte.
 
@ThomasK_7
Auf welche Kartenzahlungen beziehen sich diese Gebühren? Da sind doch AFAIK auch die Maestro-Karten betroffen, somit gibts da keinen Unterschied zur KK (wobei die DKB den Auslandseinsatz aktuell noch zurückerstattet...). Die Schweden haben sowieso einen bunten Blumenstrauß an Zahlungssystemen. Deshalb bieten die wahrscheinlich teilweise schon gar keine Barzahlung mehr an.

In USA habe ich vor Jahren auch schonmal den Fehler gemacht, Bargeld abzuheben. Ich bin das dann kaum noch losgeworden. Man kann zwar immer mal Bargeld als Trinkgeld geben, die kleinen Münzen bleiben aber meistens übrig. Soll jetzt kein Plädoyer gegen Bargeld sein. Ich habe nichts dagegen, solange ich auch kontaktlos zahlen kann ;)

@Comadevil
Genau, es gibt immer Gründe für das eine oder das andere. Am besten ist es dann aber, wenn alle Möglichkeiten angeboten werden - und da hinkt Deutschland halt etwas hinterher.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Hylou
Hylou schrieb:
Schweden schafft 2023 das Bargeld ab.. Ein Traum. Der deutsche wird aber am Bargeld festhalten bis ins Grab.
Es ist meiner Meinung nach nie von Vorteil weniger Optionen zu haben. Mit dem Bargeld entfällt die Option anonym zu bezahlen. Das ist imho kein Traum.

Es ist noch viel weniger ein Traum, wenn zusätzlich zur Bank und zum Staat dann auch noch Visa/Mastercard mein Konsumverhalten auswerten können. Am besten nutzt man dann direkt auch noch die Payback-Karte. Wenn schon, dann richtig...^^

Über eine Pflicht Kartenzahlung als Händler anbieten zu müssen, kann man reden. Aber ich bin strikt gegen eine Bargeldabschaffung.
Hylou schrieb:
Ich bin in Schweden auf einem Flohmarkt gewesen, selbst da ging Kartenzahlungen.
Nutzen die nicht eine App zum bezahlen? Oder wie wurde deine Karte dort eingelesen?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Seppuku, wolve666 und Incanus
Zurück
Oben