Was haargenau ist eigentlich das Recht auf "Zugriff" auf ... ?

J

jancb11

Gast
Hallo,
ich frage mich immer mehr, was rechtlich und faktisch hinter dem Wort "Zugriff",mit dem fast jedes App jongliert, eigentlich genau steckt.

Das Wort sagt schon aus, dass es mehr als "Zugang" ist. Auch technisch logisch, da nicht jeder App-Hersteller ununterbrochen auf allen Smartphones der Welt eingeklingt sein kann. Die "greifen" also darauf zu und saugen etwas runter. Ebenso selbstverständlich ist, dass da nicht bloß jemand aus Neugier alles wissen will sondern es nutzen will.

Aber an welcher Stelle stimme ich eigentlich zu, dass zB meine Kontakte über den Zugriff hinaus weiterverwendet werden dürfen?

Und zweite Frage, wenn da schon mehr passiert, als zumindest mein Rechtsverständnis alleine mit dem Wort "Zugriff" verbindet, wo ist Schluss? Wenn´s Smartphone gerade mit dem PC verbunden ist und das eine oder andere App zudem "USB... - Zugriffsrechte" hat, ... wird dann etwa auch noch lustig auf meinen PC zugegriffen?
 
Also ich nehme mal an das kommt auf den Kontext an.
Wikipedia hat dazu mehrere Erklärungen; ZB:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zugriffsrecht

Die Frage ist dann wer oder was genau Zugriff erhalten möchte.
Das Informationen wie Kontakte für Firmen weiterverwendet werden dürfen,
müsste man mit den Nutzungsbedingungen also AGBs erst zustimmen.
Wenn aber jediglich eine App speziellen Zugriff brauch z.B auf spezielle Ordner,
findet sicherlich nur Informationsaustausch innerhalb des Betriebsystems statt.

Also in den meißten Fällen versteht sich in der EDV unter Zugriff,
das reine Lesen/Kopieren/Ausführen von Daten bzw Anwendungen.

Viele Grüße
 
Danke für die schnelle Antwort :p
Ich gebe gerne zu, dass gleich nicht Informatiker / Smartphoneentwickler spricht, das ich nicht habe, sondern bloß der gesunde Menschenverstand und eine ziemliche Portion technischen Wissen/Bildung in etwas anderen Bereichen.

Man muss ja nicht drüber streiten , dass viele Apps mehr Rechte brauchen, als man auf den aller ersten Blick selbst denkt. (Anderseits ist es auch erstaunlich, wie gut und komplett Apps laufen, wenn man sie mit einigen Winkelzügen mal fast ganz um Zugriffsrechte beraubt. Aber anderes Thema).

Neben diesen nötigen Rechten, die auf den ersten Blick nicht und auf den zweiten Blick schon wichtig sind, gibt es aber etliche Apps, die fraglos "unnötige" Rechte einfordern. Und besonders gerne die Kontakte betreffen. (Beispiel: Es gibt "Klavier-Apps, die ein Klavier simulieren. Braucht man nicht, keine Frage. Wenn man es doch mal testweise installieren will merkt man, dass es auch "Kontaktrechte" will. Komplett sinnfrei.)

Und da setzt mein gesunder Menschenverstand an: Ganz bestimmt will der Hersteller nicht wissen, wer meine Freunde sind und das war´s. Nur vom bloßen Einblick (also Zugriff in dem Sinne, wie du es zB mit dem Inhalt des WP-Links erläuterst) hat derjenige gar nichts ! Bloß, ... ich wüsste nicht, wo ich auch dazu mein Einverständnis geben. Dieses gebe ich eben nur zum Zugriff, eben wiederum in dem Sinne von WP.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dem stimm ich erstmal zu.

Also ich schätze mal hinter diesen fragwürdigen Zugriffs-Ansprüchen steckt oft einerseits schlechte bzw gleichgültige Programmierer die standardmäßig gewisse Vorlagen für Apps verwenden die den Nutzer dann Features bieten sollten, oder schlicht wie Facebook im Sinne des Marketings von User-Daten dem Hersteller profitieren und ähnliches.

In jeden Fall würde ich persönlich ein AV-System bzw umfassende Firewall installieren, um die Apps auf ihre eigentliche Funktion zu beschränken. Wie du schon richtig andeutest, es ist erstaunlich wie wunderbar Apps laufen auch ganz ohne Zugriff auf alles.
 
ja, :D alles keine Frage. Aber mein derzeitges "Brett vor´m Kopf" ist noch viel einfacher verortet. Du hast eben selbst erläutert, was "Zugriff" eigentlich meint. Niemand kann es so einfach ändern, jeder will dieses oder jenes App haben und stimmt eben zu. Dem Zugriff!

Aber wir scheinen uns ja einig zu sein, dass viel mehr passiert. Obgleich man idR keine Wahl hat, Rechten freiwillig zuzustimmen oder sie abzulehnen wäre das noch eine "klare Kiste", wenn ich bei der Installation eindeutig darauf hingewiesen werde, "Zugriff UND Weiterbenutzung!" zuzustimmen. Aber das tue ich doch faktisch gar nicht?! Und das verstehe ich gerade nicht. Wieso gab es da noch nie einen "Aufstand"? Schluckt wirklich der Rest der Welt diese Kröten, um im Gegenzug div. Apps kostenlos zu bekommen?

(Nebenbei gefragt finde ich es irgendwo auch sehr spannend, wer eigentlich welche Rechte und Pflichten hat. Ich sehe das alles sehr kritisch, werde das Smartphone nie als Kalender benutzen und habe ein paar nackte Telefonnummern gespeichert, ohne Adressen, Geburstdaten, etc. Jetzt mal nicht als reale Gefahr, einfach prinzipiell aus Neugier zu Ende gedacht, ... wäre das nicht ganz ganz genommen so, dass ich alle Personen, deren evt. geheimen Daten ich im Handy gespeichert habe erst um Erlaubnis fragen müsste, ob sie mit der Installation eines Apps einverstanden sind, welches evt. auch ihre Daten absaugt?:confused_alt:
 
Die Zugriffsrechte und deren Abfrage um Erlaubnis müsste im OS voreingestellt sein.
"Benutzerfreundlicherweise" wird da auch nicht mehr groß gefragt, sondern "bedingungslos akzeptiert".
Das die Daten aber in irgendnerweise weiterverarbeitet werden oder irgendwas geändert werden könnte,
da müsste soweit ich weiß aber eindeutig hingewiiesen werden..
Nunja meißt steht das dann irgendwo ganz klein geschrieben.

Aber den meißten Nutzer ist das sowieso alles egal.
Daher funktioniert ja diese ganze Masche überhaupt.
Die Masse will einfach nur die App nutzten und denkt garnicht drüber nach.
So geraten viele in irgnwelche Abo-Fallen oder wundern sich über ihren hohen Traffic.

Ja ich schätze das ganze auchmal irgendwo als rechtliche Grauzone ab.
Weil irgendwo auch nicht klar abgegrenzt werden kann bzw werden will.
Kann mich da noch an so Storys vom Iphone oder Google Maps erinnern.
Nach Jahren ist den entsprechenden Behörden mal was aufgefallen und passiert ist recht wenig.

Aber du ganz ehrlich, über manches würd ich mir kein Kopf machen... lohnt sowieso nicht.
Das jetzt Firma XY weiß das die Nummer 123 zu Name ABC gehört bringt dir oder ABC keine Nachteile.
Das sind dann eher Statistiken oder virtuelle Verzweigungen die sowieso nie an Relevanz gewinnen.
Und irgendwo wird doch sowieso wieder was abgesaugt und wir merken es eh nicht, Big Brother usw.

Bis da mal politisch was in die Wege geleitet wird von wegn Transparenz usw, vergehen wieder Jahre.
Und da hat der Kontakt ABC die nummer 789 verstehste? Zur Not bringens auch Fake-Daten. ;)
Aber das ist einfach auch nen allgemeines Problem, das überall der Nutzer herhalten muss...

Viele Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:
vielen Dank für deine lange Antwort ! :)

Ich würde da sehr gerne zwei Sachen trennen. Einmal die Frage, ob ich Angst habe. Das hatte ich ja schon versucht auszuschließen. Heute! Davon, was heute jemand weiß, rechtmäßig oder zu Unrecht abgezapft passiert nichts. Aber wenn in ein paar Jahren mal der Quantenrechner kommt, ich habe weder die Zahl noch die Bezugsgrößen mehr genau im Kopf, nährungsweise soviele Informationen wie es Atome im Universum gibt, kann der dann speichern, pro ... keine Ahnung mehr, Sekunde, Stunde ... berechnen. Egal ob die Zahl stimmt oder nicht und auch der seriöse Beitrag auf DLF falsch lag, auf jeden Fall machen wir uns heute noch nicht im kleinsten Ansatz eine Idee davon, wie groß und rechenmächtig Big Brother mal sein wird. Schützen kann man sich da nur mit Eigenverantwortung und kleinstmöglichen Datenspuren, heute schon.

Die andere Sache, die ich trennen möchte, ist mehr ein Gedankenspiel. Mich kitzelt da gerade der Irrsinn an der ganzen Sache, dass ich ihmselbst möglichst tief ins Angesicht schauen möchte. Aus bloßer Neugier. Ich wundere mich sogesehen eben immer mehr, dass der größte Skandal gar nicht die Frage ist, ob Apps nur Zugriffsrechte haben und dennoch sogar weiterverwenden. Der größte Skandal daran wäre auch hier mal wieder, dass Dritte unbetroffen mit drin hängen. Wenn ich aus guten Gründen einen unbekannten Wohnsitz und eine Geheimnummer hätte und wir treffen uns morgen zufällig in einem Kaffee, schwatzen, wollen Kontakt behalten und ich geben dir meine Daten, dann gebe ich DIR die. Wo lässt du die? Nicht im Adressbuch wie vor 20 Jahren, sondern im Smartphone. Wir lernen uns besser kennen, irgendwann fütterst du die Kontakkarte mit allem, email, Geburtstag, etc pp. Jetzt hast du irgendsoein irres App drauf, das alles runtersaugt. Und im nächsten Schritt (hatten wir ja schon beide festgestellt, heute gibt´s da noch kein Risiko, wir müssen da jetzt mal extreeeeemst Schwarzmalen oder einfach 5 oder 10 Jahre in die Zukunft sehen) passiert in der Folge irgendwas Schlimmes für mich. Wer hat da eigentlich was falsch gemacht? Ich? Du? Das App bzw der Hersteller? Wie beweist man das? Wie lässt sich da irgendeine Beweiskette führen? Wie bekommt man Schadensersatz? Ich sehe mich in 10 Jahren also schon im Kaffee sitzen und gebe meine Daten nur noch raus, wenn ich meinem Gegenüber eine Unterlassungserklärung unterschreibt, die Daten nicht im Smartphone zu speichern. :freaky:
 
Gerne! :)

Die Angst vor der Zukunft in diesem Bezug hege ich übrigens auch...
Ein weiterer Grund sich wirklich umfassend zu schützen, z.B durch Nutzung eines VPN-Dienstes.
Persönliche Daten sowie Fotos erst garnicht irgendwo eintragen, Installation von Firewall und Cleaner.

Mh, rein rechtlich würde ich in diesen Beispiel tatsächlich doch sagen: Du wärest dann schuld.
Wenn ein Nachteil für dich dadurch entsteht, hättest du auf die Weitergabe der Daten verzichten müssen.
Mit der Weitergabe der Daten spricht man sich davon frei über diese zu Verfügen bzw nicht zu verbreiten.
Anders wäre es dann bei grober Fahrlässig,- oder Boswilligkeit.

Aber die Nutzung einer App ist im Moment noch rechtlich "unfahrlässig".

Die Fahrlässigkeits-"Schnittstelle" besteht in deinen Beispiel also zwischen uns.
Nicht zwischen mir und der App,- die ja die scheiße baut.

Nahja aber das ist auch nur meine Vermutung.
Interessant wäre mal die Meinung eines Juristen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben