Was man bei der Auswahl der Hardware beachten sollte

barmbekersurfer

Lt. Commander
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Moin Gemeinde,

ich habe mal eine Frage an Euch, bevor ich eine Kaufberatung für einen Desktop-PC im entsprechenden Unterforum erstelle.

Mein nächstes Selbstbau-Projekt soll ausschließlich mit Linux als Betriebssystem genutzt werden. Anwendungen wären dann vor allem Firefox und LibreOffice. Aber auch gelegentliche Bildbearbeitung und später Videoschnitt.

Der PC soll ausschließlich privat genutzt werden.

Ich habe schon manches im Web gelesen. Nur leider sind viele interessante Fundstellen schon etliche Jahre alt. Was ich aber bereits gelernt habe, dass Treiber-Probleme wohl nicht mehr so weit verbreitet sind.

Trotzdem frage ich mich, was ich bei Auswahl der Hardware beachten muss. Könnte ich einfach den "idealen Office-PC" aus der ComputerBase-Kaufberatung nehmen?

Als Distribution wollte ich mich als erstes mit Linux Mint Cinnamon beschäftigen, da es sehr einsteigerfreundlich sein soll.

Wie immer vielen, lieben Dank für Eure Hilfe!
 
ich würde stark davon ausgehen, dass das alles mit dieser Kombi funktionieren sollte ... einzig bei Druckertreiber o.ä. könnte es schwieriger werden

bei meinem Brother MFC funktioniert beispielsweise der Scanner nicht mit dem Treiber

btw. ich nutze die Hardware in der Signatur unter Linux und hatte keine Hardware/Treiber Probleme :)
 
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Linux Mint Cinnamon ist zum Einstieg eine gute Wahl.

Läuft bei mir mit mit einem 2200G / X370 bzw. R7 2700 / RX 550 / X470 soweit gut.

Ich hatte mal einen Brother MFC, bei dem ich den Scanner nicht zum laufen bekommen habe. Hat aber mit WIN 10 auch nicht funktioniert
 
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Kauf/Nutze ggf. nen HP Drucker. Treiber bereits an Bord und es gibt eine grafische Oberfläche. Hat von allen Druckerherstellern die beste Linuxunterstützung. I.d.R. ist die Installation deutlich schneller erledigt als unter Windows.
https://wiki.ubuntuusers.de/HPLIP/

Wenn du kompletter Neueinsteiger bist, bereite dich vor: https://wiki.ubuntuusers.de/Startseite/
Es läuft vieles komplett anders als unter Windows.

Linuxmint ist nicht besser als andere Linuxdistros für einen Einsteiger. Diesen Unsinn verbreitet meist nur Mint selbst. Es ist letztlich ein verschlimmbessertes Ubuntu. Das Windowsähnlichste, wenn es denn so sein soll, ist eine KDE-Oberfläche, die in fast allen großen Distros zur Verfügung steht (Mint konnte die nicht mehr stemmen und steht da nicht mehr zur Verfügung). Bei Ubuntu wäre das z.B. Kubuntu. Ansonsten ist die GUI immer eine sehr individuelle Angelegenheit. Und bei Linux hat man eben die Auswahl.
Wobei es hier einen wesentlichen Unterschied zu Windows gibt. Dort ist das BS und die Bedienoberfläche ein monolithischer Block. Bei Linux sind das 2 paar Schuh und man kann sich aus dem großen Linuxbaukasten bedienen.

Mit nem ordinären Büro-PC kannst nix verkehrt machen.

Bei der Installation musst dich vielleicht mit dem BIOS-Nachfolger UEFI vertraut machen, wenn du es bisher noch nicht damit zu tun hattest. Bei vorinstalliertem Windows merkt man nichts davon, was und wie das werkelt, bei Linux muss man etwas aufpassen bei der Installation bzw. vorher schlau machen.

L.G.
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Edit!

Als Datenträger für das System eine SSD nutzen. HDD ist Technik von gestern und taugt gerade noch als Datengrab. Zudem sind SSDs sehr billig geworden. Also hier nicht am falschen Ende sparen!
 
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Vor ein paar Jahren hatte ich mal aufgeschnappt, dass man lieber etwas ältere Hardware nehmen sollte, wegen einer besseren Treiber-Unterstützung. Spielt es keine Rolle mehr, ob ich beispielsweise einen Ryzen 2200G oder 3200G verbaue?

Ist es egal, ob Intel- oder AMD-CPU? Und bei den Mainboards: Gibt es da Modelle, die inkompatibel sind?

Ich hoffe, dass sind jetzt nicht zu viele (Anfänger)Fragen. Wäre klasse, wenn Ihr mir da noch mal auf die Sprünge helfen könntet. :)
 
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barmbekersurfer schrieb:
Ist es egal, ob Intel- oder AMD-CPU? Und bei den Mainboards: Gibt es da Modelle, die inkompatibel sind?
Ich kann nur für mich reden. Aber bei einem Büro-PC nutze ich nur Intel mit integrierter Grafik. Und das ohne jegliche Probleme.
Auch Intel hat sehr gute Linux Unterstützung. Nvidia dagegen......nun ja?!

Zur Info:
https://wiki.ubuntuusers.de/Grafikkarten/Intel/
oder
https://wiki.ubuntuusers.de/Grafikkarten/

L.G.
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barmbekersurfer schrieb:
Vor ein paar Jahren hatte ich mal aufgeschnappt, dass man lieber etwas ältere Hardware nehmen sollte, wegen einer besseren Treiber-Unterstützung.
Ja, daran hat sich im Prinzip nichts geändert. Wer neueste HW benutzt, sollte bei Auswahl der Distro etwas auf Aktualität achten. Also nicht unbedingt ein Debian stable oder eine 2 Jahre alte Ubuntu Langzeitversion.
 
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Ich würde als Distro Fedora empfehlen.
Ist in Sachen Kernel und Grafiktreiber sehr aktuell, wenn auch nicht ganz so wie Archlinux, dafür aber für Anfänger etwas leichter zu handhaben.

Mein Oki Drucker/Scanner funktioniert unter Linux einwandfrei, die RPM Pakete sind aber nicht so dolle, da muss man etwas Hand anlegen, wenn man das Paket aktualisiert, die Erstinstallation ist aber ok.
Hatte auch mit Brother keine Probleme.

Grafikkartentechnisch würde ich zu AMD raten, wenn Du nur einen großen Monitor nutzen möchtest. Soll es mehr als ein Monitor sein, dann würde ich trotz allem Nvidia empfehlen, da AMD die Stromsparmodi, die man von Windows kennt, nicht erreicht. Habe auf Freedesktop gerade einen Bugreport deswegen offen.
Wir haben im Augenblick nur eine Lösung für zwei völlig identische Monitore gefunden, nicht aber für zwei mit unterschiedlichen Subtimings.

CPU-technisch kannst Du nehmen was Du möchtest, Fedora ist hier durch die sehr aktuellen Kernel immer auf dem Laufenden. Ich würde nur in jedem Fall das letzte Bios mit Agesa 1.0.0.3ABB aufspielen, wobei ich glaube, dass es aktualisierte Isos gibt, die den Ryzen RDRAND Bug umschiffen.
 
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Der Bug betrifft die 2200G und 3200G nicht. Jedenfalls startet Fedora 30 Live von USB einwandfrei. Die Treiber scheinen für den 3200G gut zu sein, konnte beim A300 und 3200G von 13W Idle auf 7-10W gesenkt werden, je nach Einstellung.

Ich würde mir Fedora 30 oder Ubuntu(Eoan Ermine) auf einen USB-Stick packen und dann testen. Ubuntu läuft in etwa so gut wie Fedora, auch wenn es eine Beta ist.
 
Da hast Du natürlich recht @Ratz_Fatz. Da @barmbekersurfer aber auch Videoschnitt für die Zukunft angemerkt hat, denke ich, dass vielleicht ein R5 3600 samt kleiner Grafikkarte oder ein i5-8400 durchaus im Rahmen des möglichen sein könnte und der 3600er benötigt ja die aktualisierten Isos, wenn das Bios noch nicht auf neuestem Stand ist.

Bei Ubuntu hast Du einfach das Problem, dass Du keine offiziellen Kernel- oder Mesa-Updates sondern nur Sicherheitsupdates während der Supportzeit der Distro erhältst. Für mich scheidet deshalb Ubuntu aus. Klar gibt es PPAs für Mesa und auch die aktuellen Vanilla Kernel aus dem Ubuntu PPA, aber das ist alles fehleranfällig, da greife ich lieber zu Fedora und habe den Support der Distro.
 
Ja, mit dem Videoschnitt habt Ihr natürlich recht. Ich denke, ich werde aber trotzdem erstmal mit einem 2200G starten, um Erfahrungen mit Linux zu sammeln. Aufrüsten kann ich ja jederzeit, ohne mich mit der Windows-Aktivierung herumärgern zu müssen, beispielsweise nach einem Mainboard-Tausch.

Da ich kein Gamer bin und ohnehin schon Firefox, Thunderbird und LibreOffice gern und viel benutze, kann ich wahrscheinlich auf Windows künftig verzichten. Momentan habe ich zwei W10-Lizenzen. Weitere werde ich definitiv nicht mehr kaufen.

Die Frage der richtigen Distribution ist für Euch Linux-Kenner ein zentrales Thema. Für mich, als Newbie, erstmal nicht so wichtig. Hauptsache, die Hardware wird erkannt und ich finde mich einigermaßen zurecht.

Nur so am Rande: Ich war heute Nachmittag im Zeitschriftenladen am Hauptbahnhof. Wie es der Zufall will, hat ComputerBild im aktuellen Heft auch ein paar Seiten zum Linux-Einstieg. Die Redaktion empfiehlt für Anfänger Mint mit Cinnamon-Desktop.
 
Mir sind diese Enablement Stacks bekannt, aber was ist mit den vielen Kernelversionen zwischen diesen Upgrades, die außerdem bei den LTS Distros viel später kommen ...
Das ist einfach für meinen Zweck nicht ausreichend ...
 
barmbekersurfer schrieb:
. Wie es der Zufall will, hat ComputerBild im aktuellen Heft auch ein paar Seiten zum Linux-Einstieg. Die Redaktion empfiehlt für Anfänger Mint mit Cinnamon-Desktop.
Und übereigne den Müll sofort der gleichnamigen Tonne!
Ergänzung ()

Y-Chromosome schrieb:
Mir sind diese Enablement Stacks bekannt, aber was ist mit den vielen Kernelversionen zwischen diesen Upgrades, die außerdem bei den LTS Distros viel später kommen ...
Das ist einfach für meinen Zweck nicht ausreichend ...
Ja, kann ja sein! Nur geht es hier um jemand anderes. Muss er selbst wissen, wie relevant das für ihn ist. Für einen absoluten Beginner hat Ubuntu bzw. darauf basierendes halt gewisse Vorteile.

@ barmbekersurfer!
Bei Bild haben sie von Linux ungefähr so viel Ahnung, wie Trump von Bescheidenheit. Grundsätzlich kannste den ganzen Zeitschriften Murks für Linux vergessen. Bei den Isos jubeln sie den Leuten ständig irgendwelche "angepassten" Versionen unter, selbst wenn es wie Original ausschaut. Bitte nur und ausschließlich bei der jeweiligen Distro eine ISO runter laden.
Bei der Bild und auch anderen Zeitschriften jubeln sie das hübsche Cinnamon hoch, was sie dir aber verschweigen, ist, dass Linux Mint z.B. per Default wichtige Sicherheitsupdates von Ubuntu zurück hält, weil das Konflikte mit ihren Veränderungen bedeuten könnte. Und Mint bezieht ca. 99% seiner Pakete von dort.
Fedora ist ein guter Tipp, auch Manjaro, Ubuntu bzw. eines der 6 *buntus auch. Mint, na ja!

Ich weiß, klingt alles etwas kompliziert, aber du hast gefragt und wie üblich gibt es zu einer Frage 10 Meinungen. Bei Linux ist Meinungsvielfalt ebenso vielfältig wie Linux selbst. ;)
 
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Vielen Dank für Deine hilfreichen Erläuterungen. Ich habe mir die Bild mitgenommen. Dann werde ich sie wohl wirklich der Tonne übergeben.

Edit:
Jetzt habt Ihr mich doch neugierig gemacht, was die Desktops anbetrifft. Rein optisch gefällt mir Cinnamon nicht so sehr. Was ich bei YouTube gesehen habe, sieht es etwas altbacken aus. KDE dagegen finde ich auf den ersten Blick moderner und ansprechender.

Alles sehr spannend, weil komplett neu für mich. Aber es macht Spaß, nicht zuletzt mit Eurer Hilfe. :)
 
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barmbekersurfer schrieb:
Jetzt habt Ihr mich doch neugierig gemacht, was die Desktops anbetrifft.
Da hilft nur eins! Ausprobieren!
Die meisten Distros gibt's als Live Version, also ohne Installation, oder zum Testen kann man sogar mehrere GUIs in einer Installation unterbringen (aber bitte nur zum Test und nicht bei einem Produktivsystem). Oder du legst beliebig virtuelle Maschinen auf einem Host an.

Wenn es KDE sein soll, würde ich 2 Distros vorschlagen. Entweder den KDE Klassiker Open Suse oder die relative Neuentwicklung KDE Neon. Diese basiert auf Ubuntu.
Ein anderer schicker Neuling ist der Budgie Desktop, unter Ubuntu in der Budgieversion sehr ansprechend umgesetzt. Insbesondere mit dem dunklen Thema.

Grundsätzlich gilt für die GUI aber auch, 5 GUIs, 50 Meinungen dazu!
 
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Also ich finde auch das Ubuntu und seine Derivate sich gut für Anfänger eignen. Im Endeffekt ist es eine Frage des Geschmacks. Genau wie die Frage des Desktops.
Am Besten lade Dir die Live Images runter und starte sie auf dem Rechner, spiele etwas mit rum. Evtl auch mal kurz installieren und weiter spielen.

Ob nun Mate, XFace, Cinnamon oder KDE (oder eine der vielen anderen Möglichkeiten) hat auch viel mit dem eigenen Empfinden und der Frage wie man den Rechner nutzt zu tun.

Wenn Du KDE magst, dann ist sicher das vom Vorposter ins Spiel gebrachte KDE Neon interessant oder auch Kubuntu (ich nutze es selbst sehr gern). Der Vorteil ist bei Kubuntu, es basiert nicht auf der LTS Version und bekommt so auch schneller die Updates (läuft aktuell z.B. bereits mit dem 5er Kernel und nicht mehr auf 4.18).
Aber für Deinen Anwendungsbereich ist es gar nicht so wichtig, sofern alles läuft ... läuft es. (mit dem Live-Image testen)

Aber auch MINT ist derzeit so ein Hype, man trifft es an jeder Ecke. Es ist ein Derivat von Ubuntu und somit diesem sehr ähnlich.

Ausprobieren dann eine Entscheidung treffen und wenn man diese Entscheidung getroffen hat, erstmal dabei bleiben und sich einfinden!
 
Ark'Shell schrieb:
Der Vorteil ist bei Kubuntu, es basiert nicht auf der LTS Version und bekommt so auch schneller die Updates
Wie meinst das jetzt genau? Kubuntu basiert schon auf der normalen Ubuntu LTS. Nur mit 3 jährigem LTS Support, wie alle Derivate.
Hast vielleicht auch den LTS Enablement Stack am Laufen...?
 
Ubuntu hat eine "normale" Version ohne Zusatz. Dabei handelt es sich sozusagen um die "short term support" Version. Da kommt alle halbe Jahre eine neue Hauptversion raus mit aktueller Software (immer relativ gesehen) dafür hat sie nur 9 Monate Support. Aktuell ist 19.04 (Disco Dingo), die Nächste wird vermutlich 19.10, danach 20.04 usw als Kürzel für den Erscheinungstermin. Diese hat auch aktuell den 5er Kernel, man muss dann halt immer Zügig auf die nächste Version upgraden um im Support zu bleiben.

Für Aufgaben und Anwender die mehr Stabilität und länger getestete Software brauchen/wollen gibt es die LTS (Long Term Support) Variante (orientiert sich etwas am Stable Zweig von Debian) die kommt alle zwei Jahre raus und hat 3 Jahre Support. Aktuell ist das 18.04 LTS (Bionic Beaver) mit noch einem 4er Kernel.

Kubuntu bringt als Derivat keine eigenen Versionen raus sondern packt einfach KDE statt Gnome/Unity als grafische Oberfläche mit ins Paket und ist somit genau in den gleichen Versionen verfügbar ("standard" und LTS).
KDE neo ist eine eigene Distribution und verwendet, nach meinem Kenntnisstand nur die LTS Version als Basis, daher ist die Software auch etwas älter. Ob das wichtig ist oder nicht muss man für sich selbst entscheiden, wohin gehen die eigenen Bedürfnisse und Vorlieben.

Der Ubuntu LTS enablement Stack ist nochmal eine andere Geschichte. Da läuft dann auf 18.04(.01) LTS (Bionic Beaver) neuere Software. Ähnlich wie beim "testing" Zweig von Debian wird hier die Software angeboten die Kandidat für das nächste LTS Release ist. Ist aber nicht zwangsläufig das Gleiche wie die "standard" Version.

Ich hoffe ich konnte damit alle Klarheiten beseitigen. ;)
 
Ich kann Mint Cinnamon wirklich nur empfehlen - nutze es auf Desktopebene seit der 15.er Version - ist übrigens ein Gnome Derivat - nicht KDE - lad dir am besten einfach mal die DVD (aktuell 19.2) runter und probiers aus als Live Version - sehr benutzerfreundlich, intuitiv bedienbar, stabil - ich finds Top!
 
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