Webumsetzungen als Ferien-Job: Gewerbe, Preisvorstellungen, Fragen

Mr.Blade

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Hallo,

ich habe seit einiger Zeit mehr oder weniger fundierte Kenntnisse im Umgang mit HTML 5, CSS3 und WordPress.

Portfolio wäre ein konzeptionell umfangereiches Web-Projekt, das ich privat betreibe, auf WordPress mit eigenem Design und programmierten oder individuell angepassten Plug-Ins (mit PHP selbst kenne ich mich frei nicht aus, nur allgemeine Logiken aus anderen Programmiersprachen!) sowie eine kleine Seite für ein lokales Unternehmen, ebenfalls natürlich eine kudenorientierte, individuelle Umsetzung mit eigenem Design etc.

Nun hängen bei uns an der Uni oft Ausschreiben von kleineren Unternehmen, die Webpräsenzen o.ä. benötigen.

Fragen:

- Müsste ich hierfür ein Gewerbe anmelden?
- Wie sieht die Kundenbetreuung und Pflege organisatorisch aus? Lasse ich Kunden beispielsweise Webserver und -domänen mieten oder wäre auch dies meine Aufgabe?
- Welchen Studenlohn könnte ich verlangen und wie könnte ich dies transparent protokollieren?
- Ist weiteres Marketing via Facebook etc. gängig?

Danke!

Gruß
 
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xone92

Lieutenant
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- Müsste ich hierfür ein Gewerbe anmelden?
Ja. So bald du damit Geld machen willst ist es ein Gewerbe und du brauchst einen Gewerbeschein. Sonst ist es Schwarzarbeit.

- Wie sieht die Kundenbetreuung und Pflege organisatorisch aus? Lasse ich Kunden beispielsweise Webserver und -domänen mieten oder wäre auch dies meine Aufgabe?
Musst du wissen was du anbieten willst. Unterschätze das nicht ;)
 

Nuck_Chorris

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- Müsste ich hierfür ein Gewerbe anmelden?

- Wie sieht die Kundenbetreuung und Pflege organisatorisch aus? Lasse ich Kunden beispielsweise Webserver und -domänen mieten oder wäre auch dies meine Aufgabe?

- Ist weiteres Marketing via Facebook etc. gängig?
1. Sobald du Geld verdienst ja, musst du ein Gewerbe anmelden, Rechnungen schreiben und Steuern zahlen.
2. Lass da mal flott die Finger von. Sonst wirst du im schlimmsten Fall belangt wenn da irgendwer in den V-Server / Webspace einsteigt. (á la nicht nach dem aktuellen Sicherheitsstandard abgesichert vor übergabe o.Ä.)
​Wenn deine Kompetenz in dem Ausarbeiten der Website liegt, solltest du dir die Ressourcen dazu stellen lassen.
3. Marketing via Facebook ist mittlerweile (leider) gang und gebe.

(Bei den Stundenlöhnen kann ich dir leider nicht helfen.)
 

Lawnmower

Fleet Admiral
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- Müsste ich hierfür ein Gewerbe anmelden?
Also bei uns gibts ein jährlicher Freibetrag bevor das als gewerblich eingestuft wird, kA wie es in DE ist.

- Wie sieht die Kundenbetreuung und Pflege organisatorisch aus? Lasse ich Kunden beispielsweise Webserver und -domänen mieten oder wäre auch dies meine Aufgabe?
Einfachheitshalber würde ich das bei einem grossen Webhoster machen wo 1 Klick Installation / Updates möglich sind und ein Support vorhanden ist - spart eine Menge Arbeit. Das kannst Du machen (z.B. gegen eine jährliche Gebühr) oder dem Kunden überlassen - wichtig ist dass es einer macht weil gerade veraltete WPs und Plugins gerne Ziele von Hackern werden.

- Ist weiteres Marketing via Facebook etc. gängig?
Klar, oder z.B. Adwords bei Google. Sollte man aber einigermassen was davon verstehen (wenn man das seriös machen will), ist nicht ganz einfach und hat nichts mehr mit Webdesign zu tun sondern eher mit Marketing.
 
Zuletzt bearbeitet:

Mexxim

Cadet 4th Year
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- Wie sieht die Kundenbetreuung und Pflege organisatorisch aus? Lasse ich Kunden beispielsweise Webserver und -domänen mieten oder wäre auch dies meine Aufgabe?
0815-Kunden haben hier meist keinerlei Erfahrung/Kenntnisse, es ist also dringend anzuraten das du dich mit der technischen Seite auseinandersetzt und zumindest die basics beherrschst- oder dir jemanden suchst der es kann, hier liegt hohes Fehlerpotential welches meist mit Totalausfall quittiert wird!

- Welchen Studenlohn könnte ich verlangen und wie könnte ich dies transparent protokollieren?
Das Protokollieren ist mehr oder weniger Vertrauenssache, kleine Webprojekte werden meist als Werksvertrag vergeben, sprich du veranschlagst summe X für die komplette Website- wie viel zeit du wirklich dafür benötigst ist dann dein Problem. Abermals Vorsicht, diese Abschätzungen sind gerade für Anfänger nahezu unmöglich korrekt zu machen. Also ruhig 30-50% auf deinen "gefühlten" Wert aufschlagen, das ist meist realistischer.
Preislich würde ich um die 10€/h starten für markup/design sachen


Grüße
 

Smily

Fleet Admiral
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- Wie sieht die Kundenbetreuung und Pflege organisatorisch aus? Lasse ich Kunden beispielsweise Webserver und -domänen mieten oder wäre auch dies meine Aufgabe?
Das ist doch reine Verhandlungssache!
- Welchen Studenlohn könnte ich verlangen und wie könnte ich dies transparent protokollieren?
Schmierzettel. Du kannst nix protokollieren, man nennt es Rechnung. Aber die kannst du nur machen, mit Gewerbe, Steuern usw.


Wer haftet, wenn die Webseite nicht den Anforderungen entspricht? Wenn was nicht läuft? Wenn was falsch auf der Seite ist? Wenn dadurch ein Schaden entsteht? Was, wenn du mal keine Zeit hast? Wer macht es weiter, wenn du mal keine Lust mehr hast (Stichwort Sicherheit für den Kunden)

Mein Rat, Finger davon lassen. Ne kleine Seite für nen befreundeten Verein, die man für nen Kasten Bier macht ist OK. Aber keine wirklich gewerbliche!
 

derChemnitzer

Fleet Admiral
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da ich selbst nebenbei ein Gewerbe habe beachte folgendes:

wenn du das gewerblich anbietest vergiss aber auch nicht Gebühren die ggf. anfallen für GEMA / Steuerberater / Wartungskosten für Webserver und DENIC Gebühren / Update der CMS Systeme dem Kunden zu berechnen
 

Mr.Blade

Lieutenant
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Danke für die zahlreichen Antworten, echt super!

Gewerbeschein = Ich muss nur eine Gewinn-Verlust-Rechnung machen?

Dann fliegt ein Wartungsangebot definitiv raus - die damit eingehenden Verpflichtungen und zu erbringenden Leistungen sind mir dann doch zu krass.

Ist es denn vertretbar, nur ein Leistungsversprechen in Form von Erstellung und Upload der Webseite abzugeben und vorauszusetzen, dass Webserver etc. vorhanden sind?

Natürlich bleibt es entsprechend bei kleineren Vereinen oder Betrieben, an größere Unternehmen würde ich mich gar nicht wenden wollen!

Das übersteigt sowohl meine Kompetenz als auch meine zur Verfügung stehende Zeit.

Fragen zum Vertrag:

- Was sind relevante Aspekte, die ich in einen Werkvertrag aufnehmen müsste?
- Habe ich mich an bestimmte Schema oder Phasen zu halten, oder wird eine Vereinbarung nur über den Abschluss des Projektes getroffen und ich bin in dieser Zeit frei?

Organisatorische Fragen:

Natürlich soll der Kunde die Möglichkeit haben, Vorstellungen zu äußern. Nur habe ich keine Lust, 5 Templates zu erstellen und keines gefällt im Schlimmstfall. Wie handhabt man das so in der Branche?

Gruß
 

S.Kara

Lt. Commander
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Ich weiß nicht wie du dir das so denkst, aber ich kenne es so, dass man ständig mit dem Auftraggeber in Kontakt bleibt und dieser immer wieder Dinge geändert haben will. Viele wissen gar nicht von Anfang an was sie wollen.
5 Templates brauchst du da nicht zu erstellen. Mach es so wie vom Kunden gewünscht, zeig es ihm und nimm die gewünschten Änderungen vor.

Mit HTML, CSS und WordPress wirst du nicht viel Geld verlangen können, erstrecht nicht als Einsteiger. Das kann man sich auch in Baukästen zusammenklicken. Da wirst du wohl eher effektiv mit 4-5€/Stunde rechnen können.

Ich empfehle dir eher deine freie Zeit zum Lernen von JavaScript, PHP usw. zu nutzen.
Ich möchte dich nicht entmutigen aber ich spreche da aus Erfahrung. Was Designs angeht sind Kunden nicht leicht zufrieden zu stellen.
 
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Mr.Blade

Lieutenant
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Danke für die Anregung, nehme ich zur Kenntnis!

Nur sehen meine bisheringen Umsetzungen nun etwas besser aus, als von einem typischen Baukasten, und sind zurechtgeschnitten an die jeweiligen Anforderungen. Sprich, es ist deutlich erkennbar, dass es sich um kein fertiges Template handelt, dass eine Vielzahl von Seiten bedienen könnte. Man muss ja auch ein bisschen nach dem vorhandenen Corporate Design etc. richten, und da sehe ich mich durchaus in der Lage, dies entsprechend umsetzen zu können.

Responsiv etc. nach Kundenwunsch auch keine Herausforderung.

Gut, Entlohnung ist mir nicht so wichtig, macht ja auch Spaß so nebenher.

Hauptberuflich könnte ich es mir nicht vorstellen, geht wirklich nur um eine Nebentätigkeit in den Semesterferien oder wenn's gerade vorlesungstechnisch nicht so stressig ist.

Die Ansprüche kleinerer Betriebe, die vllt. noch auf eine wirklich uralte Webpräsenz setzen oder sich irgendetwas mal mit einem Webbuilder zusammengeklickt haben, sind denke ich ganz gut umsetzbar für mich.

An größere Unternehmen würde ich auch nicht gehen, aufgrund der mangelnden Erfahrung. Aber irgendwann und irgendwo muss man ja mal anfangen, finde ich.

Habt ihr noch weitere Tipps? Wie fange ich so am besten an?

Gruß
 

thedot

Lieutenant
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An größere Unternehmen würde ich auch nicht gehen, aufgrund der mangelnden Erfahrung. Aber irgendwann und irgendwo muss man ja mal anfangen, finde ich.

Habt ihr noch weitere Tipps? Wie fange ich so am besten an?

Gruß
Bleib dran und Du siehst es richtig, irgendwo muss man anfangen. Eine reguläre WP Seite mach ich nicht unter 750 EUR und das ohne SEO, Bilder etc... Eine letzte Seite, die ich erstellt habe ging für 450 weg, aber das war sehr sehr günstig (für eine Freundin meiner Schwester, bin allerdings seit Jahren im Geschäft, habe auch 2002-2003 als Webdesigner gearbeitet und mache nun so 1-2 Jahr was, mehr nicht). Da hat man mir schon alles fertig geboten - Texte, Grafiken etc. Ich habe praktisch nur das Template eingefügt, Texte, Grafiken, Plugins angepasst usw aber das läppert sich, am Ende war ich bei etwas über 25 Std. Das ist eben meine Arbeit und die lass ich mir entlohnen.

Am Ende wollte die Frau von mir noch was gemacht haben und ich meinte, dass ich meine Zeit für das kleine Geld nicht mehr einsetze. Ihr Mann hat mich auch angefahren und meinte, dass sein Ingenieur für 10 EUR gleiches machen könnte. Nun ja Ende von der Geschichte - die laufen mir immer noch hinter her und bezahlen, denn dieses Gelaber - mein Sohn kanns auch oder mein Nachbar kann mit MS Frontpage (früher mal), wenns an die Tatsachen geht, fallen die meisten durch! Wer nicht den Preis akzeptiert - sollten mit Studenten oder sonst wem arbeiten und sich damit begnügen, ich laufe denen nicht hinterher. Ich bin nicht darauf angewiesen, ich machs weil mir Spaß macht, neben der Arbeit.
 

Oli-nux

Lieutenant
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- Müsste ich hierfür ein Gewerbe anmelden?
Selbstverständlich! Das sind Einnahmen die versteuert werden müssen!

- Wie sieht die Kundenbetreuung und Pflege organisatorisch aus? Lasse ich Kunden beispielsweise Webserver und -domänen mieten oder wäre auch dies meine Aufgabe?
Hängt vom Kunden ab!

- Welchen Studenlohn könnte ich verlangen und wie könnte ich dies transparent protokollieren?
Da wird dir keiner was zu sagen können, das musst du selber kalkulieren.
Abhängig auch davon wie gut du dich auskennst.

Beispiel:
Ich will eine Webseite von dir bauen lassen, dann würde ich dich erstmal mit Fragen löchern und sehen wie du diese beantwortest. Zugegeben, um die "passenden" Fragen stellen zu können muss man schon etwas Ahnung haben.
Des Weiteren würde ich Preise vergleichen, d.h. mir Angebote von anderen einholen und dich dann fragen wie du auf den Preis kommst; andere sind ggf. noch günstiger (Dumpingpreise).

Also ich würde mir das auch wirklich nochmal gründlich überlegen!
Falls du dich doch zu entschließen solltest, dann lasse dich vorab von einem Steuerberater beraten!

Fragen zum Vertrag:

- Was sind relevante Aspekte, die ich in einen Werkvertrag aufnehmen müsste?
- Habe ich mich an bestimmte Schema oder Phasen zu halten, oder wird eine Vereinbarung nur über den Abschluss des Projektes getroffen und ich bin in dieser Zeit frei?

Organisatorische Fragen:

Natürlich soll der Kunde die Möglichkeit haben, Vorstellungen zu äußern. Nur habe ich keine Lust, 5 Templates zu erstellen und keines gefällt im Schlimmstfall. Wie handhabt man das so in der Branche?
Wird dir auch keiner sagen!
Warum sollte die Konkurrenz dir Tipps geben?!

Ja. So bald du damit Geld machen willst ist es ein Gewerbe und du brauchst einen Gewerbeschein. Sonst ist es Schwarzarbeit.
Falsch! Gewerbeschein ist nicht notwenig, nur eine Gewerbeanmeldung.

Also bei uns gibts ein jährlicher Freibetrag bevor das als gewerblich eingestuft wird, kA wie es in DE ist.
Dennoch muss er das Gewerbe (in DE) anmelden!
 
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