Wechsel nach der Ausbildung

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VirusDeluXe

Gast
Hallo und grüßt euch,

mir brennt eine kleine Frage auf der Seele und würde mir gerne ein paar Meinungen dazu durchlesen - bevorzugt von Leuten, die evtl. im Personalbereich einer Firma tätig sind.

Ich bin mittlerweile im 3. Lehrjahr meiner Ausbildung als Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung) und war bislang eigentlich sehr zufrieden mit meiner Ausbildungsstelle, wenn ich über grobe Schnitzer hinweggesehen habe. Mittlerweile gibt es aber einige Dinge die mir ziemlich auf den Geist gehen und mich auch nicht mehr wirklich ruhig schlafen lassen. Prinzipiell ist mir klar, dass nicht immer alles schön und toll ist und das es auch ein paar Dinge gibt, die man vieleicht manchmal auch einfach schlucken muss. Ich bin niemand der auf sein Recht pocht, nur mittlerweile muss ich etwas zuviel runterschlucken und es geht sehr gerne gegen mich, obwohl ich nichts falsch gemacht habe, im Recht bin, oder es nicht besser wissen kann, da sich manche Herren nicht dazu berufen fühlen einem etwas beizubringen (und die "Unwissenheit" am Schluss trotzdem negativ angerechnet wird...). Als Azubi werde ich da gerne übergangen und habe nicht die Stimmgewalt, dass sich etwas ändert. Betroffene Personen habe ich angesprochen. Die einen verstehen es (sind leider meistens die, die am wenigsten am Sachverhalt bewegen können) und die anderen lassen sich nicht auf Diskussionen ein und pochen auf ihr Recht. Mittlerweile ist es so, dass ich sage: "Der Klügere gibt nach". Irgendwo macht es mich langsam psychisch krank.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich spiele nun mit dem Gedanken, dass ich direkt nach der Ausbildung ein Studium machen möchte um mich weiter fortzubilden. Hinzu kommt, dass ich nicht das aktuelle Elend künstlich verlängern möchte.

Ich kennen nun schon relativ viele Leute, die direkt nach der Ausbildung noch ein Studium gemacht haben. Kenne allerdings auch viele Personen die der Auffassung sind, dass es negativ rüberkommen würde (in einer zukünftigen Bewerbung), wenn ich direkt nach der Ausbildung die Firma verlasse.

Verallgemeinern kann man selbstverständlich nichts, aber ist es wirklich so, dass es oftmals negativ angerechnet wird? Oftmals lese ich diese Aussage, wenn es darum geht, dass ein Auszubildender mit seiner Firma unzufrieden ist und direkt danach wo anders arbeiten möchte. Gilt das auch für das Szenario, wenn ich mich einfach weiter fortbilden möchte?
Auf der einen Seite halte ich es zwar nicht mehr aus, aber auf der anderen Seite möchte ich mir ungern Steine in meine zukünftigen Wege legen.

Freue mich bereits über ein paar Sätze darüber und bedanke mich auch schonmal für die investierte Zeit!
 
Bist Du Dir denn sicher das der Ausbilder Dich auch übernehmen wird, wenn Du ausgelernt hast? Wenn Du sowieso vorhast zu studieren, wäre es direkt nach der Ausbildung wohl von Vorteil. Wie lange würdest Du denn warten wollen, 1 oder 2 Jahre und dann studieren, wenn Du schon die ersten Jahre Geld verdient hast wird es schwer darauf zu verzichten, um zu studieren. Daran solltest Du auch mal denken und was nutzt alle Rücksicht, wenn Du anschliessend keinen Job hast, weil Du nicht übernommen wirst, ist ja heute fast schon die Regel.
 
ganz ehrlich, ich würde erstmal sehen, dass ich nach dem abschluss eine anstellung in dem beruf bekomme und sommit erstmal berufserfahrung sammel.

das studium rennt dir nicht weg, aber die berufliche erfahrung ist immer eine grundvorraussetzung!

wenn du gefragt wirst, warum du von der firma weggehst und zu einer anderen willst, begründest du das damit, dass du nicht die chancen und möglichkeiten einer guten beruflichen weiterentwicklung geboten bekommst, die du erwartet hast. du brauchst erfahrung und das geht nicht nur in einer firma.

zum studium. klar, studium ist spitze und bringt was. ich war selbst student. nur von der ausbildung in einen 100% theorie-teil zurückzugehen sieht gleichermaßen gut aus, da studium, aber auch zweifelhaft, weil die berufspraxis fehlt.

EDIT: weil mein vorredner das mit dem geld ansprach.
viele firmen ermöglichen auch berufsbegleitende studiengänge!
 
EDIT: weil mein vorredner das mit dem geld ansprach.
viele firmen ermöglichen auch berufsbegleitende studiengänge!

Das wäre natürlich die Schönste aller Möglichkeiten, Berufsorientiert studieren im dualen System und auch noch Geld dafür bekommen, aber das ist ein harter Job.
 
werkam schrieb:
Das wäre natürlich die Schönste aller Möglichkeiten, Berufsorientiert studieren im dualen System und auch noch Geld dafür bekommen, aber das ist ein harter Job.

naja, heute bekommt man nichts geschenkt.

aber auf die 2-3 jahre beruf-praxis würde ich nicht verzichten! das verzeiht ein möglicher arbeitgeber nicht. wenn du aber2-3 später studiert hast, juckt das niemanden.
 
Man darf aber auch nicht vergessen, dass je mehr Zeit zwischen Studium und Schulzeit liegt, desto mehr man auch vergisst.

Das fällt mir beim Studium immer wieder auf. Es gibt da Dinge, die hatte man schon in der Schule, aber mangels Anwendung vergisst man sie einfach. Fast die komplette Mathematik der Sekundarstufe II musste ich dadurch nochmal lernen.

Man macht sich also das Studium nur unnötig schwer, wenn man zu viel Zeit vergehen lässt. Dazu kommt, dass die Mathematik im Studium ganz anders an Probleme herangeht (bzw. auf einem höheren Level) als Schulmathematik - was gleich noch einmal schwerer macht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn Du in einem Bewerbungsgespräch gefragt wirst, kannst Du ja immer sagen, dass dich Dein Fach so sehr fasziniert hat, dass Du es gerne tiefergehen studieren wolltest.
Ich gebe meinem Vorredner recht, dass es schwer wird auf das Geld zu verzichten, dass Du während des Jobs verdienst und dann wieder Student wirst. Viele nehmen sich vor, später zu studieren, machen es dann aber nicht, weil Sie auf das Geld nicht verzichten wollen.

Rein finanziell ist es wohl besser, gleich zu studieren. Du fängst zwar insgesamt später an zu verdienen, aber im Durchschnitt wird dein Gehalt höher sein wenn du eine Studienabschluß hast. Nehme mal an, dass Du erst zwei Jahre arbeitest, bevor Du studierst. Dann bist Du auch zwei Jahre später fertig und wirst zwei Jahr später anfangen, ein höheres Gehalt zu verdienen.

Ich persönlich sehe keinen Grund, warum man es Dir negativ anrechnen sollte, wenn Du gleich studierst nach der Ausbildung.
 
@HW-Mann
naja, heute bekommt man nichts geschenkt.

aber auf die 2-3 jahre beruf-praxis würde ich nicht verzichten!
Aber jünger wird man davon auch nicht, wenn man dann noch studiert ist man unter 30 bestimmt auch nicht fertig, hätte man dann nicht Schwierigkeiten in einem Job unterzukommen? Gut das ich mit fast 60 diese Sorgen nicht mehr habe. :lol:
 
werkam schrieb:
@HW-Mann

Aber jünger wird man davon auch nicht, wenn man dann noch studiert ist man unter 30 bestimmt auch nicht fertig, hätte man dann nicht Schwierigkeiten in einem Job unterzukommen? Gut das ich mit fast 60 diese Sorgen nicht mehr habe. :lol:

jüngelchen ;)

ich hab im studium von 17 jahren ( ohja! ) bis 65 jahre alle alterklassen dabei gehabt!

einer war mitte 30 und bauarbeiter und hatte plötzliche lust auf studium auf lehramt.

die mutter eines freundes hat mit ü40 eine ausbildung als krankenschwester angefangen.

das alter spielt kaum noch eine rolle zur zeit, da es an leuten / fachkräften mangelt!

allein im operationsbereich der kliniken wirds teilweise schwer einen flüssigen betrieb aufrecht zu erhalten, da viele einfach kündigen, nicht klarkommen mit stress und schicksalen oder krank werden. hohe ausfallquoten und kaum nachschub ist echt ein problem! nicht nur im gesundheitswesen.

und hallo ?!?!
bei 2-3 jahren berufspraxis die eig. grundvorraussetzung für eine einstellung ist, verlernt doch nichts! da wendet man sein wissen an und außerdem hat man noch seine schulhefter! denkt ihr echt, dass nach der ausbildung nur ackern angesagt ist ?
wiederholung und weiterbildung ist das motto :D aber das lernt ihr auch noch ...
 
Ich sehe kein Problem damit zu kündigen und zu studieren wenn:

- du das wirklich willst
- das finanziell schaffst
- du das Studium im besten Fall auch abschließt ;)

Mit einem guten Abschluss lässt sich auch danach noch eine schöne Stelle finden - zumal du während des Studiums durch Praktika schon erste Kontakte knüpfen kannst. Zusätzlich lassen sich über Professoren und Kommilitonen auch "Vitamin-B-Stellen" erreichen.

Persönlich würde ich dir jedoch ein duales Studium empfehlen, da:

- Einkommen
- du sammelst Berufserfahrung
- Übernahme nach Abschluss idR sicher
- Arbeitgeber übernimmt oftmals Studiengebühren

Also achte auf einen guten Abschluss bei deiner Ausbildung und ein möglichst gutes Zwischenzeugnis deines Arbeitgebers. Bewerb dich auch ruhig schon frühzeitig vor Ausbildungsende damit du im Optimalfall nahtlos weiterarbeiten und studieren kannst.

Viel Glück ;)

PS: Variante zwei habe ich selbst gewählt und nie bereut.
 
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