41076 schrieb:
Schau dir mal das Navigon 2210 an!
Das wäre eine alternative,da das tom tom immer noch eine absolut häßliche grafikoberfläche,sprich kartendarstellung hat!
Das navigon hat auch tmc und dazu noch reality
view,spurassistent,geschwindigkeitsbeschilderung,was tom tom nicht hat in der preisklasse.
Naja Navigon hat zwar ne nette Oberfläche aber ein Navi sollte eben von A nach B führen. Hier ein kleiner Bericht über TomTom vs. Navigon
Lisa (mein treues Tomtom Go 500) hat mich einige Jahre freundlich, zuverlässig und meistens richtig über die Strassen gelotst, die gelegentlichen Aufforderungen, bitte zu wenden, musste ich ebenso gelegentlich ignorieren, aber auch da war sie mir nie böse. Langsam, aber sicher sind die Karten nun ziemlich überholt, und so reifte der Gedanke einer Neuanschaffung. Für den 500 gibt es zwar West- und Osteuropakarten zu erträglichen Preisen. Aber auch diese Karten sind nicht mehr sehr aktuell und werden laut TomTom auch nicht mehr erneuert. Zudem fahre ich immer mal wieder zwischen D/CZ/PL, und eine grenzüberschreitende Navigation ist zwischen zwei verschiedenen Karten ja leider nicht möglich.
Viel gelesen (auch hier im Forum), viel überlegt, die eigenen Ansprüche geprüft (nur Navigation, das 3,5-Zoll-Display des Go 500 hat mir immer gereicht, brauche keinen MP3-Player, keinen Bildbetrachter, kein TTS, keinen Spurassistenten, die FSE im Go 500 hat sich als ziemlich unbrauchbar erwiesen ...) und natürlich erliegt man immer dem Reiz des Exklusiven. Also habe ich ernsthaft über einen Go 730 oder einen aufzurüstenden Go 920 nachgedacht. Oder gar ein 740?
Dann kam der Tag, als ein bekannter Elektronikriese sein Geburtstagsangebot in meine Tageszeitung gelegt hat. Ein Navigon 1210 für 111,- EUR, Karten für 40 europäische Länder, da wollte ich nicht zögern. Gekauft, ins Auto gepinnt, Stirn gerunzelt. Aber dass der erste Satellitenfix mal ein paar Minuten dauert, muss ja noch nicht verwundern.
Los geht's, die Ansagen des Navigon erfolgen punktgenau, ausführlicher als bei meinem alten Go 500, der Blick auf das Display ist eigentlich überflüssig. Der angezeigte Standort stimmt wirklich auf den Meter genau, Lisa war da immer ein bisschen schlampiger. Die Kartendarstellung des Navigon ist sehr gut, die Karte scrollt flüssig mit der Fahrtstrecke mit, das Abbiegen erfolgt sanft und ohne Geruckel. Schon ganz hübsch. Gut, der Halter ist fummelig, der Touchscreen bedarf eines festen Drucks und die Tasten sind teilweise sehr klein und am Rand des Displays, so dass Eingaben teilweise etwas schwierig sind, wenn man keine ganz zarten Mädchenhände hat. Wirklich gut funktioniert das Tippen nur mit dem Fingernagel. Schön ist das Ausblenden überflüssiger Buchstaben bei der Zieleingabe.
Der Spurassistent funktioniert sehr gut, ist wegen der sehr genauen Anweisungen aber eigentlich auch nicht nötig. Die möglichen Displayeinstellungen sind etwas spärlich, wer seine aktuelle Geschwindigkeit sehen möchte, darf sich auch an der momentanen Höhe erfreuen. Da ich nach wie vor aber bodengebunden unterwegs bin, interessiert mich die Flughöhe meines Autos schlichtweg überhaupt nicht. Zudem sind die Anzeigen auf dem Display so klein, dass man als Ü-30 blinzeln muss ... Dafür klappt die Streckeninterpolation im Tunnel erstaunlich gut, damit hatte Lisa (mit und ohne EPT) immer so ihre Probleme. Am Tunnelende hat das Navigon sofortigen Satellitenempfang. In der Nachtdarstellung ist nur das Display nur gedimmt und damit schlechter lesbar, andere Farben gibt es werksseitig nicht. Schade eigentlich, Lisas dunkelblaues Nachthemd fand ich immer sehr ansehnlich. Insgesamt macht das Navigon für den Preis aber bis dahin keinen schlechten Auftritt.
Am nächsten Morgen ist der Akku entladen. Gut, ich war am Vortag ja auch nur kurz unterwegs. Das Navigon startet komplett neu und sucht sich über 10 Minuten die GPS-Antenne wund. Mehrere kurze Strecken, insgesamt über 3 Stunden Fahrzeit, jedesmal kommt die Akkuwarnung unmittelbar nach dem Einschalten, aber noch springt das Navigon aus dem Standby an. Trotzdem sucht es 2-3 Minuten nach dem aktuellen Standort. Das ist Lisa ein vielfaches schneller, trotz der paar Jährchen auf dem (Antennen-)Buckel. Aber wenn der Akku des Navigon jetzt (wie angezeigt) komplett geladen ist, sollte am nächsten Tag ja alles viel schneller gehen. Abends mal ein Versuch auf dem Balkon, das Navigon zeigt schon wieder die Akku-Warnung, zum Ausgleich findet es seinen Standort nicht, irgendwann werden mir die Zehen kalt.
Frühmorgens ist der Akku wieder komplett entleert, das Navigon startet erst am Bordnetz, natürlich komplett neu, die Standortbestimmung dauert wieder mal mehr als 10 Minuten. Unmut macht sich in mir breit. Wenn das Navigon funktioniert, geht es gut. Leider funktioniert es (bei mir) aber zu selten. Nachmittags Anruf bei der Navigon-Hotline. Der freundliche Herr ist über die Akku-Problematik erstaunt, davon hat er noch nie gehört. Aber die Sache mit der zähen Standortbestimmung scheint ihm nicht ganz neu zu sein, ich sei da wohl nicht der einzige. Er bietet mir an, das Gerät einzuschicken, das würde aber alles in allem sicher eine ganze Zeit dauern. Dann erkundigt er sich, wann und wo ich das Gerät gekauft hätte und rät mir unumwunden zum Umtausch. Reichlich erstaunt packe ich den Kram zusammen, tausche diskussionsfrei das Gerät nach einer Woche um und erstehe in einem spontanen Entschluss ein neues TomTom ONE 30 Europe Traffic.
Ach ja, schön ist's. Der neue Windscheibenhalter (EasyPort) ist erst einmal gewöhnungsbedürftig, hält aber bombenfest und ist wirklich sehr klein. Na ja, das Go 500 hatte einen Aktivhalter, der Kabelkram ist beim ONE ein bisschen lästiger, aber dafür hat Lisa II auch nur ein Drittel ihrer Vorgängerin gekostet (inflationsbereinigt wohl eher ein Viertel). Der Satellitenfix steht kurz nach dem Einschalten, noch bevor ich die paar wichtigsten Einstellungen gemacht habe, Ziel eingegeben, losgefahren. Lisa II. klingt ein bisschen strenger und elektronischer und blecherner als ihre ältere Schwester, aber damit kann ich leben. Sonst hat sich nicht viel verändert. Im Vergleich zum Navigon sparsamere Ansagen, auch nicht so punktgenau, und die Karte ruckelt wie bekannt und dreht in den Kurven so abrupt wie früher. Auf den Meter stimmt der Standort nach wie vor nicht, aber noch muss man beim Autofahren ja die Augen aufmachen. Lisa II. liegt stabil in der Hand und macht insgesamt schon einen hochwertigeren Eindruck als das Navigon. Am Abend noch ein bisschen spielen, und siehe da, Lisa II. findet ihren Standort selbst in der Wohnung nach knapp einer Minute.
Fazit: Never change a winning team. Die Navigon-Software ist nicht schlecht, aber an der Hardware mangelt es weitreichend. TomTom könnte im Vergleich softwareseitig vielleicht das eine oder andere übernehmen, doch dafür funktioniert das Gesamtsystem. Ich bin mir sicher, dass Lisa II. und ich viele Kilometer gemeinsam zurücklegen werden. Und Lisa I. wird der Familie erhalten bleiben.