Noxman schrieb:
Dickere Kabel haben z.B. einen kleineren Widerstand. Das kann sich günstig auf den Klang auswirken. Tiefe Töne benötigen einen grossen Querschnitt, hohe Töne eine grosse Oberfläche. Der grössere Querschnitt bedingt auch eine grössere Oberfläche. Somit ist für alle Frequenzen was dabei und der Klang verbessert sich.
Ist ja alles richtig, aber soll ich mal ein paar Zahlen herausholen?
Ich tu es mal einfach: 5m Kabel, Kupfer, 1,5mm² Querschnitt. Der Gleichstromwiderstand (Induktivität und Kapazität vernachlässigbar) dieses Kabels beträgt schlappe 0,057 Ohm. Ein Lautsprecher hat meistens ein Impedanzmaximum im Tiefbass, dort kann man 20 Ohm als Spitzenwert annehmen, und im Mittelton kann er auf das nach DIN erlaubte Minimum absinken (bei 8 Ohm DIN sind das 6,4 Ohm). Bei diesem Minimum erzeugt das Kabel einen Verlust von 0,07dB, bei dem Maximum von 0,02dB. Der Frequenzgang wird also um sagenhafte 0,05dB verbogen. Absolut unhörbar. (Eigentlich müsste man jetzt noch so fiese Sachen wie die Phasenlage mit einberechnen, aber dann ist der Effekt noch geringer, und es ist mir zu kompliziert).
Skineffekt: nehmen wir das gleiche Kabel. Bei 20kHz beträgt die Eindringtiefe durch den Skineffekt noch 467µm. Das Kabel mit 1,5mm² hat einen Radius von 690µm, somit beträgt die wirksame Fläche bei 20kHz noch 1,34mm². Das erhöht den Widerstand des Kabels auf lächerliche 0,064 Ohm und da hab ich keine Lust mehr weiterzurechnen, wenn ich mir die Werte oben anschaue.
Fazit:
Beim Querschnitt sind 1,5mm² absolut ausreichend, der Skineffekt ist vernachlässigbar und der Kabelaufbau aus dünnen Litzen nur wegen der Flexibilität.
Ich habe mal eine Messung gesehen, bei der Baumarktkabel mit 1,5mm² bei 20kHz insgesamt einen Abfall um <0,5dB verursachte (wegen Induktivität und Kapazität, die ich oben vernachlässigt habe). 0,5dB sind bei den hohen Frequenzen, sofern diese noch hörbar sind, absolut unhörbar. Achja, Musikinstrumente geben in dem Bereich gar nichts mehr von sich, nichtmal Oberwellen.
Gruß
Morgoth