Um es mal etwas philosophischer anzugehen: Was heißt denn sicher?
Bin ich sicherer, wenn Angriffe fehlschlagen (weil z.B. die Lücke gepacht wurde oder eine andere Maßnahme das Ausnutzen der Lücke verhindert) oder weil keine Angriffe stattfinden?
Es kommt auf die Ebene an, die man betrachtet. Im Punkt Schadsoftware, die auf den Benutzer zielt, hast du definitiv Recht. Die Rechnung als .docm oder .exe lässt Linux Nutzer kalt. Der unbedarfte Windows Nutzer könnte sein System damit infizieren sofern nicht zufällig in Virenscanner das unterbindet.
Für Angriffe ohne Zutun des Nutzers wie der klassische Wurm, der über wahrscheinlich laufende Dienste aus dem Netzwerk kommt würde ich subjektiv auch Linux die höhere Sicherheit verschreiben.
Ich sehe 3 Komponenten:
1. Angriffe auf den Kernel, das Basissystem und Standarddienste:
Passieren gefühlt eher seltener. Der Einstiegspunkt für einen solchen Angriff ist wegen privater Netzwerke schwierig einzurichten. In Firmennetzen ist die Installation und Verbreitung schon eher möglich sofern jemand den Schadcode irgendwie einschleust.
2. Angriffe auf gängige Software (MS Office, Internet Explorer, Firefox, Chromium, Thunderbird, Adobe Reader, Image Viewer):
Unter Windows wahrscheinlich nach neben den klassichen .jpg.exe Viren der gängiste Angriff. Wahrscheinlich nicht mal mit dem Ziel das System selbst anzugreifen, sondern im Userspace zu bleiben und den User so zu schaden z.B. Ransomware. Den Namen einiger Adobe Produkte hat man ja häufiger gelesen.
Unter Linux vermutlich gar nicht mal so ein großes Problem, wenn keine gängige Bibliothek betroffen ist da eine hohe Softwarediversität herrscht.
3. Angriffe auf den User selbst damit er Schadcode ausführt und Warnungen wegklickt:
Wahrscheinlich auch recht gängig und gerne als trojanisches Pferd getarnt. Cracks und Keylogger für Software oder die gute alte .zip.exe. Autostartviren könnte man eventuell auch dazu zählen.
Das Bedrohungslevel unter Linux ist vermutlich geringer.
Hier sind kann man eventuell auch git Repositories oder andere fremde Software hinzuzuählen.
Gegen 2-3 hilft brain.exe oder ein Virenscanner (Windows Defender sollte reichen).
Mit dem Beispiel von lanse kann man eventuell mal in Betracht ziehen, was Menschen eigentlich mit Computern machen. Wenn sie die bekannten 3D Titel spielen sollte man Windows in Betracht ziehen. Für Solitär und Co haben Linux und MacOS sicher auch Lösungen.
Ansonsten hat sich eine mehr oder weniger eine Abstraktionsebene erfolgreich etabliert: Der Webbrowser. Wenn darin alles erledigt wird, kann man sich die Windows Lizenz eigentlich auch sparen. Es wäre sicherlich interessant zu sehen, ob sich dann .pdf.sh Viren etablieren würden.
