Hallo erstmal!
Der folgende Beitrag ist etwas länger. Ich hoffe der/die eine oder andere liest ihn sich dennoch durch und kann vielleicht ein bisschen davon profitieren.
Das gute daran ist, dass er auf meiner persönlichen Erfahrung beruht und nicht auf irgendwelchen Fantasien, die sich die PR Abteilung von irgendwelchen Diätfirmen ausgedacht haben.
Beachten sollte man beim Thema sicherlich, dass einerseits sehr viel Müll erzählt wird und dass andererseits der Soffwechsel von Mensch zu Mensch sehr verschieden sein kann.
Wenn sich zwei verschiedene Leute eine Zeit lang von genau den selben Dingen ernähren und dabei genau die selben sportlichen Aktivitäten entfalten (z.B. keine), dann ist es trotzdem möglich, dass der eine kein Gramm zunimmt und schlank bleibt, während es dem anderen ziemlich schnell anhängen wird.
Richtwerte für die Kalorienzufuhr und ähnliches sollten nur deswegen immer schon kritisch betrachtet werden.
Aber nun zu meiner eigentlichen Geschichte, die hoffentlich etwas aufmunternder ist, als die Feststellung, dass man auf allgemeine Informationen leider nicht viel geben kann:
Ich selbst habe einmal zwischen 120 und 130 kg auf die Waage gebracht. Ein absolut überdurchschnittliches Gewicht für eine ziemlich durchschnittliche Körpergrösse von 180 cm.
Damals war ich körperlich auch langsam ausgewachsen, was ja schonmal ein schlechtes Zeichen ist, wenn man irgendwelchen Gesundheitsexperten glaubt.
Denn diese glauben ja zu wissen, dass Erwachsene kaum jemals wieder schlanker werden, als zu dem Zeitpunkt wo sie erwachsen werden.
Ich hatte das Glück, dass mein Körper anderer Meinung war als die Gesundheitsexperten. Ungefähr ein halbes Jahr nachdem ich aktiv und gewillt mit dem Abnehmen begonnen habe, wog ich dann noch knapp 85 kg.
(Womit dann auch beliebte Expertengeschichten widerlegt wären, die behaupten, mehr als 2kg pro Monat sei eh total unrealistisch. Wie ich sagte: Auf irgendwelche Richtwerte würde ich nicht vertrauen, jeder Körper funktioniert anders!)
Zunächst vielleicht noch ein Warnhinweis auf einige Nachteile die das Abnehmen von 40kg in etwa einem halben Jahr hat:
- Es ist ungesund, schlecht, schädlich, ... diese Hinweise stammen nicht von mir, kriegt man jedoch oft von Medizinern und solchen die sich dafür halten zu hören. Ich denke, es kann da durchaus etwas dran sein, kann es aber aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Ich fühle mich seither gesünder und hab mich auch während dem Abnehmen nie krank gefühlt.
- Man verliert nicht nur Fett sondern auch Muskelmasse. Das ist wohl so und auch schwer zu verhindern bei diesem Tempo. Ich würde sagen an Beinmuskulatur habe ich zwar kaum was verloren (und wenn man sein Übergewicht jahrelang rumtragen muss, dann kann die durchaus einigermassen imposant werden) doch die Arme haben wohl schon ein bisschen gelitten, wenn auch nicht besonders stark. Aussagen von wegen man würde nur Muskeln und kein Fett verbrennen sind aber total falsch.
- Das Volumen bildet sich schneller zurück als die Oberfläche. Weniger mathematisch gesprochen: Die Haut wird schlaffer. Wenn man langsamer oder vorallem weniger abnimmt, ist das aber ein kleineres Problem vermute ich.
Jetzt wo wir diesen unangenehmen Teil hinter uns gebracht haben kommen wir zu den guten Nachrichten. Die ganze Prozedur funktioniert ohne zweifelhafte Medikamente oder Diätpläne die sich sowieso alle gegenseitig widersprechen. Und schrecklich Hunger leiden muss man dabei auch nicht.
Als Voraussetzung würde ich zuallererst mal einen Willen es wirklich zu tun annehmen.
Ich hab mit der Setzung eines Ziels hierbei gute Erfahrungen gemacht. Dies betone ich, weil viele von den klugen Ratgebern ja gerne sagen man sollte sich keine Ziele setzen, das würde eh nur frustrieren.
Das Ziel sollte jedoch auf keinen Fall zu kurzfristig sein: Ziele die sich auf 'in einer Woche' beziehen sind wertlos !
Man muss immer auch beachten, dass das Gewicht einigen natürlichen Schwankungen unterliegt. Ist man zu Beginn der Woche gerade auf einem Hoch und am Ende auf einem Tief freut man sich über 2 oder mehr Kilo weniger. Läufts umgekehrt ist man frustriert dass man trotz Diät zugenommen hat.
Deswegen sollten solche Ziele besser auf etwas längere Zeitdauern geplant sein, was jedoch niemand davon abhalten sollte, trotzdem regelmässig auf die Waage zu stehen zwischendurch.
Nur ein nummerisches Ziel alleine ist vermutlich für viele keine wirklich ausreichende Motivation. Bessere Arten von Motivationen fallen aber nicht einfach so vom Himmel und hängen, denke ich, auch stark von der persönlichen Situation ab. Deswegen ist es schwer hierzu Tipps zu geben.
Eine weitere Voraussetzung sind einige Grundkenntnise über den menschlichen Stoffwechsel. Ich selber bin sicher kein Experte und hab auch kein einziges Buch dazu gelesen, aber einige Infos gepaart mit halbwegs logischem Denkvermögen sollten schon sein.
Grundsätzlich gilt natürlich mal, dass eine geringe Zufuhr von Kalorien erstrebenswert ist. Deswegen ist es nicht verkehrt, sich die Werte die auf den Lebensmitteln aufgedruckt sind anzugucken. Meistens sind sie in "kJ" sowie in "kcal" angegeben. Unbedingt darauf achten, dass man immer den selben Wert vergleicht! (100 kcal sind nämlich etwa 4 mal mehr als 100 kJ.)
Auch sollte man natürlich Wissen, dass einzelne Nahrungsmittel grob gesagt aus 4 Kategorien zusammengesetzt sind. Proteine, Kohlenhydrate, Fett (die drei haben einen Nährwert und stehen deswegen auch auf den Produkten) sowie die vierte Kategorie, die den Rest des Gewichtes "auffüllt" und keinen Nährwert aufweist.
Proteine (= Eiweisse), sind bekanntlicherweise wichtig für die Muskeln, weswegen ich sie mal als "guter Bestandteil" bezeichnen möchte. Auch sie enthalten einen nutzbaren Enegeriewert (Muskeln können wie Fett im Bedarfsfall abgebaut werden und Energie liefern) aber natürlich wollen wir ja keine Muskeln abbauen sondern Fett.
Kohlenhydrate sind Brennstoffe die dem Körper ziemlich direkt Energie liefern. Führt man davon allerdings mehr zu als der Körper benötigt, so werden sie schnell mal in Fett umgewandelt und abgelagert. Das Ziel beim abnehmen ist also natürlich, dass man weniger Energie in Form von Kohlenhydraten zuführt, als der Körper benötigt. Weil dann wird er sich umgekehrt auch ans Abbauen von Fettreserven machen.
Womit wir beim Fett angelangt wären. Leider wird es weder zu Muskeln verarbeitet noch liefert es rasch Enegerie. Was es tut ist, Energiereserven einlagern, die erst im Bedarfsfall wieder langsam mobilisiert werden (sich rein vom Fettabbau zu ernähren ist natürlich leider kaum möglich).
Der vierte Bestandteil wird meist Wasser sein (oder beispielsweise so genannte unverdauliche Nahrungsfasern oder Ballaststoffe). Diese füllen wie bereits gesagt den restlichen Anteil des Gewichtes auf.
Logisch.. wenn 100g Milch 3g Proteine, 5g Kohlenhydrate und 4g Fett haben, dann bleiben schliesslich noch 88g übrig.. und das ist in dem Fall Wasser. Deswegen hat die Milch mit 280kJ/100g auch einen viel geringeren Energiewert als z.B. der Honig mit 1400kJ/100g, bei dem neben seinen 82g Kohlenhydraten nicht mehr so viel Platz für Wasser & Co ist. Aber immerhin sind es beim Honig "nur" Kohlenhydrate (Atkins würd mir hier evt. widersprechen).. 100g Butter hat z.B. 82g Fett... und das führt u.a. auch zu einem mehr als doppelten Energiewert. (Wir sehen hier also, dass ein g Fett deutlich mehr Energie beinhaltet als 1g Kohelnhydrate - das ist wie ihr weiter oben gelesen habt aber nicht der einzige Grund, wieso ich Kohlenhydrate dem Fett vorziehen würde.)
Aber ich merke selber, ich schweife hier massiv in die Details ab. Gut zu wissen ist auf jedenfall, dass in Sachen Fleisch v.a. Hühnchen (oder auch Pute sowie Thunfisch) empfehlenswert ist, da es fast nur aus Proteinen und Wasser besteht. (Gemeint ist hier Hühnchenbrust... nichts wo Haut dran ist, denn die Haut ist zwar knusprig aber auch fettig).
Ich hoffe mit den oben genannten Basisinfos kann jemand mit ein bisschen logischem Verstand sich schnell mal selber zusammenreimen, welche sich Dinge besser und welche schlechter zum Abnehmen eignen.
Ausserdem sollte folgendes auffallen: Häufige Aussagen wie "Äpfel kannst du so viel essen wie du willst" halte ich für Mist! Auch ein Apfel (sowie übrigens in fast gleichem Masse auch Apfelsaft.. und selbiges gilt natürlich auch für andere Früchte) hat nämlich Kohlenhydrate und somit einen Brennwert (etwas über 200kJ/100g glaub ich).
D.h. wenn dein Körper (folgende Zahlen sind fiktiv!) 4000 kJ verraucht und somit verbrennen möchte und du hast davon 3000kJ mit deinem bisherigen Essen gedeckt, dann spielt es durchaus ne Rolle, ob du dazu noch n' Pund Äpfel isst (die die restlichen 1000kJ decken)... weil dann muss dein Körper nix abbauen! Isst du die Äpfel jedoch nicht, müsste er wohl 1000kJ aus deinen fettreserven holen.
Aber das nur so als kleiner Exkurs (der nur auf meiner unexpertenhaften Logik beruht) zum wie gesagt häufig geäusserten Satz, man könne so viel Früchte essen wie man wolle.
Wir haben also bisher festgehalten, dass es viel Wille und ein bisschen Wissen benötigt.
Jetzt muss man es im Grunde eigentlich nur noch tun.
Ein bisschen Sport dazu (etwas zügiges Spazieren ist durchaus ein Anfang, wenn man Joggen eh nicht länger als 5 Minuten durchhält) ist sicherlich auch sehr empfehlenswert. Und natürlich das bereits mehrmals genannte Schwimmen!
Das hat auch den Vorteil, dass es im Gegensatz zum gehen/laufen auch deine Armmuskulatur beanspurcht. Denn wie ich weiter oben gezeigt habe, ist diese vermutlich beim Abnehmen gefährdeter als deine Beinmuskulatur.
Dass man durch Bewegung mehr Energie verbraucht als durch 'Bildschirmarbeit' muss ich, denke ich, nicht erläutern.
Und wie gesagt: Das Ziel ist ja eigentlich, dass man mehr Energie verbraucht als man zuführt. Und dies klappt nicht nur durch Drosselung der Zufuhr, sondern auch durch Erhöhung des Verbrauchs.
Leider hab ich jetzt grad nicht mehr genug Zeit meine "Geschichte" näher zu beschreiben.
Ich wünsch euch aber sicher schonmal viel Glück.
Und sehr wichtig ist auch: Dranbleiben!
1 Woche Diät, 1 Woche wieder normal essen usw. bringt nichts.
Denn fieserweise (man kennt ja den Jojo Effekt) drosselt euer Körper ziemlich schnell seinen Verbrauch, wenn er merkt da kommt nimmer so viel.
Mit ein wenig logischem Denken begreifft ihr sicher schnell, wieso es deswegen sinnlos ist, seine Diäten ständig zu unterbrechen. Dranbleiben ist hier wirklich das Zauberwort!