Wie sucht man sich eine Religion...?

Also ich hab jetzt folgendes beschlossen:

Bis einer von den vermeintlichen Göttern vom Himmel steigt und sagt "Hallo ich bin der richtige" bleibe ich Atheist bzw. Agnostiker.
 
Da das Heruntersteigen von Göttern nichts mit Religion und Glaube zu tun hat, hast Du wohl die richtige Entscheidung getroffen. ;)
 
@Tankred

Ja stellmal vor ich richte mich stattdessen nach einer von den 5000 Religionen aus, verzichte auf soviele Annehmlichkeiten eines Atheisten und ordne mein Leben der Religion unter...und am Ende erfahre ich dann, daß es einer von den 4999 anderen war, oder auch garkeiner....Sein Leben einer 1/5000 Wahrscheinlichkeit unterordnen...Nenene...das ist nicht für mich!
 
Genau das meine ich, Du verstehst es nicht. Mach Dir aber nichts daraus, Du kannst Glaube als Atheist auch nicht verstehen, denn Du denkst einfach anders. ;)
 
Da gibt es ein bekanntes Zitat, das mir im Moment natürlich nicht einfallen will. Die Grundaussage ist in etwa die: "Ich weiß nicht, ob es einen Gott [im christlichen Sinne] gibt. Aber für den Fall, dass es ihn geben sollte, bin ich lieber religiös." - Nun würde dieser "scheinheilige Glaube" vermutlich nichts bringen. Aber der Gedankengang ist schon interessant.
 
Hehe, ja genau. Das erinnert mich an South Park. Da gab es mal eine Folge, in der sich eine riesige Gruppe von Menschen in der Hölle darüber beschwerte, eigentlich nicht in die Hölle zu gehören, da sie doch gläubig waren. Der Mann am "Empfang" blätterte dann nur in seinen Unterlagen und meinte nur beiläufig, nur die Mormonen hatten den richtigen Glauben, die anderen kommen nun halt in die Hölle. :D

So funktioniert Religion eben nicht. ;)
 
Tankred schrieb:
Du kannst Glaube als Atheist auch nicht verstehen, denn Du denkst einfach anders. ;)

Ich kann das schon verstehen..Als kleiner Junge war ich ja mal Gläubig...Aber es ist eben psychologisch bedingt das man eben zu der Religion Bezug hat und auch so tut als wäre das die einzig Mögliche, mit der man aufgewachsen ist.

Später ist mir jedoch aufgefallen, das es noch 4999 andere gibt, und das alles garnicht so sicher ist. Es mag sein, das die meisten Menschen das garnicht merken. Die denken sich beispielsweise nur "Wenn ich nicht an Gott und Jesus glaube, kann ich in die Hölle kommen"....Aber wenn sie mal ihren Horizont erweitern, merken sie, das es noch 4999 andere gibt, die sie auch alle in die Hölle schicken wollen, wenn sie nicht glauben...
 
Das wiederum hört sich so an, als sei der Glaube an sich nicht unbedingt das Problem. Vielmehr geht es um die Frage, ob der eigene Glaube der "richtige" ist und was passiert, wenn man auf das falsche Pferd gesetzt hat.

Allerdings denke ich nicht, dass man damit die Fragestellung in den Griff bekommt. Nehmen wir einmal an, rein theoretisch, der katholische Glaube wäre der einzig wahre. Würden deshalb alle Protestanten, Juden, Hindus und Buddhisten automatisch in der Hölle schmoren? Schwer vorstellbar, oder? Die Hindus in Indien haben doch faktisch gar keine Auswahl, wenn sie irgendwo auf dem Land leben, keine Bildung haben und gar keine andere Religion als ihre eigene kennen.

Und vor gar nicht allzu langer Zeit (3-4 Generationen vor uns) sah es doch bei uns nicht besser aus. Die Leute wurden iirgendwo geboren, verbrachten in diesem Ort ihr leben und starben auch dort. Die hatten doch gar keine Vorstellung von dem Leben in anderen Teilen der Welt. Wie sollten sie da auf eine andere Religion kommen?
 
PowerSupport: Neenee, Du hast es noch immer nicht.

PowerSupport schrieb:
Aber es ist eben psychologisch bedingt das man eben zu der Religion Bezug hat und auch so tut als wäre das die einzig Mögliche, mit der man aufgewachsen ist.

Man "tut" nicht so, das ist es ja eben. Man weiß, dass es so ist und nicht auf der Basis von Wissen, sondern auf der des Glaubens.

PowerSupport schrieb:
Später ist mir jedoch aufgefallen, das es noch 4999 andere gibt, und das alles garnicht so sicher ist.

Das liegt daran, dass Du wahrscheinlich nicht geglaubt hast, sondern in die Wertegemeinschaft des Glaubens bzw. der Religion hineinsozialisiert wurdest.

PowerSupport schrieb:
Es mag sein, das die meisten Menschen das garnicht merken.

Klar merken auch die Anhänger einer Religion, dass es noch andere gibt. Aber sie glauben eben an die ihre. Das Widerspricht nicht der intellektuellen Auseinandersetzung mit anderen Glaubensgemeinschaften. Aber das findet eben, wie bereits ausgeführt, auf der kognitiven Ebene statt und nicht auf der affektiven. Deshalb kann auch beides nebeneinander existieren, Glaube und Intellektualität.

PowerSupport schrieb:
Die denken sich beispielsweise nur "Wenn ich nicht an Gott und Jesus glaube, kann ich in die Hölle kommen"....

Da machst Du es Dir aber ganz schön einfach und argumentierst schon wieder aus der Sicht eines nicht gläubigen Menschen mit rationalen Argumenten. Die Hölle taugt schon lange nicht mehr als alleiniges Mittel, die mittlerweile aufgeklärten Menschen zu einer Religion zu führen oder sie dort zu halten. In einer pluralistischen Gesellschaft gibt es auch plurale Gründe, die Menschen zum Glauben geführt haben.

PowerSupport schrieb:
Aber wenn sie mal ihren Horizont erweitern, merken sie, das es noch 4999 andere gibt, die sie auch alle in die Hölle schicken wollen, wenn sie nicht glauben...

Das ist Unsinn, siehe oben. Zudem greift Dein Klischee-Argument schon deshalb nicht, weil die Drohung mit der Hölle nur dann wirkt, wenn man auch an den religiösen Zusammenhang glaubt.

Aber das ist eben Dein Problem, Du kannst Glaube nicht begreifen und willst alles damit zusammenhängende immer analytisch auseinander dividieren. Aber wenn das ginge, dann wäre es eben kein Glaube mehr. ;)
 
@ PowerSupport

Du verstehst das Grundprinzip des Glaubens nicht!
Es geht hier nicht darum, einen rationalen Entschluss zu fassen! Lese dir doch einfach nochmal die vorherigen Posts durch, da wurde doch schon alles beschrieben. Glauben tut man aus Überzeugung!
Im Grunde glaubst du ja auch. Nämlich daran, dass keinen Gott gibt!
Das ist halt dein Glaube. Denn wissen, tust du es nicht. Du bist aus (rationalen) Gründen zu diesem Glauben gekommen. Menschen die gläubig sind kommen aus anderen Gründen zu einem Glauben. Dabei ist es irrelevant ob es noch 5000 oder 5 Millionen andere Glaubensrichtungen gibt. Es gibt nämlich nicht den falschen Glauben, sondern nur den richtigen (sofern man wirklich glaubt).
Und mit Horizont erweitern hat Glaube überhaupt nichts zu tun. Ich habe letztens mit einem gläubigen Naturwissenschaftler im Labor gesprochen. Du wirst jetzt sicher sagen, dass sich Galube und Wissenschaft widerspricht. Das tut es aber eben in keinster Weise!

Und als kleiner Junge warst du nicht gläubig, sondern du hast das geglaubt, was dir gesagt wurde (oder einfach, weil du es nicht besser wusstest)! Wenn du wirklich gläubig gewesen wärst, würdest du nicht aus rationalen Gründen davon weggehen!
 
Seppuku schrieb:
Es geht hier nicht darum, einen rationalen Entschluss zu fassen! Lese dir doch einfach nochmal die vorherigen Posts durch, da wurde doch schon alles beschrieben. Glauben tut man aus Überzeugung!

Glauben tut man aus Überzeugung..hm..aber was überzeugt einen?

Wenn ich jetzt z.B. ein Unternehmen gründen wollte, und eine Idee hätte, die echt vielversprechend ist, ja dann würde ich an den Erfolg dieses Unternehmens glauben.
Warum würde ich das tun? Weil diese Idee zwar noch kein Garant ist, aber eben mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einen Glauben daran rechtfertigt.

Aber an einen von zigtausenden Göttern glauben? Das ist so wahrscheinlich und sinnig, als würde ich jetzt daran glauben fliegen zu können....Es gibt zigtausend Religionen, zigtausend Geschichten und zigtausend Beweise und Überlieferungen für die Wunder eines jeden Gottes.....Da sagt mir einfach mein Verstand: Da an etwas zu glauben wäre Unsinn!
Es ist bei der vielzahl an Göttern und Religionen und sonstigen philosphischen Überlegungen genauso wahrscheinlich an den richtigen zu glauben, wie als das man an einem Strand eins von sonstwas wie vielen Sandkörnern erwischt....

Kein vernünftiger Mensch würde ein Glücksspiel eingehen mit einer Gewinnchance von 0,0000000001%....Niemand würde an den Gewinn glauben...Warum glauben sie aber bei der Religion daran?

Mag sein das die Menschen gerne an "Wunder" glauben....Es gibt ja auch z.B. verschuldete Menschen die ernsthaft an ein Wunder glauben..Ich könnte das einfach nicht..Ich sehe die Realität möglichst immer so wie sie ist, und wenn ich an etwas glaube, dann nur wenns auch eine Wahrscheinlichkeit > % dafür gibt!

Seppuku schrieb:
Im Grunde glaubst du ja auch. Nämlich daran, dass keinen Gott gibt!
Das ist halt dein Glaube.

Nein das glaube ich nicht. Ich lass es einfach offen, weil ich es nicht weiß!
Denn im grunde könnte auch der nächste Grashalm Gott sein..Das ist genauso wahrscheinlich oder genauso viel oder wenig beweisbar, wie das es der Gott der Christen sein soll oder irgendein anderer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann lass es mich anders formulieren: Du glaubst auf Grund einer Wahrscheinlichkeitsrechnung an eine mögliche (wenn auch unwahrscheinliche) Existenz von einem Gott.
Es ist bei der vielzahl an Göttern und Religionen und sonstigen philosphischen Überlegungen genauso wahrscheinlich an den richtigen zu glauben, wie als das man an einem Strand eins von sonstwas wie vielen Sandkörnern erwischt....
Und das ist eben die total falsche Denkeweise! Es gibt, sofern man glaubt, nicht richtig oder falsch! Wenn man wirklich glaubt, dann ist das immer der richtige Glaube (für die entsprechende Person), an den man eben glaubt! Sie wird ihr Leben mehr oder weniger nach dem Glauben ausrichten und damit glücklich sein. Was kann daran falsch sein? Es ist doch irrelevant, was jetzt die höhere Macht konkret ist und in welcher Art man versucht sich ihr zu nähern. Denn dies haben alle Weltreligionen gemeinsam: Eine höhere Macht (oder zumindest eine höhere Philosophie).

Ergo: Es ist unmöglich durch rationale Denkweise (wie eine Wahrscheinlichkeitsrechnung) wirklich zu Glauben. Denn dann denkst du und glaubst nicht!

Glauben tut man aus Überzeugung..hm..aber was überzeugt einen?
Eben nichts rationales! Lese doch einfach mal ein paar Berichte, aus welchen Gründen zuvor Ungläubige zum Glauben gekommen sind.

Aber deine Vergleiche mit Parteien, unternehmen und co. zeigen einfach, dass du das Grundprinzip des Glaubens immer noch nicht verstanden hast!

Und für jemanden der Glaubt, ist Glaube (sofern man von einem Glücksspiel sprechen will) ein Glücksspiel mit der Erfolgschance von 100%.
 
@PowerSupport
Du musst Dich erst einmal von Deiner Lotterie-Vorstellung lösen [„Ach, es gibt so viele Religionen, zwischen denen ich wählen kann. Welche nehme ich denn nun? Welche ist die richtige? Was mache ich denn bloß, wenn ich die falsche Religion erwische?]

Das läuft doch ganz anders ab. Beispielsweise so: Da ist eine Frau, die in große Schwierigkeiten gerät. Ihr Ehemann hat einen Unfall und wird erwerbsunfähig, das Geld wird knapp. Sie erkrankt an Brustkrebs und der Sohn findet keinen Ausbildungsplatz. Am besten passiert das alles innerhalb eines Jahres. Die Frau ist völlig am Ende. – In ihrer Not fängt sie an zu beten, weil sie sich einen Rest von Glauben aus ihrer Kindheit bewahrt hat. Sie sieht im Moment vielleicht nicht, wie ihr die Menschen in ihrer Situation helfen könnten. Deshalb wendet sie sich an „Gott“.

Durch die Gebete fühlt sie sich innerlich gestärkt. Und als der Sohn doch noch eine Stelle findet, schöpft sie erstmals wieder Hoffnung. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass ihr Krebs mit Hilfe einer Chemotherapie zurückgedrängt werden kann. Ihre gesamte Lage verbessert sich dadurch. Nun weiß sie natürlich nicht, ob ihre Gebete etwas damit zu tun hatten oder ob sie einfach nur Glück im Unglück hatte.

Aber möglicherweise sieht sie die Ursache für die positive Wendung im göttlichen Beistand. In diesem Fall ist sie davon überzeugt, dass Gott ihre Gebete erhört hat. Sie glaubt (wieder) an ihn. – In dieser Situation stellt sich für die Frau gar nicht die Frage nach der richtigen Religion. Sie hat ihren Glauben (ihre Glaubensüberzeugung) gefunden und fertig.

Vielleicht hat sie im Gebet den Eindruck gewonnen, dass ihr Gott bei ihr ist und sie anhört. Diese persönlich empfundene Gotteserfahrung schlägt dann alle Zweifel in den Wind und der Glaube wird zur „Gewissheit“, zur persönlichen Überzeugung. Damit hat sich jede weitere Diskussion um die Religion erledigt.

Denn diese Frau muss ja keine Christin sein. Vielleicht ist sie Jüdin oder Muslima. Was spielt da die konkrete Religion noch für eine Rolle?
 
Seppuku schrieb:
Und das ist eben die total falsche Denkeweise!

Dein Versuch ist löblich, aber wenn Du meine Beiträge durchliest, so wirst Du feststellen, dass ich es ebenso erfolglos versucht habe. Vergiss es, er versteht es einfach nicht.
 
@keshkau

Ich beschäftige mich schon eine ganze Weile mit Psychologie. Auch das Thema Placebo usw. finde ich sehr interessant.

Das Gehirn ist sehr anfällig dafür, zwei Dinge wie eine Wahrheit zu verknüpfen, einfach weil sie zufällig aufeinander fallen. Siehe auch bedingte/unbedingte Konditionierung (wobei es hier meistens mehrfach geschehn muss).

Daher versuche ich, solchen "Fehlschlüssen" rational zuvorzukommen oder sie wenigstens später zu entlarven.
 
Seppuku schrieb:
Es gibt, sofern man glaubt, nicht richtig oder falsch! Wenn man wirklich glaubt, dann ist das immer der richtige Glaube (für die entsprechende Person), an den man eben glaubt!

Das liegt ausserhalb meiner Vorstellungskraft. Man kann doch als vernünftiger aufgeklärter Mensch im 21.ten Jahrhundert nicht einfach ohne Grundlage an etwas glauben und das einfach für richtig erklären. So nach dem Motto "Ich glaub dran, also ists damit richtig....".
 
Schwierig zu sagen, ob der Placeboeffekt als Erklärung ausreicht. Am besten sprichst Du mal mit überzeugten Christen darüber, warum sie an ihren Gott glauben und was sie so sicher macht.

Diejenigen, die an einen "wohlwollenden Gott" glauben (Stichwort Vergebung der Sünden usw.), kommen wohl eher nicht auf den Gedanken, dass der „richtige Gott“ es darauf angelegt hat, ihnen noch 4.999 andere Gottheiten zu präsentieren, damit sie ja den falschen erwischen und somit dem ewigen Leben und so weiter entgehen. Das macht doch eher wenig Sinn, oder.

Die weit verbreitete Vorstellung ist doch wohl, dass ein Gott als solcher von den Menschen akzeptiert werden will. Da würden weitere Gottheiten doch tendenziell stören.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe ja zum Christentum eine Theorie:

Ich glaube die beiden Testamente waren zur Bücher, wie heute HarryPotter oder so. Da konnte einer alles und alle waren begeistert. Dieses Buch hat ein dummer gefunden, und dachte es sei wahr. Und das hat sich weiterentwickelt...

Und wenn jemand in 1500 Jahren ein Herr der Ringe Buch findet?:eek:

Falls ich irgend jemand mit meiner Aussage verletzt haben sollte, tut es mir aufrichtig leid
 
Naja, die graben dann nach Saruman, weil Gandalf nix konnte und Hobbits hässliche Füsse haben. :D
 
@ DerProfi

Selbst wenn man nur eine Theorie aufstellt, sollte man sich wenigstens ansatzweise mit der Materie beschäftigt haben. Einfach mit seiner Unwissenheit ins blaue hinaus raten, stellt keine Diskussionsgrundlage dar und stellt den Verfasser des Posts, auf Grund seiner Unkenntnis, eher bloß, als dass es für andere verletzend ist!
 
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