WiFi Netz im Haus / AP vs. Mesh

Vulpecula

Commander
Registriert
Nov. 2007
Beiträge
2.249
Moin moin!

Folgende Sachlage: Wir werden demnächst in unser Eigenheim umziehen; allerdings ist es ein Kauf gewesen und kein Neubau. D.h. dass es nicht ganz so viele RJ45 Buchsen gibt, wie ich es mir gewünscht hätte. Nun sollen alle drei Etagen des Hauses eine möglichst gute WiFi Abdeckung erhalten, allerdings bin ich mir noch nicht ganz sicher, wie das am besten umzusetzen wäre.

Die Vorbesitzer haben ihren Modemrouter im HAK angeschlossen und mit Repeatern gearbeitet, jedoch war die Abdeckung bzw. die Geschwindigkeit nicht so optimal. Was ich jetzt angedacht habe, war, dass meine Fritzbox 7490 mit umzieht und ich dann entweder mit Access Points oder WiFi Mesh arbeite. Powerline Adapter und/oder WiFi Repeater fallen raus.

Die Raumaufteilung sieht folgendermaßen aus (es sind übrigens vier RJ45 Buchsen über die Wohnung verteilt, allerdings habe ich erst drei entdecken können):

uebersicht.jpg

Wie würdet ihr vorgehen, um ein vernünftiges WiFi Netz aufzubauen? Bezüglich des Budgets habe ich jetzt noch keine konkrete Planung; erstmal sind 300€ eingeplant, darf aber (wie immer) gerne günstiger sein. Mehr Geld bereitzustellen wäre drin, auch wenn ich hoffe, dass ich mit den 300€ hinkomme.
 
Soll an die RJ45 Buchsen auch Lan Geräte angschlossen werden oder nur zur WLAN Erweiterung genutzt werden?

Ich würde im 1 Obergeschoss noch ne Fritzbox https://geizhals.de/avm-fritz-box-4040-20002763-a1501050.htmlhinstellen.
Dann sollteste gute Abdeckung haben. Die Fritzbox wird auch Mesh bekommen.
 
Pro Etage ein ap, der direkt mittels Kabel an die fritzbox gesteckt ist, wäre ideal. So kannst du drei wlannetze aufziehen mit ssid Stock-0 Stock-1 Stock-2. so entscheidest du welches Gerät mit welchem ap verbunden ist. Hat jeder dieselbe ssid, entscheidet das Gerät (händy/tablet). Machst du ein Fritz-mesh (alle ap müssen von avm sein und neueres Kaufdatum) hast du ein grosses wlannetze im Haus und die Fritz-Logik entscheidet.
 
Es kann passieren, dass ich auch Dinge an die RJ45 Buchsen anklemmen will. Aber im Zweifel habe ich noch den einen oder anderen Gb Switch rumliegen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber du würdest ja eh dann nen Repeater 1860 benötigen und der kostet fast genau so viel wie die FB4040

Ich würde erstmal mit 1 FB im 1 Stock ausprobieren und schauen wie das Wlan im 2 Stock ist.
Wenns nicht klappt kann man immer noch nachkaufen.

Ich habe bei mir selber 2 Fritzboxen ohne Mesh mit gleicher SSID laufen. (Eine kann das nicht)
Habe absolut kein Problem. Das Wlan auf den Endgeräten ist sogar besser als die beiden FBs noch unterschiedliche SSIDs hatten.
 
Für den Grundriss reicht auf jeder Etage ein Access Point UniFi AC Lite (ca. € 70,- pro Stück). Falls die Decken nicht aus Stahlbeton sind, könnten auch zwei reichen. Die Access Points werden per LAN mit der FB bzw. einem Switch verbunden. Mesh ist bei Einsatz weniger Sender/Empfänger nicht besser als herkömmliche Repeater, sollte also möglichst vermieden werden.
 
Also ich persönlich würde es im 1. oder 2. OG einfach noch einen Access Point an die LAN-Dose klemmen und gut is. Das jeweils andere Stockwerk sollte noch einigermaßen gut mitversorgt werden. Reicht das nicht aus, setzt man eben doch noch einen weiteren AP im anderen Stockwerk..

Mesh ist weitestgehend nach wie vor ein Repeater-artiges System. Wenn du im 1. OG einen Mesh-Node in die Steckdose steckst und im 2. OG noch einen, dann wir das Smartphone im 2. OG höchstwahrscheinlich auch einmal quer durch das Mesh gefunkt, schön der Reihe nach. Wenn keine LAN-Dosen vorhanden wäre, kann das eine tolle Lösung sein, aber wenn eben doch Dosen vorhanden sind, würde ich es nicht unnötig kompliziert machen, AP setzen und aus die Maus. Bei mehreren APs kann man dann wahlweise überall dieselbe SSID einstellen oder auch wie von Chrigu erwähnt Stock1/2/3 abgrenzen und so gezielt am Endgerät umschalten. Ich würde allerdings eher zur gemeinsamen SSID tendieren und einzelne SSIDs nur nutzen, wenn es mit der gemeinsamen SSID Probleme gibt.
 
Wäre es denn sinnvoll, jedem Stockwerk eine eigene SSID zu verpassen? Ich meine, irgendwo mal gelesen zu haben, dass man es bei APs so macht, dass jedes Stockwerk die selbe SSID bekommt, dafür aber jeder AP auf einem anderen Kanal funkt.

Eine weitere Frage, die mich bezüglich APs beschäftigt: Wenn ich mich für Ubiquity APs entscheide, müssen die zwangsweise an der Decke montiert werden? Das wäre zwar möglich, allerdings müsste ich dafür dann extra ein Kabel ziehen. Ich weiß zwar, dass wall mounted eine Option ist, nur wie sieht es mit dem Abstrahlverhalten der internen Antennen aus? Ich kann mir vorstellen, dass die Abdeckung des jeweiligen Stockwerks dann nicht mehr optimal ist. Vielleicht kann mich da jemand aufklären.
 
Die UAPs sind prinzipiell für die Deckenmontage vorgesehen, aber man kann sie zur Not auch an der Wand montieren.

SSIDs:

Wenn alle APs dieselbe SSID (zB "MyHome") nebst WLAN-Schlüssel bekommen, sieht man am Smartphone nur ein WLAN, nämlich besagtes "MyHome". Geht man nun durch das Treppenhaus, kommt ein anderer AP in Reichweite. Ob und wann das Smartphone wechselt, entscheidet es allerdings selbst bzw. anhand der Paramter, die der Hersteller einprogrammiert hat. Da gibt es alle Ausprägungen, von "sofort wechseln, wenn ein anderer AP auch nur 0,1% besseres Signal hat!" bis hin zu "Never change a running system, bleib am alten AP kleben bis er außer Reichweite ist". Die Wahrheit liegt in der Regel irgendwo dazwischen. Heißt: In den meisten Fällen wechselt das Endgerät ausreichend effektiv.

Allerdings gibt es durchaus Geräte, die ihrem AP wirklich treu sind bis in den Tod. Hatte ich selbst schon. Man kann direkt neben dem AP stehen, aber das Smartphone, etc. weigert sich vehement zu wechseln, weil der alte AP ja noch 1% Restsignal hat. Wenn man so ein Gerät hat, empfiehlt es sich, als Notlösung statt der einheitlichen SSID lieber individuelle SSIDs je Stockwerk zu vergeben. So sieht man am Smartphone zB "MyHome EG" und "MyHome OG" und kann gezielt mit einem Klick in das jeweilige Stockwerk-WLAN wechseln.

Bei fortgeschrittenen WLAN-Systemen wie zB UniFi kann man aber am AP einen Grenzwert einstellen ab dem eine Verbindung vom AP selbst getrennt wird. Das Smartphone, das sich so sehr am Keller-AP festklammert, wird also einfach gekickt, wenn es ins 2. OG wandert, und so zu einer Neuverbindung gezwungen. Bei der Neuverbindung wählen gefühlt 99,9% aller Endgeräte stets den besten AP.
 
Wäre es denn sinnvoll, jedem Stockwerk eine eigene SSID zu verpassen? Ich meine, irgendwo mal gelesen zu haben, dass man es bei APs so macht, dass jedes Stockwerk die selbe SSID bekommt, dafür aber jeder AP auf einem anderen Kanal funkt.

Sobald deine WiFi Knoten WLAN Roaming beherrschen ist das egal. Und das sollte auch das Ziel beim Aufbau eines WLAN sein. Man will ja dass die Geräte einfach immer gescheites WLAN haben. Genau das machen APs mit WLAN Roaming.

Wenn ich mich für Ubiquity APs entscheide, müssen die zwangsweise an der Decke montiert werden?
Nein, aber es ist ideal.
Wallmount ist aber auch kein Problem, ich decke hier über 1000m² mit 3 APs ab, alle 3 Wallmount
 
Ich würde in der heutigen Zeit nur noch eine SSID mit Band Steering verwenden. Mehrere SSID nerven doch nur.
 
die deckenmontage ergibt sich aus dem antennendesign. wenn du die an die wand machst würde ich auf die horizontale ausrichtung achten. ansonsten kannst du sie auch umgekehrt auf den schrank legen, oder auf dem dernsehtisch normal. einzig die reichweite wird evtl etwas kleiner, aber die uaps sollten genug reichweite pro stockwerk haben.

verschiedene ssid machen nur dann sinn, wenn deine handys nicht roamen. dann kannst (und musst) als user immer entscheiden. fortgeschrittene systeme bieten nach standards 802.11 k r und v möglichkeiten, das roaming zu unterstützen. dies muss auch vom endgerät unterstütz werden. ich würde also immer damit beginnen, mit der gleichen ssid auf verschiedenen kanälen zu arbeiten. wenn das nicht funktioniert, dann entweder auf eine richtige controllerlösung mit k, r und v umstellen (zb. cisco, aruba, etc) oder eben auf die einzelnen ssids pro stockwerk.
oder die uap min-rssi- funktion zu nutzen, dass die uaps clients kicken, wenn sie unter einen gewissen schwellenwert fallen (kann nachteile haben).

alles in allem haben viele hier im forum sehr gute erfahrungen mit dem roamingverhalten (gleiche ssid über mehrere stockwerke) der uaps, obwohl soweit ich weiß die obigen standards nicht unterstützt werden.
 
Band Steering hat damit doch gar nichts zu tun. Bei Band Steering geht es darum, dass für WLAN-n (2,4 GHz) und WLAN-ac (5 GHz) dieselbe SSID verwendet wird und ein Client quasi dynamisch zwischen beiden Frequenzbändern wechselt. Das hat prinzipiell nichts mit Roaming im Sinne von 1., 2., 3. Stock zu tun.
Zwar dreht es sich bei Band Steering ebenfalls um "eine SSID für alles", das bezieht sich aber eben nur darauf, dass man nicht "MyWLAN_2_4" und "MyWLAN_5" einrichet, um gezielt zwischen 2,4 bzw. 5 GHz zu wechseln.
 
h00bi schrieb:
Sobald deine WiFi Knoten WLAN Roaming beherrschen ist das egal. Und das sollte auch das Ziel beim Aufbau eines WLAN sein.

Ich gehe mal davon aus, dass die Ubiquity Geräte Roaming beherrschen. Falls nicht: Was wären die alternativen?


h00bi schrieb:
[...]ich decke hier über 1000m² mit 3 APs ab, alle 3 Wallmount

Mit oder ohne Wand dazwischen? ;)
 
Vulpecula schrieb:
Ich gehe mal davon aus, dass die Ubiquity Geräte Roaming beherrschen. Falls nicht: Was wären die alternativen?

roaming ist ein client feature. die infrastruktur muss möglichkeiten bieten, das roaming zu unterstützen.
ansonsten bleibt nur der disassoc.
soweit ich weiß sind die uap nicht 802.11 k /r/v zertifiziert.

aber sie können den disassoc bei einer unterschreitung der rssi (min-rssi)

ich selber habe die aruba instant aps im einsatz. vollwertiger controller direkt auf dem ap virualisiert, kosten aber auch etwas mehr als die unifi. controller fast paritär mit dem standalone controller.
 
Statt den UAP-AC-Lite kann man die technisch identische Outdoor-Variante UAP-AC-M nehmen. Da kann man externe Rundstrahlentannen so ausrichten wie man es braucht. Ist halt eine Frage des Geschmacks.
Kann aber auch nicht sagen, wie groß der Vorteil dieser Variante bei Wandmontage wäre.

Edit:
empy schrieb:
soweit ich weiß sind die uap nicht 802.11 k /r/v zertifiziert.
Support für 802.11 k und r wurde per Software Update nachgereicht. 802.11v fehlst noch, soll aber soweit ich weiß auch noch kommen
 
Zuletzt bearbeitet:
@TE als alternative zu Ubiquity sollten die Cisco WAP100 Serie gehen, die können einen WLAN-Cluster aufbauen usw.
sind aber PoE Geräte, externen Stromadapter zwar möglich, aber nicht im Lieferumfang dabei. Also evt. einen PoE Switch miteinkalkulieren.
 
Vielen Dank erstmal für die zahlreichen Antworten. Ich denke, ich werde mir direkt drei von den Ubiquiti UniFi AP AC Lite bestellen.

Im HAK werde ich dann einen Gigabit Switch installieren, damit nicht gleich alle Ports der Fritzbox belegt sind. (Ein NAS soll ja auch noch kommen.) Noch was: Kann mir jemand sagen, ob ich noch zusätzliche Hardware von Ubiquity benötige? Die bieten ja z.B. auch Switches an (ich würde ansonsten einfach einen schon vorhandenen Switch benutzen), aber auch einen sog. "Cloud Key" (für was genau ist das Gerät gut?).
 
Zurück
Oben