Fenris Creations: Ex-CCP-Games lässt Google-KI Eve Offline spielen
Das Studio hinter Eve Online ist nach Trennung von Pearl Abyss wieder eigenständig. Jetzt heißt es nicht mehr CCP Games, sondern Fenris Creations. Dennoch soll so weitergemacht werden wie vor der Übernahme. Allerdings gibt es eine Partnerschaft mit Google DeepMind zum Testen von KI-Modellen in Eve Online – nur eben offline.
Aus CCP Games wird Fenris Creations
Seit heute ist das isländische Entwicklerstudio hinter Eve Online offiziell nicht mehr ein Tochterunternehmen von Pearl Abyss (Crimson Desert). Gegen Zahlung von 120 Millionen US-Dollar hat sich das Studio praktisch freigekauft. Es startet jetzt neu in Eigenregie und zugleich unter einem neuen Namen: Aus CCP Games wurde nun Fenris Creations.
Fortan will das Studio unter eigener Leitung wieder so agieren, wie es das vor der Übernahme im Jahr 2018 getan hat. Es werde keine Änderungen am Führungsteam und den Studios geben. Entlassungen sollen ebenfalls nicht drohen und die Pläne zur weiteren Entwicklung „bleiben unverändert“.
Google DeepMind wird zum Partner
Eine große Änderung gibt es aber dann doch, denn zeitgleich wird mit Google DeepMind eine neue Partnerschaft eingegangen. Das britische Unternehmen betreibt für den Google-Mutterkonzern Alphabet KI-Forschung und wird diese nun auf den Vorzeigetitel von CCP alias Fenris Creations ausweiten: Eve Online. Konkret soll eine Offline-Version von Eve Online als neue Spielwiese zum Testen von KI-Modellen dienen. Auf diese Weise sollen auch KI-gestützte Gameplay-Erfahrungen ergründet werden, die Fenris Creations später selbst nutzen könnte.
Google habe im Gegenzug eine Minderheitsbeteiligung an Fenris Creations erworben. Wie viel Geld dabei geflossen ist, wird allerdings nicht verraten.
Eve Online beschert gute Einnahmen
Etwa 225 Millionen US-Dollar hatte Pearl Abyss seinerzeit für CCP Games bezahlt, sodass nach dem Rückkauf für 120 Millionen US-Dollar noch Geld übrig geblieben sein sollte. Hinzu kommen Gelder durch den Einstieg von Google DeepMind. Außerdem erfreue sich der MMORPG-Dinosaurier Eve Online auch nach über 20 Jahren noch hoher Beliebtheit. Das Online-Spiel habe im vergangenen November sogar einen neuen Umsatzrekord aufgestellt. Insgesamt habe Fenris Creations im vergangenen Jahr 70 Millionen US-Dollar eingenommen und bleibe profitabel mit „starken Reserven“.
Weiterhin in der Entwicklung befinden sich der Extraction-Shooter Eve Vanguard sowie das Survival-Game Eve Frontier.
Noch ein paar Worte zu Pearl Abyss
In der Mitteilung werden weitere Gründe für die Trennung von Pearl Abyss genannt. Demnach habe es größere Differenzen bezüglich der Leitung und der Langzeitausrichtung gegeben, die zu dieser Entscheidung beigetragen haben. Allerdings zeigt sich CEO Pétursson auch dankbar für die Zeit unter Pearl Abyss und den erhaltenen Support.