Vera-Arm-Prozessoren: Nvidia liefert die ersten CPUs für Server ganz ohne GPUs aus

Volker Rißka
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Vera-Arm-Prozessoren: Nvidia liefert die ersten CPUs für Server ganz ohne GPUs aus

Nvidia hat mit der Auslieferung des neuen Arm-Prozessors „Vera“ an Partner begonnen und setzt damit einen weiteren Meilenstein. Auf kleine Trays und Blades sollen bald ganze Racks folgen – ausschließlich mit Nvidia-Vera-Prozessoren, ganz ohne GPUs. Dass die CPU durch AI „wieder cool ist“, kommt damit auch Nvidia zugute.

CPUs sind gefragt wie nie

Wenn Intel und AMD von sehr hoher Nachfrage sprechen, die sie nicht zeitnah bedienen können, und selbst Nvidia Prozessoren vorstellt, die ohne zusätzliche GPUs zu Dutzenden in Racks verbaut wird, wird klar, dass Prozessoren eine lange nicht dagewesene Boom-Phase durchlaufen.

Vera CPU
Vera CPU

Denn schnelle CPUs können im Zeitalter von Agentic AI und Reinforcement Learning von hoher Bedeutung im KI-Rechenzentrum sein. Reinforcement Learning ist ein Verfahren aus dem Machine Learning, bei dem ein KI-System durch Ausprobieren und Feedback lernt. Ein Agent führt Aktionen in einer Umgebung aus und erhält dafür Belohnungen oder Strafen. Durch viele Wiederholungen lernt das System, welche Entscheidungen langfristig die beste Belohnung bringen, und verbessert so schrittweise seine Strategie. CPUs sind GPUs in diesem Umfeld überlegen.

Vera-CPU mit 88 Olympus-Kernen
Vera-CPU mit 88 Olympus-Kernen (Bild: Nvidia)

Nvidias Vera-CPU kann viel mehr als Vorgänger Grace

Nvidia hat die neue Vera-CPU auch deshalb breiter aufgestellt als den Vorgänger Grace. Grace war zuletzt „nur“ der GPU-Zuspieler auf der Platine Grace Blackwell alias GB200 (GB300 mit Blackwell Ultra). Die Vera-CPU kann diese Aufgabe für das Produkt Vera Rubin genau so übernehmen, bietet aber viel mehr Möglichkeiten, sodass die Prozessoren auch allein und zusammengeschaltet mit vielen weiteren Prozessoren sinnvoll eingesetzt werden können.

Vera bietet dafür 88 Custom-Arm-Kerne und erstmals auch SMT für insgesamt 176 Threads. Mit Partnern wie HPE wird dann die Skalierung realisiert: Für kommende Supercomputer wird HPE 16 CPUs pro GX240 Compute Blade und bis zu 40 dieser Blades in einem riesigen Rack bereitstellen. Oder anders ausgedrückt: Insgesamt 640 Prozessoren bieten in einem Serverschrank 56.320 Olympus-Arm-Kerne von Nvidia, die mit SMT 112.640 Threads bereitstellen.

HPE zur GTC 2026
HPE zur GTC 2026 (Bild: HPE)

Als erster Partner wird HPE heute aber nicht genannt, stattdessen sind es vielmehr die bekannten AI-Firmen und SpaceX, die am letzten Freitag und Montag „hand-delivered“ von Nvidias Vice President of Hyperscale and High-Performance Computing, Ian Buck, ihre ersten Vera-Blades erhalten haben. Elon Musk scheint das Produkt zu gefallen.

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