20/20 Intel Pentium Extreme Edition 965 im Test : Der Schnellste

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Fazit

Einen Monat früher als erwartet stellt Intel seinen neuen Pentium Extreme Edition 965 mit 3,73 GHz vor und weiß damit zu überraschen. Der 3,73 GHz schnelle Prozessor zieht im Takt mit den schnellsten Single-Core-Prozessoren gleich und weiß sowohl beim Stromverbrauch als auch bei der Performance zu überzeugen. Wie Intel mitteilt, wird der Prozessor ab Anfang April im Handel angeboten werden.

Intel Pentium XE 965 mit Boxed-Kühler
Intel Pentium XE 965 mit Boxed-Kühler

In Sachen Geschwindigkeit liegt Intels neuer Bolide mit AMD gleich auf. Intel schneidet beim Rendering besser ab, AMD hat Vorteile bei der speicherlastigen Datenkompression und (vereinzelt) in Spielen. Gerade bei Spielen ist es jedoch die Grafikkarte, die (außer bei sehr alten Spielen) das Performance-Limit setzt. Unterm Strich bleibt die Performance auf einem Niveau. Auch im Preis nehmen sich die beiden Top-Prozessoren nichts – beide sind für etwas mehr als 1000 Euro im Einzelhandel erhältlich. Eine klare Kaufempfehlung fällt damit schwer, zumal der Preis, trotz der bei beiden Kontrahenten freien Wahl des Multiplikators, unangemessen hoch erscheint.

AMD kann nach wie vor einen klaren Vorteil beim Stromverbrauch für sich verbuchen. Intel hat mit dem überarbeiten Prozessorstepping des Pentium Extreme Edition 965 zwar einiges an Boden gut gemacht, ist jedoch immer noch weit entfernt. Daran wird sich bis zur Vorstellung der neuen Prozessorarchitektur im dritten Quartal dieses Jahres auch nichts mehr ändern.

Auf der anderen Seite ist das Geschwindigkeitspotential bei Intel derzeit größer. Ohne thermische Probleme lässt sich der Takt des Pentium Extreme Edition 965 auf 4,533 GHz und damit beachtliche 21 Prozent steigern. Beim Athlon 64 FX-60 lässt sich der Takt nur um 8 Prozent erhöhen.

Eine weitere Besonderheit der aktuellen Intel Dual-Core-Prozessoren der gesamten 900-Serie ist die nun hardwareseitig unterstützte Systemvirtualisierung, wie sie von VMware, Xen oder Microsofts Virtual PC bislang vollständig in Software emuliert wurde. Intels Ansatz hört auf den Codenamen Vanderpool und trägt die Marketingbezeichnung Intel Virtualisierungstechnologie. AMD arbeitet unter dem Codenamen Pacifica an einer ähnlichen, jedoch nicht kompatiblen Technik. Sie wird in die zukünftige Prozessorgeneration mit neuem Sockel und DDR2-Speichersupport Einzug halten, welche voraussichtlich am 6. Juni 2006 offiziell vorgestellt wird.

Alles in allem lässt sich die Frage nach „Pentium Extreme Edition 965 oder Athlon 64 FX-60“ nicht eindeutig beantworten. Während der FX-60 beim Kampf gegen den XE 955 der klare Sieger war, hat Intel aufgeholt. Hier muss jeder für sich entscheiden. Beide Boliden bzw. die zugrunde liegenden Mainboard-Plattformen haben Vor- und Nachteile.

Während bei den High-End-Prozessoren Gleichstand herrscht und der alte Pentium Extreme Edition 955 schnell vom Markt verschwinden wird, bereitet sich Intel auf eine Schlacht im Mainstream-Markt vor. Mit einer bisher noch nicht gesehenen, aggressiven Preis-Politik möchte Intel der Konkurrenz das Fürchten lehren, die nicht zuletzt dafür verantwortlich war, dass der Halbleiterriese Anfang März eine Gewinnwarnung abgeben musste. Die folgende Tabelle zeigt Intels Preispläne für den Monat April.

Preise bei der Abnahme von 1000 Stück
Modell Prozessortakt aktuell
in US-Dollar
ab 23. April
in US-Dollar
ab 30. April
in US-Dollar
Q3 2006
in US-Dollar
65 nm Presler, FSB1066, 2x2 MB L2-Cache, VT, EM64T, unlocked
Pentium XE 965 3,73 GHz 999 999 999 -
Pentium XE 955 3,46 GHz 999 - - -
65 nm Presler, FSB800, 2x2 MB L2-Cache, VT, EM64T, locked
Pentium D 960 3,60 GHz - - 530 316
Pentium D 950 3,40 GHz 637 316 316 241
Pentium D 940 3,20 GHz 423 241 241 209
Pentium D 930 3,00 GHz 316 209 209 -
Pentium D 920 2,80 GHz 241 209 209 -
90 nm Smithfield, FSB800, 2x1 MB L2-Cache, EM64T, locked
Pentium D 840 3,20 GHz 423 - - -
Pentium D 830 3,00 GHz 316 - - -
Pentium D 820 2,80 GHz 241 209 209 -

In wie fern der 23. April für die Preisrunde und der 30. April für die Vorstellung des Pentium D 960 weiterhin Bestand haben, ist derzeit unklar. Schließlich wurde auch der Pentium XE 965 früher vorgestellt als erwartet. Sicher ist aber: Im April purzeln die Preise. Damit und durch das neue C1-Stepping, das auch bei den Prozessoren der „Pentium D 900“-Familie zum Einsatz kommen wird, steigt die Attraktivität von Intel beachtlich.

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