5/9 Core i7-5820K und 5960X im Test : Intel Haswell-E mit sechs und acht Kernen

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Benchmarks

Intel stellte ComputerBase für den Test das 999 US-Dollar teure Flaggschiff Core i7-5960X Extreme Edition als „Engineering Sample“ zur Verfügung. Den Core i7-5820K hat die Redaktion über eigene Kanäle bezogen. Es ist ein Serienmodell für den deutschen Einzelhandel.

Mit dem kleinen Modell lässt sich bei Nutzung lediglich einer Grafikkarte genau der Core i7-5930K darstellen, da der Unterschied lediglich im Takt liegt, der wiederum dank frei bestimmbarem Multiplikator bei allen drei Modellen frei gewählt werden kann. Die reduzierten PCI-Express-Lanes spielen bei einer Grafikkarte keine Rolle. In den Diagrammen tragen die Ergebnisse den Zusatz „sim.“ für „simuliert“.

Intel Core i7-5820K
Intel Core i7-5820K
Intel Core i7-5960X Extreme Edition
Intel Core i7-5960X Extreme Edition
16 Threads im vollen Einsatz
16 Threads im vollen Einsatz

Als Grafikkarte kommt in allen Tests eine Nvidia GeForce GTX Titan zum Einsatz. Wie sich Haswell-E im Vergleich zu Ivy Bridge-E mit bis zu vier Grafikkarten schlägt, zeigt der separate Artikel „Haswell-E“ mit 1/2/3/4 GPUs gegen „Ivy Bridge-E“.

Die Ranglisten zeigen alle drei „Haswell-E“-Prozessoren im Vergleich zu ihren Vorgängern sowie den relevanten Mitkonkurrenten. In das zusammenfassende Rating fließen wie üblich nur Tests aus den Bereichen Anwendungen sowie Spiele, wobei darauf folgend alle anderen Segmente separat ausgegeben werden – durchklickbare Diagramme zeigen jedes einzelne Testergebnis.

Gesamtwertung

Das neue Flaggschiff Core i7-5960X platziert sich dort, wo es hingehört: An der Spitze des Feldes. Dank einer im Desktop-PC bisher unerreichten Leistung bei den Anwendungen, die oftmals von den 16 Threads profitieren, trennen die CPU acht Prozent vom zweitschnellsten Platz. Eklatante Schwächen in Spielen gibt es nicht.

Nicht weniger interessant, wenn auch langsamer, ist der Core i7-5820K als kleinster Ableger für 350 Euro. Dank der mit „Haswell“ gegenüber „Ivy Bridge“ gestiegenen IPC kann das kleinste Modell die 300 MHz weniger Takt gegenüber dem Core i7-4960X wettmachen und am Ende einen Patt verbuchen. Dieser fällt unter Betrachtung des Preisunterschieds von 350 zu 850 Euro aber ohne Frage zugunsten des Core i7-5820K aus.

Der Core i7-5930K tritt hingegen ein schweres Erbe an. Der Vorgänger Core i7-4930K war der Einstieg in die Welt der Sechs-Kern-CPUs, der Nachfolger ist nur noch „der etwas schnellere und teurerer Sechskern-Prozessor“. Sechs Prozent mehr Takt als der Core i7-5820K führen zu rund drei Prozent mehr Leistung. Die zwölf zusätzlichen PCI-Express-Lanes rechtfertigen den Aufpreis von mehr als 150 Euro in Systemen mit maximal zwei Grafikkarten nicht.

Anwendungen

Hinweis: In den folgenden Diagrammen kann vorwärts und rückwärts durch Einzelergebnisse der Messungen geklickt werden, die zum Rating im ersten Diagramm geführt haben.

Viele Kerne und Threads werden von modernen Anwendungen in der Regel genutzt. Das Ergebnis ist deshalb wenig überraschend: Dank 16 Threads platziert sich der Core i7-5960X mit einem Vorsprung von 16 Prozent an der Spitze des Feldes.

Bei den beiden Sechs-Kern-Modellen Core i7-5820K und 5930K bestätigen die Ergebnisse die bereits getätigten Aussagen. Dank höherer IPC der „Haswell“-Architektur gegenüber dem Vorgänger „Ivy Bridge“ werden rund 300 Megahertz Takt wett gemacht, sodass der Core i7-5820K am Ende auf Augenhöhe mit dem bisherigen Flaggschiff Core i7-4960X steht.

Theoretische Tests

In den isolierten theoretischen Tests, die oftmals viel früher auf neue Instruktionen und zusätzliche Kernen zugreifen und so als Indiz für zukünftige Anwendungen dienen, spielt der Takt zusammen mit der Anzahl an Kernen und Threads eine Rolle. Dabei werden in der Regel mehr Threads gegenüber dem Takt bevorzugt.

Unterm Strich wird das Bild der realen Anwendungen hier noch einmal untermauert und gefestigt – die „Haswell-E“ sind die aktuell schnellsten CPUs. Der Core i7-5960X liegt erneut 16 Prozent in Front.

Spiele (Full HD)

Hinweis: Auch in den Spielediagrammen kann vorwärts und rückwärts durch Einzelergebnisse der Messungen geklickt werden, die dann zum Rating im ersten Diagramm geführt haben.

Bei Spiele wird es interessant. Der gegenüber Ivy Bridge-E geringere Takt der drei neuen CPUs größere Auswirkungen, weil Spiele in der Regel zwar mit zwei oder vier Kernen skalieren, sechs und insbesondere acht aber nur selten von Nutzen sind. Der Vorsprung schrumpft auf nur wenige Prozent zusammen. Drei von acht Titeln machen den Unterschied aus: Borderlands, F1 2012 und The Elder Scrolls V: Skyrim.

Kommt anstelle einer Nvidia GeForce GTX Titan eine Radeon R9 290X zum Einsatz, übernimmt gar der Core i7-4960X die Führung. Das zeigt der separate Artikel „Haswell-E mit 1/2/3/4 GPUs gegen Ivy Bridge-E“. Offensichtlich arbeitet der Treiber von Nvidia mit mehr als sechs Kernen besser zusammen als der von AMD.

Spiele (niedrige Auflösung)

Bei Spielen mit geringer Auflösung wird das Ergebnis der vorherigen Betrachtung untermauert, die Abstände werden jedoch minimal größer. Hier zeigen fünf von acht Titel, dass mit mehr Kernen etwas mehr Leistung abgerufen werden kann.

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