Markttag : So steht es um DDR4 vier Monate nach Haswell-E

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Markttag: So steht es um DDR4 vier Monate nach Haswell-E

Samstag ist Markttag. ComputerBase wirft einen Blick auf wesentliche Entwicklungen auf dem Markt für IT und Consumer Electronics – kurz wie langfristig. Heute: Arbeitsspeicher im Standard DDR4, der mit Haswell-E im August 2014 seinen kommerziellen Marktstart feiern konnte.

Ursprünglich sollte DDR4 schon im Jahr 2012 zur Ablösung von DDR3 antreten, die Verabschiedung des Standards verzögert sich allerdings deutlich. Als die JEDEC den Speicher im Jahr 2012 final freigab, kamen erste Module nur auf Prototypen zukünftiger Plattformen zum Einsatz. Der kommerzielle Start der Plattform erfolgte erst im August 2014 mit Haswell-E. Damit war der Speicher für Endkunden sogar noch früher als für Geschäftskunden verfügbar, die mit Haswell-EP erst im September bedacht wurden.

DDR4 von Corsair auf einem X99-Mainboard
DDR4 von Corsair auf einem X99-Mainboard

DDR4 bietet gegenüber DDR3 klare Vorteile, die im Endkundensegment allerdings nicht alle von Relevanz sind. Die Senkung des Stromverbrauches im Vergleich zu DDR3-Riegeln ist eines dieser Merkmale, das in klassischen Desktop-PCs kaum Effekt zeigen wird. Schon eher von Interesse ist, dass DDR4 auf lange Sicht deutlich höher takten können wird als DDR3, bereits einen Monat nach Markteinführung von Haswell-E hat DDR4 beim Takt DDR3 überholt. Abgesehen von APUs liefert allerdings auch DDR3 schon mehr Bandbreite, als CPUs zu nutzen im Stande sind, was diesen Vorteile zurzeit noch dämpft. Eher für den kommerziellen Gebrauch interessant ist die gegenüber DDR3 verbesserte Fehlerkorrektur.

Neue Rekorde bei der Speicherdichte von DDR4 lassen Module mit 128 Gigabyte Kapazität in greifbare Nähe rücken lässt, weil Hersteller Chips stapeln und Module doppelt so viele Speicherchips verwalten können. Darüber hinaus sinkt die Strukturgröße der Speicherchips, wodurch Platz für weitere Speicherzellen entsteht. Letztere sind bei DDR4 nur noch 512 Bytes groß, bei DDR3 sind es 1.024 bzw. 2.048 Bytes. Dass die kleineren Zellen schneller und energiesparender angesprochen werden können, ist einer der Aspekte, der die Versorgungsspannung sinken lässt.

Obwohl Haswell-E seit bald drei Monaten am Markt vertreten ist, bleiben DDR4-Module eine teure Alternative zu DDR3. Die Preise sind, von kleineren Schwankungen abgesehen, stabil geblieben – zu klein ist der Markt. DDR3-2.400 gibt es ab achteinhalb Euro pro Gigabte, DDR4-2.400 kostet mit zwölf Euro rund 50 Prozent Aufpreis.

In den RAM-Top-10 finden sich zur Zeit zwei DDR4-Kits. Das Interesse spiegelt den aktuellen Bedarf wider, auch das Angebot ist entsprechend gering. Derzeit liegt die Anzahl der im Preisvergleich gelisteten Angebote sogar noch hinter der für DDR2-Speichermodule (234 zu 272). DDR3 hingegen kann momentan mit 2.188 Einträgen aufwarten. Teamgroup und Corsair stellen mit 100 von 234 Angeboten den größten Anteil am Markt.

Im Preisvergleich sind derzeit 37 Mainboards mit DDR4-Unterstützung gelistet, das günstigste notiert derzeit bei 180 Euro. Ein Großteil (31) der Mainboards, die alle auf den X99-Chipsatz setzen, bietet gleich acht RAM-Steckplätze, nur sechs haben vier Stück.

Aufwind wird DDR4 erst im nächsten Jahr durch Intels neue CPU-Achitektur Skylake erfahren. Für Enthusiasten wird es aber auch dann noch keinen zwingenden Grund geben, umzusteigen. Letzten Gerüchten zufolge werden die High-End-Prozessoren zum selben Zeitpunkt noch vom 14-nm-Haswell-Ableger Broadwell gestellt - der weiterhin auf den Z97-Chipsatz und damit DDR3 setzt.

In den globalen Top-10 hat sich diese Woche der Intel Xeon E3-1231 v3 hochgearbeitet, nachdem er über Monate hinweg dort nicht mehr vertreten war. Gemeinsam mit dem Core i7-4790K stellt er damit wieder die Speerspitze unter den Intel-Prozessoren in Sachen Nutzerbeliebtheit dar.

Leserhinweise auf interessante Entwicklungen im Preisvergleich nimmt die Redaktion gerne unter markttag~~computerbase.de entgegen.

27 Kommentare
Themen:
  • Maximilian Schlafer E-Mail
    … ist die erste Anlaufstelle für alles, was Recht ist auf ComputerBase. Paragraphen haben es ihm angetan.

Ergänzungen aus der Community

  • Scriptkid 28.12.2014 16:01
    Hallo,
    ich habe eine frage bezüglich DDR4.

    Ist DualRanked (NICHT Dual Channel oder Dual Sided) bei DDR4 genau so wichtig wie bei DDR3, oder hat sich dahingehend etwas verändert?
    Ich habe mal irgendwo mal gelesen, das dies nicht mehr so wichtig sein soll, da etwas verändert worden sein soll.
    wolf357
    Die Länge der Wordlines ist bei DDR4 um ein Viertel reduziert. Die Anzahl jedoch nur verdoppelt.
    Die kleineren Wordlines können mit 20ns schon doppelt so schnell entleert und befüllt werden wie DDR3 mit 40ns.

    Eine "Bank" speichert also halb so viele Daten wie DDR3, demgegenüber hat DDR4 doppelt so viele Bänke die in Gruppen zusammengefasst sind.
    Über die Organisation von Bankgroups wird eine schnellere Weitergabe der Daten von einer Bank über den Prefetcher zum Datenbus garantiert.
    Eine DDR3 Bank muss pro Wordline 2048 bitlines öffnen, lesen, schreiben. Eine DDR4 Bank nur 512 bitlines. Das geht wesentlich schneller und es werden nicht mehr so große Datenpakete gesendet.

    Die Prefetcher wurden nicht vervielfacht, um dem Problem der großen Datenmenge entgegenzuwirken und so die Zeiten (waitstates) nicht zu erhöhen. Dafür hat DDR4 Bankgroups, wodurch man die Taktraten deutlich erhöhen kann. Die Breite des Datenbusses bleibt aber gleich. Die CPU muss nicht mehr so lange warten bis Daten bereitgestellt werden. Sie sind bereits vom BUS vorgespeichert. Darin liegt der erhebliche Geschwindigkeitsvorteil