Elex im Benchmark: AMD und Nvidia gleichauf im Gothic-Nachfolger 2/3

Wolfgang Andermahr 199 Kommentare

Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen

Die Grafikkarten-Benchmarks wurden auf einem auf 4,3 GHz übertakteten Intel Core i7-6850K (6 Kerne) durchgeführt, der mit insgesamt 16 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3000 im Quad-Channel-Modus bestückt war. Als Treiber waren der Crimson ReLive 17.10.1 beziehungsweise der GeForce 387.92 installiert. Es ist unklar, ob die Treiber für Elex optimiert worden sind.

Die Benchmark-Szene im Detail

Die Benchmarkszene zeigt einen Sprint durch das erste Hauptgebiet des Spiels. Sie ist geprägt von vielen Details, großer Weitsicht, viel Vegetation, vielen Bäumen und einem Fluss. Es handelt sich um eine anspruchsvolle Sequenz im Spiel, meistens ist die Framerate etwas höher.

Da das Spiel fordernd für eine Grafikkarte ist, werden die maximalen Details nur in 1.920 × 1.080 genutzt. Für 2.560 × 1.440 werden die Ambient-Occlusion- und die Nebeldetails reduziert. Für 3.840 × 2.160 werden dann zusätzlich auch die Schatten reduziert.

Auflösung Grafik-Details
1.920 × 1.080 Maximale Details, SMAA
2.560 × 1.440 Maximale Details, Ambient Occlusion „Niedrig“, „Nebelqualität „Hoch“, SMAA
3.840 × 2.160 Maximale Details, Ambient Occlusion „Niedrig“, „Nebelqualität „Hoch“,
Schattenqualität „Hoch“, SMAA

Grafikkarten-Benchmarks von Full HD bis Ultra HD

Die GeForce GTX 1080 Ti ist klar die schnellste Grafikkarte für Elex. Unabhängig von der Auflösung, Qualitätseinstellung oder der Messart. Nvidias-Flaggschiff ist auch die einzige Hardware, die in 3.840 × 2.160 noch beinahe 60 FPS auf den Monitor zaubert.

Davon abgesehen gibt es zwischen den jeweiligen AMD- und den Nvidia-Konkurrenten einen Gleichstand. Die Unterschiede sind durchweg überraschend gering. Einzig die GeForce GTX 1080 kann sich ein Stück von der Radeon RX Vega 64 absetzen. So ist die Nvidia-Grafikkarte in Full HD sieben Prozent schneller und in 2.560 × 1.440 sechs Prozent. Als „Ausgleich“ ist AMDs derzeitiges Flaggschiff in 3.840 × 2.160 mit einem Prozent Vorsprung einen Hauch schneller. Bei den Frametimes gibt es unabhängig von der Auflösung kaum einen Unterschied.

Das Duell GeForce GTX 1070 gegen Radeon RX Vega 56 zeigt bis hin zu 2.560 × 1.440 kaum Unterschiede. In Ultra HD kann sich die Radeon RX Vega 56 dann um zehn Prozent absetzen. Die Radeon RX 580 und die GeForce GTX 1060 arbeiten in Elex absolut gleich schnell. Dasselbe gilt auch für die älteren Generationen wie die GeForce GTX 970 und die Radeon R9 390 beziehungsweise die GeForce GTX 960 und die Radeon R9 380.

Gut in Form zeigt sich zudem die Radeon R9 Fury X. Die Grafikkarte ist etwas näher an der Radeon RX Vega 64 als in den meisten anderen Spielen. Vergleicht man den Abstand zwischen der Radeon RX 580 und der Radeon RX Vega 64, zeigt sich, dass die Radeon R9 Fury X besser als gewöhnlich abschneidet. Das könnte daran liegen, dass Elex offenbar primär nach GPU-Rohleistung giert und AMDs Architekturverbesserungen in dem Rollenspiel zu einem Großteil verpuffen. Denn auch die doch deutlich ältere Radeon R9 390 schneidet noch gut ab.

Frametimes von Vega 64 und GTX 1080

Bei einer ausreichend hohen Framerate fühlt sich Elex sowohl auf einer AMD- als auch auf einer Nvidia-Grafikkarte sehr flüssig an. Störende Hänger oder ähnliche Probleme sind nicht zu spüren. Die Frametimes-Messungen zeigen dann auch, dass die Frametimes gut, wenn auch nicht perfekt, sind. So lassen sich auf der Radeon RX Vega 64 etwas unregelmäßige Abstände der einzelnen Bilder messen. Die GeForce GTX 1080 arbeitet generell gleichmäßiger, weist dafür aber zwei etwas größere Spikes auf. Beide Zustände lassen sich beim Spielen aber nicht bemerken.

Die Radeon RX Vega 64 mit HBCC

Die neue Vega-Architektur bietet mit dem High Bandwith Cache Controller (HBCC) die Möglichkeit, den Speicher der Grafikkarte zu erweitern, indem der Arbeitsspeicher mitgenutzt wird. Die Verwaltung übernimmt die GPU, die CPU ist außen vor.

Dadurch soll die GPU unter anderem auch dann noch flüssige Frames liefern können, wenn der auf der Grafikkarte verbaute Speicher nicht mehr ausreicht. Das Szenario ist in Elex zwar nicht zutreffend, da die acht Gigabyte durchweg ausreichen, allerdings soll allein schon die Übernahme des Speicher-Managements vom Spiel laut AMD für einen Performanceschub sorgen. Und das ist in Elex auch der Fall. Bei den folgenden Werte (und allen anderen Testreihen) ist das Testsystem mit einem 32 Gigabyte großen Systemspeicher bestückt.

Der HBCC bringt in Elex zwar keine so großen Vorteile wie in Mittelerde: Schatten des Krieges, aber dennoch wird die Radeon RX Vega 64 mit dem neuen Vega-exklusivem Feature manchmal etwas schneller. In 1.920 × 1.080 lassen sich FPS und Frametimes jeweils minimal um zwei Prozent verbessern. In 2.560 × 1.440 zeigen sich dann schon durchaus ordentliche Vorteile von vier bis sechs Prozent. In 3.840 × 2.160 bleiben davon wiederum zwei bis drei Prozent übrig.

Wer eine Radeon RX Vega 64 oder eine Radeon RX Vega 56 besitzt, kann den HBCC in Elex ausprobieren. Dabei ist es jedoch ratsam, dem Feature nicht blind zu vertrauen, sondern den Nutzen zu überprüfen. Nicht umsonst ist der HBCC derzeit noch standardmäßig im Treiber abgeschaltet. Nachteile fielen während der Testreihen jedoch keine auf.

Maximal 4.096 MB für wechselhafte Texturen

Die Texturqualität in Elex ist schwankend. Manche Texturen wie zum Beispiel die eigene Rüstung sehen gut aus, während andere Oberflächen wenig detailliert dargestellt werden. Für die maximale Texturqualität ist eine Grafikkarte mit 4.096 MB ausreichend, auch in Ultra HD wird mehr Speicher nicht benötigt. Für Full HD ist auch eine Grafikkarte mit 2.048 MB ausreichend.

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