Star Wars Battlefront 2: Auf dem PC wunderschön und superschnell 2/3

Wolfgang Andermahr 130 Kommentare

Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen

Die Grafikkarten-Benchmarks sind auf einem Intel Core i7-8700K durchgeführt worden, der mit insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer Geschwindigkeit von DDR4-2.666 (16-16-16-38, Dual Rank) im Dual-Channel-Modus bestückt ist. Windows 10 mitsamt „Fall Creators Update“ ist das Betriebssystem der Wahl. Als Treiber ist der Crimson ReLive 17.11.2 beziehungsweise der GeForce 388.31 installiert. Beide Treiber sind offiziell für Battlefront 2 optimiert.

Die Benchmark-Szene im Detail

Für den Benchmark-Artikel kommt eine andere Testszene als beim Ersteindruck zum Einsatz. Die neue Sequenz spielt nicht mehr auf Endor, sondern im zweiten Teil des Kapitels „Die Dauntless“, in dem man als Luke Skywalker auf dem Planeten Pillio unterwegs ist. Der neue Benchmark besteht aus einem Fußmarsch durch eine Höhle und zeigt diverse Raucheffekte, aufwendige Objektoberflächen, Partikeleffekte, einige Sturmtruppen und auch eine Schießerei. Die neue Testsequenz ist fordernder als die alte, aber noch kein Worst-Case-Szenario. Der Mehrspielermodus lässt sich aktuell aufgrund fehlender Einstellmöglichkeiten nicht reproduzierbar testen.

In den Auflösungen 1.920 × 1.080 sowie 2.560 × 1.440 wird das Ultra-Preset genutzt, wobei die GameWorks-Schatten abgeschaltet bleiben. Für 3.840 × 2.160 wird auf das Hoch-Preset zurückgeschaltet.

Auflösung Grafik-Details
1.920 × 1.080 Ultra-Preset
2.560 × 1.440 Ultra-Preset
3.840 × 2.160 Hoch-Preset

HBCC war bei Radeon RX Vega in den Standardeinstellungen, wie von AMD weiterhin vorgesehen, deaktiviert. In separaten Testreihen wurde das erweiterte Speichermanagement dann wiederum manuell aktiviert.

Grafikkarten-Benchmarks von Full HD bis Ultra HD

Die GeForce GTX 1080 Ti ist für Star Wars Battlefront 2 in allen Lebenslagen die schnellste Grafikkarte. Davon abgesehen hat AMD in den jeweiligen Duellen jedoch durchweg die Nase unabhängig von der Auflösung vorn. So ist die Radeon RX Vega 64 zum Beispiel 11 bis 18 Prozent schneller als die GeForce GTX 1080 – je höher die Auflösung, desto größer fällt der Vorsprung aus. Die Radeon RX Vega 56 platziert sich problemlos vor der GeForce GTX 1070 und hält auch die GeForce GTX 1070 Ti um maximal fünf Prozent in Schach. Ab 2.560 × 1.440 legt sich die AMD-Grafikkarte gar mit der GeForce GTX 1080 an.

In den niedrigeren Preisklassen ändert sich nicht viel. Die Radeon RX 580 hat die Nase deutliche 17 bis 23 Prozent vor der GeForce GTX 1060. Letztere muss sich auch leicht der Radeon RX 570 geschlagen geben. Bei den älteren Generationen ändert sich nichts. Die Radeon R9 390 ist 14 Prozent schneller als die GeForce GTX 970. Bei den Frametimes kann AMD die Führung in manchen Fällen noch weiter ausbauen, wobei dies ausschließlich den Vega-Grafikkarten gelingt. Bei der zusätzlichen Messreihe kann die Radeon RX Vega 64 in Ultra HD auf bis zu neun Prozent zur GeForce GTX 1080 Ti aufschließen.

Mehrere Sachen fallen bei den Benchmark-Ergebnissen auf. So kann sich Nvidias Pascal-Generation nicht so gut von Maxwell absetzen wie in den meisten anderen Spielen. Die GeForce GTX 1060 ist beispielsweise nur 11 Prozent schneller als die GeForce GTX 970, während es im Durchschnitt eigentlich 18 Prozent sind.

Zugleich kann sich Vega mehr von Polaris absetzen als gewohnt. Die Radeon RX Vega 64 ist 66 Prozent schneller als die Radeon RX 580, normalerweise beträgt die Differenz nur 56 Prozent. Interessanterweise ist dafür die Radeon R9 Fury X deutlich näher an der Radeon RX Vega 64 dran als gewohnt: 32 Prozent zu 41 Prozent.

Benötigt Battlefront 2 eine hohe Speicherbandbreite?

Das lässt die Vermutung aufkommen, dass die Speicherkompressions-Algorithmen der Grafikkarten in Battlefront 2 nicht so gut funktionieren und es stattdessen auf die rohe Speicherbandbreite ankommt. Das würde den verhältnismäßig geringen Abstand zwischen Pascal und Maxwell sowie das gute Abschneiden der Radeon R9 Fury X erklären – und ebenso, warum Vega dennoch deutlich schneller als Polaris ist.

Die neuen Treiber sind (oft) schneller

ComputerBase hatte bereits Benchmarks von Star Wars Battlefront 2 mit noch nicht optimierten Grafiktreibern durchgeführt – denn die ersten Tage mussten die Käufer der Premiumversion auch so spielen. Es zeigt sich, dass der GeForce 388.31 tatsächlich die Performance verbessert – und zwar unabhängig von der Grafikkarte und der Auflösung. Schnellere Modelle profitieren dabei mehr, langsamere wie die GeForce GTX 1060 dagegen weniger. Auch der Crimson 17.11.2 beschleunigt das neueste Star-Wars-Spiel, aber in geringerem Umfang. So legen nur die zwei Vega-Grafikkarten ein Stück an Leistung zu. Bei den älteren Modellen ändert sich dagegen nichts.

Frametimes von Vega 64 und GTX 1080

Bei einer ausreichend hohen Framerate fühlt sich Star Wars Battlefront 2 sehr flüssig an. Und die Frametimes bestätigen dies auch. Sowohl auf einer GeForce GTX 1080 als auch einer Radeon RX Vega 64 sind die Abstände der einzelnen Frames fast schon perfekt. So regelmäßige Frametimes sieht man selten in einem Spiel – es gibt auf beiden Grafikkarten keinen einzigen Ausreißer.

Die Radeon RX Vega 64 mit HBCC

Die neue Vega-Architektur bietet mit dem High Bandwith Cache Controller (HBCC) die Möglichkeit, den Speicher der Grafikkarte zu erweitern, indem der Arbeitsspeicher mitgenutzt wird. Die Verwaltung übernimmt die GPU, die CPU ist außen vor.

Dadurch soll die GPU unter anderem auch dann noch flüssige Frames liefern können, wenn der auf der Grafikkarte verbaute Speicher nicht mehr ausreicht. Und auch die Übernahme des Speichermanagements vom Spiel kann laut AMD für einen Performance-Schub sorgen. Bei den folgenden Werten (und allen anderen Testreihen) ist das Testsystem mit einem 32 Gigabyte großen Systemspeicher bestückt.

Je nach Auflösung scheint der HBCC unterschiedlich viel in Star Wars Battlefront 2 zu bringen. Dabei gilt: Je höher die Auflösung, desto größer ist der Nutzen. In 1.920 × 1.080 wird das Spiel mit dem HBCC auf einer Radeon RX Vega 64 noch leicht langsamer. In 2.560 × 1.440 steigen die FPS dann um bis zu zwei Prozent an. Und in 3.840 × 2.160 immerhin um bis zu fünf Prozent, wobei dies nur für die Erweiterung auf 16 Gigabyte gilt. Die Frametimes werden bei derselben Konfiguration um sechs Prozent schneller.

Selber ausprobieren ist beim HBCC angesagt

Spieler mit Vega sollten HBCC also selbst ausprobieren, da die Größe des Hauptspeichers und der gewählten Einstellung entscheidend ist.

Sechs Gigabyte Grafikspeicher reichen für alles

Der Speicherbedarf von Star Wars Battlefront 2 hält sich in Grenzen. Auch für 3.840 × 2.160 ist eine Grafikkarte mit 6.144 MB völlig ausreichend. Auch mit 4.096 MB lässt sich die höchste Detailstufe nutzen, auch wenn es dann gelegentlich zu Rucklern kommt. Die Texturqualität wechselt sich je nach Oberfläche zwischen gut und sehr gut ab. Aussetzer der Texturqualität gibt es in der Einzelspielerkampagne nicht. Der Speicherverbrauch geht also völlig in Ordnung.

DirectX 11 vs. DirectX 12

Star Wars Battlefront 2 unterstützt neben der DirectX-11-API auch DirectX 12. Standardmäßig nutzt das Spiel DirectX 11, die API kann jedoch im Grafikmenü umgeschaltet werden. Derzeit ist es aber nicht empfehlenswert, bei irgendeiner Grafikkarte die Low-Level-API zu nutzen. Denn die Performance ist zumindest auf einem Core i7-6850K durchweg schlechter als mit DirectX 11.

Es gibt jedoch auch gute Nachrichten. Denn während die DirectX-12-Umsetzung in Battlefield 1 eigentlich durchweg mit Problemen zu kämpfen hat, funktioniert die neueste Iteration in Star Wars Battlefront 2 deutlich besser. Zuerst muss sich das Spiel zwar etwa eine Minute lang „einruckeln“, doch dann läuft das Spiel gefühlt recht ordentlich. Generell gilt dabei: Je mehr die CPU limitiert, desto schlechter läuft DirectX 12 im Vergleich zu DirectX 11 – und dabei sollte es eigentlich andersherum sein.

Auch andere GeForce- und Radeon-Grafikkarten schneiden mit der Low-Level-API nicht anders ab. Selbst die Radeon R9 390, die in anderen Spielen teils deutlich von DirectX 12 profitieren kann, arbeitet im besten Fall beinahe gleich schnell wie mit DirectX 11. Das gilt dann aber auch nur im GPU-Limit. Sprich in niedrigeren Auflösungen wie Full HD wird auch auf dem Hawaii-Modell der Abstand wieder größer.

DirectX-12-exklusiv ist eine dynamische Auflösung

Exklusiv für DirectX 12 gibt es eine Option für eine dynamische Auflösung. Diese wird beim Umschalten auf die Low-Level-API standardmäßig angeschaltet und reduziert in Szenen mit geringerer Framerate die Bildqualität, um so die Performance zu verbessern. Dies funktioniert einwandfrei, kostet aber Bildqualität – je nach Szene mehr oder weniger. Für die Benchmarks ist die Option deaktiviert. Auf dem PC sollte sie nur genutzt werden, wenn man unbedingt DirectX 12 nutzen möchte, die Performance aber nicht ausreicht. Die meistens auf Konsolen genutzte Technologie ist eine interessante Alternative zu den Grafik-Presets, die durchaus ihre Vorteile hat.

Auf der nächsten Seite: Grafikkarten-Empfehlungen für Star Wars Battlefront 2