Vodafone zur CeBIT: Gigabit per LTE und Kabel startet in fünf Städten

Nicolas La Rocco 42 Kommentare
Vodafone zur CeBIT: Gigabit per LTE und Kabel startet in fünf Städten
Bild: Vodafone

Alles Giga bei Vodafone zur CeBIT 2018 in Hannover. Das Unternehmen hat zur Messe weitere über LTE mit Gigabit-Geschwindigkeit angebundene Städte sowie solche, die erstmals per Kabel bis zu 1 Gbit/s liefern, bekannt gegeben. Im Zuge der ersten Ausbaustufe sollen 16 Millionen Menschen Gigabit-Anschlüsse ordern können.

Vodafone hat Frankfurt und Düsseldorf zu den ersten Gigabit-Städten Deutschlands ernannt. Bis September dieses Jahres sollen der Ausbau und die Modernisierung von Mobilfunkbasisstationen abgeschlossen werden. Das LTE-Netz mit theoretisch bis zu 1 Gbit/s im Downstream soll in der Praxis mit Geschwindigkeiten von weit über 700 Mbit/s nutzbar sein.

Massive MIMO ist nicht 5G

Frankfurt und Düsseldorf folgen als erste offizielle Gigabit-Städte auf den testweisen Betrieb mit dieser Geschwindigkeit in Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Hannover. Vodafone setzt bei der Modernisierung des LTE-Netzes auf eine Technologie, die das Unternehmen „5G Beam“ nennt. Den Start des ersten 5G-Netzes läutet Vodafone damit allerdings noch nicht ein, tatsächlich ist unter dem Begriff Beamforming über mehr als einhundert kleine Antennen (Massive MIMO) gemeint. Zum Smartphone des Mobilfunkkunden soll dabei aufseiten des Netzes stets die optimale Luftschnittstelle ermittelt werden können.

Im Bereich des LTE-Ausbaus hat Vodafone zudem eine umfassende Offensive rund um die Versorgung mit schnellem Mobilfunk an Deutschlands Autobahnen, Bahngleisen und Flughäfen angekündigt. Bis Ende des kommenden Jahres soll LTE zunächst flächendeckend auf allen Autobahnen und entlang aller ICE-Hauptstrecken verfügbar sein. „Davon werden Millionen Pendler und Reisende täglich profitieren“, sagte Hannes Ametsreiter, CEO Vodafone Deutschland zur CeBIT-Pressekonferenz. Bis zum Ende des aktuellen Geschäftsjahres (31. März 2019) sollen entlang 13.000 Kilometern Autobahnnetz 700 zusätzliche Mobilfunk-Basisstationen aufgebaut werden. An allen großen deutschen Flughäfen sollen in der Spitze 500 Mbit/s per LTE abrufbar sein.

Vodafone beschleunigt den Festnetz-Ausbau

Für das Festnetz treibt Vodafone den Ausbau des Glasfasernetzes voran. Das Rückgrat des Vodafone-Kabelnetzes wird künftig per Nano-Trenching in den Asphalt verlegt. Im Vergleich zum bisher verwendeten Verfahren Micro-Trenching, das bereits 25 Mal schneller als das klassische Verfahren mit Bagger und Schaufel ist, gibt Vodafone unter optimalen Bedingungen eine bis zu doppelt so schnelle Geschwindigkeit beim Verlegen an. Straßensperrungen sollen durch das mit einer einzigen, vergleichsweise kompakten Baumaschine durchgeführte Verfahren auf ein Minimum beschränkt werden.

Gigabit per Kabel startet in drei Städten

Die ersten drei Städte, die im Kabel-Festnetz 1 Gbit/s abrufen können, sind Nürnberg, Landshut und Dingolfing. Im Februar hatte Vodafone seinen Kunden versprochen, dass diese mit gegebener Verfügbarkeit schnell in die neuen Tarife wechseln können sollen. Bis Ende März des kommenden Jahres soll das Angebot auf 70 Städte erweitert werden. Ab 2021 sollen alle Kunden im Verbreitungsgebiet von Vodafone Anschlüsse mit 1 Gbit/s im Downstream bestellen können. Seit April dieses Jahres sind 200 Mbit/s der Mindeststandard im Vodafone-Netz.

Mit Hilfe der kürzlich angekündigten Übernahme von Unitymedia durch Vodafone sollen im Jahr 2022 rund 25 Millionen Haushalte und 50 Millionen Menschen Zugang zu Gigabit-Anschlüssen erhalten. Insbesondere auf dem Land sollen bis Ende März 2019 300.000 Bürger schnelleres Internet buchen können, anstatt „mit langsamen DSL-Anschlüssen auf dem digitalen Standstreifen zu stehen“. Von der Ausbau-Offensive sollen neben Privatkunden auch Unternehmen profitieren. Über den Ausbau speziell in Industriegebieten sollen bis zum nächsten Frühjahr rund 7.000 Unternehmen Anschlüsse mit bis zu 1 Gbit/s auswählen können.