Wreckfest im Benchmark: Ryzen 2000 und RX Vega statt Benzin im Blut

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Wolfgang Andermahr 125 Kommentare

Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind mit dem Grafikkarten-Testsystem erstellt worden. Der PC verfügt über einen auf 4,7 GHz übertakteten Core i7-8700K, der auf insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (16-16-16-38, Dual Rank) zugreifen kann. Windows 10 April Update inklusive allen verfügbaren Updates sind installiert. Als Treiber werden der Adrenalin 18.6.1 beziehungsweise der GeForce 398.11 genutzt. In wie weit beide Treiber für Wreckfest optimiert sind, ist unklar.

Die Benchmark-Szene im Detail

Die Benchmarkszene zeigt eine Fahrt über die Strecke „Midwest Motocenter“ mit 23 KI-Gegnern bei Sonnenuntergang. Die Anforderungen der Szene an die Hardware ist hoch, meist ist die Framerate höher. Es ist zu bedenken, dass das Spiel sehr dynamisch ist. Entsprechend gibt es bei den Frames von Durchlauf zu Durchlauf immer eine kleine Varianz, die aber maximal ein Prozent beträgt.

In 1.920 × 1.080 sowie in 2.560 × 1.440 wird für die Benchmarks das Maximum-Setting inklusive 4×MSAA genutzt. Für 3.840 × 2.160 bleiben sämtliche Details aktiviert, doch wird das MSAA deaktiviert und stattdessen FXAA eingesetzt.

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Ultra-Preset, 4×MSAA
2.560 × 1.440 Ultra-Preset, 4×MSAA
3.840 × 2.160 Ultra-Preset, FXAA

Grafikkarten-Benchmarks von Full HD bis Ultra HD

Was die Grafikkarten-Performance betrifft, gelten in Wreckfest zur Zeit eigene Regeln. Auf der einen Seite liefert das Spiel zwar sehr hohe Frameraten. Doch offenbar fehlen der Engine auch noch einige Optimierungen. Das ist zwar aufgrund der hohen Frameraten nicht allzu tragisch, anders sind die Benchmarks aber nicht zu erklären.

Generell lässt sich sagen, dass AMD-Grafikkarten sehr gut abschneiden, vor allem die Radeon RX Vega 64 und die Radeon RX Vega 56. So ist AMDs Flaggschiff teilweise gar schneller als die GeForce GTX 1080 Ti und schneidet vor allem bei den Frametimes sehr gut ab. AMDs Polaris auch, beeindruckt aber nicht.

Wer die Auflösungen miteinander vergleicht, erkennt ein Hin und Her, hinter dem aber ein System stecken könnte. Vergleicht man nur die Radeon RX Vega 64 und die GeForce GTX 1080 (beide Grafikkarten sind vergleichbar schnell), erkennt man, dass in 1.920 × 1.080 beide Modelle exakt gleich viele FPS liefern. In 2.560 × 1.440 ist Radeon RX Vega 64 dann plötzlich 15 Prozent schneller, in 3.840 × 2.160 sind es dann noch acht Prozent.

Schnelle Nvidia-Grafikkarten können sich nicht richtig absetzen

Vergleicht man nun die GeForce GTX 1080 mit der GeForce GTX 1080 Ti (normalerweise ist die Ti rund 30 Prozent schneller), sieht man, dass der Abstand immer weiter anwächst, je höher die Auflösung ist (6, 14, 18 Prozent). Ähnliches lässt sich auch bei der Radeon RX Vega 56 gegen die Radeon RX 580 erkennen. In 1.920 × 1.080 ist der Abstand deutlich geringer als gewöhnlich und erst in 2.560 × 1.440 auf vergleichbarem Niveau wie in anderen Spielen.

Damit liegt nahe, dass sowohl AMD- als auch Nvidia-Grafikkarten in Full HD in ein CPU-Limit laufen – AMD stärker als Nvidia. AMD scheint sich ab 2.560 × 1.440 davon zu befreien, Nvidia so richtig aber erst ab 3.840 × 2.160. Denn erst dann kann die GeForce GTX 1080 Ti langsam Fahrt aufnehmen, bleibt aber immer noch hinter dem normalen Niveau zurück. Auch ein generelles Optimierungproblem kann bei Nvidia aber noch nicht ausgeschlossen werden. Denn die GeForce GTX 1080 kann sich selbst in Ultra HD nicht ordentlich von der GeForce GTX 1060 absetzen.

Auch bei den Frametimes Hakt es

Dieselbe Problematik gibt es auch bei den Frametimes, wobei dort AMD noch etwas besser abschneidet. Bis inklusive 2.560 × 1.440 haben sowohl Radeon RX Vega 64 als auch die Radeon RX Vega 56 bessere Frametimes als die GeForce GTX 1080 Ti, erst in Ultra HD dreht sich das Bild um.

Die Frametimes auf einer AMD- und Nvidia-Grafikkarte

Wreckfest fühlt sich mit einem schnellen Prozessor bei ausreichender Framerate unabhängig von der Grafikkarte sehr rund an. Dies bestätigen auch die Frametimes der Radeon RX Vega 64, die sehr gleichmäßig sind und nur kleine Ausreißer aufweisen. Die Frametimes der GeForce GTX 1080 sind zu einem Großteil ebenfalls sehr gut, nur am Ende der Sequenz zeigt sich ein Stottern. Dieses lässt sich im Spiel aber nicht fühlen.

4.096 MB Grafikspeicher sind nicht ausreichend – 6 GB sollten es sein

Wreckfest hat hochaufgelöste Texturen, die sowohl im Stillstand als auch bei voller Fahrt hübsch anzusehen sind. Für volle Grafikdetails inklusive MSAA sollte die Grafikkarte über einen 6.144 MB großen Speicher verfügen. Bei nur 4.096 MB ruckelt eine AMD-Grafikkarte dauerhaft, während ein Nvidia-Beschleuniger das Speichermanagement besser im Griff hat und sich nach wenigen Sekunden „eingeruckelt“ hat. Empfehlenswert ist aber auch dies nicht. In dem Fall hilft es, die Texturdetails um eine Stufe zu reduzieren.

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