GPU Turbo: Huawei erklärt seinen Gaming-Modus für Smartphones

André Reinhardt 18 Kommentare
GPU Turbo: Huawei erklärt seinen Gaming-Modus für Smartphones
Bild: AnandTech

Die von Huawei und HiSilicon entwickelte Software GPU Turbo für mehr FPS bei weniger Verbrauch beinhaltet ein ausgefeiltes KI-System, das jedes Spiel analysiert und sowohl den Grafikchip als auch die CPU und den RAM an dessen Eigenheiten anpasst. Dies geschieht über DVFS (Dynamic Voltage and Frequency Scaling).

Der GPU Turbo wird von der Huawei-Tochtermarke Honor für das 10 und Play sowie von Huawei selbst für das Mate 10, Mate 10 Pro, Mate RS, P20 und P20 Pro angeboten. Es wird als Wunderwerkzeug angepriesen, das die Leistung des Smartphones beim Spielen erhöhen und gleichzeitig der Energieverbrauch reduzieren soll. Auf die Werbebotschaft ließ Huawei respektive die Chipschmiede HiSilicon bisher keine Erklärung folgen.

So funktioniert Huaweis GPU Turbo

Das neuronale TensorFlow-Netzwerk des GPU Turbo erforscht jedes Mobile-Game einzeln in einem Zeitraum von mehreren Tausend Stunden, entweder in Echtzeit oder simuliert. Anschließend kann das System ein internes Modell mit Informationen über den Stromverbrauch und die Performance-Anforderungen des Spiels erstellen.

In dieser Trainingsphase analysiert und feinjustiert TensorFlow das SoC basierend auf den DVFS-Parametern, um eine bestmögliche Performance bei niedrigerem Stromverbrauch zu erreichen, berichtet AnandTech. Es werden die nächsten DVFS-Zustände der GPU, CPU und des Speichercontrollers gesucht, mit denen bei gleichzeitiger Reduzierung der Leistungsreserven immer noch 60 FPS realisierbar sind. Das Resultat sei, dass jeder Hardware-Block der Arbeitsvorgänge von GPU, CPU und des DRAM die optimale Menge an Energie zugewiesen bekommt. Dies wirkt sich auf die Performance aber besonders auf den Energieverbrauch aus.

Spiele müssen zuerst angepasst werden

Huaweis Ansatz der komplexen Analyse der Mobile-Games hat zur Folge, dass neue Titel nicht automatisch mit GPU Turbo zusammenarbeiten. Jedes Spiel muss zuvor den Trainingsprozess von TensorFlow durchlaufen. Dabei gilt es zu beachten, dass GPU Turbo von mehreren Chipsätzen, namentlich Kirin 659, Kirin 960, Kirin 970 und demnächst Kirin 980, unterstützt wird und die Optimierung der Titel für jedes SoC separat erfolgt. Anschließend wird das kreierte Modell der Firmware hinzugefügt.

Roadmap für den GPU Turbo
Roadmap für den GPU Turbo

Kompatible Mobile-Games

Aktuell unterstützt der GPU Turbo lediglich die Spiele PUBG und das ausschließlich in China erhältliche MOBA Mobile Legends: Bang Bang. Der HiSilicon Kirin 980 stemmt einer Huawei-Präsentation zufolge den Battle-Royal-Titel PUBG bei angeschaltetem GPU Turbo mit 59 FPS bei 11 Prozent weniger mW pro Frame. Die zweite Version des GPU Turbo, die zusammen mit dem Huawei Mate 20 erscheint, wird zusätzlich Support für NBA 2K18, Rules of Survival, Arena of Valor und Vainglory mit sich bringen.

Der GPU Turbo kommt für weitere Spiele
Der GPU Turbo kommt für weitere Spiele