Assassin's Creed Odyssey: Griechenland benötigt schnelle GPUs und CPUs 2/3

Wolfgang Andermahr et al. 383 Kommentare

Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen

Assassin's Creed Odyssey stellt Tester vor einige Herausforderungen, wenn auf den integrierten Benchmark verzichtet wird – was ComputerBase, falls möglich, immer tut. Der Grund: Assassin's Creed Odyssey kommt mit einem dynamischen Wetter und wechselnden Tageszeiten daher. Und beides ist nicht fest an ein Savegame gebunden.

Damit benötigt es teils mehrere Anläufe, bis das Wetter dem optischen Eindruck nach identisch ist. Doch auch dann schwankt die Framerate zwischen dem Laden der Savegames noch um einige Prozent. Ab und zu gibt es nach dem Laden deutlich weniger und manchmal auch deutlich mehr FPS. ComputerBase hat viel Zeit darin investiert, diese Ausreißer auszuschließen.

CPU- und GPU-Benchmarks

Erschwerend kommt hinzu, dass in Assassin's Creed Odyssey die Anforderungen an die CPU und die GPU stark schwanken. Es gibt Szenarien, die CPU-Limitiert sind, und wiederum andere, die mehr die GPU belasten. Deutlich CPU-fordernder sind Sequenzen in Arealen mit vielen NPCs. Viel GPU-Last gibt es dagegen beim Marsch oder Ritt durch die Natur abseits von Dörfern und Städten. Die Sequenzen weisen meisten geringere Frameraten als innerhalb einer Stadt auf.

Um diesem Umstand gerecht zu werden, kommen im Test zwei verschiedene Savegames zum Einsatz: Für die CPU-Tests einen Marsch durch eine Stadt in der Open World mit diversen NPCs und für die GPU-Benchmarks eine Sequenz im „Open-World-Wald“. damit sind die Ergebnisse der Prozessor- und der Grafikkarten-Benchmarks aber nicht miteinander vergleichbar.

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind mit dem Grafikkarten-Testsystem erstellt worden. Der PC verfügt über einen auf 4,7 GHz übertakteten Core i7-8700K, der auf insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (16-16-16-38, Dual Rank) zugreifen kann. Windows 10 April Update inklusive aller verfügbaren Updates sind installiert. Als Treiber werden der Adrenalin 18.9.3 beziehungsweise der GeForce 411.70 genutzt. Beide Treiber sind für Assassin's Creed Odyssey optimiert.

Die Prozessor-Benchmarks werden mit aktuellen BIOS-Versionen und einem ebenso 32 Gigabyte großen DDR4-3200-Speicher durchgeführt. Je nach Prozessor ist dieser mit einem Dual-Channel- oder einem Quad-Channel-Interface konfiguriert. Als Grafikkarte kommt eine GeForce RTX 2080 Ti Founders Edition zum Einsatz. Alle CPUs liefen in diesem Fall mit ihren Standardtaktraten. AMD Ryzen Threadripper wurde im UMA-Modus betrieben.

Reduzierte Einstellungen für Ultra HD

In 1.920 × 1.080 sowie 2.560 × 1.440 werden die maximalen Grafikdetails von Assassin's Creed Odyssey genutzt. In 3.840 × 2.160 wird auf das Hoch-Preset zurückgeschaltet.

Auflösung Grafik-Details
1.920 × 1.080 Extrem-Hoch-Preset
2.560 × 1.440 Extrem-Hoch-Preset
3.840 × 2.160 Hoch-Preset

Prozessor-Benchmarks auf einer RTX 2080 Ti FE (Update)

Auch Assassin's Creed Odyssey benötigt einen schnellen Prozessor. Vor allem die Kern-Skalierung ist – trotz DirectX 11 – vorbildlich. Das Spiel reagiert positiv sowohl auf acht als auch noch auf 16 CPU-Kerne. Zwar nicht mehr mit großen Sprünge, doch noch mit gut messbaren.

Das hat zur Folge, dass es sowohl bei AMD als auch bei Intel große Verwerfungen innerhalb der sonst bekannten Rangfolge gibt. So liefert der Ryzen 5 1600X mit sechs Kernen in 1.920 × 1.080 32 Prozent mehr FPS und 33 Prozent bessere Frametimes als der Ryzen 5 2400G mit vier Kernen. Der aktuelle Ryzen 5 2600X mit besseren Latenzen und einem höheren Takt verbessert die Performance um zwölf beziehungsweise elf Prozent und der Ryzen 7 2700X um weitere sieben und neun Prozent. Noch einmal zwei Prozent mehr FPS gibt es mit dem Ryzen Threadripper 1950X mit 16 Kernen. Obwohl dieser in Spielen eigentlich langsamer als der Ryzen 7 2700X arbeitet. Das zeigt jedoch, dass auch mehr als acht Kerne noch einen Nutzen bringen.

Bei Intel sieht es nicht anders aus. So startet Assassin's Creed Odyssey auf dem Pentium G4560 mit zwei Kernen und Hyper-Threading gar nicht erst. Der Core i7-7700K mit vier Kernen und Hyper-Threading ist dann satte 61 Prozent beziehungsweise 51 Prozent schneller als der Core i3-8100 mit ebenso vier Kernen, aber eben ohne SMT. Und der (anders als bei den GPU-Benchmarks nicht übertaktete) Core i7-8700K mit sechs Kernen und Hyper-Threading legt um weitere 22 und 21 Prozent zu.

Im Dauerduell AMD gegen Intel zeigt sich, dass die Intel-CPUs in dem Spiel teils an sich ein gutes Stück schneller arbeiten als die Konkurrenzprodukten. Aber nur bei gleich vielen CPU-Kernen. AMD kann dies durch die mehr Kerne teils kompensieren und teils dadurch auch Intel ausstechen. So ist der Core i7-7700K in dem Spiel zum Beispiel minimal langsamer als der Ryzen 5 2600X. In der Regel ist die Intel-CPU in Spielen schneller unterwegs. Auch der Core i3-8100 kann nicht mit dem Ryzen 5 2400G mithalten, was ebenfalls ungewöhnlich ist.

Die CPU entscheidet über 60 FPS in Odyssey

Die CPU-Performance hat auch Auswirkungen auf das Spielerlebnis. Denn eine CPU mit nur vier Kernen ohne SMT ist nicht schnell genug für die höchste Detailstufe in Assassin's Creed Odyssey. Auch mit einer GeForce RTX 2080 Ti nicht. Der neueste Teil der Reihe ist zwar spielbar, es hakt aber wiederholt stark und generell läuft das Spiel zäher. Im Hause AMD ändert auch SMT nichts daran. Bei Intel kann sich der Core i7-7700K dadurch immerhin in retten.

Gut spielbar bei höchsten Details ist Odyssey erst ab einem Prozessor mit sechs Kernen bei AMD und mit vier Kernen und Hyper-Threading bei Intel. Auch in höheren Auflösungen und niedrigeren Detailstufen ändert sich daran nicht viel. Mit noch schnelleren CPUs steigt die Performance noch einmal spürbar an. Für Dauerhaft 60 FPS müssen es schon eine Acht-Kern-CPU der neuesten Generation bei AMD oder ein Sechs-Kern-Prozessor mit Hyper-Threading bei Intel sein.

Benchmark-Update mit mehr Threadripper, Core i und Bulldozer

Die vier weiteren Benchmarks verdeutlichen, dass die Anzahl der CPU-Kerne und Threads sehr wichtig für die Performance in Assassin's Creed Odyssey sind. So ist zum Beispiel der Core i7-8700K satte 35 Prozent schneller als der Core i5-8400. Letzterer taktet etwas niedriger, der eigentliche Unterschied entsteht aber durch das abgeschaltete Hyper-Threading des günstigeren Prozessors. Der Core i5-8400 hat auch gegen den Core i7-7700K das Nachsehen. Die alte Generation liefert zehn Prozent mehr FPS. Die Performance ist ziemlich gleich zu AMDs Ryzen 5 1600X, der wiederum auf genauso viele Kerne, aber die doppelte Anzahl Threads zurück greifen kann.

AMDs Ryzen Threadripper 2950X mit 16 Kernen und 32 Threads kann sich vom Vorgänger etwas absetzen und schafft es, den Core i7-8700K zu attackieren. Der neue AMD-Prozessor arbeitet in Assassin's Creed Odyssey acht Prozent schneller als das Vorgänger-Produkt, sodass der Abstand zu Intels Consumer-Flaggschiff mit einem Prozent zu vernachlässigen ist. Der Abstand zum Ryzen 7 2700X beträgt damit elf Prozent. Gewöhnlicherweise ist letzterer in Spielen schneller.

Intels Core i9-7900X mit zehn Kernen schafft es dagegen nicht, an den Core i7-8700K heran zu kommen. Zwar ist die Framerate mehr oder weniger identisch, bei den Frametimes beträgt der Abstand aber immer noch zwölf Prozent. Offenbar bereitet Intels Mesh-Verbindung der CPU-Kerne für diese Messung in dem Spiel Schwierigkeiten. Dennoch schneidet der Prozessor diesbezüglich besser als der Core i5-8400 und der Core i7-7700K ab.

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