Moto G7, G7 Plus und G7 Power im Test: Motorolas Akkumonster für 210 Euro ist der Testsieger

Nicolas La Rocco 177 Kommentare
Moto G7, G7 Plus und G7 Power im Test: Motorolas Akkumonster für 210 Euro ist der Testsieger

tl;dr: Gleich vier neue Moto G7 sollen bei Motorola die Smartphone-Mittelklasse von 150 bis 300 Euro abdecken. Drei der vier Geräte – das Moto G7, das Moto G7 Plus und das Moto G7 Power – hat sich ComputerBase zum Testen in die Redaktion geholt. Eines davon gefällt mit guter Kamera, ein anderes dank großem Akku aber noch besser.

Vier Moto G7: Das sind die Unterschiede

In welchen Punkten sich die vier neuen Motorola-Smartphones voneinander unterscheiden, lässt sich am besten anhand der Spezifikation erklären. Das Moto G7 Play für 150 Euro ist mit 5,7-Zoll-Display das mit Abstand kleinste der neuen Smartphones, alle anderen Varianten haben ein 6,2 Zoll großes Display und außerdem 4 GB statt 2 GB RAM und 64 GB statt 32 GB erweiterbaren Speicher. Auflösungen knapp über Full HD sind dem Moto G7 für 250 Euro und dem Moto G7 Plus für 300 Euro vorbehalten, ausschließlich das Moto G7 Plus ist zudem mit dem schnelleren Snapdragon 636 ausgestattet.

Zwei Kameras auf der Rückseite besitzen nur das Moto G7 und das Moto G7 Plus, auch das WLAN in 5-GHz-Netzen ist den teureren Geräten vorbehalten. Den mit Abstand größten Akku hat hingegen das Moto G7 Power für 210 Euro, das auf 5.000 mAh statt 3.000 mAh Akku kommt. Als Betriebssystem nutzen alle vier Moto G7 das aktuelle Android 9.0 Pie. Motorola hat für jedes Smartphone ein Upgrade auf das kommende Android 10.0 zugesichert. Mit weiteren Updates ist im Nachgang nicht zu rechnen.

Motorola Moto G7 Play
Motorola Moto G7 Power
Motorola Moto G7
Motorola Moto G7 Plus
Software:
(bei Erscheinen)
Android 9.0
Display: 5,70 Zoll
720 × 1.512, 294 ppi
6,20 Zoll
720 × 1.520, 271 ppi
6,20 Zoll
1.080 × 2.270, 405 ppi
LTPS, Gorilla Glass
Bedienung: Touch, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner
SoC: Qualcomm Snapdragon 632
4 × Kryo 250 Gold, 1,80 GHz
4 × Kryo 250 Silver, 1,80 GHz
14 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 636
4 × Kryo 260 Gold, 1,80 GHz
4 × Kryo 260 Silver, 1,60 GHz
14 nm, 64-Bit
GPU: Adreno 506 Adreno 509
RAM: 2.048 MB
LPDDR3
4.096 MB
LPDDR3
4.096 MB
LPDDR4
Speicher: 32 GB (+microSD) 64 GB (+microSD)
1. Kamera: 13,0 MP, 1080p
LED, f/2,0, AF
12,0 MP, 1080p
LED, f/2,0, AF
12,0 MP, 2160p
LED, f/1,8, AF
16,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,7, AF, OIS
2. Kamera: Nein 5,0 MP, AF
3. Kamera: Nein
4. Kamera: Nein
5. Kamera: Nein
1. Frontkamera: 8,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,2
8,0 MP
Display-Blitz
12,0 MP
Display-Blitz
2. Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced
↓300 ↑150 Mbit/s
Advanced
↓600 ↑150 Mbit/s
5G: Nein
WLAN: 802.11 b/g/n
Wi-Fi Direct
802.11 a/b/g/n
Wi-Fi Direct
802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct
Bluetooth: 4.2 LE 5.0 LE
Ortung: A-GPS, GLONASS A-GPS, GLONASS, Galileo
Weitere Standards: USB 2.0 Typ C USB 2.0 Typ C, NFC
SIM-Karte:
Nano-SIM
Variante
Nano-SIM, Dual-SIM
Akku: 3.000 mAh
fest verbaut
5.000 mAh
fest verbaut
3.000 mAh
fest verbaut
Größe (B×H×T): 71,5 × 147,3 × 7,99 mm 76,9 × 159,4 × 9,30 mm 75,3 × 157,0 × 8,00 mm 75,3 × 157,0 × 8,30 mm
Schutzart:
Gewicht: 149 g 193 g 172 g 176 g
Preis: 149,99 € / ab 149 € ab 204 € 249,99 € / ab 250 € 299,99 € / ab 285 €

Design mit Verwechslungsgefahr

Die neuen Moto G7 kann man gar nicht so einfach auseinanderhalten. Am besten klappt das noch mit dem Moto G7 Play, das als einziges keine Rückseite aus Glas hat und schon auf den ersten Blick als kleinstes der vier neuen Smartphones wahrzunehmen ist. Von den getesteten Varianten kann das Moto G7 Power noch am ehesten über die Rückseite, die zwar auch aus Glas besteht, dort aber nur eine Kamera trägt, und an der Position der Kopfhörerbuchse, die sich oben befindet, erkannt werden. Aber kein Grund zur Sorge: Alle vier neuen Moto G7 besitzen noch den 3,5-mm-Klinkenanschluss.

Die Verarbeitung ist durch die Bank sehr gut, was als unabhängiger Punkt von der Materialwahl betrachtet werden muss. Der Rahmen aller Moto G7 besteht aus Kunststoff, beim Moto G7 Play auch die Rückseite, während ansonsten vollumfänglich leicht gewölbtes Glas verwendet wird, das Motorola bei Corning einkauft. Ein Galaxy S9 von Samsung oder iPhone Xs von Apple wirkt aufgrund des Einsatzes von Materialien wie Aluminium oder Edelstahl noch eine Spur hochwertiger, das Vorhandene verarbeitet Motorola aber auf hohem Niveau. Der Rahmen aus Kunststoff soll Stöße zudem weniger stark auf den Bildschirm übertragen, als es Metall machen würde.

Auf IP-Zertifizierungen gemäß IP67 oder IP68 verzichtet Motorola, selbst beim teuersten Moto G7 Plus gibt es sie nicht. Regentropfen hier und da sollen die Geräte dennoch aushalten, vom vollständigen Untertauchen ist hingegen abzuraten.

Das sogenannte Batwing-Logo von Motorola auf der Rückseite fungiert gleichzeitig als Fingerabdrucksensor, der bei allen Moto G7 für schnelles Entsperren sorgt. Warum der Hersteller abgesehen vom Logo auch noch auf jede Vorderseite unten seinen Schriftzug quetschen musste, erschließt sich abgesehen von der Markenbotschaft nicht. Ohne den Motorola-Schriftzug unterhalb des Displays hätte die Front sauberer ausgesehen.

Displays mit Notch als Balken oder Tropfen

Nach der Premiere mit dem letztjährigen Motorola One zieht die Notch bei allen Moto G7 ein. Die Kerbe im Bildschirm sorgt dafür, dass das Display im oberen Bereich näher an den Rand gezogen werden kann. Wie Motorola die Notch integriert, unterscheidet sich je nach Preisklasse. Moto G7 Play und Moto G7 Power kommen mit einer größeren Balken-Notch, die mit dem iPhone Xs vergleichbar ist. Darin bringt Motorola Frontkamera, Hörmuschel und Sensoren für die Helligkeit des Displays unter.

Ab dem Moto G7 ist eine Tropfen-Notch wie beim OnePlus 6T (Test) verbaut, bei Motorola fällt sie aber größer aus. Auch hier bringt der Hersteller die Frontkamera unter, daneben auch wieder mehrere Sensoren. Die Hörmuschel rückt bei beiden teureren Moto G7 an den Rand des Smartphones, anstatt in der Notch verbaut zu sein.

Aufgrund der bei klassischen LC-Displays benötigten LED-Hintergrundbeleuchtung birgt eine Notch immer die Gefahr, dass sich im direkten Umfeld des Ausschnitts ein leichter Schatten bildet. Auch die neuen Moto G7 sind davon minimal betroffen, sofern das Display angewinkelt und ein Bild mit starkem Kontrast zur schwarzen Notch dargestellt wird. Dieses Phänomen war schon beim letztjährigen Motorola One zu beobachten. Davon abgesehen hat der Hersteller die Kerbe aber bei allen vier Varianten gut integriert.

Bezüglich der Qualität der Displays müssen Moto G7, Moto G7 Plus und Moto G7 Power nach unterschiedlichen Bewertungskriterien beäugt werden. Geht es rein nach der Auflösung und der damit verbundenen Schärfe der Darstellung von feinen UI-Elementen, liegen Moto G7 und Moto G7 Plus dank der Full-HD-Plus-Auflösung vorne. Beide Smartphones bieten 1.080 × 2.270 Bildpunkte, während das Moto G7 Power nur auf 720 × 1.520 Pixel kommt – bei jeweils gleicher Bildschirmdiagonale von 6,2 Zoll.

Die Auflösung ist aber nur ein Punkt in der Bewertung des Displays. Und gerade beim Weißpunkt schneiden Moto G7 und Moto G7 Plus schlechter ab. Weißpunkte von 8.200 Kelvin beim Moto G7 Plus sowie 7.900 Kelvin beim Moto G7 führen zu einem deutlichen Blaustich, den das Moto G7 Power nicht aufweist. Dessen Weißpunkt liegt mit 6.900 Kelvin im normalen Bereich und führt nicht zu einer verfälschten Weißdarstellung. Gerade das günstigste getestete Smartphone schneidet hier am besten ab.

In Sachen Helligkeit fällt das Moto G7 etwas hinter die anderen Mitstreiter zurück, da es mit bis zu 476 cd/m² nicht die Marke von 500 Nits durchbricht. Das Moto G7 Power kommt auf 506 cd/m², das Moto G7 Plus erreicht bis zu 518 cd/m². Alle drei Varianten leiden im Alltag dennoch nicht unter einer zu geringen Helligkeit. Wer das Smartphone nicht direkt in die Sonne dreht, kann den Bildschirm in allen Situationen problemlos ablesen.

Beim Schwarzwert lautet die Reihenfolge: Moto G7 Power vor Moto G7 und Moto G7 Plus. Die Bandbreite reicht hier von einem Kontrast von 1.230:1 bis 1.833:1. Während die Abweichungen untereinander noch relativ groß sind, sind die Ergebnisse selbst gut. Keines der Smartphones stellt Schwarz mit einem Grauschleier dar, wenngleich die OLED-Technik LCDs naturgemäß in diesem Punkt überlegen ist.

Welches der drei Displays das beste ist, lässt sich nur eingeschränkt sagen. Normalerweise müssten Moto G7 und Moto G7 Plus aufgrund des Preises und der höheren Auflösung klar besser abschneiden, allerdings hat Motorola die Abstimmung des Weißpunktes vermasselt. Dass die geringere Auflösung des Moto G7 Power durchaus von Vorteil ist, macht sich im späteren Verlauf des Tests im Bereich Akku bemerkbar.

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