RAM für AMD-Ryzen (3000): G.Skill mit 32 GB bei DDR4-3600, Patriot hat DDR4-4000

Frank Meyer 85 Kommentare
RAM für AMD-Ryzen (3000): G.Skill mit 32 GB bei DDR4-3600, Patriot hat DDR4-4000
Bild: G.Skill

AMD hat die neuen Ryzen-3000-CPUs enthüllt und auch die Hersteller von Arbeitsspeicher sind mit von der Partie. Denn G.Skill und Patriot haben nun speziell auf die AM4-Plattform hin abgestimmte RAM-Kits der Serien Trident Z Neo und Viper 4 präsentiert, die via XMP-Profil in der Spitze bis DDR4-4000 spezifiziert sind.

Ryzen kompatibler OC-RAM von G.Skill und Patriot

Speziell für AMDs Ryzen-Plattform mit dem Sockel AM4 zugeschnittene RAM-Kits haben beispielsweise Adata, Corsair, G.Skill wie auch Patriot gleichermaßen bereits mit der ersten Generation Ryzen-CPUs aufgelegt. Die DDR4-Module sind zumeist besonders auf die Bedürfnisse der AM4-Plattform – was Geschwindigkeit und Latenzen angeht – ab Werk konfiguriert, denn der Speichercontroller der AMD-Plattform ist bei der Funktionsweise leicht anders konzipiert als das beim Pendant von Intel der Fall ist. Allem voran bei den OC-Profilen ergeben sich dadurch Unterschiede, wodurch die vom Speicherhersteller angegebenen, maximalen Geschwindigkeiten via XMP-Profil nicht zwangsläufig auf beiden Plattformen lauffähig sein müssen. Eine Übersicht der Besonderheiten beim RAM-OC mit Ryzen-CPUs und die Erläuterungen der Fallstricke wird im ComputerBase-Forum ausführlich beschrieben.

Patriot Viper 4 Blackout (AMD Ryzen)

Nativ unterstützt AMD mit dem Speichercontroller der neuen Prozessoren der Generation Ryzen 3000 nun bekanntermaßen einen maximalen Speichertakt von DDR4-3200. Ryzen 2000 hatte bereits das Limit auf 2.933 MHz angehoben, während mit der ersten Generation Ryzen-CPUs maximal 2.666er-RAM offiziell unterstützt werden. Zudem krankte die AM4-Plattform mit Ryzen-CPUs der ersten Stunde zum Marktstart generell an der Kompatibilität, denn oberhalb der offiziellen Empfehlungen von AMD waren eine Vielzahl an RAM-Kits kaum lauffähig zu bekommen und konnten über Wochen das gegebene Potential nicht ausschöpfen. Erst mit einem gut zwei Monate später ausgerollten, umfassenden Mikrocode-Update seitens AMD waren Verbesserungen spürbar.

Bis DDR4-4000 wird von Patriot garantiert

Mit der jüngsten Vorstellung der Ryzen-3000-CPUs hat AMD offenkundig die Lehren aus den Fehltritten gezogen und auch die Hersteller von Arbeitsspeicher ausreichend mit in die Entwicklung einbezogen.

Patriot Viper 4 auch für AMD-Ryzen-3000
Patriot Viper 4 auch für AMD-Ryzen-3000 (Bild: Patriot)

Denn mit G.Skill und Patriot bringen bereits kurz nach der Einführung von AMD Ryzen 3000 (Test) RAM-Hersteller erste RAM-Kits speziell für die neuen X570-Mainboards an den Start, die bis DDR4-3600 im OC-Modus via XMP-Profil aufwarten und mit den entsprechenden Einstellungen auch auf die volle Kompatibilität bereits vorgetestet wurden. Während G.Skill die neuesten RAM-Kits für Ryzen-CPUs noch vergleichsweise konservativ bewirbt und von maximal DDR4-3600 spricht, geht Patriot einen Schritt weiter und will in der Viper-4-Serie RAM-Bundles mit einer Kapazität von 16 GB bis maximal DDR4-4000 anbieten. Aber auch weniger schnelle Kits mit Abstufungen von DDR4-3000, DDR4-3200 und DDR4-3600 plant Patriot speziell für AMD-Ryzen anzubieten. Auf welche RAM-Chips Patriot bei der Viper-4-Familie im allgemeinen setzt, ist aktuell nicht bekannt. Die im OC-Profil der RAM-Kits hinterlegten Timings hingegen schon. Diese sind über die gesamte Produktlinie moderat ausgelegt. DDR4-3200 wird vom Hersteller auf CL16-18-18-36, DDR4-3600 auf CL17-19-19-39 und DDR4-4000 auf CL19-21-21-41 im XMP-2.0-Profil der Viper-4-Module programmiert. Alle RAM-Kits begnügen sich dabei mit einer Versorgungsspannung von 1,35 Volt.

G.Skill Trident Z Neo (AMD Ryzen)

G.Skill Trident Z Neo mit hoher Kapazität bei niedriger Latenz

G.Skill hingegen schlägt einen leicht anderen Weg ein und setzt bei den neuen Ryzen-RAM-Kits für die X570-Plattform nicht auf das letzte Quäntchen Geschwindigkeit, sondern will in der Trident-Z-Neo-Familie auch RAM-Kits mit hoher Kapazität und gleichzeitig niedrigeren Latenzen anbieten. Bei einer identischen Modulkapazität wie die Patriot-Viper-4-DIMMs von 8 GB wird von G.Skill – zum jetzigen Zeitpunkt – bis maximal DDR4-3600 in den Handel gebracht. Ein 32-GB-Kit bestehend aus vier 8-GB-Modulen hat G.Skill dafür auf einem Asus ROG Crosshair VIII Formula mit Timings von CL14-15-15-35 demonstriert. Die Spannung wird dabei von G.Skill aber auf 1,4 Volt angehoben. Aber auch ein RAM-Bundle mit vier 16-GB-Modulen soll bereits in Planung sein, um bei den niedrigen Latenzen zusätzlich höhere Kapazitäten zu ermöglichen.

Bei den schnelleren RAM-Kits mit scharfen Timings soll G.Skill auch weiterhin auf die von Trident-Z-Royal-Serie (Test) bekannten B-Dies von Samsung setzten, während die langsameren DIMMs der Trident-Z-Neo-Serie als DDR4-3000 (CL16), DDR4-3200 (CL16) und auch DDR4-3600 (CL18) genau wie die bisherige Trident-Z-RGB-Linie mit Chips von SK Hynix, Micron und auch Samsungs A-Dies bestückt sind. Ebenfalls neu sind die DDR4-3600-Kits mit einer geringen Spannung von 1,2 Volt, die 18-18-18-38er-Timings aufweisen. Eine umfassende Übersicht aller Trident-Z-Neo-Kits hat G.Skill in einer Liste veröffentlicht (siehe Bilderpool oben).

Preise, Spezifikationen und Verfügbarkeit

G.Skill plant die neue Desktop-RAM-Familie für AMD-Ryzen als Trident-Z-Neo momentan im Juli in den Handel zu bringen. Zu welchen Preisen die einzelnen Konfigurationen angeboten werden, ist aktuell nicht bekannt. Auch zeigt der Preisvergleich derzeit keine Anzeichen für eine bevorstehende Verfügbarkeit, denn derzeit sind nicht einmal Platzhalter für die neue Produktlinie dort angelegt.

Patriot hingegen hat bislang keine Angaben zum Marktstart der neuen Viper-4-DIMMs – ebenfalls speziell für Ryzen – bekannt gegeben. Für gewöhnlich ist der Zeitraum zwischen der Ankündigung und einer tatsächlichen Verfügbarkeit im Handel bei Patriot oft sehr ausgedehnt, weshalb mit einer schnellen Lieferbarkeit hierzulande nicht so schnell gerechnet werden sollte. Für den Nordamerikanischen Markt hat der Hersteller aber bereits die Preislisten aktualisiert, woraus beispielsweise hervorgeht, dass das DDR4-4000-Kit mit 16 GB (PVB416G400C9K) für 185 US-Dollar in den Verkauf starten soll. Das DDR4-3600-Bundle (PVB416G360C7K) soll rund 120 US-Dollar kosten und das 3200er-Kit mit zwei 8-GB-Modulen (PVB416G320C6K) wird für 94 US-Dollar gelistet.

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