Cooler Master MM710 im Test: Die vielleicht leichteste Gaming-Maus der Welt

Fabian Vecellio del Monego 88 Kommentare
Cooler Master MM710 im Test: Die vielleicht leichteste Gaming-Maus der Welt

tl;dr: Noch leichter als die Cooler Master MM710 kann eine Gaming-Maus kaum werden. In Kombination mit dem flexiblen Kabel und guten Gleitfüßen ist das filigrane Eingabegerät hinsichtlich der Gleiteigenschaften auch drahtlosen Konkurrenten überlegen, aber dennoch nicht pauschal für alle Nutzer die beste Wahl.

Zur diesjährigen Computex schloss sich Cooler Master dem Rennen nach möglichst leichten Gaming-Mäusen an und präsentierte gleich zwei Modelle, denen die löchrige Hülle gemein ist. Als direkte Konkurrenz der nicht beleuchteten MM710 macht der Hersteller dabei GPCGRs empfehlenswerte Model O (Test) und die Finalmouse Air58 Ninja aus, tatsächlich sind jedoch die kleinere Model O- und die Finalmouse Ultralight 2 hinsichtlich Gewicht und Größe verwandter. Erstere schlägt die MM710 mit 53 zu 58 Gramm, während Finalmouse die eigenen Eingabegeräte auf Grund miserabler Verfügbarkeit selbst aus dem Wettbewerb nimmt. Ein noch niedrigeres Gewicht verspricht Zaunkoenigs M1K, fordert aber damit einhergehend Kompromisse.

Auf einer Linie liegt die hinsichtlich ihrer Form auf der Master Mouse S basierende MM710 mit beiden Model-O-Varianten bezüglich der unverbindlichen Preisempfehlung von 50 Euro für die matten Varianten der wahlweise schwarz oder weiß gefärbten Maus. Während die glänzende Variante der Model O jedoch mit 55 Euro zu Buche schlägt, verzichtet Cooler Master auf den Aufpreis für die glatte Oberfläche. Abseits der zu immensen Preisen weiterverkauften Finalmouse-Produkte besteht auch durch Razers gelungene Viper (Test) und Endgame Gears XM1 Konkurrenz.

Cooler Master MM710
Glorious PC Gaming Race Model O-
Ergonomie: Rechtshändig
Sensor: PixArt PMW-3389
Optisch
PixArt PMW-3360
Optisch
Lift-Off-Distance: 1,5 – 3,0 mm
Auflösung: 100 – 16.000 dpi
5 Stufen
400 – 12.000 dpi
6 Stufen
Geschwindigkeit: 11,4 m/s 6,3 m/s
Beschleunigung: 490 m/s²
USB-Abfragerate: 1.000 Hz
Primärtaster: Omron, 20 mio. Klicks
Anzahl Tasten: 6
Oberseite: 4
Linkseitig: 2
Sondertasten: Mausrad, dpi-Umschalter
Software: 5 Profile
vollständig programmierbar
Makroaufnahme, Angle-Snapping deaktivierbar
Interner Speicher: 5 Profile
10 Profile
vollständig programmierbar
Makroaufnahme
Interner Speicher: 1 Profil
Beleuchtung:
Variante
Farbe: RGB, 2 Zonen
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
Farbe: RGB, 1 Zone
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
dpi-Indikator
Gehäuse: 117 × 63 × 38 mm
Hartplastik
Glanzelemente
120 × 63 × 36 mm
Hartplastik
Variante
120 × 63 × 36 mm
Hartplastik
Glanzelemente
Gewicht:
53 Gramm (o. Kabel)
Variante
57 Gramm (o. Kabel)
58 Gramm (o. Kabel)
Variante
59 Gramm (o. Kabel)
Anschluss: USB-A-Kabel, 1,80 m, umwickelt USB-A-Kabel, 2,00 m, umwickelt
Preis: ab 48 € / 50 € / 60 $ ab 50 € / ab 50 € / ab 55 € / ab 55 €

Aktuell liegt ComputerBase nur die mattschwarze MM710 vor. Deren um eine RGB-Beleuchtung bereicherte Schwester MM711 soll zum höheren Preis folgen, doch derzeit ist auch die unbeleuchtete Variante kaum lieferbar. Das soll sich laut Cooler Master bis spätestens zum 24. September 2019 ändern, bis dahin ist die Maus lediglich auf Amazon* verfügbar.

Gehäuse und Materialien

Dem Trend gemäß erscheint die MM710 symmetrisch geformt, verzichtet aber wie die Model O auf gespiegelte Zusatztasten und damit Linkshänder als gleichberechtigte Zielgruppe. Die ergonomischen Gemeinsamkeiten zu GPCGRs Maus enden hier jedoch bereits: Das Eingabegerät von Cooler Master ist kurz, verfügt aber dennoch über einen hohen Rücken. Folglich erweckt das Chassis den Anschein, als wäre es seines hintersten Achtels beraubt, und ist nur bedingt für den Palm-Grip geeignet, während der Claw-Grip bei kleineren bis mittleren Gliedmaßen gut möglich ist. Impliziert wird jedoch auch auf Grund der sehr geringen Masse klar der Fingertip-Grip.

Doch selbst mit dieser, den Kontakt zur Maus minimierenden Griffvariante lässt es sich oft nicht vermeiden, zumindest mit dem Daumen und dem kleinen Finger nicht auf dem planen Bereich des Gehäuses, sondern auf dem mit Löchern versehenen hinteren Bereich der leicht konkav geformten Flanken aufzuliegen. Sofern das nicht als störend empfunden wird, lässt sich die Maus gut bedienen und ist besonders für Nutzer niedriger Sensorauflösungen interessant, da sie sich sehr leicht hochheben und versetzen lässt. Es sei gleichwohl angemerkt, dass das Empfinden der Haptik selbstverständlich subjektiver Natur ist.

Cooler Master bietet die MM710 wie eingangs erwähnt mit zwei verschiedenen Oberflächenmaterialien an. Je nach Wahl unterscheidet sich folglich die Haptik der Maus: Die aus mattem Hartplastik gefertigte Variante ist potentiell weniger anfällig für Schweiß und Fingerabdrücke, während die glatte und glänzende Version eine höhere Haftung bietet, solange sie eben trocken bleibt.

Gewicht, Kabel und Gleitfüße sind exzellent

Beim Vergleich mit gängigen Mäusen fallen die herausragend guten Gleiteigenschaften der MM710 am stärksten auf. Die besagten 53 Gramm sind ein exzellent – und gewöhnungs­bedürftig – niedriger Wert, wenngleich der Schwerpunkt des Eingabegerätes leicht nach vorne verlagert liegt. Auch das umwickelte Kabel fällt erstklassig aus und beeinflusst Mausbewegungen wegen des geringeren Durchmessers noch weniger als das der Model O, obwohl es in der Verpackung eng gefaltet wurde.

Folglich lassen sich die Gleiteigenschaften der MM710 eher mit kabellosen denn kabelgebundenen Mäusen vergleichen und übertreffen gar die von Logitechs G Pro Wireless (Test), die – den hohen Preis außer Acht gelassen – als eine der besten Mäuse für Shooter gilt.

Dem tragen auch die drei weißen PTFE-Gleitfüße zu, die zwar eine geringe Fläche abdecken, aber etwaigem Verschleiß immerhin mit hoher Dicke vorbeugen und an die der Model O erinnern. Einer davon deckt die vordere Seite der Maus ab, während zwei kleinere an den hinteren Ecken platziert wurden.

Primär- und Sekundärtasten

Auch die Ausstattung mit lediglich drei Zusatztasten weist auf die Auslegung für Shooter hin. Für Genres wie MOBA oder MMO, die durch zahlreiche Makrotasten profitieren können, eignet sich die MM710 nur bedingt. Eine weitere Schwäche ist die nur sequentiell mögliche Auflösungsumschaltung: Da abseits der beiden linksseitigen, zur Vorwärts- und Rückwärtsnavigation bestimmten Knöpfe lediglich eine Zusatztaste bleibt, kann die Auflösung nur im Kreis gewechselt werden. Das Tastenpaar der linken Flanke besitzt indes recht spitz geformte Abdeckungen, die beim Betätigen je nach Lage des Daumens unangenehm drücken. Auffällig ist zudem, dass sich beide Schalter auch nach Erreichen des Signalpunktes weit eindrücken lassen.

Die linke und rechte Maustaste reagieren derweil sehr direkt, ein Spielraum zwischen der Abdeckung der Primärtasten und den Tastern existiert nicht. Bei letzteren greift Cooler Master auf mit einer Lebenszeit von maximal 20 Millionen Klicks ausreichend spezifizierte Omron-Modelle zurück. Der Druckpunkt siedelt sich dabei mit ungefähr 0,6 bis 0,7 Newton im oberen Bereich an, der Hubweg fällt durchschnittlich aus. Das gummierte Mausrad indes ist deutlich taktil gerastert und rattert laut beim Drehen.

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