COVID-19 HPC Consortium: Supercomputer vereint im Kampf gegen Pandemie

Michael Günsch 48 Kommentare
COVID-19 HPC Consortium: Supercomputer vereint im Kampf gegen Pandemie
Bild: ORNL

Beim Kampf gegen den Coronavirus und die von ihm ausgelöste Krankheit COVID-19 sollen Supercomputer helfen. IBM, US-Forscher und weitere Firmen haben zu diesem Zweck das COVID-19 High Performance Computing Consortium ins Leben gerufen. Darüber wird eine kombinierte Rechenleistung von über 330 PetaFLOPS bereitgestellt.

Über 330 PetaFLOPS gegen COVID-19

Das Konsortium aus Industrie und Forschung stellt Rechenkapazitäten von derzeit 16 Supercomputern und kleineren Rechenzentren allein für den Kampf gegen COVID-19 zur Verfügung. Beteiligt ist mit Summit der aktuell schnellste Supercomputer der Welt mit einer Rechenleistung von rund 149 PetaFLOPS (Rmax) respektive 200 PetaFLOPS (Rpeak) in der Spitze. Aber auch kleinere Systeme wie das MIT/MGHPCC Satori mit 2 PetaFLOPS oder ein Teil der Amazon Web Services leisten ihren Beitrag.

Zum offiziellen Startschuss am Sonntag sollen rund 775.000 CPU-Kerne und 34.000 GPUs die besagten mehr als 330 PetaFLOPS geliefert haben. Doch besteht die Möglichkeit, dass die Rechenkapazitäten noch weiter ausgebaut werden, denn das Konsortium sucht nach weiteren Mitgliedern.

Die vereinte Rechenkraft beschleunigt aufwendige Berechnungen wie Simulationen für die Forschung an Lösungen gegen die Krankheit. „Mit diesen Hochleistungsrechnersystemen können Forscher eine sehr große Anzahl von Berechnungen in den Bereichen Epidemiologie, Bioinformatik und molekulare Modellierung durchführen. Diese Experimente würden Jahre dauern, wenn sie von Hand durchgeführt würden, oder Monate, wenn sie auf langsameren, traditionellen Computerplattformen durchgeführt würden“, heißt es in einer Pressemitteilung von IBM.

Das Summit-System war schon zuvor in dieser Richtung eingesetzt worden und hat Forschern geholfen, insgesamt 77 chemische Verbindungen zu finden, die im Kampf gegen das Virus vielversprechend erscheinen. Nun soll die Forschungsarbeit mit weiteren Systemen ausgeweitet werden. Neben IBM und Amazon sind auch Google und Microsoft an dem Projekt beteiligt. Hinzu kommen diverse Forschungsinstitute aus den USA sowie die Weltraumbehörde NASA.

Jeder kann Rechenkapazität beitragen

Auch das Distributed-Computing-Projekt Folding@home konzentriert sich auf die Coronakrise. Die kombinierte Rechenkapazität, zu der weltweit jedermann mit ungenutzten Ressourcen beitragen kann, erreichte am Wochenende 474 PetaFLOPS und damit sogar mehr als das neue Supercomputer-Konsortium bisher. Informationen zur Beteiligung finden sich in diesem Artikel.

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    Mit Folding@home kann man ungenutzte Rechenkapazität zur Erforschung von Krankheiten bereitstellen.

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