ARM-Chromebook: Acer Chromebook Spin 513 nutzt Snapdragon 7c

Nicolas La Rocco 8 Kommentare
ARM-Chromebook: Acer Chromebook Spin 513 nutzt Snapdragon 7c
Bild: Acer

Als erster großer Hersteller setzt Acer für das Chromebook Spin 513 auf einen Snapdragon-Prozessor der mittleren Klasse. Den Snapdragon 7c hatte Qualcomm vor knapp einem Jahr gemeinsam mit dem Snapdragon 8c vorgestellt. Beide sind unterhalb des Topmodells Snapdragon 8cx angesiedelt. Den Preis drückt das auf 429 Euro.

Prominente Beispiele für den Einsatz des im Dezember 2018 vorgestellten Qualcomm Snapdragon 8cx sind das Microsoft Surface Pro X, das mit dem SQ1- und zuletzt auch dem SQ2-Prozessor leicht angepasste Versionen auf Basis des Snapdragon 8cx respektive Snapdragon 8cx Gen 2 nutzt, sowie das Samsung Galaxy Book S (Test).

Snapdragon 8c und 7c im Überblick

Ein Jahr später zum Snapdragon Tech Summit 2019 folgten der Snapdragon 8c und der Snapdragon 7c. Der Snapdragon 8c basiert auf dem Snapdragon 8cx und stammt aus der gleichen 7-nm-Fertigung von TSMC und liefert Qualcomm zufolge eine bis 30 Prozent höhere Leistung als der Snapdragon 850, den der Chip ablösen soll. Für die Adreno-675-GPU liegt das Plus bei 40 Prozent, die CPU kommt auf plus 25 Prozent.

Beim Snapdragon 7c handelt es sich ebenfalls nicht um eine vollständige Chip-Neuentwicklung, sondern um einen Notebook-Ableger des Snapdragon 730 aus der Smartphone-Mittelklasse, den etwa das Pixel 4a (Test) nutzt und der mit gleicher Samsung-8LPP-Fertigung ins Notebook kommt.

Qualcomm
Snapdragon 8c
Qualcomm
Snapdragon 7c
Qualcomm
Snapdragon 8cx
Qualcomm
Snapdragon 850
Prozess TSMC N7 Samsung 8LPP TSMC N7 Samsung 10LPP
Core-Design 4 + 4 2 + 6 4 + 4 4 + 4
CPU 4 × Kryo 490 Gold
(Cortex-A76) @ 2,45 GHz
4 × Kryo 490 Silver
(Cortex-A55) @ ? GHz
2 × Kryo 468 Gold
(Cortex-A76) @ 2,40 GHz
6 × Kryo 468 Silver
(Cortex-A55) @ ? GHz
4 × Kryo 495 Gold
(Cortex-A76) @ 2,84 GHz
4 × Kryo 495 Silver
(Cortex-A55) @ 1,80 GHz
4 × Kryo 385 Gold
(Cortex-A75) @ 2,95 GHz
4 × Kryo 385 Silver
(Cortex-A55) @ 1,80 GHz
GPU Adreno 675 Adreno 618 Adreno 680 Adreno 630
Speicher LPDDR4X @ 2.133 MHz LPDDR4X @ 2.133 MHz LPDDR4X @ 2.133 MHz LPDDR4X @ 1.866 MHz
ISP Spectra 390 Spectra 255 Spectra 380 Spectra 280
Modem Integriert Snapdragon X24 Snapdragon X15 Snapdragon X24 Snapdragon X20
Extern Snapdragon X55 × Snapdragon X55 ×

Gemeinsam haben Snapdragon 8c und 7c, dass sie bisher von keinem namhaften Notebook-Hersteller ausgewählt wurden. Lediglich Microsoft hatte zur CES im Januar dieses Jahres mit den Windows-Partnern JP.IK und Positivo Wise zwei besonders günstige Notebooks ab 300 US-Dollar für das Bildungssegment in Aussicht gestellt.

Acer setzt auf Snapdragon 7c

Jetzt schnappt sich aber Acer den Snapdragon 7c und will diesen im Verlauf des ersten Quartals 2021 im Chromebook Spin 513 zu Preisen ab 429 Euro anbieten. Das Gehäuse aus Aluminium wiegt weniger als 1,2 kg bei 15,55 mm Bauhöhe. Das 13,3 Zoll große Touch-Display bietet Full-HD-Auflösung sowie einen Schutz aus Gorilla Glass und lässt sich dem „Spin“ im Namen entsprechend vollständig um das Gerät klappen.

Always Connected ad absurdum geführt

Zur weiteren Ausstattung zählen 4 GB oder 8 GB RAM und bis zu 128 GB eMMC-Speicher. Der Snapdragon 7c kann zwar grundsätzlich mit UFS 2.1 umgehen, Acer setzt zugunsten des Preises aber auf den langsameren Speicher. Darüber hinaus gibt es einen Akku, der für bis zu 14 Stunden Laufzeit gut sein soll, zweimal USB 3.2 Gen1 Typ C, USB 3.0 Typ A, Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.0. LTE ist optional, obwohl der Snapdragon 7c der Auslegung von Qualcomm zufolge eigentlich sogenannte Always-Connected-PCs ermöglichen soll, die immer mit Mobilfunk ausgerüstet und demnach immer auch ohne lokales WLAN online gehen können.

Variante für Enterprise-Kunden

Neben dem Chromebook Spin 513 will Acer das Gerät als Chromebook Enterprise Spin 513 für 599 Euro mit den Geschäftsfunktionen von Chrome OS anbieten. Für IT-Administratoren stehen erweiterte Sicherheitsfunktionen und eine webbasierte Verwaltung zur Verfügung. Die lokale Ersteinrichtung ist mit Zero-Touch-Registrierung nicht notwendig, da diese mit der Verbindung zum Unternehmensnetzwerk erfolgt.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Acer unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühest mögliche Veröffentlichungszeitpunkt.