Dynabook X30W-J-10H im Test: Leistung und Akkulaufzeiten

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Nicolas La Rocco
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Dynabook bietet das X30W-J in drei Konfigurationen an, zwei davon mit dem Intel Core i7-1165G7 (X30W-J-10F und X30W-J-10K) und eine mit dem kleineren Core i5-1135G7 (X30W-J-10H). ComputerBase hat sich für den Test bewusst für den Core i5-1135G7 entschieden, weil der Core i7-1165G7 bereits in zahlreichen anderen Notebooks zum Einsatz kam und getestet wurde und bislang ein Eindruck zum kleineren Core i5 fehlte. Die Prozessoren verbindet ihre Zugehörigkeit zur Tiger-Lake-U-Familie, die wie der Vorgänger Ice Lake-U aus Intels eigenem 10-nm-Herstellungsprozess kommt, hier jedoch in der optimierten SuperFin-Variante. Tiger Lake nutzt CPU-Kerne des Typs Willow Cove statt Sunny Cove und wird mit neuer Xe-Grafikeinheit kombiniert.

Intel Core i5-1135G7 im Detail

Von den Eckdaten auf TDP-up und TDP-down bezogen unterscheiden sich Core i7 und Core i5 nicht voneinander. Beide lassen sich zwischen 28 und 12 Watt vom OEM konfigurieren. Der i7 schafft in der Spitze bis zu 4,7 GHz, beim i5 sind es 4,2 GHz. Die Anzahl der Kerne und Threads fällt mit vier respektive acht identisch aus, der Smart-Cache ist mit 12 statt 8 MB aber 50 Prozent größer. Ein Unterscheidungsmerkmal betrifft die Anzahl der Ausführungseinheiten der Xe-Grafikeinheit, die mit 96 zu 80 zugunsten des i7 ausfällt.

X30W-J-10H im Benchmark

Einfluss auf die im Alltag abrufbare Leistung hat die Wahl zwischen Core i7 und Core i5 nur in geringfügigem Maß, was einmal mehr beweist, dass in der Kategorie der kompakten 13-Zoll-Notebooks ein Core i7 nicht unbedingt zur Ausstattung gehören muss. Das Geld für den Aufpreis zum i7 sollte lieber in mehr RAM, eine größere SSD oder ein besseres Display investiert oder ganz gespart werden. Das Leistungs-Rating der Alltags-Anwendungen lässt den Core i5-1135G7 gerade einmal 8 Prozent hinter dem Core i7-1165G7 landen, der im Asus ExpertBook B9400CEA (Test) mit fast identischer Konfiguration von 20,5 statt 21 Watt läuft. Selbst das Schenker Vision 15 (Test) mit 28 Watt schafft nur einen 2 Prozentpunkte größeren Abstand zum Core i5. Erst Intels Referenz-Notebook mit Core i7-1185G7 (Test) sorgt für eine größere Differenz.

Ein ähnliches Bild zeichnet das Leistungs-Rating der Heavy-Workload-Anwendungen, wo Core i5 und Core i7 sogar praktisch gleichauf liegen. Erst hier erzielt der Core i7 im Schenker-Notebook einen größeren Vorsprung und Intels Whitebook setzt sich noch weiter ab. Auch AMDs Prozessoren der Generation Renoir liefern durch die Bank mehr Leistung, sind meistens aber mit 25 Watt konfiguriert, um Intel zu schlagen.

Auch mit Xe-Grafikeinheit wird die Kompaktklasse nicht zur Gaming-Maschine. Weniger anspruchsvolle Spiele liefern in Full HD aber brauchbare Frameraten, wie stellvertretend der 3DMark Sky Diver unter Beweis stellt. Ob nun 80 oder 96 Ausführungseinheiten vorliegen, hat nur geringen Einfluss auf den Benchmark. 20 Prozent mehr EUs sorgen in diesem Benchmark nicht für 20 Prozent bessere Ergebnisse. 4 Prozent besser als der Core i5 schneidet das ExpertBook ab, 13 Prozent mehr sind es beim Schenker-Notebook mit 28 Watt und 25 Prozent mehr beim Intel Whitebook, das neben mehr EUs auch etwas mehr Takt auf der Xe-GPU bietet. AMDs kleinere APUs liegen ungefähr gleichauf mit Intel, erst die stärkeren H-Prozessoren enteilen Intels U-Prozessoren.

Effektives Kühlsystem für 21 Watt

Schaut man sich das Taktverhalten des Core i5-1135G7 unter Heavy Workload an, wird rasch ersichtlich, warum der Prozessor gleichauf und teils sogar 1 oder 2 Prozent besser als der Core i7 abschneidet. Dynabook hat die TDP alias PL1 auf 28 Watt festgelegt und erlaubt zu Beginn mit PL2 kurzzeitig bis zu 60 Watt. Effektiv läuft die CPU aber unter Dauerlast mit den in den Diagrammen angegebenen 21 Watt, die in Blender einen hohen Multi-Core-Takt von 2,8 bis 2,9 GHz erlauben. Die zugehörige Temperatur des CPU-Packages fällt mit durchschnittlich 68 ℃ überraschend niedrig aus. Zu verdanken hat das Dynabook den zwei effektiv zu Werke gehenden Lüftern, die von deutlichem Rauschen begleitet werden, aber nie in einen störenden Bereich vordringen.

Den von Intel angegebenen Single-Core-Takt von 4,2 GHz hält das Dynabook die meiste Zeit über souverän, hin und wieder kommt es zu einem kurzzeitigen Einbruch auf 3,8 GHz. Der zugehörige Temperaturverlauf spiegelt dieses Verhalten wider. Im Single-Core-Test des Cinebench R15 darf die Temperatur auf bis zu 83 ℃ steigen, bevor die Lüfter schneller rotieren. Die Temperatur pendelt sich daraufhin zwischen 64 und 73 ℃ ein, was erneut deutlich unterhalb der Werte des Core i7 im Asus ExpertBook liegt. Unter Multi-Core-Dauerlast im Cinebench R15 zeigt das Dynabook nur zu Beginn einen leichten Rückgang der Leistung, bevor das effektive Kühlsystem für eine gleichbleibende Leistung von rund 680 Punkten sorgt.

Schnelle SSD von Samsung

Bei der SSD vertraut Dynabook auf Samsung als Zulieferer, der mit der PM981a ein schnelles Modell für OEMs im Format M.2 2280 beisteuert, das durch den Anwender einfach ausgetauscht werden kann. Es ist die einzige Komponente des X30W-J, die sich in wenigen Minuten nur mit einem Schraubendreher verändern lässt. Die SSD ist mit PCIe 3.0 x4 angebunden und liefert vor allem beim sequenziellen Lesen und Schreiben sehr gute Datenraten von knapp 3.500 MB/s und 2.400 MB/s. Beim wahlfreien Lesen und Schreiben landet die kleine 256-GB-Konfiguration hingegen eher im hinteren Mittelfeld, die Performance im Office-Alltag beeinträchtigte dies aber nicht.